Optimierung der Aufhängung zwischen zwei festen Punkten?

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  • Das ist echt mal angewandte Physik, war mein schlechtestes Schulfach... Danke für die Erklärungen!

    Hab die unterstützende Variante ausprobiert. Siehe Fotos. Fazit:

    Der Höhengewinn ist nicht viel für den ganzen Zirkus, aber er ist da.

    Der Gurt läuft nur durch den Haken durch, also wirkt die Kraft von oben ((?)) würde ich sagen, auf das Dreibein und müsste vertretbar sein.

    Suspekt am Dreibein ist mir die Verlängerung der Beine, die ist deutlich dünner und wird auch nicht markiert, wann man sie zu weit raus gezogen hat.

    Die Spannung der Ridgeline geht runter 🙂 lässt sich jetzt bisschen bewegen 👍🏼

    Bergkristall oder Hagelkorn?

    2 Mal editiert, zuletzt von Stefanie (5. Dezember 2020 um 12:22)

  • Wenn du die Hängematte gleich steil nach unten abspannst, wie sie hängt, wird das Dreibein nahezu ideal nach unten belastet. Die Belastung ist dann aber auch relativ hoch: bei 30° Hängewinkel die Hälfte des Körpergewichts (ohne Berücksichtigung von Bewegungen, die die Belastung erhöhen). Spannst du hingegen zum Dach ab, so wird die Belastung des Dreibeins

    • asymmetrisch (negativ)
    • deutlich geringer (positiv)

    Der positive Aspekt dürfte aus meiner Sicht deutlich überwiegen.

    Aber von meiner Seite jetzt genug "Physik" für heute... ;)

    Naja das ist nicht ganz richtig. Nach unten abspannen, verringert zwar, den von mir beschriebenen Effekt, annulliert ihn jedoch nicht. Du kannst einfach nicht (ohne Ratsche) so fest nach unten spannen, wie dein Körpergewicht auf der anderen Seite wirkt. Würdest du mit Ratsche nach unten Spannen, hättest du beim noch-nicht-drinne-liegen wieder die enorme Belastung auf der anderen Seite.

    Und man müsste eben, wie von dir beschrieben, genau den Winkel treffen und beachtet das Schaukeln nicht, was aber zwangsläufig auftritt. Weiterhin wäre mir die Belastung, wie auch von dir geschrieben, dann deutlich zu hoch.

    Nach oben abspannen, ist auch richtig gesagt, die andere Option, jedoch gebe ich da zu bedenken, dass A die Stangen immer noch nicht für die Schärkräfte ausgelegt sind (anders als das Tensahedron) und B die Stangen nicht in nem tollen Winkel stehen (da ja auf 3 Seitige Standfläche ausgelegt und nicht wie Tensahedron frei wählbar/automatisch anpassbar). Du annullierst ja den 3. Fuß mit der Methode quasi komplett.

    Ich mag diesen Fachsimpel-Talk ^^

  • Der Gurt läuft nur durch den Haken durch, also wirkt die Kraft von oben ((?)) würde ich sagen, auf das Dreibein und müsste vertretbar sein.

    Suspekt am Dreibein ist mir die Verlängerung der Beine, die ist deutlich dünner und wird auch nicht markiert, wann man sie zu weit raus gezogen hat.

    Kraft wirkt nicht von oben, sondern diagonal, schau dir nochmal die Beiträge von Waldläufer70 und mir an ;)

    Diese Verlängerung macht es nochmal etwas schlechter, da in der Stange somit auch nochmal Spannungen der beiden Stangen entstehen (die verkeilen in sich und wollen brechen).

    Fazit nach der ganzen Sache: Wie die Personenaufhängung mit Zing-it (ich hatte mal diese Idee) kann das funktionieren, ist aber nach genauerer Betrachtung keine gute und sichere Methode.

  • Du kannst einfach nicht (ohne Ratsche) so fest nach unten spannen, wie dein Körpergewicht auf der anderen Seite wirkt.

    Wozu brauchst du dazu eine Ratsche? Kraft = Gegenkraft. Das Seil, das auf beiden Seiten im gleichen Winkel nach unten abgespannt ist, wird durch den Haken rutschen und dabei von alleine die Position der ausgeglichensten Spannung suchen.

    Bei der Abspannung zum Dach hin sehe ich kein Problem: Das entspricht von der Belastung her – grob geschätzt – folgender Situation:

    Du stellst das Dreibein im Wald auf unebenem Untergrund auf und lässt den 10-20 kg schweren Topf ein wenig schaukeln. Das dürfte das Dreibein problemlos aushalten.

    Ups, ich wollte heute ja gar nichts "Physikalisches" mehr schreiben...

