Stehen in der Hängematte Übernachtende im Visier der Park Ranger?

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  • Während ich neulich mich tagsüber in einem irischen Nationalpark in der Hängematte entspannte, wurde ich von einem Park Ranger angesprochen. Es kam zu einem Gespräch über meine Hängematteneinrichtung, denn er habe niemals eine solche gesehen und wollte zudem was zum Übernachten dort loswerden. Seine Kommentare haben mich seitdem nicht mehr losgelassen, insbesondere seine Bemerkungen darüber, was ihm seine deutschen Parkranger-Kollegen über Hammockcamping in Deutschland erzählt haben bei einer Tagung im Ausland. Er sagte, er habe von seinen deutschen Kollegen gehört, dass sich in Deutschland illegale Camper zunehmend aktiv hinter einer Gesetzeslücke verstecken, wonach eine Übernachtung in der Hängematte nicht eindeutig verboten ist. Er sagte auch, dass die deutschen Kollegen hoffen, dass ein generelles Verbot für Hängematten in der Zukunft kommen würde, wenn das Hängemattencamping zunimmt. Das Gespräch fand neben meiner Hängematte statt, die ich nur für ein Nachmittagsschläfchen aufgehängt hatte. Ich fragte ihn, ob ich etwas Illegales tue, und er sagte, "noch nicht". Ich konnte mir keine Region in Deutschland nennen, er kenne Deutschland nicht gut.

    Ich wollte die bei mir überbleibende die Message des Rangers hier weitergeben: manche die Ranger wissen von uns, seien sind nicht doof und haben ein Auge auf die Situation.

  • 22kN 15. August 2023 um 16:07

    Hat den Titel des Themas von „Stehen in der Hängematte Übernächtigende im Fadenkreuz von Park Ranger?“ zu „Stehen in der Hängematte Übernächtigende im Visier der Park Ranger?“ geändert.
  • Naja, am Ende würden die Ranger ihren Job schlecht machen, wenn sie nicht wüssten was in ihrem Gebiet abgeht.

    Ranger gibt es normalerweise in Nationalparks. Da hat man Nachts schlicht nichts zu suchen. Ebenso wie in Naturschutz gebieten.

    Ansonsten lasst es Euch einen Denkanstoß sein, ob man manche Dinge hier im Forum öffentlich breit treten muss.

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  • Mittagsfrost 15. August 2023 um 17:16

    Hat den Titel des Themas von „Stehen in der Hängematte Übernächtigende im Visier der Park Ranger?“ zu „Stehen in der Hängematte Übernachtende im Visier der Park Ranger?“ geändert.
  • in Nationalparks. Da hat man Nachts schlicht nichts zu suchen. Ebenso wie in Naturschutz gebieten.

    Das ist unsere deutsche Sicht der Dinge. Weil wir schlicht nichts anderes kennen und abseits der bestehenden Regeln sowieso alles schlecht ist.

    Wir waren in Schweden auf Kanureise und haben auch an einem Naturreservat rast gemacht. Als ich das Schild gesehen habe dachte ich mir sofort nichts gutes. Glücklicherweise habe ich mir die Mühe gemacht den Text mit einer App zu übersetzen...und siehe da. Selbst mitten IN dem Naturreservat Ösen kann man Campen, Feuer machen, Pilze sammeln, die Natur genießen etc.

    Gebote statt Verbote lautet das Zauberwort. Also sind wie eine Nacht da geblieben und es war herrlich. Aber als braver Deutscher, dem das meiste diktiert und verboten wird geht man erst einmal vom schlimmsten aus..traurig finde ich es :(

    :Nehmen Sie sich eine Nacht Zeit, aber fahren Sie nicht mit einem Wohnmobil oder andere Fahrzeuge.

    Das ist nicht einfach, aber wenn Sie einen Hund haben, sollte das so sein

    in Verbindung gebracht.
    • Beobachten Sie die Tierwelt, aber stören Sie sie nicht. Landweg
    Im Vogelschutzgebiet herrscht ein Vogelschutzverbot
    Småholmarna 1. April 31. August.
    • Sammeln Sie Pilze und Blumen für den Eigenbedarf
    (sofern sie nicht geschützt sind), aber den Wald nicht schädigen.
    • Machen Sie dort auf vorbereiteten Grillplätzen ein Feuer
    Die Gemeinde ist mit Brennholz einverstanden, mit anderen jedoch nicht
    setzt.

    (Übersetzung ist zwar mittelmäßig, aber ich denke der Kern ist klar)

  • bogus Verbreite bitte keinen Unsinn. Du hast EIN Schild von EINEM Naturreservat durch einen Übersetzter gejagt und erzählst jetzt mit breiter Brust, das wäre die Regel. Ist es nicht. Es ist genau andersherum.

