Evo Loops (by Jeff Myers)

  • Gestern ist mir aufgefallen, dass ich immer zuerst die HM aufhänge und dann das Tarp. Das wäre bei Regen ja eher suboptimal. Daher möchte ich in Zukunft erst das Tarp aufspannen und dann die HM darunter hängen. Die Frage ist, wieviel Zugspannung vom Tarp der Prusik im evo-Loop ohne Last verträgt ohne zu rutschen.
    Ich bin noch am überlegen, wie man die Tarp-Leine an dem Evo-Loop befestigt, sodass sich der Prusik eher fester zieht.

  • Gestern ist mir aufgefallen, dass ich immer zuerst die HM aufhänge und dann das Tarp. Das wäre bei Regen ja eher suboptimal. Daher möchte ich in Zukunft erst das Tarp aufspannen und dann die HM darunter hängen. Die Frage ist, wieviel Zugspannung vom Tarp der Prusik im evo-Loop ohne Last verträgt ohne zu rutschen.
    Ich bin noch am überlegen, wie man die Tarp-Leine an dem Evo-Loop befestigt, sodass sich der Prusik eher fester zieht.


    Bei mir hält der Prusik sehr gut, egal ob ich zuerst die Hängematte oder das Tarp daran befestige (Setup im Link). Zum von dir angedeuteten Thema habe ich andernorts die folgenden Vorschläge gemacht. Der Prusikknoten ist ja nicht ohne Last, wenn du die Firstleine des Tarps erst mal gespannt hast.

  • Fürs Knoten des Button-Knotens à la Jeff Myers hat sich bei mir die Verwendung eines Bambus-Spiesses, wie man sie in zahlreichen Supermärkten bekommt, bewährt:


    © Bildquelle


    Ich schleife den Spiess zuerst mit einem sehr feinen Schleifpapier, bis er vollständig glatt ist, damit ganz sicher keine Dyneema-Fasern hängen bleiben. Nun dient er als Platzhalter, um den ich den Button-Knoten lege: Wenn der Knoten soweit fertig ist, ziehe ich den Spiess heraus und ziehe dann durch die verbliebene Lücke die beiden Dyneema-Enden von oben nach unten durch den Knoten, wo diese ganz am Schluss – nachdem der Knoten richtig gut festgezogen worden ist – noch in die beiden Schenkel des Loops eingespleisst werden.

  • Die Nutzung eines Bambus-Spiesses – wie oben erwähnt – kann man sich grob so vorstellen:


    Nachdem der Grundknoten von Hand gelegt ist, hält der Spiess die Mitte offen.


    Der Knoten wird nun mit einer Nadel (#13) fortgesetzt.


    Jetzt wird der Spiess entfernt und mit der Nadel werden die losen Enden ...


    ... durch die offen gehaltene Mitte nach unten gezogen.


    Der Knoten wird dann zuerst an den losen Enden ...


    ... und schliesslich durch Ziehen am Loop festgezogen.


    Nun erstrahlt er in all seiner Pracht.


    Jetzt müssen noch die losen Enden verspleisst werden.


    Dazu werden diese mit einen Spleisswerkzeug (z.B. Schlaufe aus einem Draht) im Hohlgeflecht versenkt.


    Der fertige Knoten kann an einer Türfalle abschliessend noch etwas weiter festgezogen werden.

  • Waldläufer70

    Ich musste mir das Jeff Myers Video ewige Male anschauen um über den ersten Schritt hinaus zu kommen, aber dann, irgendwann hat's geklappt :) ...und ist dann eigentlich gar nicht soo schwer.


    Allerdings muss ich wohl noch etwas an meinen Fertigungstoleranzen arbeiten.

    Mit 1mm Stahldraht hatte ich bei Amsteel keinerlei Probleme. Ganz anders als die faserige Dyneemaschnur aus dem hiesigen Segelbedarf.



