Daune im Allgemeinen

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  • Das hört sich für mich sehr vernünftig an - und gefällt mir um Klassen besser als das VBL-System. Aber auch der Typ schläft in isolierten Klamotten. Ich genieße es, die Sachen nachts auszuziehen und nur in langer Merinounterwäsche in meinen Schlafsack zu rutschen (über dem ich den dünnen Kunstfaserschlafsack auch nur sehr umständlich schließen könnte). Aber das zeigt einmal mehr, es gibt viele unterschiedliche Lösungen. Man muss nur die für einen selbst am besten passende finden.

  • Was mich interessieren würde: hat einer von euch Wintercampern mal eine Daunen-Synthetik-Kombination ausprobiert wie sie hier beschrieben wird? Also man verwendet zuerst einen Daunen-Quilt/Schlafsack, und darüber dann einen Synthetik-Quilt/Schlafsack in dem die Feuchtigkeit kondensieren kann? Zumindest bei Klamotten funktioniert das Lagensystem bei mir recht gut.

    Was ich mich da einfach frage: Solange man in einer solchen Kombination schläft, mag es ja durchaus sein, dass die Feuchtigkeit erst ausserhalb der Daunenschicht kondensiert. Aber wie versorge ich dann diese Kombination tagsüber? Werden die beiden Schichten separat verpackt? Oder nimmt dann die Daune einfach tagsüber die Feuchtigkeit aus der Synthetikfüllung auf?


    EDIT: Ich habe den Artikel noch rasch überflogen. Wenn ich es richtig gesehen habe, verwendet er einen Daunenschlafsack in Kombination mit einem Synthetik-Quilt. Das ergibt natürlich die Möglichkeit, beide separat zu verstauen. – Ich bezog mich in meiner ersten Reaktion auf die Frage, die ich mir bei einer fixen Kombination der beiden Materialien in einem Schlafsack oder Quilt (innen Daune, aussen Synthetik) schon gestellt habe. Solche Produkte gibt es auf dem Markt ja auch ein paar.


    ERGÄNZUNG: Inzwischen habe ich den Artikel noch in Ruhe ganz gelesen und muss sagen: So als zweiteiliges System überzeugt mich die Idee, zumal ja der Autor nicht darüber theoretisiert, sondern ein paar handfeste Erfahrungen gemacht hat. Bevor ich mir meine Oberquilts (20°F und 40°F) gekauft hatte, war ich ein- oder zweimal mit einem leichten Mumienschlafsack (ca. 14°C) und darüber einem Synthetikschlafsack (ca. 14°C) unterwegs, das allerdings nur im Sommer auf den Jurahöhen. Diese Erfahrung ist deshalb kaum aussagekräftig. Zumindest hatte ich in den drei oder vier Nächten kein Problem damit. – In der Hängematte bräuchte man dann natürlich vier Schichten Isolation: einen Ober- und einen Unterquilt aus Daune und nochmals zwei mit einer synthetischen Isolation, die man darüberlegen respektive darunterhängen könnte.

  • Sehr interessant, euer Input - vielen Dank dafür!

    Der VBL macht möglicherweise dann Sinn, wenn der Körper darauf reagiert und die Schweißproduktion zurückfährt. Morgens aufzuwachen und einen etwas feuchten Baselayer über den Tag zu trocknen, hört sich schon mal (komforttechnisch) machbar an.

    Witzig war dann folgendes im Verlauf des Tages: Auf der Suche nach VBL bei Youtube kam ich auf eine etwas "eigenwillige" Darstellung einer Frau, die eine Regenhose und eine Regenjacke als VB anzieht (siehe hier) und komme dann Abends hierher zurück und lese, das echinotrix sowas schon lange so macht. Danke für den Link! Diese Art der Dampfsperre hat für mich einen riesigen Vorteil: wenn man nachts mal muss, dann ist es leicht, sich bei -5 Grad aus der Hängematte zu wuchten, sich was Warmes überzuziehen und mal kurz hinterm Baum zu verschwinden. Die Vorstellung, aus dem VBL, nun feucht, auszusteigen, erscheint mir bei der Temperatur kein Spaß zu sein.
    Ich werde diese Ansätze definitiv mal weiterverfolgen!