  • Wozu brauchst du dazu eine Ratsche? Kraft = Gegenkraft. Das Seil, das auf beiden Seiten im gleichen Winkel nach unten abgespannt ist, wird durch den Haken rutschen und dabei von alleine die Position der ausgeglichensten Spannung suchen.

    Hö? Du schreibst doch schon die Antwort: Kraft = Gegenkraft. Du müsstest also per Ratsche die gleiche Kraft aufbringen, wie die Gewichtskraft auf der anderen Seite, im gleichen Winkel zum Dreibein (und theoretisch die jeweils dynamisch anfallende Kraft durch das Schaukeln), um die eine gleichmäßige Verteilung auf die 3 Pfosten zu erreichen.

    Ein einfaches Abspannen (fehlt mir gerade das Wissen, was man per Hand erreichen kann), würde, wie gesagt, die Verteilung verbessern, dem Standfuß also helfen, Kraft nach unten abzuleiten und gleichzeitig Belastung der anderen zu nehmen, dies aber nicht in eine gleichmäßige Relation bringen.

    Sry. für den Schachtelsatz ^^

    Bei der Abspannung zum Dach hin sehe ich kein Problem: Das entspricht von der Belastung her – grob geschätzt – folgender Situation:

    Du stellst das Dreibein im Wald auf unebenem Untergrund auf und lässt den 10-20 kg schweren Topf ein wenig schaukeln. Das dürfte das Dreibein problemlos aushalten.

    Woher kommt diese Annahme? Das kann ich jetzt nicht nachvollziehen.

    Ups, ich wollte heute ja gar nichts "Physikalisches" mehr schreiben...

    Ich animiere dich aber dazu :P

  • Hö? Du schreibst doch schon die Antwort: Kraft = Gegenkraft. Du müsstest also per Ratsche die gleiche Kraft aufbringen, wie die Gewichtskraft auf der anderen Seite, im gleichen Winkel zum Dreibein (und theoretisch die jeweils dynamisch anfallende Kraft durch das Schaukeln), um die eine gleichmäßige Verteilung auf die 3 Pfosten zu erreichen.

    Das Prinzip "Kraft = Gegenkraft" bedeutet nicht, dass du die Gegenkraft mit einer Ratsche erreichen musst, sondern dass sie sich von alleine ergibt. Sonst wäre das Konstrukt ja gar nicht im Gleichgewicht und würde umfallen. Gleiche Winkel führen automatisch zu gleichen Kräften. Gleichmässig nach unten abgespannt hättest du eine resultierende Kraft, die grob senkrecht nach unten geht. Durchs Schaukeln natürlich nicht immer exakt nach unten. Deshalb würde ich diese Variante auch auf keinen Fall ausprobieren.

    PS: Mit einer Ratsche erhöhst du die Kraft und die Gegenkraft und verkleinerst den Hängewinkel.

    Woher kommt diese Annahme? Das kann ich jetzt nicht nachvollziehen.

    Dazu müsste man die Winkel messen und dann die Kräfte trigonometrisch ermitteln. So wie ich es einschätze (siehe Schaubild oben und Foto von Stefanie), ergibt sich im Seil nur ein geringer Knick und entsprechend dürfte die resultierende Kraft nach unten nur einen kleinen Teil der Gewichtskraft betragen. 20 Prozent von Stefanies halbem Gewicht wäre da schon eher hoch gegriffen.

  • Kraft wirkt nicht von oben, sondern diagonal, schau dir nochmal die Beiträge von Waldläufer70 und mir an

    ...aber... die Aufhängung der Hängematte läuft zwar diagonal durch den Haken, aber der Haken zieht ja senkrecht nach unten am Dreibein. Ich hab ja in meinem Fall gar keine Abspannungen, weil es ein Dreibein ist, das von alleine steht und die Hängemattenaufhängung frei durchläuft...grübel... also dient nicht der Haken der gleichmäßigen Verteilung?

    Bergkristall oder Hagelkorn?

    Einmal editiert, zuletzt von Stefanie (5. Dezember 2020 um 13:16)

  • ...aber... die Aufhängung der Hängematte läuft zwar diagonal durch den Haken, aber der Haken zieht ja senkrecht nach unten am Dreibein. Ich hab ja in meinem Fall gar keine Abspannungen, weil es ein Dreibein ist, das von alleine steht und die Hängemattenaufhängung frei durchläuft...grübel...

    Die Kräfte hängen von den Winkeln ab. Wenn die Winkel verschieden sind, führt das zu einer ungleichen Belastung. Da hat Rocketman schon recht.