    Habe mich schon reingehängt und sage

    vielen dank für die Tipps :)

  • Gerne. Die sehen jedenfalls ganz professionell aus; ich könnte es auch nicht besser. Und ich bin nun ja bestens ausgerüstet, um meine Qualität noch weiter steigern zu können. ;)


    PS: Ja, der Anfang ist etwas tricky; da musste ich das Video auch alle paar Sekunden stoppen und schauen, dass er mich nicht abhängt. Es gibt inzwischen auch ein ...

  • Ich musste mir das Jeff Myers Video ewige Male anschauen um über den ersten Schritt hinaus zu kommen, aber dann, irgendwann hat's geklappt :) ...und ist dann eigentlich gar nicht soo schwer.

    ging mir ganz genauso und ich habe schon wirklich viele Knötchen gemacht und bin immer noch unsicher.


    Hab ewig gebraucht um etwas hinzubekommen, was vermutlich der richtige Knoten ist. Bin mir da immer noch nicht ganz sicher. Ich finde die von mir sehen nicht so schön symmetrisch aus wie die Versionen, bei denen die Seilenden auf der gegenüberliegenden Seite aus dem Knoten laufen.


    Was mir auch noch aufgefallen ist, dass alleine der erste Schritt schon sehr von dem verwendeten Seiltyp abhängig ist. Nimmt mann nämlich einfach irgendwas (bei Paracord viel es mir besonders auf) kann es sein, dass sich der Knoten ganz anders zuzieht und ich komplett den Überblick verloren habe. Gerade beim Erlernen ist das nicht wirklich hilfreich - später kann mann dass bestimmt umgehen.


    Viele Grüße

    Michael

  • Gestern und heute habe ich eine weitere Verwendung der Evo-Loops ausprobiert. – Ich habe sie mit den Schnallen von AustriAlpin (Dreisteg und Ovalring) kombiniert:



    Vorteile:

    • Die Hängematte kann blitzschnell und sehr komfortabel in den Evo-Loop eingehängt werden.
    • Die Schnalle sorgt für eine millimetergenaue Einstellbarkeit.
    • Die Wicklung des Loops um den Ovalring mit dem mehrfachen Ankerstich verteilt den Zug recht gleichmässig auf den Ovalring.
    • Hinweis: Die Bruchlast der Schnalle bei dieser Verwendung liegt bei etwa 7,5kN (ca. 765kg).

    Detailaufnahmen:


    • Die Wicklung des Loops um den Ovalring mit dem mehrfachen Ankerstich verteilt den Zug recht gleichmässig auf den Ovalring.

    funktioniert der auch mit dem "neuen" kleineren Button Knot zuverlässig? Hätte da Sorge um dich, dass der Knoten durch die Öffnung zurück kommt und du auf dem Boden landest :-)


    Durch die Ankerstiche verhinderst du ja, dass sich das "Knopfloch" richtig zuziehen kann. Gut zu sehen auf deinem dritten Bild.


    Das ist bei den Schnallen von Alissa und Warbonnet einfacher - die sorgen nämlich bauartbedingt dafür, dass das Knopfloch zuverlässig bei Last zusammengezogen wird und der Knoten nicht mehr zurück kann.



    Diese Idee ist wirklich genial :thumbup:- hatten wir glaube ich schon mal in einem anderen Faden angedacht gehabt und ich habe es jetzt die ganzen letzten Male auch immer so eingebaut und bin damit super zufrieden.


    Wenn man den größeren Knoten wie auf unseren Bildern nimmt passiert es eigentlich gar nicht mehr, dass sich der Loop selbständig öffnet beim Ein- und Auspacken. Bei dem neuen Knoten muss ich das erst beobachten.


