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    • Offizieller Beitrag

    Nachdem wir in einem anderen "Faden" ausgiebig diskutiert und experimentiert haben wie man eine stärkere und kürzere "Whoopie Sling" bauen kann, möchte ich hier nun ein Ergebnis daraus vorstellen. Und zwar die dort erwähnte "3-Bury-Spleiß-Whoopie-Sling",- vom Namen her ein unmögliches Wortungetüm, daher habe ich das Teil umgetauft in "DD Vari Loop".Das ist eine Leinen-Schlaufe die in der Länge stufenlos verstellbar ist.Mehrere Bruchlast-Tests haben gezeigt das diese DD Vari Loop die doppelte Tragfähigkeit hat und dadurch neue Möglichkeiten eröffnet.
    Wie [USER="153"]Waldläufer70[/USER] schon angemerkt hat kann man auf Grund der großen Tragfähigkeit dazu über gehen eine dünnere Leine zu nehmen, was dazu zu folgenden Vorteilen führt:

    • Die Minimal-Länge ist verringert und man hat folglich mehr Flexibilität im Einsatz (wenn z.B. die Bäume mal etwas dichter zusammenstehen als gewünscht)
    • Geringeres Gewicht
    • Kleineres Packmaß

    Für die DIY Freunde habe ich dazu eine ausführliche Beschreibung, Bauanleitung (pdf Datei) und einen DD Vari Loop Calculator (Excel Datei) erstellt.
    Damit ich die Dokumente nicht zweimal schreiben muss, habe ich sie gleich in Englisch verfasst.
    Bisweilen kann die DD Vari Loop kompliziert erscheinen aber eigentlich ist es nur etwas Fleißarbeit. Wenn man erst mal einen Anfang mit dem Selbstbau gemacht hat ist es schnell gar nicht mehr so kompliziert. Geeignetes Spleißwerkzeug ist natürlich Voraussetzung. Wer einen "Dogbone" spleißen kann, der kriegt auch eine DD Vari Loop locker hin.

    • Offizieller Beitrag

    Die DD Vari Loop ist eine in der Länge verstellbare Seilschlaufe. Solch variable Schlaufen finden Anwendung als statische Aufhängung, z.B. für Hängematten und Tarps. Im Gegensatz zur traditionellen "Whoopie Sling" tragen bei Anwendung von 3-Bury-Spleißen immer mindestens zwei Seilstränge die Last. Dies ergibt doppelte Belastbarkeit und erlaubt es, ein Seil (Schnur / Leine) mit kleinerem Durchmesser zu verwenden, um die gleiche Last wie eine traditionelle "Whoopie-Sling" zu tragen. Der kleinere Seil-Durchmesser führt weiterhin zu einer kürzeren minimal einstellbaren Länge. Dadurch hat man mehr Flexibilität bei der Verwendung der DD Vari Loop. Der kleinere Durchmesser reduziert außerdem das Gewicht und das Packmaß der Seilschlaufe selbst.

  • Im Gegensatz zu deiner Schlaufe, [USER="297"]Friedolino[/USER], sind beim DD Vari Loop alle Spleisse unter Zug. Sie ist eine Weiterentwicklung der Whoopi Sling. Deine, wenn man so will, ist eine Weiterentwicklung einer UCR (Utility Constrictor Rope), bei der immer ein Restrisiko bleibt, dass die Schlaufe nachgibt, wenn man sie nicht zuerst manuell auf Spannung bringt. Ich finde den Link zu deiner Idee gerade nicht. Vielleicht kannst du ihn nachliefern.

  • Gerade ist mir noch eine Idee zur Verbesserung all dieser variablen Aufhängungen gekommen:

    Wenn man in das herabhängende Schnur-Ende in das "Griffstück" ein Auge spleißt, durch das man die im den Grafiken rechte Schnur des loops führt, kann die Schnur beim verstellen nicht mehr aus Versehen durchrauschen.

    • Offizieller Beitrag

    Ich bin jetzt zu faul zum Nachbauen, deshalb frage ich einfach mal: Ist das Verstellen der Länge nicht arg aufwendig? Bei einer Whoopie Sling reicht ein einfaches Zusammendrücken und Ziehen. Bei der DD Vari Loop muß ich das mindestens zwei mal machen, oder?

