Tipps für die erste Übernachtung in der Hängematte

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  • Die Frage von Viertelindianer hat mich dazu animiert, diesen Faden zu starten.

    Die erste Übernachtung in der Hängematte ist nichts Schwieriges oder Kompliziertes. Der eine oder andere Tipp kann aber sicher hilfreich sein.

    • Welche Fragen stellen sich Neulinge?
    • Welche Tipps würden erfahrene Hänger geben? Worauf könnte / sollte man achten?

    Vielleicht entstehen in diesem Faden eine Art hilfreiche FAQs (häufig gestellte Fragen und Antworten).

    Allenfalls könnte daraus später sogar ein Artikel zum Thema entstehen...

    • Also, stellt eure Fragen! (je konkreter und präziser, desto hilfreicher die Antworten)
    • Und formuliert eure Tipps!
    • Offizieller Beitrag

    Für die erste Übernachtung kann es als sinnvoll erachtet werden, wenn man sich einen Spot aussucht, der es ggf. ermöglicht auch nachts noch nach Hause/zum Auto zu kommen. Ich denke da weniger an Angstgründe, sondern eher, dass weitere Dinge sich als schlecht vorbereitet entpuppen.

    Beispiel: Ich persönlich finde es ätzend, wenn ich die Nacht über keine Auge zu kriege, weil ich friere. Klar kriegt man die Nacht auch so rum, aber die kann echt lang werden und das Ersterlebnis mit der Hängematte empfindlich dämpfen. D.h., wenn ich mich bei der Isolation (besondern bei er von unten) verschätzt habe und die nächtlichen Temperaturen gehen krass runter, dann habe ich zumindest das Gefühl, ich könnte abschlagen (wenn ich es nicht mehr aushalte). Gleiches für den Regenschutz.

    Ansonsten: Besser zwei Lichtquellen mitnehmen, falls die erste ausfällt, kaputt oder verloren geht ;)

  • Sehr gute Idee!

    Und da ich der Auslöser zu deinem Fadenstart war, stell ich doch gleich die erste Frage!

    Wie stell Ihr euch auf das Grundbedürfnis ein und bereitet euch auf die Notdurft vor? Früher oder später kommt bei jedem mal der Druck und dann heißt es: Ruhige Ecke suchen, Loch buddeln und sein großes Geschäft machen!

    Ein sehr brisantes und heikles Thema, ich gebe es zu.

    Aber ich stand schon oft vor dem Gedanken, wie stelle ich es dann draußen in der Wildnis in Deutschland an? Was nehme ich mit und was ist Umweltverträglich!

    Ich weiß noch aus meinen Mönchszeiten, dass wir damit immer ein Problem hatten. Gerade wenn man wie ich eine europäische Langnase bin und Toilettenmäßig ganz anderes gewohnt bin.

    Als Mönch trägst du keine Unterhosen, aber eine verdammt lange Robe, die möglichst nicht voll uriniert oder bekleckert werden sollte!

    Gar nicht so einfach, und an Klopapier ist schon rein gar nicht zu denken! Und Blätter darf man als Mönch nicht einfach abreißen! Das verbietet eine andere Regel! Was bleibt, ist es mit Wasser zu beseitigen und sich damit zu säubern.

    Bei den Thais gibt es allerdings in der Wildnis auch genügend Wasser und damit ist es schnell weggewischt. Die Regel besagt, dass hierzu nur die linke Hand genommen werden sollte. Ein Grund, warum man nichts mit der linken Hand weitergibt oder sie für's "sich Essen in den Mund schieben" benutzt, denn sie ist ja "unrein".

    Nur hier in Deutschland ist es wohl nicht immer so einfach, mal eben Extra-Wasser für die Notdurft mitzunehmen, oder? Ich schätze pro Geschäft gehen da locker 2 Liter für drauf.

    Tja, also noch ein Utensil, welches mit ins Gepäck muss!

    Wie haltet Ihr es also damit?

    • Offizieller Beitrag

    Tja, bei einem Onenighter versuche ich es so lange zu verschieben bis ich wieder in der Zivilisation (beim Bäcker, bei der Arbeit, zuhause ...) ankomme ;)

    Ansonsten sind mir die Schippe und das Loch bekannt. Wobei natürlich "klassisches" Toilettenpapier ein Problem darstellt wegen der Zersetzungsdauer. Daher verbrennen ja auch viele ihr benutztes Papier nach der "Sitzung". Das kann natürlich auch zum Waldbrand führen :/ Also doch besser ein wenig Wasser zum Löschen mitnehmen? Danach noch ein wenig Desinfektionsmittel für die Hände.

