Erste Nacht im Solling

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  • Hallo Allerseits,

    vielen Dank für Eure umfangreiche Hilfe bei der Verwirklichung dieses Projekts! Ich war bisher stiller Leser hier und habe viele nützliche Informationen von Euch erhalten. Von der ersten Idee, mit der Hängematte im Wald zu übernachten bis zu dieser Tour hat es gut ein Jahr gedauert.

    Setup

    Da ich nicht weiß, ob das überhaupt was für mich ist und wie rum ich schlafe, sollte es erst mal vor allem günstig sein. Das komplette Setup hat den Anschaffungspreis einer Blackbird XLC:

    • Cocoon Ultralight Mosquitonet Hammock
    • DD Underblanket
    • Snugpack Hammock Quilt
    • Ticket to the Moon Moon Tarp

    Dabei ist das ganze auch noch tragbar. Nicht gerade ultraleicht aber für den Preis top.

    Tour

    Die ganze Tour habe ich geplant, um das Setup zu testen. Es ging in den Solling. Das ist für mich nicht gar so weit weg, es ist ein großes Waldgebiet das ganz überwiegend keine Naturschutzgebiet ist. Da ich Wanderer und kein Bushcrafter oder Camper bin, brauche ich viel Platz :)

    Herausforderungen

    Ich wollte erst in der Dämmerung aufbauen. Bis dahin ist gerade viel Zeit, in der ich weit laufe. Ich hatte die komplette Tour (2 Tage) auf 48Km geplant und als ich mich endlich für ein Camp entschieden hatte, waren 34 davon gelaufen, und ich war näher an einer (kleinen) Siedlung, als ursprünglich geplant.

    Das hatte eine ganze Reihe von Gründen: Ich wollte eigentlich noch vorm Camp Wasser tanken, habe aber kein hinreichend vertrauenserweckendes Wasser gefunden (ich war mit Wasserfilter unterwegs). Ich habe dann ohne Wasser (bzw. mit Resten) gecampt. Aber es war dann eh schon so spät, dass ich eh nicht mehr gekocht habe. Die erste Hälfte meiner Tour bestand aus den perfekten Wäldern. Sobald ich dann nach einem Camp geschaut habe, waren alles Fichtenplantagen ohne Unterholz, in die man kilometerweit hineinsehen kann. Ach ja, alle hundert Meter war auch noch ein Holzweg. Sowas ist es dann notgedrungen geworden, aber es war eh fast nichts los.

    Mein Setup ist auf 5°C geratet. Es ist rund 5°C geworden in der Nacht. Ich habe das mit Sicherheit nicht perfekt aufgebaut. Aber ich wollte auch nicht nochmal raus und es ging halbwegs. Eher so survival-mäßig, von Komfort keine Rede :)

    Fazit

    Ich bin halt wie gesagt vor allem Wanderer. Und für Mehrtagestouren ist es eine tolle Möglichkeit, die ich auch weiterverfolgen werde. Allerdings habe ich bei solchen Touren auch noch das Problem, dass mein Körper die Strecken auf Dauer nicht aushält, die die Zeit hergibt :)

    • Offizieller Beitrag

    Ich bin beeindruckt von deinem "Testlauf". 34 km am Tag wären für mich echt zu viel, das höchste der Gefühle waren bisher 25 km - und da war ich ziemlich groggy.

    Schön, dass du dir ein so durchdachtes Setup zugelegt hast. Was mich nach deiner Nacht da draußen interessieren würde: Welches Teil würdest du als nächstes durch ein vielversprechenderes ersetzen? Was hat dich am meisten gestört bzw. was hat dir bei deinem Setup in der Konstellation die meisten "Sorgen bereitet"?

  • 34km ist schon ordentlich, da kommen ja auch einige Höhenmeter zusammen. Der Solling ist auch super schön zum wandern :):thumbup:

  • Aber es war dann eh schon so spät, dass ich eh nicht mehr gekocht habe.

    Bei mir kommt das immer häufiger vor. "Früher" habe ich immer versucht, den idealen Platz zu finden: nicht leicht einsehbar, Wasser vorhanden, vielleicht noch "Sitzgelegenheiten" (Ergänzung: tolle Aussicht)... und wahlweise zwei gute Bäume oder ein ebenes Plätzchen am Boden (je nach Setup).