    Konrad hat aber noch eine weitere Idee in obiger Diskussion mit echinotrix ins Spiel gebracht, an die ich ebenfalls schon gedacht habe und die definitiv bei mir Aussicht auf Umsetzung hat: die Kombination aus Daunenquilt und KuFa! Hast Du das danach noch öfters gemacht, Konrad? Hat sich das bestätigt, dass dieses funktioniert? Dann wäre mein Problem gelöst.

    Dann hieße das nämlich: bau Dir einen Daunenquilt der 3-Season ist und im Winter legst Du eine Schicht Apex oben drauf, um von +5 auf -5 zu kommen. Dabei schützt Du nebenbei Deinen Daunenquilt davor, Kondensation aufzunehmen, da diese im Apex landet - die damit besser umgehen kann.

  • Morgens aufzuwachen und einen etwas feuchten Baselayer über den Tag zu trocknen, hört sich schon mal (komforttechnisch) machbar an.

    Ich war 2014 im Dezember in Spanien auf dem Jakobsweg. Ich habe in Herbergen geschlafen und bin tagsüber gewandert. Am kältesten Morgen bin ich wohl bei etwa -5°C gestartet. Tagsüber wurde es dann in der Regel deutlich wärmer, so dass ich am späteren Nachmittag jeweils in einem Temperaturbereich von 2-10°C am Etappenziel angekommen bin. Am Meer in Fisterra und Muxía war es dann wieder deutlich wärmer.


    Und jetzt der wesentliche Punkt: Natürlich habe ich im Winter meine Wäsche nicht jeden Tag gewaschen. Abends nach dem Duschen bin ich in die trockene und saubere Kleidung geschlüpft, am Morgen dann wieder zurück in die (nicht allzu schlimm) verschwitzte, aber über Nacht getrocknete. Aber natürlich kam nach ein paar Tagen jeweils das Bedürfnis auf, die Wäsche zu waschen. Die Tumbler waren teilweise dermassen überfüllt, dass die Wäsche am Morgen nicht immer ganz trocken war. Manchmal habe ich auch von Hand gewaschen. Dann war die Wäsche am Morgen erst recht noch feucht.


    Es war aber überhaupt kein Problem, die Wäsche jeweils am Körper zu trocknen. Nach vielleicht einer Stunde war die Wäsche – trotz Regenjacke und Regenhose als äusserster Kleidungsschicht – jeweils soweit getrocknet, dass ich nicht mehr sagen konnte, ob sie noch vom Waschen oder schon vom Schwitzen leicht feucht war. Unangenehm wurde es nur in den Pausen, weil ich insgesamt nicht ausreichend Kleidung für den Aufenthalt im Freien dabei hatte, sondern nur für die Bewegung draussen.


    Und zum Schluss noch ein allgemeiner Hinweis: Ich trage beim Wandern über mehrere Tage über der Unterhose eigentlich immer eine kurze Hose. Wenn immer möglich wandere ich in der kurzen Hose. Wird es mir dafür zu kalt, so ziehe ich darüber die Regenhose an. Sie hält zuverlässig den Wind ab. Beginnt es zu regnen, so muss ich sie nicht mehr anziehen. Am Abend wird die kurze Hose ausgewaschen (wenn nötig) und ich steige auf eine lange Wanderhose um, die – derart geschont – viele Tage lang sauber und immer trocken bleibt. Muss / möchte ich sie doch mal waschen, so kann ich sie über der Regenhose tragen und trockne sie dann so am Körper, ohne dass mich die Feuchtigkeit stört. Wird das Wandern mit der Regenhose über der kurzen Hose zu kalt, so trage ich über der kurzen Hose die lange Wanderhose und als äusserste Schicht die Regenhose. Die Regenhose ist atmungsaktiv. Da sie die Verdunstung des Schweisses aber doch etwas bremst, wirkt sie wie eine abgeschwächte Dampfsperre und schützt somit zusätzlich vor Auskühlung. Mit diesem System bin ich auf dem Jakobsweg sehr gut gefahren... oder vielmehr gewandert.