    Viele Grüße

    Michael

  • funktioniert der auch mit dem "neuen" kleineren Button Knot zuverlässig? Hätte da Sorge um dich, dass der Knoten durch die Öffnung zurück kommt und du auf dem Boden landest

    Aus diesem Grund habe ich den Knoten des «Improved Soft Shackle» verwendet. Was ich oben nicht fotografiert habe: Das «Knopfloch» bildet unten eine schmale Spitze. Selbst beim normalen «Button Knot» dürfte da eigentlich nichts rausrutschen. Ich werde aber doch sicherheitshalber beim grösseren Knoten des «Improved Soft Shackle» bleiben: Aufgrund des grösseren Knotens ist dann beim Ankerstich eine zusätzliche Windung nötig; diese verkleinert den Winkel im «Knopfloch», er wird spitzer.


    Die gleiche Idee mit dem «Titanium Dutch Buckle» hatte ich hier bereits gezeigt. Vermutlich meinst du das?

  • Ein Evo-Loop sollte eigentlich problemlos halten. Damit das «Knopfloch» sich öffnen und der Knoten rausrutschen kann, müsste sich das ganze Konstrukt ja entgegen der Zugrichtung verkürzen: Nur dann könnte sich das «Knopfloch» öffnen. Das ist höchst unwahrscheinlich:


    Der Knoten sitzt an der engsten Stelle des «Knopflochs», welches unter der gleich grossen Spannung steht wie die Aufhängung. Der «Knopf» selbst hingegen zieht nur mit der halben Last.


    Ich nutze die Evo-Loops inzwischen schon einige Zeit für die Hängematten-Aufhängung (hier in einem Titanium Cinch Buckle), aber habe sie auch schon als Ersatz für den Dutch-Clip oder die Tarp-Aufhängung genutzt.


    Ich konnte nie auch nur das geringste Anzeichen dafür erkennen, dass der Knoten rausrutschen könnte.


    Ich überprüfe aber vor jeder Belastung, ob der Knoten wirklich ganz durch die Öffnung gesteckt ist; das ist essentiell.


    Wer sich dennoch unsicher fühlt, kann den doppelten Überhandknoten des «Improved Soft Shackle» nutzen. Der braucht einiges mehr an AmSteel, ist dafür aber deutlich grösser. In der Regel muss man dann fürs «Knopfloch» einen Ankerstich mehr legen, damit der Knoten ohne Last leicht durchgeht.

  • Danke Waldläufer70 das du das nochmal so verdeutlichst und damit so gesehen meinem Post von vor 3 Wochen zustimmst und meine Bedenken teilst :-)


    Diese bezogen sich nämlich auf deine Bilder mit der schwarzen Schnalle und dem blauen Amsteel.


    Auf dem Bild von heute zeigst du ja eine wie von mir beschriebene Schnalle mit der das ganze viel sicherer ist. Genau so habe ich das gemeint.


    Ich habe in den letzten Nächten und Wochen nun auch ausreichend Erfahrungen mit dem von dir dankenswerterweise vorgestellten neuen Knoten gesammelt und finde ihn schlicht und einfach genial :thumbup:

  • Ja, ich finde die Evo-Loops auch eine sehr praktische Weiterentwicklung! – Die Nutzung als einfache Einhängemöglichkeit für Hängematten gefällt mir auch gut: einfach, zuverlässig, leicht und günstig.


    Ich hatte das schon richtig verstanden und ja auch umgehend auf deinen Post reagiert. In diesem Zusammenhang hatte ich auch auf die Verwendung der Titanium Cinch Buckle mit dem normalen (kleineren) «Button Knot» hingewiesen, wie ich sie hier bereits gezeigt hatte (siehe oben).


    Mit dem grösseren Knoten vom «Improved Soft Shackle» sehe ich absolut kein Problem für die Verwendung des schwarzen Ovalrings. Wie schon oben gesagt, bin ich mir ziemlich sicher, dass sogar der normale «Button Knot» halten würde, denn die Spitze des Dreiecks ist dermassen eng:



    Aber wie du auch sagst: Im Zusammenhang mit dem Ovalring ziehe ich den grösseren Knoten des «Improved Soft Shackle» vor. Der ist für diese Anwendung vom Gefühl her sicherer.