    Du darfst in den Naturreservaten und den Nationalparks erstmal NICHT übernachten. Ausnahmen sind aber möglich und können von der jeweiligen Gemeinde festgelegt werden.

    Zitat

    In Naturschutzgebieten und Nationalparks gelten in der Regel besondere Bestimmungen.

    Das Jedermannrecht gilt dort nicht oder nur in Teilen, um Natur- und Kulturwerte zu schützen. Z. B. können Zelten und Radfahren verboten sein. Lest die Hinweistafeln in diesen Gebieten. Im übrigen darf man in Nationalparks auch keine Drohnen fliegen lassen.

    Jedermannsrecht (allemansrätten) in Schweden - Schwedentipps.se
    Das Jedermannsrecht regelt den Umgang mit Tieren und Pflanzen und sagt, wie, wo und wie lange man sich in der freien Natur aufhalten darf.
    www.schwedentipps.se
    Zitat
    • Tents are generally not allowed in sports grounds, national parks or nature reserves – but each municipality has its own rules – and indeed exceptions. You’ll find information on the municipalities' websites, on noticeboards or at the local tourist offices.
    The Right of Public Access – Swedish freedom to roam
    The Right of Public Access – Swedish freedom to roam
    visitsweden.com

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  • Wenn die Menschen sich entsprechend benehmen, können auch ganze Gruppen nachts leise sein. Ich glaube der Umgang mit und in der Natur wird in manchen Ländern einfach anders vermittelt. Und das schon im Kindes und Schulalter.

    anderes Beispiel. Die Shelterkarte von Dänemark. Das Land ist schon deutlich mehr besiedelt als SWE würde ich behaupten. Und trotzdem ist das Angebot für Outdoorliebende ungleich größer als bei uns.

    Andererseits muss man die Ranger natürlich auch verstehen. Hier ist es nunmal verboten und das im Auge zu behalten ist deren Job. Wenn nun ein paar findige entdeckt haben, das die HM sich auch zum draußen schlafen eignet wird der Fokus auf diese Gruppe natürlich größer. Die Organisationen (Tourismus/Naturpark/etc) müssten mal zusammen arbeiten und ein schlüssiges Konzept für alle entwickeln. Oder mal mit Zwei Augen auf die Nachbarländer schauen und sich direkt dort informieren, wo es anscheinend schon ganz gut funktioniert.

  • Wenn die Menschen sich entsprechend benehmen, können auch ganze Gruppen nachts leise sein.

    Und weil das in der Regel nicht so ist, gilt im Jedermannsrecht:

    Zitat

    Wenn Ihr mit mehr als zwei Zelten unterwegs seid und sei es nur für eine Nacht, solltet Ihr mit dem Grundbesitzer sprechen.

    Nochmal die Bitte: Verbreite, bitte bitte mit Kirsche drauf, keine missverständlichen Halbwahrheiten.

    Es ist bereits im Gespräch, das Jedermannsrecht für Ausländer zu kippen.

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  • Er sagte, er habe von seinen deutschen Kollegen gehört, dass sich in Deutschland illegale Camper zunehmend aktiv hinter einer Gesetzeslücke verstecken, wonach eine Übernachtung in der Hängematte nicht eindeutig verboten ist. Er sagte auch, dass die deutschen Kollegen hoffen, dass ein generelles Verbot für Hängematten in der Zukunft kommen würde, wenn das Hängemattencamping zunimmt.

    Mal meine 2 cents dazu: Ich finde es ein seltsames Staatsverständnis, wenn dem Bürger unterstellt wird, sich hinter einer Rechtslücke zu verstecken. In einer freiheitlichen Demokratie ist alles was nicht verboten ist, halt zunächst mal erlaubt und man muss sich nicht für die Wahrnehmung seiner Grundrechte irgendwie rechtfertigen, sondern das Gegenteil ist der Fall, der Staat muss ein etwaiges Verbot begründen und zwar unter Würdigung der dadurch eingeschränkten Grundrechte. Falls der Gesetzgeber irgendwas vergessen hat, nicht mein Problem. Für entsprechend sensible Bereiche wo es eben überhaupt nur Ranger gibt, sind meist ja eh noch viel strengere Regeln in Kraft, so dass es ja überhaupt keine Notwendigkeit für ein explizites Hängemattenverbot gibt. Da haste dann meist abseits der Wege sowieso überhaupt nix verloren, sei es mit Zelt oder Hängematte oder auch einfach nur so ohne Übernachtung. (siehe diese Siebengebirgediskussion)