  • So ich habe ketzte Nacht in einem Exped VBL im Topquilt verbracht.

    Man kann ja nur von solchen Sachen schreiben die man gemacht hat.


    Gestern Abend dann mit dem VBL bis unter die Achseln

    (ich mag gerne meine Hände frei haben) gezogen in den Locolibre

    Topquilt gestiegen. Das erste Gefühl war nicht so dolle. Plastikähnliches Gefühl,

    dann wurde es leicht schwitzig. Mal schauen. In der Nacht alles OK.

    Heute morgen dann aufgewacht und das Schlafgefühl war erstaunlich gut. Nichts

    nass geschwitzt einfach sehr angenehm. Topquilt gefühlt und alles trocken. Super

    und das nach einer Nacht wo es in Strömen geregnet hat und die Temperatur

    bei +2°C lag.

    Normalerweise hätte mein Locolibre total klamm und pappig sein müssen. Keine

    nennenswerte Gewichtsaufnahme durch Wasser hat er gezeigt.

    Nach dem Aussteigen war ich ganz leicht klamm. Diese wenige Feuchtigkeit wäre

    beim Wandern direkt auskondensiert.


    Scheinbar ist es so, dass in dem VBL eine Ausgleichsfeuchtigkeit entsteht und sich alles

    von alleine reguliert.



    Ach einen Primaloftquilt habe ich über meinem Daunenquilt auch schon mehrmals außen

    drüber gezogen, weil ich dachte, dass die Feuchtigkeit dann in der Kufa hängen würde.

    War nicht so. Der Daunensack war genauso nass wie ohne Kufaüberzug.

    Alles nur blanke Theorie und Versuch macht kluch!


    Gruss

    Konrad


    P.S.: Mittagsfrost den Artikel meinte ich nicht, sondern den von "Kufa VS Daune"

    Dort sieht man, dass die Hydrodaune von Cumulus kaum einen Unterschied zu der normalen Daune in puncto

    Wasserverhalten hat.

  • Und der jüngste aus dem Herbst 2017 besteht aus Argon 67 und Argon 90 (außen) und enthält 750 g Daune aus China. Er wiegt 900g. Damit habe ich schon bei -15° draußen geschlafen.

    Das Innenleben dieses Sacks würde mich wirklich interessieren. Hast Du noch Fotos vom Herstellungsprozess ?

  • Leider habe ich das nur beim ersten Schlafsack genau dokumentiert, das Prinzip ist aber identisch. Zuerst werden Außen- und Innenschlafsack separat fertiggenäht, inclusive. Fußteil. Dann werden die Baffles als geschlossene Bänder innen an den Außenschlafsack genäht (Innenschlafsack ginge auch). Dann werden beide Teile auf links gedreht miteinander vernäht, beginnend am Fußteil. Das sieht dann so aus:


    Bevor die erste Kammer am Fußteil ganz angenäht ist, wird die Daune eingefüllt, manuell, ohne irgendwelche Staubsaugerrohre. Ich gehe auch nicht mit dem Staubsauger auf Jagd nach fliegenden Daunen wie der TULF-Kollege, denn die liegen nach 10 min alle auf dem Fußboden des Badezimmers, in dem ich die Daunen einfülle. Sie können aufgehoben und weiter verwendet werden.

    Jetzt schiebt man die beiden Röhren ineinander und näht Kammer für Kammer zu. 10 cm vor Ende jeder Naht werden die abgewogenen Daunen eingefüllt.


