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  • PS:

    Hier nutzt Kenneth Kramm ein Cordura-Tarp als Hängematte. – Ich weiss nicht, wie wasserdicht respektive ob und wie stark ein solches imprägniert oder beschichtet ist. Jedenfalls scheint das grundsätzlich zu funktionieren.

    Ich freue mich immer wieder über die Experimentierfreudigkeit Kenneth Kramms, die er sich bis ins Pensionsalter bewahrt oder sie sogar dann neu für sich entdeckt hat.

    PS: Er verwendet an diesem Tarp laschen, um es als Hängematte nutzen zu können. Ich hätte da wie gesagt noch eine andere Idee, bei der man auch ein dickes Seil für die Verbindung von Hängematte und Clew (Seilfächer) nutzen könnte.

  • Wie alle Baumwollstoffe hat dieser Stoff den Nachteil, dass man auf ihm nicht rutscht. Das klingt für dich vielleicht erst mal positiv, aber in der Praxis ist es eher unangenehm.

    Wenn du jemand bist, der sich hinlegt, schnell einschläft und sich dann praktisch nicht mehr umdreht, dann könnte der Stoff für dich gehen.

    Ich hatte früher mal eine Baumwollhängematte und habe festgestellt, dass das Umdrehen nachts schwierig ist, weil der Stoff zu rauh ist: man bleibt quasi mit den Klamotten an der HM "hängen". Für mich ist deshalb ein Ripstop-Stoff ideal, weil er so schön glatt ist und wenn ich dann (wie jede Nacht) in meinem Schlafsack liege, der auch sehr glatt ist, kann ich mich mit Leichtigkeit so oft umdrehen wie ich will. Es flutsch einfach - das ist mir extrem wichtig. (Allerdings gehöre ich eben auch zu den Leuten, die sich oft nachts umdrehen.)

    • Offizieller Beitrag

    Edit: Ich mag Plaste nich so, also auch Ripstop... Ich finds einfach ungemütlich...

    Das klingt, als hättest du schlechte Erfahrungen gemacht. Was für einen Stoff hast du denn verwendet?

    Ich kenne KD38 zwar nicht, aber von der Beschreibung her klingt er eher ungeeignet für eine Hängematte. Es sei denn, du magst es im eigenen Kondenswasser zu liegen. Warum verwendest du den Zeltstoff nicht für den Einsatzzweck für den er gemacht wurde (Zelt oder Tarp) und besorgst dir einen geeigneteren Stoff für den Hängemattenbau? Es gibt ja auch unbehandelte Naturfaserstoffe die stark genug sind. Vermutlich sind die auch günstiger.

    Meine Erfahrungen mit Baumwolle ist allerdings, dass sie deutlich dehnbarer ist als Nylon. In meiner brasilianischen Baumwollhängematte bekomme ich leider Rückenschmerzen :( Ich bin noch nicht dazu gekommen, Leinen oder Hanf auszuprobieren.

    Bevor du anfängst, deinen Zeltstoff zu zerschneiden, whippe ihn doch erst mal und teste ihn. Dazu raffst du die Enden auf der gewünschten Länge mit einer Kordel, und legst die Aufhängung unter der Raffung um die Hängematte. Schlaf mal ein paar Nächte Probe. Wenn dir die Hängematte gefällt, kannst du immer noch schneiden und nähen. Und wenn nicht, kannst du den Stoff immer noch für ein Zelt verwenden.

    • Offizieller Beitrag

    Waldläufer70 hat es schon angesprochen: Hexon ist ein wunderbarer Hängemattenstoff. Glatt genug, um beim Umdrehen in der Hängematte nicht gebremst zu werden, vom "Betatschen" (der Haptik) her aber angenehm "stoffig", fast wie Baumwolle. Überhaupt nicht wie eine Kunststofffolie.

  • Hier nutzt Kenneth Kramm ein Cordura-Tarp als Hängematte.

