Hängematte mit einem Baum und einem Hering aufhängen

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  • Hammock Fairy hat das Thema bereits hier angesprochen.

    Ein Baum, ein Hering, ein Seil.


    Wie man auch mit nur einem Baum eine Hängematte aufhängen kann.

    Auf dieser Seite ist das schön erklärt.

    Foto von instructables.com

    Das zeigt im Grunde schon alles.

    Ich habe am Wochenende an der Weschnitzquelle aus Mangel an passenden Bäumen dieses Setup nachgebaut.

    Der Konradsky brachte mir netterweise einen DIY Hering im V Format mit Steg oben mit.

    Aus meiner aktiven Kletterzeit hatte ich noch ein 20m 11mm Statikseil.

    Der Rest war vorhanden.

    Das Seil war dann mit Hering als Wurfgewicht schnell eingebaut.

    Auf der Instructable Seite macht sich leider keiner Gedanken, wir man das festgezogene Seil vom Ast wieder runter bekommt.

    Ich entschied mich für einen "würgenden" Einbau. Nach 1/3 Seil über dem Ast machte ich einen Schmetterlingknoten ist längere Seil,

    führte da das erste Drittel durchs Auge und zog das nach oben.

    So hatte ich ein Stück Seil an dem ich ziehen konnte, um den Knoten wieder herunter zu ziehen.

    Das lange Ende befestigten Konrad und ich letztendlich am Pfosten eines Mülleimers gemeinsam mit dem Zelthering.

    Das war bombenfest.

    Truckerhitch mit 2 halben Schlägen zur Sicherung.

    Auf der Baumseite erfolgt der Einbau der HM wie gewohnt.

    Baumgurt, Dutchclip, Marlinspike, Toggle, Whoopiesling.

    Am Seil kommt ein Prusik Knoten mit Reepschnur oder Paracord zum Einsatz.

    Paracord ist okay da es nur eine kurze Schlaufe ist.

    Dort hinein kommt dann die Whoopiesling der Hängematte.

    Vorsicht, die Seil Seite ist sehr dynamisch. Hier höher einbauen um die Dynamik aufzufangen.

    Anfangs hängt die HM sehr weit oben.

    Aber nach ein paar Gewichtstests hing sie aber optimal.

    Nachts regnete es und das Kletterseil hat die Eigenschaft, sich zu dehnen bei Nässe.

    Nein es gab kein Grounder, aber ich spürte meinen Rucksack unter der Hängematte manchmal.

    Fazit:
    Kann man machen. Aber eher eine Notlösung.

    Mit Tarp ist das nix. Denn auch optimal abgespannt hängt das Tarp durch sobald man sich in die HM rein legt.

    Zum Chillen ohne Tarp aber okay wenn man eh so ein Seil dabei hat.

    Verbesserungsmöglichkeiten sehe ich beim Seil.

    Dünner und statischer, vielleicht ein Dyneema Seil wobei man da mit dem Prusik experimentieren muss.

    Und eher 2 Heringe zur Lastverteilung.

    Ich werde das Seil mal mit nach Mengerschied zum nächsten Treffen bringen.

    Denn dort sehe ich ein ideales Testgelände durch die Baumfällaktion.

  • So eine Plasteschraube hätte mit Sicherheit bei unseren Gewichten nicht gehalten.

    Auf dem Hering und später auf den Stab der Mülltonne war richtig wumms.

    Ich wiege ja kanpp über 100kg und Bernd kanpp darüber.

    Da kann man das Statikseil noch so anknallen um Musik drauf zu spielen,

    es hängt doch immer noch durch.


    Gruss

    Konrad

  • So eine Plasteschraube hätte mit Sicherheit bei unseren Gewichten nicht gehalten.

    Das ist klar. Es ging um die Frage, wie man das Seil wieder vom Baum runter bekommt.

    Je geringer der Knick im Seil ist, desto höher ist die Belastung desselben. Ihr hattet nur einen minimalen Knick im Seil und entsprechend hoch war die Belastung. Wenn ein Baum starke, ausladende Äste hat, kann man die Belastung deutlich verringern, in dem man am Ast vom Stamm weggeht.

    Ich hätte bei meinen Versuchen mit dem Tarp den ziemlich dünnen Ast beinahe abreissen müssen, um das Tarp ordentlich gespannt zu bekommen, weil der Knick zu gering war.

    Da kann man das Statikseil noch so anknallen um Musik drauf zu spielen,

    es hängt doch immer noch durch.

    Genau das sollte man eben nicht machen. Ihr solltet einen möglichst grossen Knick drauf haben, um die Belastung tief zu halten. – Hänge mal eine Schraubenmutter an einen Faden und versuche, den so stark zu spannen, dass es keinen Knick mehr gibt. Geht nicht, da reisst vorher der Faden. Das gleiche Phänomen kennen wir vom Hängewinkel von Hängematten: je flacher, desto höher die Spannung.