    Der Schlafsack "wächst" also vom Fußende bis zur letzten Naht an der Oberkante.


    Auf diese Weise bekommt man eine Isolation ohne jede Kältebrücke zustande. Der Mehraufwand bei der Vernähung eines Reißverschlusses und die beiden angenähten daunengefüllten Wülste schaffen keine vergleichbar effektive Isolation. Im ungünstigen Fall liegt der Ellenbogen auf dem blanken Reißverschluss. Zur Anzahl der Kammern: Billiganbieter wie Cumulus sparen hier und verwenden nur 12 Kammern. Hochwertige Schlafsäcke, so wie wie meiner, haben mindestens 15 Kammern. Genau aufpassen muss man, dass sich z.B. am Knie die Mitte einer Kammer befindet. Was ich auch weggelassen habe, ist der Wärmekragen, dessen Notwendigkeit mir völlig unerfindlich ist. Wenn ich es warm haben will, ziehe ich oben bis auf ein kleines Loch zu, aus dem nur die Nase rausguckt. Der Brustbereich muss m. E. nicht extra gegen Auskühlung geschützt werden.

  • Mir ist da noch etwas durch den Sinn gegangen:


    Wenn feuchte Luft auf ein Gebirge trifft und aufsteigt, kühlt sie ab. Je nach Luftfeuchtigkeit kommt etwas früher oder später der Punkt, wo die Luft eine relative Luftfeuchtigkeit von 100% erreicht: Der Taupunkt ist erreicht und es beginnt zu regnen. In der Folge fällt jeweils soviel Wasser als Niederschlag zu Boden, dass die relative Luftfeuchtigkeit bei 100% bleibt. Der Niederschlag hört erst auf, wenn die Luft sich nicht weiter abkühlt. In der Regel ist das der Fall, wenn der höchste Punkt des Gebirges erreicht ist.


    © Quelle


    Was hat das nun mit einem Schlafsack oder einem Quilt zu tun? – Wir geben die ganze Nacht Feuchtigkeit ab. Einen grossen Teil davon über die Atemluft, einiges geben wir aber auch über die Haut ab. Die exakte Wassermenge hängt von verschiedenen, auch individuellen Faktoren ab. Nun gibt es aber keinen Grund, weshalb der Taupunkt innerhalb des Schlafsacks erst ab einer bestimmten Distanz vom Körper erreicht sein sollte. Vielmehr – so meine Vermutung – kann der Taupunkt auch schon sehr nahe am Körper ein erstes Mal erreicht werden. Das kommt auf die Temperatur und die Luftfeuchtigkeit an. Es kann also durchaus vorkommen, dass bereits nahe am Körper Wasser aus der Luft kondensiert und sich in der Isolation absetzt. Die Feuchtigkeit setzt sich dann von der Schicht, wo erstmals Wasser kondensiert, bis ganz nach aussen ab.


    © Quelle


    Wenn man die Grafik oben anschaut, dann wird auch deutlich, dass sich die Menge des kondensierenden Wassers von innen nach aussen verringert (Verlauf des Taupunktes in einer Kurve). Die meiste Feuchtigkeit setzt sich also dort ab, wo die Kondensation erstmals einsetzt. Je weiter nach aussen man gelangt, desto geringer wird die Wassermenge, die sich absetzt. Die Kondensation hört erst auf, wenn die äusserste Schicht des Schlafsacks oder Quilts erreicht ist.


    Wenn man Daune mit synthetischer Isolation kombiniert, spricht für die Positionierung der Daune als innere Schicht, dass – mit etwas Glück – die Kondensation erst in der äusseren mit synthetischem Material gefüllten Isolationsschicht einsetzt. Zudem ist diese Reihenfolge der Isolationsmaterialien auch deshalb sinnvoll, weil möglicherweise die Isolation von aussen durch Niederschlag, Kondenswasser vom Zelt oder Tarp oder auch Spritzwasser nass werden könnte.


