Moin,
da ich häufig mehrere Nächte am Stück in Gewässernähe abhänge verwende ich außer bei Temperaturen deutlich unter Null keine Daunen UQ. Jede mir bekannte Daune (auch behandelte) hat bei viel Feuchtigkeit einfach zu viel Wärmeverlust durch teilweises verklumpen der Daune und lässt sich dann draußen sehr schlecht wieder trocknen. Dadurch geht für mich der Gewichtspluspunkt (feuchte Daune ist schwerer) gegenüber hochwertiger Kunstfaser verloren. Dabei ist es eigentlich egal wie die Feuchtigkeit in den UQ kommt. Ob durch Feuchtigkeit von außen ( Nebel, Spritzwasser o.ä.) oder Feuchtigkeit von innen (Schweiß).
Man kann die Feuchtigkeit in der Füllung ja nicht sehen aber wenn man sich mal die Mühe macht den UQ vor einer mehrtägigen Tour mit z. B. hoher Luftfeuchtigkeit und nach einer solchen Tour zu wiegen wird man überrascht sein. Da kommen schnell mal über 100g mehr dazu.
Ein UQP hilft die Feuchtigkeit in der Füllung zu reduzieren, kann es aber nicht verhindern. Nimmt man einen wasserdichten UQP können die Körperausdünstungen nicht entweichen.
Hochwertige Kunstfaser nimmt so gut wie keine Feuchtigkeit auf und trocknet viel schneller. Sie behält sogar ca. 60% ihres Wärmerückhaltungsvermögen wenn sie richtig nass ist.
Ich habe vor vielen Jahren mal zu Testzwecken einen TNF Bigfoot Polarguard HV Schlafsack (Komfort bis ca. -10C) komplett durchnässt, ihn dann ausgewrungen und eine Nacht bei +2C darin genächtigt.
Der Schlafkomfort war natürlich nicht so toll aber ich habe nicht gefroren. Versucht das mal mit einem Daunenschlafsack!
Schlafausrüstung aus Daune hat auf jeden Fall ihre Berechtigung (besserer Schlafkomfort, wenn trocken geringeres Gewicht, kleineres Packmaß, sie hält bei guter Pflege deutlich länger). Aber bei Gefahr das sie feucht wird ist sie eher ungeeignet.
Der Gewichtsvorteil der Daune gegenüber hochwertiger Kunstfaser ist heutzutage nicht mehr so groß. Das Packvolumen schon. Ich finde das Schlafklima in Daune deutlich besser.
Aber wieviele von euch machen hauptsächlich Kilometer lange Fußmärsche wo es zwingend aufs Gewicht ankommt?!
Wenn ich hier so mitlese sind doch sehr viele eher mit Kanu/Kajak, Fahrrad, Moped o.ä. unterwegs oder sie laufen keine vielen Kilometer, sondern von irgendeinem Parkplatz ein paar Kilometer in einen Wald hinein oder campieren im eigenen Garten. Und da kommt es meiner Meinung nach auf ein paar hundert Gramm nicht an.
Anders ist es wohl bei sehr begrenztem Platz im Rucksack. Daune lässt sich halt sehr kompakt komprimieren.
Hänger die hauptsächlich zuhause rumhängen können sich im Prinzip auch eine alte Bettdecke o.ä. unter die Hm binden oder nähen. Sie müssen es ja nicht schleppen und können notfalls ins Haus verschwinden.
Deshalb empfehle ich außer bei zwingender Notwendigkeit eines kleinen Packmaß oder aus Gründen des besseren Schlafklimas oder bei Temperaturen ab ca.-10C keinen Daunen UQ, TQ oder Schlafsack.
Nicht zu vergessen, nicht alle können sich hochwertige Daunen Produkte leisten oder reagieren Allergisch auf Daunen.
Ich empfehle und benutze bei Temperaturen um die 0C eigentlich immer einen Kufa UQ wie z.B. den SLD Trail Winder, Carinthia HUQ180, DD Underblanket oder die Teile von Arrowhead Equipment.
Ich selbst habe oder hatte zu den oben genannten noch einen DIY UQ, ein Snugpak Underblanket, den Amazonas Ultralight XXL UQ (den kann ich nicht empfehlen) und durfte noch in ein paar andere mal 1-2 Nächte Probe liegen.
Als Daunen UQ benutze ich bei Temperaturen weit unter Null den Incubator Econ 0F +2oz Overfill mit einem UQP. Mit dem komme ich sehr gut zurecht. Vor allem bei Hm mit Bögen wie meine Clark NX250 oder meine DD Frontline XL.
Er funktioniert auch sehr gut mit Hm die seitliche Pull Outs oder UQ Hooks besitzen weil der UQ so schön dicht an liegen kann und nicht mehr verrutscht.
Vielleicht sollte ich noch erwähnen das ich seit mitte der Neunziger überwiegend in Hm draußen nächtige. Und das in so ziemlich allen Klimazonen.
Ich war knapp 15 Jahre meines Lebens auf Weltreise 7 Jahre mit Rucksack und fast 8 Jahre mit dem Fahrrad. Seitdem ich keine langen Reisen mehr unternehme schlafe ich jedes Jahr ca. 50-70 Nächte draußen. Zu allen Jahreszeiten meist in heimischen Gefilden.
Meine 2. Empfehlung: testet so viele verschiedene UQ wie möglich (von Kumpels ausgeliehene, zur Ansicht bestellte oder auf Hm Treffen). Nur so könnt ihr euch einen wirklichen Eindruck der Unterschiede der verschiedenen UQ machen. Denn letztendlich möchte man draußen bequem und warm schlafen.
So ihr Gartenschläfer🤭😂🤗 ich wünsche euch trotz vielem Bla...Bla...meinerseits 😁💪 eine erholsame Nacht.......
Liebe Grüße von der Ostsee