    Die sogenannte "resultierende Kraft" verläuft in Richtung der Winkelhalbierenden zwischen den beiden Seilen (zum Dachbalken und zur Hängematte). Die Beine, die eher in Richtung der Winkelhalbierenden verlaufen (also von der Hängematte weg zum Boden), bekommen mehr Belastung ab als die anderen. Ein Bild würde helfen, aber ich habe jetzt keine Lust, noch eines zu erstellen. ;)

    Aber meine Skizze weiter oben kann das durchaus veranschaulichen...

  • Moin,

    ein Angelkumpel meinerseits hat in seinem Garten auf einer Distanz von auch ca. 7m und in ca. 250cm Höhe einen Ratschengurt gespannt. Eine Seite an einem Baum, andere Seite ähnlich wie auf @Stefanie‘s 2. Foto.

    In den gespannten Ratschengurt hat er sich 2 Prusik Knoten aus Dyneema Bandschlingen gebunden und da die Hängematte eingehängt.

    Die Hängematte war dann hauptsächlich über unterschiedliche Bandschlingenlängen in der Höhe verstellbar.

    Davor nutzte er den Baum und ein DIY Dreibein aus Holz. Weil das Dreibein aufgestellt viel Platz braucht ist er zu dem Ratschengurt System gewechselt. Er lässt den Gurt dauerhaft hängen und hängt dann bei Bedarf nur seine Hm ein.

    • Offizieller Beitrag

    es ist ein dicker Baum und ein starker Balken am Haus. Hält wohl super 👍

    Berühmte letzte Worte. Er sollte sich mal durchrechnen, was für Kräfte bei einem so flachen Winkel wirken. Dazu kommt die Hebelwirkung durch die 250 cm Höhe. Keine gute Idee.

  • Moin,

    wenn man sich die richtigen Haltepunkte aussucht, funktioniert es mit so einer „Slackline“ ganz gut!

    Siehe z.B. Tentsile.......

    Man kann dann auch auf eine Tarp Ridgeline verzichten.

    So etwas wäre aber wohl nur was für Car Camper oder Gartenschläfer. Denn ca.6-8m Gurte die man dann bräuchte dürften fast mehr wiegen wie der ganze Rest des Setups 🤭😂

    Auch muss man den Gurt bei weit auseinander liegenden Aufhängepunkten ziemlich hoch aufhängen so dass die Hm nicht den Boden berührt.

    Bei meinem Kumpel hängt der Gurt bei ca. 7m Abstand zwischen den Aufhängepunkten auf ca. 2,5m Höhe.

    Leider weiß ich nicht wie lang die Dyneema Bandschlingen sind an denen die Hm hängt.

    Da er die Bandschlingen als Prusikknoten an die Slackline gebunden hat, kann er seine Hm leicht hin und her schieben und auch jede Hängemattenlänge aufhängen.

    Vielleicht mache ich mir gleich die Mühe und schieße ein paar Fotos von einer Hm an einer „Slackline“ aus 3 hintereinander geschlauften Hängemattengurte. Wollte eh gleich noch ein paar Stündchen raus!

    In diesem Sinne...... Gruß von der Ostsee

    • Offizieller Beitrag

    wenn man sich die richtigen Haltepunkte aussucht, funktioniert es mit so einer „Slackline“ ganz gut!

    Siehe z.B. Tentsile.......

    Tentsile ist auch ein Baumentwurzler. Auf HammockForums wurden bereits mehrfach Zeitungsartikel von tödlichen Unfällen gepostet, die der Beschreibung nach auf die Verwendung eines Tentsile Zelts (oder Tentsile-ähnlichen Zelts) zurück zu führen waren.

    Je flacher der Aufhängewinkel, desto größer werden die Kräfte. Der Hammock Hang Calculator sagt, dass 100 kg in der Hängematte bei einem Aufhängewinkel von 5° zu 573 kg pro Seite werden. Statisch, nicht dynamisch. Das ganze in 2,50 m Höhe sollte einen enormen Zug auf die Baumwurzeln ausüben.

    Ich würde mich (oder andere Gartennutzer) nicht unnötig in Gefahr bringen wollen. Ich sehe auch den großen Vorteil gegenüber einer normalen Aufhängung nicht.

  • Moin,

    so war mal kurz im Park um die Ecke. Wanderung schaffe ich heute leider doch nicht mehr ☹️

    Dort habe ich mal auf die Schnelle 3 Stk. Travelax Polyester Hängemattengurte (a 275cm lang-500kg Tragkraft) zusammen geschlauft und in ca. 2m Höhe im Abstand von ca. 4m zwischen 2 Bäume von Hand, also ohne Ratsche aber mit Umlenkung über einen Karabiner, gespannt.

    Am Umlenk-Karabiner habe ich den Gurt mit einem Siberian Hitch Knoten (ich weiß garnicht wie der auf deutsch heißt 🤭) gesichert. Den Gurt habe ich in etwa so fest wie sonst meine Tarp Ridgeline gespannt.

