Inspiriert vom Wetterbericht, der noch mal knackige Minusgrade in Aussicht stellte, bin ich spontan am letzten Wochenende auf Langlaufskiern durchs Osterzgebirge getourt. Los ging es am Loipeneinstieg in Bärenfels.
In der letzten Woche gab es dort jeden Tag viel Nebel, der auf allen Zweigen festgefroren war und so für eine einmalige Winterstimmung sorgte.
Auch die Ausblicke vom Erzgebirgskamm in die Landschaft waren ziemlich spektakulär.
Vorbei ging es an Schellerhau ...
... bis in die Nähe eines Gipfels mit dem interessanten Namen Pöbelknochen.
Dort habe ich mir im Hochwald einen geeigneten Platz gesucht - und dann erst einmal viel zu viel Zeit in der Hängematte verbracht, bis es anfing zu dämmern.
Als ich Holz gesammelt und Tarp und Zelt aufgebaut hatte, war es dann komplett dunkel geworden. Die Rauchwolke überm Tarp kommt schon aus dem Ofen.
Den aufzubauen war aber kein reiner Spaß, weil man dazu die Handschuhe ausziehen muss und bei -7 Grad die Finger sofort klamm werden.
So schön es ist, wenn der Ofen einmal brennt, aber der Weg bis dahin ist im Winter echt strapaziös. Jedes Stück Holz muss erst gesägt und anschließend mit dem Messer von Eis und nasser Rinde befreit werden. Angezündet habe ich es, indem ich den Gaskartuschenkocher als Flammenwerfer benutzt habe. Wenn der Ofen einmal brennt, kann man etwas aufatmen, aber es kostet jedesmal neue Überwindung, wieder raus in die Kälte zu gehen und neues Holz zu sammeln, das dann wieder mühsam geschält und getrocknet werden muss. Auf jeden Fall wird einem nicht langweilig und ehe man sich versieht, ist es kurz vor Mitternacht. Geschlafen habe ich dann aber umso besser.
Am nächsten Morgen wachte ich im Winterwunderland auf und war recht froh, das Tarp aufgespannt zu haben, denn es kam über Nacht ziemlich viel Eis von den Bäumen runter. Das habe ich aber hier schon abgeschüttelt - ein großer Vorteil von DCF, an dem Eis und Schnee kaum anhaften. Man sieht, dass das Zelt ziemlich schief aufgebaut ist, aber der Funktion tat das keinen Abbruch. Bis der Ofen erneut angeheizt, Schnee geschmolzen, gefrühstückt und dann alles eingepackt war, verging abermals viel Zeit.
Am zweiten Tag habe ich dann Freunde getroffen und mit denen ein paar Loipenrunden bei Schellerhau gedreht. Im Nachmittag ging es dann über den Kahleberg hinunter nach Altenberg, wo ich noch einen Blick auf den "zivilisierten" Wintertourismus werfen konnte.
Hier noch der Blick zurück vom Bahnhof Altenberg.
Abends ging es mit Bus und Zug nach Hause. Fazit: ein tolles Wintererlebnis an Orten, die ich seit Jahrzehnten nicht mehr besucht habe!