Whipping-Methoden

  • Was bei mir erschwerend dazu kommt: Es geht um ein Hexon W 1.6, also den extra breiten Stoff. Das macht den Knubbel bestimmt nicht kleiner.

    Ich habe den Warbonnet Whip auch bei meiner 195cm breiten Hängematte aus 2.6oz Ripstop Nylon gemacht und fand nicht, dass die Stoffbreite ein Problem war. Bei den Heavyweight Double Layer Hängematten ist er auch nicht kleiner.

    Wie ich weiter oben schon einmal schrieb: Das Warbonnet-Whipping macht eine mehr oder weniger ausgeprägt konkave Kurve, der Tunnelzug eine konvexe Kurve (ca. 1,5cm, je nach Stoffbreite und Dicke). Ich finde schon, dass man da einen Unterschied spürt.

    Versuch die Ecken weniger stark einzuziehen. Allerdings habe ich den Warbonnet Whip noch nie bei einer Hängematten mit kurvigen Enden gemacht. Es ist möglich, dass sich die beiden Designs nicht vertragen. Allerdings konnte ich mit geschlossenen Augen keinen Unterschied zwischen einer Channel End Hängematte und einer Warbonnet Whip Hängematte spüren - sofern alle anderen Parameter gleich waren.

  • Beim Versuch die Breite meiner 1.6 Hexon Wide Matte (11 Fuß) besser zu nutzen (bei geringen Diagonal-Lagen verschenkt man einfach die Breite und hat ne Menge Slack.... bei starken diagonalen Lagen stört immer eine Ridge...) habe ich alle meine Origami-Fertigkeiten angewandt und jetzt ziemlich zufrieden mit einem doppelten W-Whipping.


    Dazu habe ich


    1. Die Mitte des Stoffes durch falten ermittelt und die Enden in die Mitte gelegt.

    2. Die äußeren Falze wiederum zur Mitte gezogen, sodaß recht und links jeweils ein "W" entstand.

    3. Das Ganze in der Mitte gefaltet, sodaß die "W"s nebeneinander stehen, also 5 Kanten oben und 4 Kanten unten.

    Um die Mitte zu straffen und den Slack zu reduzieren habe ich an der Oberseite die mittlere Falz ca. 1,5-2cm nach hinten herausgezogen und die äußeren Säume um 2-3 cm.

    4. Die beiden inneren Falze von unten zusammengerafft.

    5. Die beiden äußeren Falze zusammengerafft.


    Gewickelt habe ich mit feiner Jalousienschnur - damit fahre ich schon länger ziemlich gut!


    Das Ergebnis ist eine LIegefläche, die sich in verschiedensten Diagonal-Lagen bequem beliegen lässt, solange die Winkel nicht zu extrem werden. Ein klein wenig saggy aber fast frei von Ridges und vor allem mit ziemlich perfekt gespannten Seiten: Je nach Liegewinkel hat man minimalen Slack oder einen straffen Rand, der weder schneidet noch einengt.


    Hundertprozentig symmetrisch ist mir das Whipping nicht gelungen - die Matte hat definitiv ein "Vorne" und ein "Hinten". Trotzdem ließ es sich mehrfach mit ziemlich ähnlichen Ergebnissen reproduzieren.


    HIer eine Skizze:


    EIn Foto von den gewhippten Enden schiebe ich morgen nach!


    LG

    jmkoeln

    - Wer lang hat, lässt gern lang hängen *Ignatius Golz
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    - War doof - merkste selbst ne? *Unbekannter Sozialpädagoge

  • Habe nochmal neu gefaltet und geschnürt und so sieht es jetzt aus:


    Hier ganz aufgefächert - das Fußende.....


    Im bequemstmöglichen Liegebetrieb deutlicher Slack über dem Fuß. Die gestraffte Mitte läuft durch die linke Kniekehle und südlich der rechten A....backe. Keine störende Calf-Ridge. Der Nacken ist gut unterstützt und der Kopf rollt nicht zu stark nach außen.


    Bei stärkerer Diagonallage bildet sich eine richtige footbox. Insgesamt liegt man so etwas bananiger und der Kopf beginnt stärker zu rollen.