    Allerdings gibt uns das keine Garantie, dass die Kondensation erst in der äusseren mit Kunstfaser isolierten Schicht einsetzt. Je höher die relative Luftfeuchtigkeit der Aussenluft ist und je mehr Wasser jemand über die Haut im Schlaf abgibt, desto früher (sprich: näher am Körper) wird sie einsetzen. Die Daune kann also auf jeden Fall – je nach relativer Luftfeuchtigkeit mehr oder weniger – auch feucht oder über die ganze Nacht sogar nass werden, wenn wir sie innen positionieren.


    Ich weiss nicht, ob mein Vergleich mit dem Niederschlag bei der Überquerung eines Gebirges eins zu eins auf die Situation in einem Schlafsack oder Quilt übertragen werden kann und ob meine Erwägungen für euch einen Sinn ergeben. Wie seht ihr das?


    Jedenfalls würde das erklären, weshalb die Daune in den Versuchen von Konradsky ...

    Ach einen Primaloftquilt habe ich über meinem Daunenquilt auch schon mehrmals außen

    drüber gezogen, weil ich dachte, dass die Feuchtigkeit dann in der Kufa hängen würde.

    War nicht so. Der Daunensack war genauso nass wie ohne Kufaüberzug.

    Alles nur blanke Theorie und Versuch macht kluch!

    ... durchaus auch in der Daunenschicht hängen geblieben ist. Es würde aber auch erklären, weshalb das System beim oben verlinkten Wintercamper in der skandinavischen Tundra funktioniert hat, in einem Klima also, wo die Jahresniederschlagsmenge relativ klein ist, viel kleiner als in Deutschland oder in der Schweiz, und die absolute Luftfeuchtigkeit (g/m³) übers Jahr gesehen deshalb viel geringer ausfällt als bei uns.


    Sorry für den theoretischen Input. Manchmal gehen meine Gedanken auf Reisen...

  • weil ich dachte, dass die Feuchtigkeit dann in der Kufa hängen würde.

    War nicht so

    Okay, dann brauche ich das Konzept nicht weiterverfolgen. Ich werde zwar trotzdem Schichten haben, weil ich den Gedanken mag, dass ein 350g (Daunenfüllung) Quilt und ein 200g Quilt jeweils für sich schon einen weiten Bereich abdecken - zusammen man aber eben auch den (unteren) Winterbereich abdecken kann. Das hat dann aber nichts mehr mit dem "Feuchtigkeitsmanagement" zu tun. Danke für Deinen Test! Feuchtigkeitsmanagement für Daune heißt bei mir nun Vapor Barrier. Deine Liegeerfahrungen decken sich mit denen, anderer Nutzer, die ebenso berichten.


    Seitenschläfer Interessante Art zu befüllen! Reinweg der Fußraum wird damit von allen Konzepten am besten abgedeckt, die ich kenne. Danke für's Teilen!

  • Ich weiss nicht, ob mein Vergleich mit dem Niederschlag bei der Überquerung eines Gebirges eins zu eins auf die Situation in einem Schlafsack oder Quilt übertragen werden kann


    Es hört sich zumindest nicht unlogisch an. Ich hatte ursprünglich mal überlegt, ob es daher Sinn machen kann, in den winterlichen Bedingungen mein Groundshield oben auf alles drauf zu legen - VB vorausgesetzt. Die Kondensation wäre dadurch zwar nicht verhindert, aber es könnte keine Feuchtigkeit von außen mehr dazu angezogen werden. Theorethisch sollte so die Daune trocken bleiben. Das geht aber, wie gesagt, nur in Verbindung mit der Vapor Barrier.

    Wenn Deine Hypothese stimmt, so sagt sie eines aus: sich nur auf das Konzept "Daune unten/ Apex oben" zu verlassen, reicht nicht aus für eine zuverlässige Isolierung, da Parameter (Wetter) mit einfließen, die man nicht beeinflussen kann.

