Länge vs. Breite

Zur Vermeidung von Spam werden deine Posts vor Veröffentlichung von den Moderatoren geprüft, falls du Links verwendest.
  • Ihr Guten,

    hier eine Anfängerfrage: Wie verhält es sich mit der Stoffbreite in Relation zur Hängemattenlänge? Ist eine geringere Breite (1,50 m) bei anständiger Länge (z.B. 3.60 m) okay, oder ist eine größere Stoffbreite generell besser? Ich kann mir vorstellen, dass eine größere Breite bei kürzeren Hängematten besonders vorteilhaft ist, aber warum werden dann so viele kommerzielle Hängematte mit 1,50er Stoff hergestellt?

    Cheers, Olivio

    • Offizieller Beitrag

    Kurz: Deutlich über 1,5m Stoffbreite ist nicht hilfreich, aus zwei Gründen:

    Erstmal ist es schlicht so, dass kaum jemand lang genug ist, um die vollen 1,5m überhaupt zu brauchen, auch wenn man richtig (diagonal) in der Hängematte liegt. Dazu kommt dann, dass die wenigsten Stoffe überhaupt eine entsprechende Breite der Stoffbahn haben, sodass die Hersteller der wenigen breiteren Hängematten letztendlich oft einfach mehrere Stoffbahnen zusammen nähen - diese Nähte sind im Idealfall so positioniert, dass man nicht darauf liegt (siehe Punkt 1), nicht selten liegt man allerdings trotzdem darauf. Das ist auch nicht unbedingt bequem...

    • Offizieller Beitrag

    Meines Wissens ist die Standardbreite für Gewebe auf Stoffballen +/-150 cm breit. Zumindest bekommt man in den Stoffläden in Deutschland kaum eine andere Breite zu kaufen. Für die allermeisten Nähprojekte wird diese Breite wohl auch vollkommen ausreichen, um z. B. die Teile eines Schnittmusters aufzuzeichnen und draus auszuschneiden. Ansonsten näht man halt eine doppelte Kappnaht, um Stoffbahnen wasserdicht zu verbinden, wenn man eine größere Fläche braucht (z. B bei Zelten).

    Rein technisch ist eine größere Breite allerdings durchaus möglich. Die Amis haben beim Hängemattenstoff eine Breite von umgerechnet bis knapp unter 190 cm im Angebot. Beide "großen" Anbieter für Hängemattenstoff, "Dutchweargear" und "Ripstop by the Roll" haben "Überbreite" im Angebot.

    Meine persönliche Lieblingshängematte ist aus Hexon W, was knapp über 170 cm breit ist. Ich hatte mir auch schon welche aus Hyper D XL und Hex70 XL genäht. Aber die waren mit knapp 190 cm Breite zu breit für mich. Ich fühlte mich mit meiner Körpergröße von 178 cm darin verloren, zudem konnte ich die gesamte Breite kaum ausnutzen – egal wie diagonal ich darin lag. Am Kopf- und Fußende gibt es so viel totes Material, dass mir über die Füße und ins Gesicht klappt und rumschlabbert. Das nervt.

    Meine zweitliebste Hängematte ist übrigens aus dem Hängemattenstoff von extremtextil und besitzt somit die Standardbreite von 150 cm bei einer Länge von 335 cm ;)

  • Wie bereits gesagt ist die Nutzbarkeit von Breite auf etwa 155 cm begrenzt (für gathered end Hängematten). Selbst bei sehr langen Matten, welche theoretisch die volle Breite in einen höheren Liegewinkel (diagonal) ermöglichen sollten, werden lange Menschen (wie ich) in eine weniger diagonale, bequemere Lage gedrängt. Der Grund ist die Dehnung des Stoffes, welche über die Körperlänge entsprechend der Masseverteilung variiert. Das bedeutet auch das dieser Effekt mit festeren (steiferen/dehnungsärmeren) Stoffen abnimmt. Auch eine Kurve kann die Nutzbarkeit von Stoffbreite erhöhen (der Extremfall wäre eine 90° Hängematte wie die Crosshammock).