    Das Kopfende - Keine störende Wand..... die Ridge rechts der mitte ist eher breit und flach geraten - daher die bequeme Kopf-/Nackenlage


    Fötenhaltung geht sehr gut..... der Stoff klappt sich hinter der Kniekehle weg ohne, daß der unterschenkel "abstürzt oder man aus der Balance gerät. Der Kopf liegt mit der Ohr-Kiefer-Kinn-Linie genau auf der Ridge.


    180° gedreht...ähnliches Bild - aber so positiv sich die uneinheitlich geratenen Ridges andersherum auswirken, stören sie nun an allen Ecken und Enden. Kopfrollen, blöde Ridge unterm Oberschenkel (!), völlig off balance....... Auch hier wieder ein eindeutiges "Vorne" und "Hinten".


    Offenbar müsste man das Raffen der Falze mit System angehen um gleichmäßige und reproduzierbare Ergebnisse zu erzielen.

    ICH LEGE MICH EINFACH ANDERSRUM:D


    Wer also mit seiner Überbreite-HM Ärger hat, dem bietet so ein doppeltes W-Whipping einen guten Ausgangspunkt um mit ein paar Versuchen sein Liegen zu optimieren.


    HYOH

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  • Kurzes Update:


    Ich habe heute morgen das Whipping aufgemacht, die Kordeln entseelt und es dann nochmals versucht. Ich kam bereits etwas näher an die Naht heran mit der Kordel. Irgendwie haben mir aber zwei Hände gefehlt: Entweder ich musste die Kordel schon mal verknoten, um zwei Hände frei zu haben, um den Stoff schön gleichmässig durchzuziehen. Dann war aber die ganze Mühe umsonst, sobald ich den Knoten wieder löste, um ihn definitiv festzuziehen. Oder ich habe ihn gleich zu Beginn kräftig festgezurrt und verknotet, konnte dann aber am Knubbel nichts mehr verändern.


    Ich habe dann die Kordel einfach fest verknotet, ohne sie um die Hängematte zu führen. Auch dann entsteht ein Knubbel. Die losen Enden habe ich im Knubbel versteckt und dann einfach den Dogbone unter der Naht um das Hängemattenende gelegt und festgezogen. Nun gibt es zwar immer noch eine etwa 0,5cm grosse Lücke zwischen der Naht und dem Dogbone, aber sie ist ungefähr gleichmässig. Ziel erreicht, meine Kurve funktioniert – kein Vergleich mehr zum Liegegefühl, das ich gestern hatte. Ich kann mir vorstellen, dass die Hängematte nun nicht weitere drei Jahre ungenutzt im Schrank verbringen wird.


    Die Veränderung: Hängematte Hexon W 1.6 ist von 335cm Länge auf ca. 327cm geschrumpft. Die Ridgeline ist etwa 291cm lang, also rund 89% der Hängemattenlänge. Hängewinkel demnach um 27°.


    Nach ungefähr sechs Hängematten mit unterschiedlichen konkaven Kurven (Mitte kürzer als Ränder) habe ich den Eindruck, dass solche Kurven den Liegewinkel verringern, d.h. dass eine Hängematte mit einer solchen Kurve bei einem flacheren Hängewinkel bequem ist als eine Hängematte ohne Kurve. Man liegt dann auch etwas weniger diagonal als in einer gleich langen rechteckigen Hängematte.

  • So ist der Knubbel geworden, nachdem ich die Hängematten-Enden nur mit der Kordel zusammengebunden habe, ohne die Kordel noch zusätzlich um das Ende zu schlaufen. Der Dogbone sitzt unter der Naht (ca. 5mm davon entfernt):



    Beim ersten Bild sieht man – gleich bei der Naht – noch den schwarzen Strich, mit dem ich die gewünschte Kurve auf den Stoff gezeichnet habe.

  • Was meinst du mit "Rest des Stoffes"? Zur Aufhängung hin bleibt ein Stück des Stoffes überstehen. Je nachdem wie mutig du bist, kannst du die Faltung näher oder weiter weg vom Ende fixieren. Was übersteht ist natürlich nicht mehr nutzbar. Es dient nur als Sicherheitspuffer damit die Aufhängung nicht einfach über das Ende rutschen kann.

  • Ich meine damit was ich mit den beiden Hälften mache die ich je zwei Mal gefalten habe, um dann das Takling anzubringen?