    • Offizieller Beitrag

    Nun konnte ich doch nicht länger an mich halten und habe eine DD-Vari-Loop nachgebaut. Prima Anleitung, Biker61 ! Die Excel-Tabelle ist sehr hilfreich, wenn ich es auch nicht geschafft habe, die Markierungspunkte auf den Hundertstel Millimeter exakt zu setzen. ;( Ich habe großzügig auf ganze Millimeter aufgerundet und es funktionierte trotzdem. Du kannst also die Tabelle anpassen. :P

    Kleiner Hinweis für alle Bastler: Wenn man eine Sicherheitsnadel durch die Markierungspunkte sticht und ein Zettelchen mit der Nummer des Punktes daran befestigt, verliert man die Übersicht nicht so schnell.
    Das Verstellen der Schlingengröße geht genauso einfach wie bei einer Whoopie Sling, davon konnte ich mich jetzt überzeugen. Meine anfänglichen Zweifel sind also ausgeräumt.

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    Zu Weihnachten habe ich für euch eine DIY Anleitung für eine DD-Vari-Loop-Pro.

    Ihr werdet euch sicher fragen was daran "Pro" ist.

    Na ja,- die Handhabung ist deutlich anders und vielleicht auch einfacher, aber das ist ein stück weit auch Geschmaks- und Übungssache. Probiert sie mal aus. Die Herstellung ist durchaus etwas aufwendig,- halt was für die gemütlichen Wintertage in der Hobby-Kammer. Insgesamt ist die Konstruktion sehr solide.

    Die Bruchlast liegt (wie üblich) oberhalb von (2x) 70% der Nennbruchlast eines einzelnen Leinen-Strangs.

    Zur Herstellung braucht man

    - eine Dyneema/Spectra/Amsteel Leine ca. 4m lang

    - ein Kettenglied aus Edelstahl mit einen Material-Durchmesser von 1.5 mal Leinendurchmesser

    - ein Blatt Papier, beduckt mit Indikatoren zur Markierung der Leine (Link)

    - Zwei Nadeln,- eine kommt an je einem Ende der Leine

    - und einiges an "üblichem" Klein-Werkzeug

    In der Anleitung ist eine 2mm Liros D-Pro abgebildet.

    Die Anleitung funktioniert aber auch mit anderen Durchmessern (1 bis 4 mm)

    Man muss lediglich den Abstand der Markierungen proportional anpassen.

    Das durchstechen der Leinen muss immer abwechselnd erfolgen.

    Also: Langes Ende durch kurzes Ende, dann kurzes Ende durch Langes Ende, dann wieder Langes Ende durch kurzes Ende, usw... (Daher eine Nadel an jedem Ende)

    Viel Spass damit und schöne Feiertage, Biker61

    (bitte die Original-Version aufrufen und zoomen damit man die Details richtig erkennen kann)


    • Offizieller Beitrag

    Das Verstellen der Schlingengröße geht genauso einfach wie bei einer Whoopie Sling, davon konnte ich mich jetzt überzeugen. Meine anfänglichen Zweifel sind also ausgeräumt.

    Hey das freut mich!

    Wenn du Muße hast dann kannst du ja vielleicht mal die neue " Pro" Version bauen und ausprobieren?

    Das Verstellen ist dabei eine ganz andere Story. Das Kettenglied kommt an die HM (z.B. Ankerstich). Jetzt braucht man nur noch am losen Ende ziehen und die Loop wird kürzer; wobei sich die HM hebt. Zum verlängern zieht man einfach an der anderen Leine.

    Es gibt noch 2 weitere Verstellmöglichkeiten aber das muss man einfach mal praktisch ausprobieren...

    • Offizieller Beitrag

    Für die Liros Lazy Jack 4 PES Leine habe ich nun auch eine DIY Anleitung für eine DD-Vari-Loop-Pro.

    Die Bruchlast der Loop lag im Test bei 700 daN, die Leine liegt sehr angenehm in der Hand und Bedienung ist sehr komfortabel.

    Der Ring ist aus 5mm VA und kommt an die HM.