    In den dann zusammen gerechnet 825cm langen Gurt habe ich dann mit 2 Karabinern eine DD Camping Hm und ein HH Asym Rainfly eingehängt.

    Als ich mich mit meinen ca. 75kg in die Hm gelegt habe, musste ich feststellen dass der Gurt ein kleines Stück zu hoch angebracht war. Ich hatte mit mehr Durchhang gerechnet.

    Die Spannung des Gurtes ist beim liegen in der Hm nicht stärker als die der Hm Ridgeline. D.h. ich kann den Gurt immer noch ein wenig mit den Fingern „biegen“.

    Die Kräfte werden durch mein Gewicht nach unten gezogen wie bei einem 2-Gurte System. Und zwar in dem Winkel wie die Hm aufgehängt ist.

    Es ist also in dieser Variante nicht mehr Spannung auf den Bäumen als bei einer anderen Methode.

    Mit einem Ratschen-Gurt darf man halt nicht zu stramm spannen. Muss man ja auch nicht. Ich möchte ja nicht über meine Aufhängung laufen.

    Einen großen Vorteil gegenüber anderen Methoden erkenne ich auch nicht. Aber ich sehe, vom Gewicht der Gurte mal abgesehen, auch keinen großen Nachteil. Es ist einfach nur eine Methode Hängematten aufzuhängen. Das aufhängen geht sehr schnell und eine extra Tarp Ridgeline brauche ich nicht mehr 👍

    Da mein Körpergewicht ja unterhalb der Gurte hängt (anders als z.B. bei Tentsile oder Aerial A1) haben die Bäume nicht mehr Belastung auszuhalten als bei einer 2-Gurtaufhängung. Probiert es aus.....

    Bei den Tentsile Baumzelten o.ä. Produkte sind es überwiegend Fehler beim aufhängen die Bäume umstürzen lassen. Von den Unfällen von denen ich gehört habe, waren es meist Mehrpersonen Baumzelte die wohl überbelastet waren.

    —zu schwache Bäume

    —zu starkes spannen der Gurte

    —zuviel Gewicht im Zelt

    Das kann einem mit einer „normalen“ Hm aber auch passieren.

    Die Hauptgefahr beim Ratschen-Gurt ist m.M.n. das zu starke Spannen der Gurte. Dies ist aber (außer bei Tentsile vielleicht, weiß ich nicht, hatte ich noch nicht) garnicht nötig.

    Mit den Ratschen hat man halt nicht soviel Gefühl wie von Hand wieviel Kraft man anwendet den Gurt zu spannen.

    Das Ganze könnte man auch mit einem einzigen langen 2,5cm Polyestergurt, 2 Karabinern, einem starken Prusik Knoten für die Gurtaufhängung und 2 starke Prusik Knoten für die Hm machen. Fehlen noch Driplines und die beiden Prusik Knoten um das Tarp in den Gurt einzuhängen.

    Von der Belastung ist es in etwa das gleiche wie 2 Gurte und Hängematten Ridgeline die gespannt werden. Man hat nur anstatt 3 Aufhängeteile ( 2x Gurte,1x Hm Ridgeline) einen durchgehenden Gurt.

    Theorie und Praxis sind halt nicht immer das Gleiche. Musste ich schon mehrfach in meinem Leben feststellen.

    In diesem Sinne..... Gruß von der Ostsee

    • Offizieller Beitrag

    Dein Aufhängewinkel ist deutlich flacher als für die Hängemattenaufhängung notwendig. Das zeigt der Durchhang deiner Hängematte. Es wirken also in jedem Fall höhere Kräfte als nötig auf den Baum. Es ist ohnehin immer ein gewisses Risiko dabei, wenn man eine Hängematte zwischen zwei Bäume hängt, weil nicht einmal Arboristen immer korrekt einschätzen können, wie gesund ein Baum ist. Von Laien ganz zu schweigen. Langzeitstudien zu möglichen Schäden an Bäumen die durch Hängematten verursacht wurden gibt es meines Wissens auch nicht.

    Also noch einmal die Frage: warum diese Aufhängung wählen, wenn sie nur sehr wenige, zweifelhafte Vorteile hat, aber potentiell gravierende Nachteile? Muss das sein? Bitte empfiehl diese Art der Aufhängung nicht weiter, selbst wenn du sie selbst benutzt. Ich war auf vielen Hängemattentreffen und habe häufig die professionelle Baumauswahl vieler Hänger bewundern dürfen. Wenn zusätzlich zu einer schlechten Baumwahl auch noch eine unnötig straffe Aufhängung dazu kommt, sind Tragödien vorprogrammiert. Für mich ist es ohnehin ein Wunder, dass nicht mehr passiert.

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