    Einfach in die Hand knüddeln und dann mit der Schnur umwickeln?

  • Ich glaube, Mittagsfrosts Skizze stimmt nicht ganz bzw. ist die abgewandelte Version die Originalversion. Hier sind Fotos aus Hammockforums, die dir hoffentlich weiterhelfen.


    Stoff in der Mitte Längs markieren und beide Seiten zur Mitte hin falten. Die Liegeseite zeigt nach oben.

    DSCF2288.JPG


    Gefalteten Stoff auf den Rücken drehen. Die Liegeseite zeigt zum Boden.

    DSCF2290.JPG


    Die Seiten wieder zur Mitte hin falten, aber auf dem Rücken.

    DSCF2291.JPG


    Widerholen.

    DSCF2293.JPG


    Wiederholen.

    DSCF2294.JPG


    Im letzten Schritt beide Hälften zusammenklappen.

    DSCF2297.JPG


    Das Ergebnis sollte so aussehen:

    DSCF2299.JPG



    Wenn ich mich richtig erinnere, habe ich bei breiteren Stoffen ein oder zwei Rückenfaltungen mehr gemacht. Ansonsten wäre das Päckchen zu breit gewesen.

  • Interessanter Fund, Danke. Dann hätte wilsonbmw aus seiner Hennessy entweder nicht die richtige Faltung heraus gelesen, oder Hennessy hat sein Whipping später verändert. Hast du das patentierte Whipping ausprobiert? Sieht es anders aus und/oder liegt es sich anders? Ich habe bisher nur das auf Hammockforums beschriebene Hennessy Whipping verwendet. Da der Faltenwurf genauso aussieht wie bei meiner Hennessy Safari, hatte ich nie Zweifel an der Beschreibung. Wenn ich Zeit habe, werde ich mal eine Hängematte mit beiden Faltungen machen und schauen, ob man einen Unterschied sieht.

  • Den interessanten Fund habe ich schon vor zwei Jahren gemacht. Schau mal in den Startbeitrag! :)

    Das passiert mir aber auch manchmal. Ich stoße in Internetforen auf für mich neue ganz spannende Sachen, möchte meinen Kommentar dazu abgeben ... und stelle fest, das vor Monaten schon getan zu haben. ^^


    Zurück zum Thema: Ich habe bisher nur den abgewandelten Hennessy-Whip getestet. Siehe Beitrag #3.

    Omnia vincit lectulus pensilis. :saint:

  • Ja den habe ich auch getestet und dort entsteht ein kleines Päckchen das man dann mit der Schnur umwickeln kann.

    Bei dem Original whipping und der Beschreibung bleibt aber eine Menge Stoff übrig, da ja nur zweimal gefaltet wurde und nicht wie in der abgewandelten Version 5 bis 6 mal.

    Ganz schön schwierig. :P

  • Wollte nun endlich mal den Stoff verarbeiten, der hier schon eine Weile rum liegt und mir immer beim Vorbeigeen ein schlechtes Gewissen macht.
    Welche Stichart/Länge/Breite nutzt Ihr für den Endsaum für's Whippen?

    Danke!

  • hangloose Schau mal in diesem Faden weiter vorne, da haben wir unsere Grundmaße ausgetauscht. Ich benutze einen einfachen geraden Stich mit 3-4 mm Stichlänge. Da ich immer einen Warbonnet-Whip mache, nähe ich auch den Tunnel nur mit einer Naht, da dieser mit der Schnur ohnehin umgeschlagen und dann verknotet wird. Ohne Tunnel habe ich auch mal nur durch Umschlagen des Stoffes und dem entsprechenden Knoten gewhippt. Dann bleibt es beim Umsäumen des Hängemattenstoffes mit einfacher Naht ohne Tunnelnaht (s.o.)

  • Wenn du den Tunnelzug zum Aufhängen verwendest, würde ich eher 2.5mm Stichlänge verwenden. Jeder Stich gibt ein Stück mehr Stabilität.


    Den Saum an den seitlichen Rändern (Einschlag-Umschlag) kannst du so breit wählen, wie er dir gefällt. Je schmaler, desto mehr Breite kannst du zum Liegen nutzen. Schau mal hier.

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