    Ich habe 0,0 Skrupel in einen durchschnittlichen Nutzwald zu hängen, wo viel viel viel mehr störende Dinge passieren, als ich mit meinem Ruhebedürfnis. Ich mache nachts keinen Lärm (außer angeblich zu schnarchen) und am nächsten Tag kann keiner mehr erkennen wo ich überhaupt gewesen bin. Ich wurde auch noch nie von irgendeinem Ordnungshüter behelligt. An frequentierten Wanderwegen mache ich gerne in der unmittelbaren Nähe von Schutzhütten/Grillplätzen Rast. Ingesamt muss man halt auch sehen, dass der Großteil der Userschaft hier nicht das Problem ist, sondern irgendwelche Horden von Flegeln die Scandtracks in der Prärie ablädt oder in anderen sensiblen Bereichen wo man halt einfach nix zu suchen hat. Ich wage sogar zu behaupten, dass die Wahrscheinlichkeit negativ aufzufallen umgekehrt proportional zur Hängemattenlänge ist ;) (OneWind könnte das natürlich ändern ^^ ) Die Notwendigkeit hier nur noch hochkonspirativ hinter vorgehaltener Hand davon zu berichten, dass man irgendwo im Wald gepennt hat, sehe ich beim besten Willen nicht. Ist ja auch albern weil vollkommen offensichtlich was wir mit dem ganzen Zeug so machen...

  • Da wo Ranger in Deutschland ihre Arbeit machen, sind in der Regel Schutzgebiete. Die sind da um die Fauna und Flora zu schützen, darum hat man da auch mit seiner Hängematte nichts drin zu suchen.

  • Ich habe 0,0 Skrupel in einen durchschnittlichen Nutzwald zu hängen, wo viel viel viel mehr störende Dinge passieren, als ich mit meinem Ruhebedürfnis. Ich mache nachts keinen Lärm (außer angeblich zu schnarchen) und am nächsten Tag kann keiner mehr erkennen wo ich überhaupt gewesen bin.

    Habe ich auch gedacht, bis mich jemand darauf hinwies, dass ich manche Tiere des Waldes durch meine bloße Anwesenheit störe / verunsichere.

    Klar, eine Giftschlange oder ein Löwe in meiner Wohnung würden mich wohl noch wochenlang irritieren, selbst wenn sie nur friedlich daliegen und am nächsten Tag spurlos verschwunden sind.

    Vielleicht sollten wir den Waldbewohnern soweit entgegenkommen, daß wir uns eher an den Waldrand oder in die Nähe von Wegen hängen, statt bis ins tiefste Dickicht vorzudringen.

    Omnia vincit lectulus pensilis.

  • Vielleicht sollten wir den Waldbewohnern soweit entgegenkommen, daß wir uns eher an den Waldrand oder in die Nähe von Wegen hängen, statt bis ins tiefste Dickicht vorzudringen.

    Auf jeden Fall! Dazu zählt für mich auch: Beobachten von Scheuerstellen an Bäumen, Wildpfaden, Losung, Nahrung (z.B. Eicheln, Bucheckern), Fressplätze, Trinkstätten, usw.

  • Habe ich auch gedacht, bis mich jemand darauf hinwies, dass ich manche Tiere des Waldes durch meine bloße Anwesenheit störe / verunsichere.

    Klar, eine Giftschlange oder ein Löwe in meiner Wohnung würden mich wohl noch wochenlang irritieren, selbst wenn sie nur friedlich daliegen und am nächsten Tag spurlos verschwunden sind.

    Vielleicht sollten wir den Waldbewohnern soweit entgegenkommen, daß wir uns eher an den Waldrand oder in die Nähe von Wegen hängen, statt bis ins tiefste Dickicht vorzudringen.

    Richtig, deswegen schrieb ich, dass ich nur weniger störe als viele andere Dinge ;) Dass man stört, merkt man wenn der bellende Rehbock vor einem steht ^^ Deswegen nehme ich auch gerne Schutzhütten/Grillplätze in Beschlag, weil da die Viecher ja noch eher mit Menschen rechnen.

  • Bei meiner Recherche bezgl. Wildcampen in DK bin ich auf diese Seite der Dänischen Naturschutzverwaltung gestoßen:

    Übernachten in der Natur
    Das Dänische Amt für Naturverwaltung lädt Sie herzlich ein, in den staatlichen Naturgebieten zu übernachten.
    de.naturstyrelsen.dk

    Hier werden verschiedene (legale) Übernachtungsmöglichkeiten aufgezeigt, neben zahlreichen Lager/Zeltplätzen ist dies auch (so interpretiere ich es) generell der Waldboden. Schlafplatz darf kein Zelt sein, aber explizit eine Hängematte. Übernachten im Zelt ist darüber hinaus in über 200 Wäldern erlaubt.