  • Meiner Meinung nach ist das Verhältnis 3:2 optimal.

    Alles über 2m ist schon arg übertrieben.

    Warum?

    Bei 2m Breite kann man die Matte auch quer nutzen.

    Wie ein Hängestuhl. Ideal zum Lesen oder das Tablet an die RL hängen.

    Zudem hat man die Option einen Arm in eine Stofftasche zu legen.

    Oder falls es mal windig wird, man aber nicht gleich raus will ne Decke holen,

    sich mit dem Stoff zudecken.

  • Ansonsten näht man halt eine doppelte Kappnaht, um Stoffbahnen wasserdicht zu verbinden, wenn man eine größere Fläche braucht (z. B bei Zelten).

    Moin zusammen,

    eine doppelte Kappnaht ist eine sehr stabile Verbindung zweier Stoffbahnen, die sie aber nicht automatisch wasserdicht macht. Ohne irgendeine Versiegelung der Nähte ist diese Naht nicht wasserdicht. Durch die Nahtlöcher kann Wasser eindringen.

    Wenn man Stoffbahnen hochbelastbar zusammen nähen möchte kann man auch, wie es z.B. Hammock Bliss beim Skybed macht, den Stoff mit dünnen aber stabilen Einfassbändern aus Gurtmaterial vernähen.

    Ich bin kein Nähexperte und stelle mir die Art zunähen sehr schwierig vor. Vielleicht nur etwas für erfahrene Näherinnen und Näher. Aber es funktioniert und hält auch super. Zumindest bei meinem Skybed (wovon ich übrigens das Mossinetz auf Grund eines langen Risses abgetrennt habe).

    Gruß von der Ostsee

  • Das Garn nicht vergessen.

    Es gibt Garne, die dehnen sich aus bei Nässe und verschließen das Loch.

    Amann Rasant ist so eines glaube ich. Müsste mal nachlesen.

    Dazu die Oberflächenspannung des Wassers, dicht.

    Regendicht.

    Einen Wassersack zum Transport von Wasser kannste halt so nicht machen.

    • Offizieller Beitrag

    Für mich ist eine Campinghängematte der Länge 1,95 x Körpergröße mit einer Breite von 0,95 x Körpergröße ziemlich ideal.

    Ansonsten bringt eine Breite von mehr als der Körpergröße keinen höheren Liegekomfort, weil man in einer GE Hängematte einfach nur bis zu einem bestimmten Grad diagonal liegen kann. Etwas Spielraum zu den Kanten hin macht sich aber positiv bemerkbar. Zu Hause mag ich extra breite Hängematten (meine breiteste ist ca. 195 cm breit), weil man liegen kann wo man will, und Kissen und Decken nicht so schnell über Bord gehen.

    Grundsätzlich bringt Breite aber nur bei längeren Hängematten etwas, da bei kurzen aber breiten Hängematten einfach nur die Seiten hochgezogen werden. Je kürzer und breiter die Hängematte ist, desto schlimmer ist der Badewanneneffekt. Aus diesem Grund sind kurze Hängematten wie die DDs auch so schmal geschnitten. Kurze Hängematten müssen straffer aufgehängt werden, damit man gerade darin liegen kann - da werden die Seitenwände nur aggressiver hoch gezogen.

    Je länger die Hängematte ist, desto diagonaler kann man darin liegen -- und desto mehr Breite ist sinnvoll. Allerdings lässt sich mangelnde Breite bis zu einem gewissen Grad durch mehr Länge ausgleichen. Bei einer Campinghängematte handelt man sich dann aber leider neue Probleme ein (größerer Baumabstand, längeres und breiteres Tarp, ...). Die Standard-Stoffbreite von 150 cm inklusive Webkante ist leider schon sehr knapp für Hängematten.

Jetzt mitmachen!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!