Optimierung der Aufhängung zwischen zwei festen Punkten?

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  • Ihr lasst ja nicht locker, wenn es um nicht ganz optimale Aufhängung geht 😁 Aber deswegen bin ich ja hier. Habe mich also noch mal aus dem Winterschlaf aufgerafft und bin Messen gegangen. Ist ja vielleicht doch interessant, mal unter die Lupe zu nehmen, was ich da eigentlich mache. Also es stehen ein Schuppen und ein Gartenhaus gegenüber. Abstand 7m. Skizze siehe unten. Beide haben oben bevor das Dach los geht ein Querbalken, also waagerecht. Höhe Balken eins: 2,37m Höhe Balken zwei 2,30m. Wenn ich die Hängematte aufhänge, hänge ich sie maximal tief so ca. 25 cm über den Boden, da ich die Aufhängepunkte ja nicht erhöhen kann (zumindest nicht ohne größeren Umbau) und der Abstand zu weit ist, so weit mein Verständnis der Lage.

    Also ich bin schon froh, dass die Matte da irgendwie hängt, besser als nichts. Die Ridgeline ist sehr gespannt, da bewegen sich vielleicht 5mm seit ich vom ganz dicken Balken eins höher auf den mittleren gewechselt habe. Siehe Foto. Der Latte ganz oben trau ich nicht.

    Wie kann ich also die Spannung weiter verringern?

    Ich dachte eigentlich, da geht garnichts, aber seit ich „Aufhängung an einem Baum“ hier gelesen und eure Fragen gehört habe, arbeitet das Hirn irgendwie im Hintergrund... eine „Gegenleine“ spannen oder so??

    Variiert habe ich bisher:

    Seil links länger/rechts kürzer oder umgekehrt.

    Hängemattenlänge?? Hat das einen Einfluss? 🤔

    Kopfende wechseln? aber das ist schon Richtung niedrigeren Balken.

    Oder?

    Bin gespannt.

    Hoffe, das mit den Fotos klappt..

    .

    (Hoffentlich sagt jetzt keiner, die ganze Aufhängung sei ne Katastrophe 😁 ich fühl mich schon wie bei ner Prüfung...🧐

    Also bisher hält’s, bin auch leicht 😁)

    Bergkristall oder Hagelkorn?

  • Durch die starke Asymetrie ist es etwas schwierig es in den hammock calculator einzugeben, aber die Kräfte die da wirken sind ja nun wirklich nicht groß:


    Warum sollte das nicht halten?

    Die Spannung zu veringern ist natürlich schwierig, weil du dafür die Abspannung länger machen müsstest. Dadurch hängst du tiefer und das kanns du nicht mit höheren Punkten zum Befestigen ausgleichen.

    Mein Vorschlag wäre (was die Dächer ja durchaus aushalten sollten):

    Du spannst ein (Statik-)Seil zwischen den beiden Punkten wo gerade die HM hängt und hängst dich dann in dieses Seil ein (Butterfly knot z.b.). Damit hast du Abspannpunkte die näher zusammen sind und weniger Belastung auf der HM.

    Muss natürlich ein ordentliches Seil sein, sowas hier würde ich nehmen, kostet nicht so viel und gibt es als Meterware.

    Einmal editiert, zuletzt von mnzl (4. Dezember 2020 um 16:18)

  • Du hast da einen Hängewinkel von rund 31°. Das ist doch perfekt. Also wenn dir die Hängematte nicht zu tief hängt, ist doch alles perfekt.

    (Ich habe mir vor ein paar Jahren mal einen kleinen Rechner gebastelt, bei dem ich auch verschiedene Aufhängehöhen eingeben kann. Ist manchmal noch praktisch...)

    Du spannst ein (Statik-)Seil zwischen den beiden Punkten wo gerade die HM hängt und hängst dich dann in dieses Seil ein (Butterfly knot z.b.). Damit hast du Abspannpunkte die näher zusammen sind und weniger Belastung auf der HM.

    Aus meiner Sicht geht es darum, die Belastung der Dächer zu reduzieren. Die Hängematte ist ja mit 31° eher wenig respektive "normal" belastet. Mit dem Statikseil erhöhst du die Belastung der Dachbalken – je nach Vorspannung des Seils – enorm. Das kann schnell gefährlich werden. Am schlimmsten wäre ein "Statikseil" aus Dyneema, weil das am wenigsten nachgibt.

  • Aus meiner Sicht geht es darum, die Belastung der Dächer zu reduzieren.

    Wenn das stimmt, dann ist das Statikseil definitiv die falsche Idee.

    Wenn man das doch anbringt hat man natürlich den Vorteil, das man es, wenn es etwas länger ist, um mehr Fixpunkte als einen einzelnen Balken hängen kann (Was natürlich auch einfach so geht, entweder mit einem langen Seil, oder eine Metalschiene über mehrere Balken die die Last verteilt. Wobei das wie gesagt mMn nicht nötig ist bei so wenig Zugkraft).