    4 Mal editiert, zuletzt von Frosch Frolo (26. Juni 2024 um 01:06)

  • Moin zusammen,

    Das ist unsere deutsche Sicht der Dinge. Weil wir schlicht nichts anderes kennen und abseits der bestehenden Regeln sowieso alles schlecht ist.

    Man hat in der BRD halt Rechtsprinzipien und wenn ich das jetzt, natürlich unter Vorbehalt richtig hinbekomme, ist alles erlaubt was nicht ausdrücklich verboten ist.

    Ich sehe da für mich keine Nötigung zu einem schlechten Gewissen. Zumal man, also auch ich sich an grundsätzliche Regeln hält. Nur um mal ein paar auf zu zählen, keinen Müll hinterlassen, keinen Lärm machen, bestehende Vegetation so lassen wie ist.

    Natürlich weiß es die breite Masse der Bevölkerung besser. Übernachten im Wald ist verboten. Punkt.

    Ich finde solche Aussagen im direkten Vergleich zu einem anderen Thema immer sehr befremdlich. Denn die Masse der Kraftfahrzeugführer hat kein Problem damit schneller als erlaubt zu fahren. Und das finde ich deutlich kritischer, denn dabei gefährdet man andere Personen.

  • Denn die Masse der Kraftfahrzeugführer hat kein Problem damit schneller als erlaubt zu fahren. Und das finde ich deutlich kritischer, denn dabei gefährdet man andere Personen.

    Interessantes Argument, grundsätzlich bin ich bei dir.

    Triggerwarnung:

    Aber ich behaupte von mir, soviel gesunden Menschenverstand zu haben das ich in der Lage bin mich über verschiedene Regeln hinwegzusetzen ohne irgendetwas oder irgendwen zu gefährden.

    Aber der Deutsche fühlt sich wohl, wenn er eine Regel hat die er befolgen kann (sieht man auch schön daran das er glaubt es währe etwas verboten, nur weil es nicht explizit erlaubt ist).

    Das ist so schön kuschelig wenn andere für einen denken 🐰❤️🦄

  • Aber ich behaupte von mir, soviel gesunden Menschenverstand zu haben das ich in der Lage bin mich über verschiedene Regeln hinwegzusetzen ohne irgendetwas oder irgendwen zu gefährden.

    Das Problem daran ist, dass das "dumme Menschen" auch glauben. Und deren Verständnis von Gefährdung ist eine andere.

    Ich sehe das fast tgl. wenn man mit den Hunden unterwegs ist. Da stehen die Hunde 50m mitten auf dem bestellten Feld und buddeln. Wenn der Rückruf erfolgt passiert natürlich nichts, also versuchen sie es gar nicht erst. Das Ende vom Lied ist, das es pauschal die Leinenpflicht gibt. Darunter müssen dann alle Hunde, auch jene die gehorsam sind, "leiden".

  • Aber ich behaupte von mir, soviel gesunden Menschenverstand zu haben das ich in der Lage bin mich über verschiedene Regeln hinwegzusetzen ohne irgendetwas oder irgendwen zu gefährden.

    Achtung, auch Triggerwarnung: ;)

    Das denken wahrscheinlich die meisten Leute von sich. Insbesondere auch diejenigen, die gerade in südlicheren Gefilden beim Wandern umkommen, weil sie die Temperaturen von über 35°C unter- und sich überschätzen.

    Ich denke dabei auch immer an die Autofahrer, die an einer Ampel um die Ecke glauben es besser zu wissen als die Haltelinie auf der Straße. Diese ist etliche Meter von Ampel und Kreuzung entfernt. Viele Autofahrer fahren dann soweit vor wie sie es gewohnt sind - und gucken dann blöd, wenn der lange Gelenkbus kommt und die komplette Kreuzung blockiert, weil genau die Fläche, die der Bus braucht vom Autofahrer belegt ist, der es selber besser wusste. :(

    Aber so sind die Deutschen, es selber (häufig) besser wissen als die Experten; die Zeit der Universalgelehrten ist seit Goethe vorbei, es ist heute keine Schande zu bekennen, dass man sich nicht überall auskennt und einfach mal auf die hört, die sich da auskennen.

    PS: Trotzdem bleibe ich mitten in der Nacht nicht an einer roten Ampel stehen, wenn wirklich weit und breit kein anderer Verkehrsteilnehmer unterwegs ist.

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