    In Skandinavien mag das auch klappen. Hier in der Schweiz klappt das nicht immer. Zudem baue auch ich nicht gerne zu früh auf. So kommt es auch bei mir vor, dass ich nicht mehr koche und "ohne Znacht*" ins "Bett" gehe. (*Abendessen)

    Heute bin ich immer öfters so unterwegs, dass ich einfach schaue, was mir der Weg bietet: Kommt ein schöner Platz, dann koche ich mir etwas, finde ich Wasser, dann fülle ich die Flaschen auf, und treffe ich am Abend auf ein passendes Waldstück, so suche ich mir zwei Bäume.

    34 km am Tag wären für mich echt zu viel, das höchste der Gefühle waren bisher 25 km - und da war ich ziemlich groggy.

    34 km finde auch ich recht viel. Allerdings - so meine Erfahrung - sollte man nicht aus einer Erfahrung einen Schluss über seine Leistungsfähigkeit ziehen. Es gibt viele Faktoren, die mitbestimmen, wie weit man an einem Tag kommt:

    • Tempo: Wenn ich morgens schnell starte, weil ich mich so fit fühle, dann komme ich meistens nicht weit. Ich mache zu grosse Schritte und belaste den Körper stärker als nötig. Das gleiche gilt, wenn ich das Gefühl habe, ich müsse mich beeilen. Dann kommt noch Stress dazu.
    • Zeit: Wenn ich draussen übernachte, starte ich in der Regel früher, als wenn ich irgendwo ein Bett nehme und noch gemütlich frühstücke (was ich durchaus geniessen kann!). Wenn ich schon um halb sieben oder acht unterwegs bin, alles gemütlich angehe, dann bin ich oft erstaunt, wie weit ich bis am Abend gekommen bin.

    Natürlich gibt es noch weitere Faktoren wie "guter Schlaf", ausreichende Ernährung, genug Wasser trinken, auf möglichst gute Laune achten, etc. Schlussendlich muss man aus meiner Sicht gar nicht eine bestimmte Strecke pro Tag schaffen. Ich plane meine Wanderungen gerne so, dass ich mir viel Freiheit lasse. In der Schweiz klappt das dank einem gut ausgebauten ÖV auch recht gut.

    Vor fünf Wochen habe ich im Wald übernachtet und ging am nächsten Morgen früh los. Bis am Abend hatte ich rund 30 km und etliche Höhenmeter zurückgelegt. Wenn ich dachte, es geht nicht mehr weiter, habe ich eine Pause gemacht. Und plötzlich hatte ich wieder Lust, doch noch ein, zwei Stunden weiterzuwandern.

    Vor einer Woche empfand ich zweimal 12 km als sehr anstrengend. Anscheinend war ich da einfach in einer anderen Haltung oder Stimmung unterwegs, die keine grossen Distanzen zuliess. Auch egal. Zum Glück ist es nicht immer so.

    schrotie, ich find's immer toll, wenn ich erfahre, wie es anderen geht. Danke für deinen Bericht! :)

  • Heyho

    Zu den Kilometern:

    Ich war schwerst beeindruckt von mir, so viel bin ich noch nie gelaufen, sonst auch so 25Km max (allerdings auch immer nur bis zum Nachmittag). Am nächsten Tag habe ich dann den Preis gezahlt :) Ich habe nicht soo viel Erfahrung mit langen Touren (ein bisschen schon). Mein Gefühl ist, dass Waldläufer Recht hat. Ich habe den ganzen Tag darauf geachtet, nicht zu schnell zu gehen, bin oft stehen geblieben um was anzusehen ... ich habe ein ausgiebige Pause mit 20 Minuten Dösen in der Sonne (in der Matte! Das ist für mich das Beste daran - gemütlichste Pausen am Tag) am Nachmittag gemacht. Ich wusste von Anfang an, dass ich Zeit verlieren muss, weil ich sonst zu weit komme. Ich glaube das zusammen hat den Unterschied gemacht. Ich war selbst überrascht, dass ich einfach weiter gehen konnte.

    Ich bin übrigens am nächsten Morgen wegen Kälte um 4:30 raus und war um 5:00 auf dem Weg um warm zu werden. Da bin ich dann auch recht schnell gegangen Bis 8:15 hatte ich die letzten 13 Kilometer hinter mir ... und war absolut fix und fertig, die letzten Meter waren eine Qual. Am Abend vorher war mir das gehen noch viel leichter gefallen. Ich war wahrscheinlich zu schnell, zu durstig, zu hungrig, zu schlecht erholt.