  • Ich hatte da leider keine dünne Schnur dabei. Das hätte den Seileinbau auch erleichtert.

    So konnte ich das Prinzip nicht zum Abziehen verwenden.

    Daher nutzte ich das was ich hatte und konnte.

    Knoten in Kletterseile machen.

    War schön zusammen mit einem anderen Seemann Knoten praktisch anzuwenden.

  • @Bernd Odenwald Mich würde interessieren, ob das System nicht total "wackelig/kippelig" ist: an der Baumseite ist es natürlich stabil, aber an der Seite, wo die HM an der von oben kommenden Schnur hängt, stelle ich es mir sehr instabil vor: wenn du dich in der HM mal umdrehen willst: wackelt das nicht total?

    Ich finde das System an sich faszinierend, aber eigentlich bräuchte man statt der Schnur, die von oben runterkommt doch auch einen Baumgurt, denn die Äste haben doch sicher eine eher empfindlichere Rinde als der Stamm und der Zug ist ja schon erheblich, oder?

    • Offizieller Beitrag

    Die Frage, die ich mir bei dem Setup stelle, ist zwar eher theoretischer Natur, aber für die (Überlebens-)Praxis vielleicht von Bedeutung: Wie groß sind die Kräfte, die bei einer solchen Aufhängung entstehen. Ich bin zu doof, um das zu berechnen, aber mein Gefühl sagt mir, das die Zugkraft vollkommen anders abgeleitet wird, als wenn man einen Baumgurt mit 30-Grad-Winkel um den Baumstamm wickelt.

    Das Seil zieht in einem Winkel <90 Grad am Stamm, wenn man es an einem Ast befestigt, nochmal in einem anderen. Daran befestigt ist die Aufhängung, die dann auch noch mehr federt, wenn man sich in der Hängematte bewegt, als wenn sie direkt mit dem Baumband verbunden wäre. Wieviel kN ziehen da am Baum, bzw. was muss das Seil dabei aushalten?

    Ich möchte nicht die praktische Diskussion zu dieser Aufhängetechnik ins theoretische ziehen. Dennoch meine Frage an Waldläufer70 : Kann man so etwas "über den Daumen gepeilt" berechnen, um Richtwerte für die Anwendung zu bekommen (notwendige Seilstärke, Astdurchmesser ...)? - Nicht das man bei der Anwendung dieses Systems unter suboptimalen Bedingungen doch noch Opfer des Witwenmachers wird ;)

  • Für die Kräfte sind die Winkel zuständig oder anders ausgedrückt: Aus den Winkeln kann man die wirksamen Kräfte ableiten.

    Am Baum selbst, also dort, wo die Hängematte wie üblich am Stamm befestigt ist, ändert sich nichts. Wenn die Hängematte so aufgehängt ist, dass sie bequem ist, ändert sich auch am Zug auf der gegenüberliegenden Seite nichts: Die Hängematte selbst hängt ja gleich – und damit mit den gleichen Winkeln wie immer.

    Gehen wir von einem Hängewinkel von 30° aus. Dann zieht die Hängemattenlast am Baum wie auch an der baumabgewandten Seite. Und hier kommt es nun eben auf die Winkel zum neu eingeführten Seil an:

    1. Macht das Seil kaum einen Knick, so wird die Hängemattenlast vervielfacht. Da kann es passieren, dass sowohl am Ast als auch an der Abspannung ein Vielfaches der Hängemattenlast zieht.
    2. Stehen die drei Seile (Zugrichtungen) etwa in einem Winkel von 120° zueinander (gleichseitiges Dreieck: kommt also das Seil senkrecht vom Baum / Ast zur Hängematte und geht in einem 30°-Winkel von der Hängematte weg zum Boden => siehe Bild unten), so wirkt auf jede der drei Zugrichtungen die gleiche Kraft, die in unserem Fall der Hängemattenlast entspricht.
    3. Das von der Hängematte nach aussen abgespannte Seil könnte man noch etwas flacher abspannen. Dann würde die Kraft, die am «Baumseil» senkrecht nach unten wirkt, etwas kleiner, und die Kraft auf dem Abspannungsseil dafür etwas grösser. Das hängt aber auch davon ab, in welche Richtung das vom Ast nach unten kommende Seil verläuft. Das muss ja nicht zwangsläufig senkrecht nach unten verlaufen. Eine flachere Abspannung von der Hängematte zum Boden wäre auch eher suboptimal, weil man dann viel mehr Seil braucht und auch leichter darüber stolpern kann.

