Gestern haben meine Freundin und ich bei ihr auf der Arbeit die Werkstatt nutzen dürfen und ich konnte das Projekt der Kohtenstoff-Hängematte endlich umsetzen und sogar noch vor der Treffen am kommenden Wochenende.
Ausgangsmaterial war nagelneues Schwarzzeltmaterial, welches trotzdem keine Verwendung hatte. Ich habe den den KD38 Stoff nicht in Rohform auf Rolle, sondern schon in einer anderen Form verarbeitet. In diesem Falle war es eine Jurten-Seitenbahn. Die sind den NVA-Planen gar nicht unähnlich, nur eben in schwarz. Maße davon waren 328cm*207cm. Nach Abtrennen aller Knöpfe und herausbrechen einiger Ösen, welche an geplanten Nähkanten lagen, konnte ich vor einigen Tagen mit Hilfe eines einfachen Whippings und Seil einen ersten Test-Häng für den Stoff machen, den ich auch hier im Forum geteilt habe.
Zurück kamen dabei hilfreiche Verbesserungsvorschläge, denn was will man mit über 2m Breite bei "nur" knapp über 3m Länge (durch das Whipping).
Gestern also den Stoff schmaler geschnitten auf circa 160cm und aus dem übrigen Streifen den Stoff verlängert. An beide Enden dann noch ein recht großzügiger Tunnelzug dran. Bei den ganzen Arbeitsschritten war ich nur helfende Hand, die Dame hat in der Werkstatt die Hosen an, Stoffe sind ihr Handwerk, ich bin nur gut, wenn irgendwo Strom und Daten fließen. Viel gelernt habe ich über unterschiedliche Techniken und grundsätzlich Nähmaschinen trotzdem. Vor allem kam die Nähmaschine, die hier auch regelmäßig Leder verarbeitet, trotzdem an ihre Grenzen, denn an manchen Stellen sind durch den vorherigen Zweck der Plane und die Umwidmung Nähte entstanden, die durch bis zu 12 Lagen diesen doch dicken Stoffes mussten. Da ächzt die Maschine schon mal und wird nur vorsichtig handgekurbelt.
Heraus kam am Ende ein Reckteck mit den Maßen 348cm*157cm.
Heute konnte ich mich dann um die Aufhängung/Ridgeline kümmern. Nach etwas überlegen habe ich mich gegen Dyneema/UHMWPE und stattdessen passend zum Stoff Kunsthanf-Seil verwendet. Nur wie macht man aus Kunsthanf einen Continuous Loop?
Also das lange Seil durch den Tunnelzug gezogen und ans Ende eine Schlaufe gespleißt. Spleißen hab ich vor langer Zeit auf Zeltlager gelernt, aber das Können ist etwas eingerostet. Das Ergebnis ist eher funktionaler Natur, statt Schönheit. Also den unfreiwilligen Pfusch mit einer Wicklung aus Lederschnur versteckt verschönert. Dann den gesamten Tunnelzug gerafft, was bei dem Stoff echt nen mächtigen Knubbel gibt, und das andere Ende des Seils durch die Schlaufe gezogen. Alles bisschen justieren, ablängen und das Seil gekürzt. Dann am anderen Ende wieder eine Schlaufe gespleißt und mit Lederband aufgehübscht. Andere Seite, gleiches Spiel. Heraus kam das hier, womit ich doch sehr zufrieden bin:
Danach gings raus an die Lahn, da kenne ich ne schöne Stelle zum hängen. Provisorisch erstmal eine RL von TTTM drangehängt und mit einem Schafsfell im Rücken testgelegen. Ist schon sehr anders als meine TTTM Lightest Pro, die ja einen sehr weichen Stoff hat und ein Eckchen kürzer ist. Hier dann meine persönliche RL-Länge ausgetestet welche wirklich Spot-On auf den 83% liegt und in der HM die Ridgeline gespleißt nach gleicher Taktik wie die Aufhängung. Baumgurte sind die T-Straps von Amazonas, die lagen hier nunmal noch rum und sind bis auf die Länge wirklich nicht schlecht.
Für die erste DIY-Hängematte bin ich verdammt zufrieden und will sie auch auf dem kommenden Treffen testen, nehme mir aber sicherheitshalber die TTTM noch mit, da weiß ich, dass ich gut drin schlafe. Sie ist auf jeden Fall kein Leichtgewicht und das Packmaß ist enorm, das ist aber für ihren Anwendungszweck nciht relevant, sie soll mich auf Zeltlager begleiten, falls ich für die Nacht mal vor den Pimpfen fliehen muss, weil sie mir auf den Sack gehen ![]()