    Manche benutzen auch Moos zum Reinigen des Hinterteils, wenn die Flora es ermöglicht. Unter Mönchsregeln entspricht das aber wohl der Blätter-Problematik.

  • Beim Großteil der Hängematten User, auch die außerhalb des Forums, läuft es leider so ab:

    Man sieht ein Youtuben Video seines Outdoor Superstars, welcher eine 20 Euro China Matte als die beste die er je hatte anpreist.

    Darin zeigt er auch, wie inkompetent er ist indem er sie flach spannt und mit dünnen Schnüren an den falschen Bäumen aufhängt.

    Mit dem Arsch auf dem Boden aufliegend und vom Stoff wie in einem Cocoon eingeklemmt, moderiert er noch, wo er sie gekauft hat.

    Man glaubt das, es kommt ja auf Youtube, und kauft sich den selben Mist.

    Die erste Nacht steckt voller Erwartungen, wie so oft beim ersten mal.

    Man baut die HM genauso auf, wie es der Outdoor Experte vorgemacht hat.

    Der muss es ja wissen, denn er ist ja Experte.

    Nach einem Grounder da der Knoten net hielt, liegt man genauso scheisse drin wie der Youtuber.

    Nur der schlief nicht die ganze Nacht darin sondern lag nur fürs Video drin.

    Nach der schlechtesten Nacht seines Lebens, schlechter noch als damals mit der Müllerstochter nach der Wiesn hinter den Dixi....

    packt er frustriert wieder ein und hakt das Thema Hängematten ab.

    Er fragt sich, was alle so toll daran finden.

    Oder er steht auf Schmerz und findets so wie erlebt, geil.

    Nur wenige erkundigen sich, wie eine HM funktioniert.

    Anleitungen legen ja selbst die Markenhersteller keine dazu. Da muss man ja froh sein, wenn Baumgurte und keine Seile dabei sind.

    Und die Wenigen landen früher oder später hier.

    Werden aufgeklärt und auf den richtigen Pfad gebracht.

    Den Großteil der Hängematten, auch wenn nur einmal, User, erreichen wir leider nicht.

    Die Dunkelziffer.... Uuuuh...

    Sarkasmusmodus OFF.

    • Offizieller Beitrag

    Ich glaube, die Frage "how does a bear shit in the woods" ein Thema für einen eigenen Thread ist. Das ist weder Hängematten- noch Hängemattenanfänger-spezifisch. Können die entsprechenden Posts verschoben werden?

  • Ihr lieben, ich gebe es zu, es ist ein wirklich heikles Thema darüber zu sprechen, vielen Dank über eure ehrlichen Antworten.

    Ich finde das Thema muss jetzt hier auch nicht weiter breitgetreten werden 8) aber in meinen Augen gehört es gerade zur Vorbereitung der ersten Nacht absolut dazu einmal darüber nachzudenken.

  • Wenn deine Hängematte und dein Tarp über die notwendige Hardware verfügt, dann gar keinen.

    Ansonsten finde ich die folgenden Knoten sehr hilfreich:

    • Schlaufen knoten => Palstek
    • Schnur am Baum befestigen => Ewenkenknoten (sibirischer Knoten) (geht auch für die Aufhängung der Hängematte am Baum)
    • Schnur spannen => z.B. Trucker's Hitch* (und diverse andere Abspannknoten)

    * Ich führe die Schnur jeweils zweimal durch die Spannschlaufe. Sie hält dann von alleine. Natürlich braucht es am Schluss trotzdem einen Sicherungsknoten.

    Es gibt hier im Forum einen extra Faden zu Knoten. Der ist unter "Aufhängung & Gestelle" oben angepinnt.

    Kennst du schon die Schlagwort-Funktion? Gehe bei "Forum" auf den kleinen Pfeil und wähle "Schlagwort-Index". Wenn du selber einen Faden startest, kannst du auch Schlagwörter vergeben und/oder bestehende übernehmen.