  • Du hast da einen Hängewinkel von rund 31°. Das ist doch perfekt.

    klingt gut, wie hast du das rausbekommen? Ich hatte halt so mit den Fingern geschätzt. Mit Underquilt muss ich sie ggf. bisschen höher hängen, aber durch den Wechsel vom unteren auf den oberen Balken hatte ich ja bisschen Höhe gewonnen, wodurch sie nicht mehr ganz so gespannt hängt. Ich finde es so auch ziemlich bequem, hatte nur Bedenken wegen der zu hohen Ridgelinespannung, hatte im Hinterkopf, das könnte sich auch auf die Bequemlichkeit auswirken. Ich habe in der neuen Eldorado jetzt wegen Kälte bzw. fehlender Winterausrüstung noch keine ganze Nacht verbringen können, aber der Test steht baldmöglichst an. In de cocoon ultralight war es mir nicht bequem genug, da hatte ich die Hoffnung, dass sich durch weniger Spannung doch noch was ändert. (Wobei der entscheidende Schritt hier vielleicht doch einfach der zum weniger dehnbaren Stoff war.)

    Mit dem Statikseil erhöhst du die Belastung der Dachbalken – je nach Vorspannung des Seils – enorm. Das kann schnell gefährlich werden. Am schlimmsten wäre ein "Statikseil" aus Dyneema, weil das am wenigsten nachgibt.

    Das mit dem Seil hätte ich mir jetzt fast überlegt, Dank an mnzl für den Link, danach wollte ich noch fragen 🙂 wobei Waldläufer ja die Gegenargumente nennt, die Sache mit den Kräften war mir nicht so präsent. Gibt’s deinen Rechner noch irgendwo? Hab nur einen Link gefunden, der ins Leere führt, würde mich mal interessieren, bei deinem war die Ridglinebelastung irgendwie mit dabei oder?

    Bergkristall oder Hagelkorn?

  • Den, bei dem man verschiedene Höhen am Kopf- und Fussende einstellen kann, gibt es offiziell nirgends. Der andere findet sich hier:

    Hängematten-Rechner mit Grafik (metrisch)

    Eine etwas höhere Spannung der Firstleine ist aus meiner Sicht nicht so schlimm. Wenn ich mich nicht täusche, ist die Firstleine der Warbonnet-Hängematten aus AmSteel 7/64" (ca. 2,5 mm Durchmesser). Da ist die Dehnung nur gering.

  • Wenn du die beiden Aufhängepunkte näher zusammen haben möchtest kannst du einfach ein 2- oder Dreibein dazwischenstellen. Letzteres kannst du an einem senkrechten Balken relativ weit unten befestigen.

    Ich habe hier die beiden miteinander verbundenen Alu-Stangen am Abschlepphaken vom Auto befestigt. Zwischen beiden Stangen ist eine Schnur, damit die Beine nicht auseinander rutschen und jedes ist mit einem Hering am Boden festgemacht, damit es nicht wegrutscht.

    Du könntest auch ein Dreibein nehmen oder sogar nur eine einzelne Stange: aber dann wären 2 Abspannmöglichkeiten besser, damit sie nicht zu sehr hin und herkippt. Es geht auch mit nur einer Abspannung, ist dann aber doch ziemlich kippelig.

  • =Odu wiegst um die 40 kg?

    Also das Dreibein ist nicht dafür ausgelegt. Das Gewicht lastet unproportional auf einem Dreibein, als einen Ankerpunkt.

    Anders sieht das aus, wenn du die Konstruktion verwendest, welche von barfuß gezeigt wurde.

    Dabei entlastet die Leine, welche von dem Ständer weg geht, die Konstruktion. Wichtig dabei ist die Ständer schräg zu stellen, wie gezeigt.

  • Wenn man mit dem Petromax-Ständer das eine Seil etwas anhebt, so lastet dort – senkrecht nach unten – nur etwa die halbe Hängemattenlast drauf. Zumindest gemäss meiner bescheidenen Sicht der Dinge. Zudem hat der Ständer bestimmt auch etwas Reserve.

    Falsch: deutlich weniger als die Hälfte (siehe unten).

    Ob ich selber das ausprobieren würde, ist natürlich wieder eine ganz andere Frage...

  • Wenn man mit dem Petromax-Ständer das eine Seil etwas anhebt, so lastet dort – senkrecht nach unten – nur etwa die halbe Hängemattenlast drauf. Zumindest gemäss meiner bescheidenen Sicht der Dinge. Zudem hat der Ständer bestimmt auch etwas Reserve.

    Ob ich selber das ausprobieren würde, ist natürlich wieder eine ganz andere Frage...

    Du meinst nur als "Auflage" für das eh gespannte Seil?

    Da hast du Recht.

