Beiträge von schrotie

    Ich wandere jetzt auch mit Altras (Superior 4). Habe jetzt vielleicht 100Km damit gemacht und es hat mein gehen sehr positiv verändert. In diversen Wanderschuhen hatte ich immer nach 10-15Km diverse Probleme (mit Gelenken und Muskulatur und auch leichte Blasen oder Ankündigungen davon) und nun gehen auch 25Km ziemlich problemlos. Das sind aber keine Barfußschuhe. Die haben eine gepolsterte Sohle, die aber sehr gut den Boden fühlen lassen, völlig flach sind und einen ziemlich breiten Zehen-Bereich haben - letzteres ist glaube ich für mein Gehen der wichtigste Punkt - ich fühle, wie sich meine Zehen ausbreiten und den Boden "aufnehmen". Und sie haben ein ziemlich gutes Profil.

    Aber Pfützen umgehe ich und nehme dafür Gestrüpp in Kauf, es dauert schon 30-60 Minuten, bis es wieder trocken ist. Und besonders nervig finde ich feuchtes Grass. Das macht morgens oder nach Schauern den Fuß schnell nass und lässt sich oft schwer umgehen. Da werde ich mal mit sowas wie Sealskins experimentieren.

    Heyho

    Zu den Kilometern:

    Ich war schwerst beeindruckt von mir, so viel bin ich noch nie gelaufen, sonst auch so 25Km max (allerdings auch immer nur bis zum Nachmittag). Am nächsten Tag habe ich dann den Preis gezahlt :) Ich habe nicht soo viel Erfahrung mit langen Touren (ein bisschen schon). Mein Gefühl ist, dass Waldläufer Recht hat. Ich habe den ganzen Tag darauf geachtet, nicht zu schnell zu gehen, bin oft stehen geblieben um was anzusehen ... ich habe ein ausgiebige Pause mit 20 Minuten Dösen in der Sonne (in der Matte! Das ist für mich das Beste daran - gemütlichste Pausen am Tag) am Nachmittag gemacht. Ich wusste von Anfang an, dass ich Zeit verlieren muss, weil ich sonst zu weit komme. Ich glaube das zusammen hat den Unterschied gemacht. Ich war selbst überrascht, dass ich einfach weiter gehen konnte.

    Ich bin übrigens am nächsten Morgen wegen Kälte um 4:30 raus und war um 5:00 auf dem Weg um warm zu werden. Da bin ich dann auch recht schnell gegangen Bis 8:15 hatte ich die letzten 13 Kilometer hinter mir ... und war absolut fix und fertig, die letzten Meter waren eine Qual. Am Abend vorher war mir das gehen noch viel leichter gefallen. Ich war wahrscheinlich zu schnell, zu durstig, zu hungrig, zu schlecht erholt.

    Furbrain (was austauschen)

    Ich habe das Tarp nicht benutzt, weil die Aussichten sehr stabil trocken waren. Ich bin etwas skeptisch, dass das Tarp für ernsthaft schlechtes Wetter geeignet ist, aber da müsste ich erst mal bei Wetter testen.

    Ich habe auch einen Poncho um den Rucksack und mich trocken zu halten. Abends am Lager wäre eine Hardshell zur Isolation sinnvoller. Aber das habe ich ja eh nicht gebraucht, dann. Und wäre etwas mehr Gewicht.

    In der Nacht war das Problem eindeutig die Isolation, aber es war halt auch echt kalt. Da es von oben wie unten gleichmäßig kühl war, vermute ich, dass meine Underquilt-Einstellung gar nicht soo mies war. Es war allerdings auch windstill ...

    Wie ich da so leicht frierend lag habe ich mich gefragt, ob meine Underquilt Einstellung optimal war. Da es gleichmäßig war, gehe ich davon aus, aber das waren meine konkretesten Sorgen.

    Ich schätze, mein Setup ist bis 10-15°C richtig komfortabel. Das ist Mist. In einer Hängematte, oft in Berg(ch)en ist das glaube ich nicht sinnvoll. Da sollte jenseits vom Hochsommer die Komfortzone bis zum Gefrierpunkt gehen. Und das hieße für mich Top- & Underquilt müssten ausgetauscht werden.