    Die DIY Anleitung als Foto-Strecke incl. Excel Calculator gibt es zum Download als Zip-Datei

    Das zweite Bild zeigt eine optional zusätzliche kleine feststehende Loop mit einem Low Friction Ring. Diese kleine Loop kommt dann an den Marlin Spike Hitch vom Baumgurt. Die eigentliche Vari-Loop klemmt/reibt dann nicht im Marlin Spike Hitch und kann so traumhaft einfach und leicht verstellt werden. Selbst nach Belastung.


  • wirklich genial und vielen lieben Dank fürs Teilen!!!

    Biker61 und ich haben uns schon per Email ausgetauscht, trotzdem hier nochmal ein riesiges Lob für die super Ideen und die tollen dazugehörigen Anleitungen!

    Habe in den letzten Tagen die verschiedenen Varianten mal nachgebastelt...

    Den "klassischen" gespleißten DDVariLoop habe ich aus 2mm Liros D-Pro gemacht und auch schon zwei Nächte zuhause getestet und für gut befunden. Hat super funktioniert, ist aber wirklich nur ein Hauch von Aufhängung.

    Mit 4mm Liros Lazy Jack war es dann noch etwas einfacher, weil ich da mit dem Draht (fish tool) gleich mehrere Durchstiche auf einmal machen und das dickere Seil besser greifen konnte.

    Vorhin habe ich dann noch aus einer ganz einfachen Baumarktschnur (12ct/Meter) mit der gewöhnungsbedürftigen Farbe die letzte Variante - die Pro-Variante nachgebastelt, was auch Spaß gemacht hat und sich super verstellen ließ.


    Habe zwar noch keine konkrete Verwendung dafür, aber interessant/ verblüffend ist es allemal :)


    Was mir noch einfällt als Info für alle die aus der Lazy Jack Leine etwas für die Hängematte basteln wollen:

    Mir ist es bei continuous loops aufgefallen aber wird sicher auch bei den anderen "Erzeugnissen" aus der Lazy Jack Leine passieren. Durch die etwas höhere Dehnung im Vergleich zu Liros D-Pro oä und die Eigenschaften des Materials passiert es hier deutlich eher und auch schon durch normales Belasten und Entlasten durch Ziehen mit den Händen, dass sich der Teil des Seils, der nach innen gezogen wurde (bury) sich wieder herausarbeitet. Auch mit Brummel-Lock. Ich würde daher empfehlen, den bury mit der Nähnadel und einigen Stichen zu fixieren, oder dies wie auf den Bildern von Biker61 zu sehen mit der Maschine zu machen.

    Viele Grüße

    Michael

    • Offizieller Beitrag

    Hier noch ein "Heißer Tip":

    Wenn man die Lazy Jack Leine abschneidet dann neigt das Ende sehr schnell dazu ungewollt über eine erhebliche Länge aufzudröseln. Um dem vorzubeugen nehme ich direkt nach dem Schnitt das Ende und umwickle es mit einem dünnen Faden

    Beim Umwickeln wir die Leine komprimiert auf kleinst möglichen Durchmesser. Dann schneide ich nochmal mit einer heißen Cut-Messer-Klinge. Nach dem "Hot-Cut" kann man das Ende der Leine leicht in eine Spleiß-Nadel einführen.

    Als Faden nimmt man am besten Baumwolle (oder Zwirn), der schmilzt nicht gleich durch und flutscht dann weg, wenn man ihn mit dem heißen Messer berührt.

    • Offizieller Beitrag

    Für den Bury-Spleiß braucht man bei der Lazy Jack Leine eine konische Sektion mit einer Länge von 15d bzw. 15 * 3.5mm = 52mm

    Diese konische Sektion (Taper) herzustellen ist recht "fummelig". Wenn man die Stränge vom aufgedröselten Ende unter einer Latte einklemmt geht es aber entschieden besser zu bearbeiten:

    • Offizieller Beitrag

    Hier noch ein kleines aber feines Upgrade für die DD-Vari-Loop-Pro das sich in der Praxis bestens bewährt hat:

    Es handelt sich um einen kleinen zusätzlichen "Release-Ring" der es selbst Grobmotorikern erlaubt die Loop mit nur einer Hand länger oder kürzer zustellen. Und der es erlaubt eine stark unter Spannung stehende Loop wieder zu lösen.

    Siehe Video1, Video2 und Fotos unten.

    Den Ring kann man entweder zwischen zwei Brummel Locks mit in die Leine ein-spleißen oder nachträglich mit einem kräftigen Faden annähen.

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