  • Michael das mit deiner Dampfkurve ist eben rein theoretisch.


    Daune als erste Lage wird aber auch bei Kleidung nass.

    Wolle Synthetik funzt bei Kleidung recht gut.

    Besser ist es noch bei Kleidung die erste Lage aus PP zu machen.

    Das ist aber alles nur ein paar Millimeter dick und nicht mit einem

    Schlafsack/Topquilt zu vergleichen.


    Feuchtigkeit wird nicht von außen angezogen. Außen drauf ist nur dein

    eigener Saft, der an der kalten Luft kondensiert.


    Heute Morgen bei +2° und Dauerregen hätte mein Topquilt außen nass sein müssen,

    wie sonst auch. War er aber dank VBL nicht, sondern pulvertrocken.


    Gruss

    Konrad

  • Danke, Konrad, für deine Klarstellungen!


    Mir ging es vor allem darum, mich einer Erklärung anzunähern, warum die Aufteilung in zwei Schichten (innen Daune, aussen Kunstfaser) unter Umständen nicht das Nonplusultra ist. Es wäre schön, wenn es das wäre. Ich sehe aber auf der anderen Seite keinen Grund, weshalb der Wintercamper bei seinen Erfahrungen in der Tundra Falschaussagen machen sollte. Er schreibt ganz am Schluss des Artikels, dass er mit diesem System im trocken-kalten Tundrenklima durchaus positive Erfahrungen mit den zwei Lagen gemacht hat und das auf jeden Fall weiter so handhaben wolle. Deshalb vermute ich, dass das Zwei-Schichten-Prinzip bei idealen Bedingungen tatsächlich funktionieren kann, womöglich aber eben nicht zuverlässig in unserem gemässigten und winterfeuchten Klima, wie wir es in Deutschland und in der Schweiz oft antreffen.


    Dass die Phänomene, die bei diesem Thema ineinander greifen, recht komplex sind, ist mir durchaus klar.


    Da ich auch einen (leider sehr schweren) Kunstfaserschlafsack und einen passenden – eher eng geschnittenen – dünnen Daunenschlafsack habe, könnte ich mir vorstellen, auch mal einen Versuch zu wagen. Ich vermute, dass mein Körper nachts deutlich weniger Feuchtigkeit abgibt als deiner. Wäre jedenfalls spannend, auch mal ein oder zwei Resultate zum Thema aus der Praxis zu erzielen. Was dagegen spricht: Ich mag geschlossene Schlafsäcke in der Hängematte eigentlich gar nicht. Mal schauen, ob ich es trotzdem wage...


    Übrigens schön, wieder von dir zu lesen!


    Gruss, Michael

  • Feuchtigkeit wird nicht von außen angezogen. Außen drauf ist nur dein

    eigener Saft, der an der kalten Luft kondensiert.

    Hier muss ich widersprechen. Ich hatte mir einst schon den Topquilt in die Hängematte gelegt, die Nacht dann aber doch im Gartenhaus verbracht. Am Morgen waren Tarp, Hängematte und Topquilt vom Tau durchnässt.

    Es muss nicht zwingend der eigene Saft sein, der an der Oberfläche des Quilt kondensiert. Er kann es aber sein.

    Omnia vincit lectulus pensilis. :saint:

  • Ich hatte mir einst schon den Topquilt in die Hängematte gelegt, die Nacht dann aber doch im Gartenhaus verbracht. Am Morgen waren Tarp, Hängematte und Topquilt ivom Tau durchnässt.

    Ich schätze mal, dass es einen grossen Unterschied macht, ob der Quilt einfach so da liegt oder ob du ihn von innen kontinuierlich mit deiner Körperwärme heizt und deshalb von innen nach aussen ein Temperaturgefälle hast.

  • Michael das mit deiner Dampfkurve ist eben rein theoretisch.