    Ach, ich hatte in der Nacht meinen Buff über Hals und Kopf. Das ist bei den Temperaturen auch grenzwertig. Da wäre eine "echte" Mütze hilfreich. Die habe ich natürlich, hatte ich nur nicht dabei.

    Die Quilts sind sowohl vom Komfort als auch vom Gewicht gerade der Flaschenhals. Aber für den Komfort müssten beide gleichzeitig ausgetauscht werden.

    Sollte ich aufrüsten, würde ich mich wahrscheinlich zwischen Cumulus und Warbonnet entscheiden. Tendenz ginge zu Cumulus, weil es sich flexibel mit unterschiedlichen Matten kombinieren lässt und man insgesamt leichter und günstiger rauskommt. Für Warbonnet (Wookie) spräche glaube ich, dass man relativ sorglos ist. Just works und soll ja sehr komfortabel sein. Kein Gewiggel. Aber arg teuer und nicht kombinierbar. Aber ich werde jetzt erst mal über den Sommer in hoffentlich wärmeren Nächten mit dem Setup lernen. Ist schon viel, was da zu beachten ist. :)

    Hallo Allerseits,

    vielen Dank für Eure umfangreiche Hilfe bei der Verwirklichung dieses Projekts! Ich war bisher stiller Leser hier und habe viele nützliche Informationen von Euch erhalten. Von der ersten Idee, mit der Hängematte im Wald zu übernachten bis zu dieser Tour hat es gut ein Jahr gedauert.

    Setup

    Da ich nicht weiß, ob das überhaupt was für mich ist und wie rum ich schlafe, sollte es erst mal vor allem günstig sein. Das komplette Setup hat den Anschaffungspreis einer Blackbird XLC:

    • Cocoon Ultralight Mosquitonet Hammock
    • DD Underblanket
    • Snugpack Hammock Quilt
    • Ticket to the Moon Moon Tarp

    Dabei ist das ganze auch noch tragbar. Nicht gerade ultraleicht aber für den Preis top.

    Tour

    Die ganze Tour habe ich geplant, um das Setup zu testen. Es ging in den Solling. Das ist für mich nicht gar so weit weg, es ist ein großes Waldgebiet das ganz überwiegend keine Naturschutzgebiet ist. Da ich Wanderer und kein Bushcrafter oder Camper bin, brauche ich viel Platz :)

    Herausforderungen

    Ich wollte erst in der Dämmerung aufbauen. Bis dahin ist gerade viel Zeit, in der ich weit laufe. Ich hatte die komplette Tour (2 Tage) auf 48Km geplant und als ich mich endlich für ein Camp entschieden hatte, waren 34 davon gelaufen, und ich war näher an einer (kleinen) Siedlung, als ursprünglich geplant.

    Das hatte eine ganze Reihe von Gründen: Ich wollte eigentlich noch vorm Camp Wasser tanken, habe aber kein hinreichend vertrauenserweckendes Wasser gefunden (ich war mit Wasserfilter unterwegs). Ich habe dann ohne Wasser (bzw. mit Resten) gecampt. Aber es war dann eh schon so spät, dass ich eh nicht mehr gekocht habe. Die erste Hälfte meiner Tour bestand aus den perfekten Wäldern. Sobald ich dann nach einem Camp geschaut habe, waren alles Fichtenplantagen ohne Unterholz, in die man kilometerweit hineinsehen kann. Ach ja, alle hundert Meter war auch noch ein Holzweg. Sowas ist es dann notgedrungen geworden, aber es war eh fast nichts los.

    Mein Setup ist auf 5°C geratet. Es ist rund 5°C geworden in der Nacht. Ich habe das mit Sicherheit nicht perfekt aufgebaut. Aber ich wollte auch nicht nochmal raus und es ging halbwegs. Eher so survival-mäßig, von Komfort keine Rede :)

    Fazit

    Ich bin halt wie gesagt vor allem Wanderer. Und für Mehrtagestouren ist es eine tolle Möglichkeit, die ich auch weiterverfolgen werde. Allerdings habe ich bei solchen Touren auch noch das Problem, dass mein Körper die Strecken auf Dauer nicht aushält, die die Zeit hergibt :)