Review:
Ich habe mir nun einige Zeit genommen, bis ich meine Einschätzung und damit dieses Review veröffentliche.
Dazu habe ich 5 Nächte bei verschiedenen Temperaturen in dem anowa geschlafen und in den Nächten teilweise auf andere HM-Systeme gewechselt.
Vergleichen werde ich hierbei mit der EasyHammock Winter XL (-12°C) (Produktion eingestellt), der Dream Hammock Sparrow 12ft mit 0°F Wooki (-17°C), Khibu Nirvana 11ft mit 0°F Wooki und der Khibu Nirvana 11ft mit Magma Underquilt (-5°C).
Wie bei allen meinen bisher von Khibu getesteten Produkten kann ich keinerlei Schäden, Unsauberkeiten, oder Fehler entdecken.
Die Matte macht einen wertigen Eindruck, alle Nähte sind sehr gut verarbeitet, es gibt keine Lücken im Netz.
Reißverschlüsse haken nicht, auch nach vielem auf und zu machen, und sind verhältnismäßig leise.
Der Liegekomfort entspricht, nicht verwunderlich, dem einer Nirvana.
Ich liege in dem anova, genau wie in der Nirvana, selbst mit meinen 1,97m, sehr angenehm.
Dies unterscheidet für mich Khibu auch von anderen Herstellern, bei denen mir die 11ft Matten "nicht passen".
Details zum Liegekomfort per se, bitte ich daher dem Detailierten Review zur Nirvana zu entnehmen.
Spoiler anzeigen
Ich besitze sowhl die Khibu Nirvana XL Long, als auch die Nirvana XL Wide und "benötige" diese Varianten nicht, um komfortabel zu liegen. Khibu ist der einzige Hersteller, den ich bislang getestet habe (es fehlen nur wenige), bei dem mir die 11ft Variante besser gefällt.
Die erste Nacht habe ich Zuhause unter dem Carport in dem anowa verbracht.
Diese war auch gleich die kälteste mit -2,8°C.

Hier habe ich dann gleich das Top Cover ausprobiert:

Und Feuchtigkeit am Morgen vorfinden können:

Um das Top Cover anzubringen, braucht es schon etwas Übung und Gedult. Draußen, im kalten, den Wechsel von Mückennetz auf Top Cover zu vollziehen, hat wirklich keinen Spaß gemacht.
Der Wechsel dann zurück auf das Mückennetz hat aber schon besser funktioniert.
Meine Empfehlung ist hier eindeutig sich vor der Tour für eines der beiden zu entscheiden und dies in Ruhe, am besten im Warmen entsprechend anzubringen.
Wie oben zu sehen bewirkt das Top Cover schon einiges an Feuchtigkeit in der HM, weshalb ich es auch nicht aktiv nutzen werde.
Dafür spürt man einen Unterschied, was das mikro Klima in der HM anbelangt. Ich habe hier durchaus 1-3 Grad Unterschied von Außerhalb zu Innerhalb der HM erreichen können.
Leider habe ich es dann nicht mehr geschafft noch tiefere Temperaturen zu erwischen, sondern mich bei den weiteren Nächten zwischen 2°C und -2°C bewegt.
Mein persönliches Wärmefazit (friere recht schnell), besonders im Vergleich zu den o.g. Matten/Systemen fällt bei den getesten Temperaturen durchweg positiv aus.
Der persönlichste Tiefstpunkt (Temperaur technisch
) liegt bei mir bei -8°C. Auch dies traue ich dem anowa entspannt zu, sodass ich auch ohne weiteren Test bei dieser Temperatur damit in den Wald gehen würde.
Hier die Vergleiche zu den Testmatten (+ positiv zu Vergleich, - negativ zu Vergleich), in Reihenfolge meiner persönlichen Favoriten:
- Khibu anowa (-10°C)
- + mit Abstand mein wärmstes System -> Wärme wird quasi sofort und stark zurückgegeben und nicht von Luftbewegungen in HM oder Wind beeinträchtigt
- + gringstens Packmaß von allen (ein Packsack)
- + UQ abzippbar, somit deutlich besser waschbar und in Wärme etwas regulierbar
- Aufbaukomfort 1+ (gleich zu Easy)
- eines meiner leichtesten Systeme (deutlich + zu Easy, leicht - zu Nirvana mit Wooki)
- - Liegerichtung vorgegeben (- zu Easy und Magma)
- EasyHammock Winter XL (-12°C) (Apex Isolierung):
- + bietet mir mehr Platz und ""10%"" mehr Komfort
- + bietet mir eine "Rundum-Isolierung" -> ich kann in jeder Position und Richtung schlafen
- Aufbaukomfort
- - ist spürbar kälter (gibt nicht so schnell und nicht so stark Wärme zurück)
- - ist deutlich schwerer
- - ist deutlich sperriger
- - UQ angenäht, somit deutlich schwerer waschbar
- Khibu Nirvana mit Magma UQ (-5°C)
- + bietet mir eine "Rundum-Isolierung" -> ich kann in jeder Position und Richtung schlafen
- eines meiner leichtesten Systeme (deutlich + zu Easy, leicht - zu Nirvana mit Wooki)
- kleines Packmaß (2 Packsäcke)
- - ist spürbar kälter (gibt nicht so stark Wärme zurück)
- - Aufbau schwieriger als anowa und Easy (einzeln einstellen)
- Khibu Nirvana mit Wooki (-17°C)
- + leichtestes System
- Liegekomfort gleich wie bei anowa
- kleines Packmaß (2 Packsäcke)
- - Aufbau deutlich schwieriger (Wooki nur mit Anpassung gut sitzend)
- - Wind- und Bewegungsanfällig (Luftpolster zwischen UQ und HM wird weggeweht, oder durch Bewegung "rausgedrückt")
- - Wooki verrutscht in 2/10 Fällen in der Nacht
- Dream Sparrow mit Wooki (-17°C)
- - Liegekomfort kein Vergleich zu allen genannten
- - Wooki passt selbst mit Einstellung nicht richtig an die 12ft
- - Wind- und Bewegungsanfällig (Luftpolster zwischen UQ und HM wird weggeweht, oder durch Bewegung "rausgedrückt")
- - Wooki verrutscht in 4/10 Fällen in der Nacht
- (behalten aufgrund sentimentalem Wert)
Fazit:
Das anowa Hängemattensystem ist mein neues Haupt-System.
Die Wärmeleistung ist dank eines vergleichbaren Lofts zum Wooki, dafür aber mit einem űberlegenen Befestigungssystem, überragend.
Der Komfort ist für mich zwar, durch vorgegebene Liegerichtung und limitierte Größe, etwas schlechter als bei der Easy, aber immer noch sehr gut.
Aufbau, Vararbeitung, Haptik, Packmaß und Gewicht, gepaart mit der Möglichkeit zur Wärmeregulierung und einfacheren Reinigung, machen das anowa System für mich fast perfekt.




Ich hoffe dieses Review erschließt die Vorteile, sowie Nachteile des Systems und gibt euch damit einen besseren Einblick.
Mir war hierbei wichtig nicht einen Ersteindruck zu vermitteln, sondern einen fundierten Vergleich zu formulieren.
Wenn Fragen offen sind, oder ich etwas konkretisieren soll, dann lasst es mich bitte wissen.
Grüße
Rocketman