    Deshalb habe ich weiter oben auch geschrieben, dass man auf keinen Fall versuchen sollte, das Seil möglichst gerade vom Baum zum Boden zu spannen. Das entspräche Szenario 1) und würde Seil und Ast unnötig strapazieren.

    Für die Praxis würde ich versuchen, in die Nähe des gleichseitigen Dreiecks zu kommen. Dann sind die Kräfte am einfachsten abschätzbar.

    Da man dazu am Ast relativ weit nach aussen gehen muss, wird man wohl einen Kompromiss suchen und das Seil etwas näher beim Stamm befestigen, also eine Komponente von Szenario 1) in Kauf nehmen.

    Das ist meine spontane Antwort, die auch falsch sein kann.

  • barfuß

    Es war ja keine Schnur, sondern wie oben steht, ein 11mm Kletterseil.

    Das war ohne Belastung gespannt, hing nicht durch.

    Da wackelte nichts.

    War wie ein Baum.

    Erst als ich mich in die Hängematte setzte, dehnte sich das Seil und die HM hing tiefer.

    Die Seildehnung könnte man durch ein Dyneema Seil weg bekommen.

    Wer aufmerksam liest, hat auch gelesen dass ich früher aktiv geklettert bin.

    Auch Baumklettern, was eine gewisse Sachkenntnis vorraus setzt.

    Der Seileinbau war baumschonend. Würgend bedeutet, die Seilschlaufe zieht sich so fest, dass da nichts mehr reibt.

    Man steigt an so einem Setup auch auf am Seil. Da es idR beim Baumklettern senkrecht steht, hängt da nur das Gewicht des Kletterers dran.

    Anders wie bei Vektorkräften, wo der Winkel die Belastung erhöht.

    Die Eiche sah gesund aus und die Borke der Eiche robust genug.

    Klar kann man das wieder ins tausendstel verwissenschaftlichen und sich einen Wolf rechnen.

    Ob die Belastung bei soundsoviel Grad jetzt so hoch ist oder bei weniger Winkel so und so.

    Wichtig ist, es funktioniert und war stabil.

    Als Plan B, bevor man in der Evolution einen Schritt zurück geht und auf dem Boden schläft, sicher wissenswert dass es sowas gibt.

    Mittagsfrost

    Die Tarpleine könnte funktionieren. Dazu müsste man aber ein zweites Seil, Schnur, Leine vom Ast am Boden befestigen.

    Dieses Seil würde sich dann nicht verändern sobald man in der HM liegt.

    Außer der Ast ist zu dünn und wird nach unten gebogen.

    Dann ist er aber auch für die HM zu dünn.

  • Einfach, um das klarzustellen. Ich liebe solche Experimente. Darum habe ich vor einem Jahr auch so kräftig mitexperimentiert, als es darum ging, eine Hängematte mit einem Baum und zwei Trekkingstöcken aufzubauen!

    Meine Gedanken dazu verstehe und verstand ich als Ergänzung und sie dienten auch nicht dazu, irgendwem irgendeine Kompetenz abzusprechen (falls ich damit gemeint sein sollte).

    Tatsache ist allerdings schon, dass ein vorgespanntes Seil, an das man dann eine ungefähr senkrecht auf dieses einwirkende Kraft (die Hängematte) anhängt, sehr hohe Kräfte an diesem Seil auslöst, vergleichbar einer straff gespannten Hängematte, in die man sich dann reinsetzt.

    Das wollte ich für weitere Experimente zu bedenken geben.

  • Nee scho recht.

    Ist ja ein Diskussionsforum.

    Ich wollte nur ausdrücken, dass ich mehr der Macher, der Teste und Berichte Mensch bin, als das wissenschaftlich aufzuarbeiten.

    Ihr könnt natürlich berechnen. Aber besser einfach mal selbst ausprobieren.

  • Ich mache gerne beides. Und wenn ich etwas skizziere, dann habe ich deswegen ja noch nichts gerechnet. Das ist eher eine geometrische Annäherung, die den Sachverhalt optisch (also fürs Auge) sichtbar macht.

    Und nochmals: Ich teile eure Begeisterung fürs Ausprobieren. Ich möchte bloss nicht, dass es bei solchen Experimenten womöglich mal (übertragen auf die Situation am Baum) so endet wie in diesem Video.

  • Auf deiner Skizze hängt deine Leine fast senkrecht vom Ast runter.

    Somit müsste das Seil ca. 5-6m entfernt vom Stamm um den Ast geschlungen

    werden. Solch lange und dann noch stabile Äste sollten erst einmal für

    100 Kilogrammmänner gefunden werden.

    Wir waren ca. 3m vom Stamm entfernt und noch weiter weg wäre fahrlässig gewesen.

    Dann würde nämlich der Ast viel mehr nachgeben,, so dass man doch wieder auf dem

    Boden liegt.

    Gruss

    Konrad

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