    • Offizieller Beitrag

    Ich persönlich benutze (bzw. kann auswenig) folgende Knoten:

    • Marlinspike Hitch/Markspikerschlag => um die Hängematte mit den Baumbändern zu verbinden
    • Prusik-Knoten => für alles was verschiebbar sein soll, aber auch unter Spannung fest sitzen (z.B. Ridgeline-Organisator, Tarp-Position und das Panel Pull Pole Kit)
    • Double Fisherman's Knot/Doppelter Spierenstich => Schnurenden verbinden bzw. Schnüre verlängern

    Ansonsten habe ich mir noch dieses Youtube-Video von Mike McQuilton (MCQ Bushcraft) gespeichert, was ich mir immer wieder mal reinziehe. Beste Pädagogik, medial gut aufbereitet :)

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    • Offizieller Beitrag

    Ich habe meine ersten Nächte in der Hängematte unter kontrollierten Bedingungen zu Hause verbracht. Das würde ich auch jedem Einsteiger empfehlen. Wenn das nicht möglich ist, würde ich die Hängematte dort testen, wo ich den Test jederzeit problemlos beenden kann - z.B. auf einem offiziellen Campingplatz, wo ich neben der Hängematte ein Zelt aufbauen kann. Ich würde nicht gleich wild campen, weil ich mir den Test dann unnötig erschwere. Statt nur darauf achten zu müssen, wie ich die Hängematte selbst am besten benutze, muss ich gleich auch noch einen versteckten und sicheren Hängeplatz finden, und mich um alles andere kümmern, was eine wilde Übernachtung so mit sich bringt.

    Im Übrigen wende ich diese Regel auch für andere neue Ausrüstung an, bei der ich mir nicht sicher bin ob und wie sie genau funktioniert. Zumindest wenn das Versagen unangenehm oder im schlimmsten Fall lebensbedrohlich wäre. Damit meine ich also keinen neuen Hering, sondern z.B. einen neuen Winter-Underquilt.

    • Offizieller Beitrag

    Tipps für die erste Nacht in der Hängematte:

    • Such dir einen Ort an dem du dich wohl und sicher fühlst.
      Wenn man noch nie in der Hängematte geschlafen hat, ist es häufig schon eine Herausforderung sich so weit zu entspannen, dass Schlaf überhaupt möglich ist - siehe dazu auch hier.
    • Informiere dich im Vorfeld ausreichend darüber, wie die Hängematte aufgehängt wird und sorge dafür, dass du alle Informationen zur Hand hast, wenn es nicht gleich klappt und du Details nachlesen musst.
    • Es kann helfen einen Plan B zu haben. Was machst du, wenn du um 3 Uhr Morgens immer noch nicht oder nicht mehr schlafen kannst?
      Ich fand es allerdings hilfreich, wenn Plan B nicht zu bequem ist, damit man nicht vorschnell aufgibt. Ich habe z.B. nie aufgegeben, wenn die Alternative eine Isomatte auf dem Boden war.
    • Hab Geduld mit dir selbst, und erwarte nicht, dass sofort alles klappt.
      Wenn du am nächsten Tag einen wichtigen Termin hast, und ausgeschlafen sein musst, verschiebe deinen Test auf eine andere Nacht.
    • Nimm ausreichend Isolierung mit, selbst wenn du nicht glaubst, sie zu brauchen.
      Als Anfänger unterschätzt man häufig, wie kalt es in einer Hängematte werden kann. Wenn du nicht extrem heißblütig bist, und/oder die Nächte nicht verlässlich warm bis heiß sind, brauchst du auf jeden Fall Isolierung von unten (Isomattte oder Underquilt). Ein Schlafsack ist im Allgemeinen nicht ausreichend.
    • Sorge für ausreichend Wetterschutz.
    • Offizieller Beitrag

    Tipps für wilde Hängematttenübernachtungen (egal ob die erste, zweite oder hundertste):