    Reserve dürfte sich bei dem Ding aber sicher in Grenzen halten, da das ja nicht für eine Personen Aufhängung gemacht ist.

    Wie du, würde ich das auf jeden Fall auch nicht ausprobieren. Wo sollte ich dann ggf. meinen Topf aufhängen? ^^

  • Ja, als Unterstützung des nach wie vor am Dach befestigten Seils sollten sich da bei Personen bis ca. 55 kg keine Probleme ergeben. Wenn man sich sorgfältig in die Hängematte setzt und auch nur vorsichtig bewegt, kann man die Hängematte auch mit mehr Gewicht nutzen (Grenze bei ca. 80 kg, wenn man sich sanft bewegt wie ein Schmetterling). ;)

    Edit: Stimmt nur, wenn das Seil von der Auflage horizontal abgespannt wird. Wird das Seil nach oben abgespannt, dann wird die Belastung des Ständers kleiner als etwa 50% der Hängemattenlast, wird es nach unten abgespannt, so wird die Belastung höher.

    • Offizieller Beitrag

    Ich habe mit Flachdachbalken keine gute Erfahrungen gemacht. Die sind häufig nur aufgelegt, und können bei Zug in eine andere Richtung als senkrecht verrutschen. Ich wäre da eher vorsichtig.

    Wie straff ist denn die Warbonnet Ridgeline gespannt? Wenn sie wirklich stramm ist, dürfte der Aufhängewinkel eher bei 20° als bei 30° liegen, denn Warbonnet Hängematten werden deutlich flacher aufgehängt als die Hängematten der meisten anderen Hersteller.

    Der Tipp von barfuß ist gut - wobei ich gleich weitergehen würde, und einen kompletten Tensahedron bauen würde. Dann bist du auch nicht mehr ortsgebunden, sondern kannst dich dort hinhängen, wo es ruhiger / trockener / weniger windig / weniger einsichtig / o.ä. ist.

  • Wenn man den Ständer bei Befestigung am Dach nutzt, liegt vermutlich nur ein Bruchteil der Hälfte des Körpergewichts auf dem Ständer auf. Das hängt vom Winkel ab.

    Wird der Ständer aber zum Boden abgespannt, dann ist die Belastung des Ständers viel höher.

    Etwas salopp gezeigt:

    Wenn ich mit dem schwarzen und dem roten Pfeil ein Kräfteparallelogramm anfertige, ist die resultierende Kraft gegen unten recht klein. Mache ich das Gleiche mit dem schwarzen und dem grünen Pfeil, so ist die resultierende Kraft nach unten deutlich grösser.

    In Wirklichkeit ist nur der rote Pfeil etwa gleich gross wie der schwarze. Der grüne Pfeil wäre in Wirklichkeit ein ganzes Stück länger als der rote, was die nach unten wirkende Kraft weiter erhöht.

    Das nur als grobe Annäherung...

    Fazit: Petromax-Ständer höchstens als Unterstützung des Seils vom Dach her nutzen!

  • Also Zweibein mit Schnur verteilt das Gewicht anders als Dreibein? Könnte mir das jemand nochmal erklären warum?

    Das Dreibein ist eine eigenständige Konstruktion, heißt es kann frei stehen. Man hat somit keine Möglichkeit Lasten aufzunehmen durch einen zusätzlichen Ankerpunkt.

    In der HM belastet man maximal 2 der pfosten des Dreibein mehr als den anderen, da man eine schräge Kraft, also ziehenden Kraft, auf das Dreibein einwirken lässt. (die Gewichtskraft ist nahezu in der Mitte beider HM Aufhängungen am höchsten). Somit drückt man diese beiden Pfosten nach unten und nach hinten, was zu eine Spreizung führt. Dies Resultiert in einer Starken Verdrehung der Kontsktstelle oben an den 3 Pfosten. Schärkrafte sind ziemlich übel, da man extrem gegen arbeiten muss, als hersteller.

    Normaler Weise ist ein Dreibein für eine Kraft ausgelegt, die senkrecht der Kontsktstelle der Pfosten wirkt, wie das ja der Fall ist beim aufhängen des Topfes. Hier bewirkt die Kraft das sich alle 3 Pfosten gegeneinander verkeilen und somit stützen.

    Ich hoffe das war verständlich:)

  • Wenn du die Hängematte gleich steil nach unten abspannst, wie sie hängt, wird das Dreibein nahezu ideal nach unten belastet. Die Belastung ist dann aber auch relativ hoch: bei 30° Hängewinkel die Hälfte des Körpergewichts (ohne Berücksichtigung von Bewegungen, die die Belastung erhöhen). Spannst du hingegen zum Dach ab, so wird die Belastung des Dreibeins

    • asymmetrisch (negativ)
    • deutlich geringer (positiv)

    Der positive Aspekt dürfte aus meiner Sicht deutlich überwiegen.

    Aber von meiner Seite jetzt genug "Physik" für heute... ;)

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