    Furbrain (was austauschen)

    Ich habe das Tarp nicht benutzt, weil die Aussichten sehr stabil trocken waren. Ich bin etwas skeptisch, dass das Tarp für ernsthaft schlechtes Wetter geeignet ist, aber da müsste ich erst mal bei Wetter testen.

    Ich habe auch einen Poncho um den Rucksack und mich trocken zu halten. Abends am Lager wäre eine Hardshell zur Isolation sinnvoller. Aber das habe ich ja eh nicht gebraucht, dann. Und wäre etwas mehr Gewicht.

    In der Nacht war das Problem eindeutig die Isolation, aber es war halt auch echt kalt. Da es von oben wie unten gleichmäßig kühl war, vermute ich, dass meine Underquilt-Einstellung gar nicht soo mies war. Es war allerdings auch windstill ...

    Wie ich da so leicht frierend lag habe ich mich gefragt, ob meine Underquilt Einstellung optimal war. Da es gleichmäßig war, gehe ich davon aus, aber das waren meine konkretesten Sorgen.

    Ich schätze, mein Setup ist bis 10-15°C richtig komfortabel. Das ist Mist. In einer Hängematte, oft in Berg(ch)en ist das glaube ich nicht sinnvoll. Da sollte jenseits vom Hochsommer die Komfortzone bis zum Gefrierpunkt gehen. Und das hieße für mich Top- & Underquilt müssten ausgetauscht werden.

    Ach, ich hatte in der Nacht meinen Buff über Hals und Kopf. Das ist bei den Temperaturen auch grenzwertig. Da wäre eine "echte" Mütze hilfreich. Die habe ich natürlich, hatte ich nur nicht dabei.

    Die Quilts sind sowohl vom Komfort als auch vom Gewicht gerade der Flaschenhals. Aber für den Komfort müssten beide gleichzeitig ausgetauscht werden.

    Sollte ich aufrüsten, würde ich mich wahrscheinlich zwischen Cumulus und Warbonnet entscheiden. Tendenz ginge zu Cumulus, weil es sich flexibel mit unterschiedlichen Matten kombinieren lässt und man insgesamt leichter und günstiger rauskommt. Für Warbonnet (Wookie) spräche glaube ich, dass man relativ sorglos ist. Just works und soll ja sehr komfortabel sein. Kein Gewiggel. Aber arg teuer und nicht kombinierbar. Aber ich werde jetzt erst mal über den Sommer in hoffentlich wärmeren Nächten mit dem Setup lernen. Ist schon viel, was da zu beachten ist. :)

  • Servus,

    komm mal auf ne Steigerwald Tour mit, oder schau dir die Trekkingplätze mal an. Da kann man legal Campen und Feuer machen, und muss nicht bis zur Erschöpfung in die Dämmerung gehen :)

  • ich habe ein ausgiebige Pause mit 20 Minuten Dösen in der Sonne (in der Matte! Das ist für mich das Beste daran - gemütlichste Pausen am Tag) am Nachmittag gemacht. I

    eine ausgiebige Hängepause am Nachmittag incl. Nickerchen ist für mich das allerbeste am Wandern mit Hängematte.

    Ich erhole mich richtig.

    Der Wandertag kann besonders im Sommer, wenn es lange hell wird, ausgedehnt werden ohne dass ich die ganze Zeit laufe und viele Kilometer machen muss.

    Wenn die vorherige Nacht nicht so besonders war, dann hole ich etwas Schlaf nach.

    Nachmittags ist eh in meinem Alter ein Mittagsschläfchen angesagt.

    Ausgiebig heißt bei mir inzwischen eher anderthalb Stunden. ;)Gerne mit Isolation, wenn es frisch ist. Darauf musste mich aber erst ein Kumpel bringen. Vorher dachte ich immer, ich müsste unterwegs sein, wenn es wandern heißt .

    Und manchmal geht es mir wie Waldläufer70 : wenn ich eine Stelle schöne Stelle fürs Abendessen habe, kann es durchaus sein, dass ich danach noch mal eine Weile laufe bis zum ins Bett gehen. Da war dann wieder eine schöne Pause dazwischen.:)

    il dolce far niente:sleeping:

  • Moin,

    Auf längeren Touren versuche ich meist 2/3 der Tagesetappe bis zum späten Mittag zu schaffen und dann mache ich eine lange Mittagspause ( 2-3 Stunden ). Das letzte Drittel schaffe ich dann ein wenig ausgeruht und neu motiviert leichter👍

    Wird es früh dunkel verschiebe ich die Pause auf ein wenig früher und mache sie nicht ganz solange.

    Gruß von der Ostsee

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