    • Fang ausreichend früh an, dir einen geeigneten Hängeplatz zu suchen.
      Das ist um so wichtiger, je weniger Erfahrung du hast.
    • Prüfe, ob über deiner Hängematte tote Äste sind.
    • Schau dir auch die direkte Umgebung genauer an: ein dicker, alter, toter Baum 10m weiter ist keine gute Idee.
    • Hänge nie über Dingen, auf oder in die zu fallen du nicht bereit bist.
    • Hänge nicht dort, wo du mit Tieren in Konflikt kommen könntest.
      Der Klassiker ist ein Wildwechsel oder auch die einzige Wasserstelle weit und breit.
    • Hänge nicht dort, wo du mit Menschen in Konflikt kommen könntest.
      Ich würde z.B. nicht in der Nähe eines Hochsitzes hängen.
    • Hänge nicht dort, wo es ein Problem sein könnte, wenn du Nachts aufwachst und nicht sofort weisst wo du bist.
      Ich versuche z.B. nicht direkt an sehr steilen Abhängen zu hängen. Ich möchte mir nicht das Genick oder andere Körperteile brechen, weil ich in der Nacht dringend raus muss. So etwas passiert häufiger, als man glaubt (nicht hängemattenspezifisch).
    • Höre auf dein Bauchgefühl.
      Für mich einer der wichtigsten Punkte. Egal wie toll ein Hängeplatz aussieht: wenn du kein gutes Gefühl hast, zieh weiter.
  • Meine erste Übernachtung habe ich im Wald erlebt. Ich habe dafür einen Ort genutzt, den ich bereits gut kannte. Ich hatte dort bei Tageslicht im Rahmen diverser Waldspaziergänge alles schon ausprobiert und mich mit allem vertraut gemacht. Den Platz konnte ich im Dunkeln selbst ohne Taschenlampe finden. Dasselbe galt für den Heimweg. Ich hätte zur Not in zehn Minuten jederzeit alles einpacken und nach Hause gehen können (20min Fussweg). Die ersten Übernachtungen gingen problemlos. Ich bin aber auch schon mitten in der Nacht nach Hause gegangen, weil ich einfach keinen Schlaf finden konnte und ganz genervt war.

    Eine Taschenlampe nehme ich auch immer mit, war aber schon oft überrascht, dass ich sie gar nicht benötigt habe. Die meisten Nächte sind heller, als man denkt, und die paar Handgriffe für den Auf- und Abbau hatte ich schnell intus.

    Tipp:

    Ich würde jedem Neuling empfehlen, einen vertrauten Platz zu wählen, der sich bereits bei Tageslicht bewährt hat und der gut und problemlos von zuhause / vom Fahrzeug aus erreichbar ist.

  • Was ich auch noch wichtig finde: Man sollte immer genug zu trinken dabei haben.

    • Wenn ich zuhause esse und wirklich nur für die Übernachtung selbst raus gehe, dann reicht mir eine ½-Liter-Flasche. Oft nehme ich die dann auch voll wieder mit nach Hause.
    • Wenn ich mir am Morgen noch einen Kaffee brühen möchte, dann bin ich bald bei einem Liter Wasser.
    • Wenn ich aber auch draussen zu Abend esse und mir am Morgen vielleicht auch noch etwas zubereite, dann bin ich froh, wenn ich zwei Liter Wasser dabei habe.

    Gerade im Sommer ist es immer sehr unangenehm, wenn das Wasser knapp wird.

  • Das sehe ich genau so wie Waldläufer70. Bei meinen Übernachtungen werden es auch schon mal 3-4 Liter.

    Ich habe es schon mal erlebt bei einen sehr heißen Sommertag.

    Auf dem Rückweg nach der Übernachtung ging mir das Wasser aus. Nach einer Zeit bekam ich Kopfschmerzen mir wurde Schwindlig. Als ich aus dem Wald kam habe ich beim ersten Haus geklingelt und nach Wasser gefragt. Die Menge kommt auch so Zustande das ich gern Abends Tee trinke und halt Morgens zwei Kaffee.

  • Der Weg hin und zurück war bei meinen 2 Litern nicht mit eingerechnet, nur die Zeit im «Camp» mit Essen, Trinken, Zähneputzen und allenfalls ein wenig Katzenwäsche. Wenn ich im Sommer unterwegs bin, trinke ich auch mal 4 Liter Wasser am Tag. Für die Übernachtung brauche ich dann zusätzlich die erwähnten 2 Liter Wasser.

    Eine Dehydratation ist nichts Schönes! Die kann einen völlig ausser Gefecht setzen: Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit... und das Schlimmste: Wenn einem dann mal klar wird, dass man dehydriert ist, und etwas trinken will, wird einem unter Umständen noch mehr übel. Da braucht man dann viel Geduld und muss sich mit ganz kleinen Schlucken wieder aufpäppeln. Das Glück im Unglück: Wenn das dann gelungen ist, ist man bald wieder bei der vollen Leistungsfähigkeit. Zumindest bei mir war das zum Glück so.

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