    Definitiv! Das macht die Sache ja auch so toll, wie ich finde. Ich erinnere mich an meine Hypothese am Anfang des Fadens, wo ich schrieb, dass wenn ich in einer Nacht ohne VBL 500ml ausschwitze, dann muss ich es auch tun, wenn ich in einem VPL stecke - weil die Parameter gleich sind. Reine Theorie - und zwar logische.

    Und dann kommt ein Praktiker daher, legt sich dankenswerter Weise in einen und verbringt die Nacht darin und siehe da - das Ergebnis sind keine 500ml, sondern deutlich weniger! Praxis widerlegt in diesem Fall die Theorie und das ist toll. Mir eröffnet es ein Schlafkonzept in Daune mit all seinen Vorteilen und ich bin sehr dankbar darum.

    Manchmal kommen Praktiker und Theoretiker auch mal nicht auf eine Linie. So erinnere ich mich an eine Diskussion um die Knotbarkeit von Dyneema. Die Theoretiker führten an, dass dieses gefährlich sei, denn es gab Daten, die das widerlegten. Dyneema rutscht, hieß es. Aber ich musste schmunzeln, denn ich knote es mit großem Erfolg - haltbar. Auch geschätzte 90% aller Angler nutzen Dyneema und knoten ihre Wirbel an die Hauptschnur. Keiner würde es tun, wenn das nicht gehen würde und sie die Fische andauernd verlieren würden - noch nie ist bei mir ein solcher Knoten gerissen oder gerutscht. Und so kommt es manchmal, dass man an einander vorbei redet und keinen Nenner findet.

    Und trotzdem: für mich ist genau das eines der kostbaren Dinge, die wir hier haben - wir haben Theoretiker und wir haben Praktiker - und ich liebe diese Mischung, denn die Gedanken und Ergebnisse sind immer interessant. An dieser Stelle daher mal ein Dankeschön an jeden, der sich irgendwie einer von beiden Parteien zugehörig fühlt! Ich finde beide gleich klasse - egal ob sich eine Hypothese oder ein Praxistest mal bestätigt oder mal eben auch nicht! :-)



    Ich schätze mal, dass es einen grossen Unterschied macht, ob der Quilt einfach so da liegt oder ob du ihn von innen kontinuierlich mit deiner Körperwärme heizt und deshalb von innen nach aussen ein Temperaturgefälle hast.

    Das wird Mittagsfrost sicher auch so sehen. Er wollte wohl nur darauf hinaus, dass sich eben doch Feuchtigkeit absetzen kann. Das diese unter Umständen auch wieder verdunsten kann, steht dabei wohl außer Frage.

  • Das, was Konrad in Frage stellte, war aus meiner Sicht nicht, dass sich Feuchtigkeit auf einem kalten Quilt absetzen kann, sondern dass sie sich von einem kalten Umfeld (aussen) in Richtung Wärmequelle (nach innen) ausbreitet.


    Ich glaube übrigens nicht, dass Konrad mit seinem Versuch grundsätzlich die Theorie widerlegt hat, sondern lediglich die unvollständigen Konzepte, die wir Theoretiker hier oft diskutieren. Ich glaube durchaus, dass es Fachleute gibt, die alle hier diskutierten praktischen Phänomene adäquat theoretisch erörtern und verständlich machen könnten. Nur haben wir hier solche Leute vermutlich nicht. Dazu braucht es wohl eine längere Beschäftigung mit praktischer Physik in diesem Fachbereich.


    Ich selber bin - das wird niemanden hier wirklich überraschen - jemand, der sich viele theoretische Gedanken macht. Das passiert bei mir einfach, weil ich die Welt um mich verstehen möchte. Ich bin deswegen der Praxis aber in keiner Weise abgeneigt und probiere immer gerne Sachen auch praktisch aus. Davon berichte ich dann bisweilen auch hier im Forum.


    Du hast auf jeden Fall recht: Die Stärke dieses Forums ist, dass wir in der Regel versuchen, voneinander zu lernen.