    Man staunt immer wieder, was so alles geht. Cordura ist ein ganz bewusst rau gehaltener und deshalb extrem abriebfester Stoff. Das sind Eigenschaften, die man in erster Linie weder bei einer Hängematte noch einem Tarp benötigt. Viele Cordurastoffe sind per se auch nicht imprägniert oder beschichtet und deshalb im Rohzustand auch nicht wasserdicht. Ich habe mal eine Tasche für einen Schlitten aus einem imprägnierten Cordura genäht. Wenn ich mir vorstelle, in einer Hängematte zu liegen, die aus diesem Reibeisenstoff gefertigt ist, kriege ich eine Gänsehaut. Aber das hält diesen YouTuber nicht davon ab, ihn genau dafür einzusetzen.

  • Das ist genau der Punkt. Menschen sind wirklich sehr verschieden und werden mit ganz unterschiedlichen Dingen glücklich. Ich habe Kenneth Kramm mal darauf angesprochen, weshalb er seine Hängematten meistens so flach abspannt. Die Antwort: Rückenprobleme. Er kann eine Hängematte nicht so nutzen, wie die meisten es empfehlen. Wer weiss, vielleicht wäre für ihn ja ein Querlieger etwas... In der Regel nutzt er jedenfalls eine etwas längere Gathered-End-Hängematte als in diesem Video, die bestimmt nicht aus Cordura gefertigt ist. Ich weiss allerdings nicht, um welches Fabrikat es sich handelt. Ich kenne Cordura vor allem von meinem uralten Karrimor-Rucksack.

    • Offizieller Beitrag

    Ich habe Kenneth Kramm mal darauf angesprochen, weshalb er seine Hängematten meistens so flach abspannt. Die Antwort: Rückenprobleme.

    :/ Er hat Rückenprobleme und kann in einer "Hängematte" die an den kurzen Enden an 5 Schlaufen aufgehängt ist schlafen? Wenn er tatsächlich so eine ganze Nacht verbringt, dann müsste er mindestens Schulterschmerzen haben - und als "liegen" würde ich diese Position nicht bezeichnen. Ich könnte nicht so schlafen, aber jedem Tierchen sein Pläsierchen...

  • Edit: Ich mag Plaste nich so, also auch Ripstop... Ich finds einfach ungemütlich...

    Na davon kannst Dich in der heutigen Zeit komplett verabschieden.

    Die "Plaste" hat sich in den letzten Jahren weiterentwickelt.

    Ohne gehts nicht mehr und man hat verschiedene Kunststoffe speziell für gewisse Anwendungen weiterentwickelt.

    Polyamid 6.6 zum Beispiel.

    Es gibt auch Stoffe, die fühlen sich an wie Baumwolle, haben aber Eigenschaften wie ein Aramid.

    Hitzefest, Stichfest.

    Ich verarbeite gewerblich Kunststoffe und muss sagen, dass natürliche Materialen viel zu ungleichmäßig sind für eine gleichbleibende Qualität. Die Maschineneinstellungen (Nightmare) mal abgesehen.

    Aber MACHE UND BERICHTE! (Zitat bei Kahel geklaut)

    Näh Dir eine KD38 Hängematte und probier sie aus!

    Mit 160cm Breite kann man was anfangen.

    Dann geh mit Deiner LK35 in den Wald, koch Dir auf dem Juwel 34 eine Erbswurst Suppe und teste die KD38 Hängematte. :D

  • :/ Er hat Rückenprobleme und kann in einer "Hängematte" die an den kurzen Enden an 5 Schlaufen aufgehängt ist schlafen? Wenn er tatsächlich so eine ganze Nacht verbringt, dann müsste er mindestens Schulterschmerzen haben - und als "liegen" würde ich diese Position nicht bezeichnen. Ich könnte nicht so schlafen, aber jedem Tierchen sein Pläsierchen...

    Die hier gezeigte Hängematte ist eine, die er ausnahmsweise verwendet hat. Sonst verwendet er eine längere, ich weiss nicht, was für eine Marke/Modell. Und tatsächlich hat er ein medizinisches Rückenleiden, das es ihm verunmöglicht, klassisch diagonal in einer Hängematte zu schlafen. Warum das so ist, weiss ich nicht. Aber er hat es ausprobiert und ich sehe keinen Grund, daran zu zweifeln. Ich stecke nicht in seiner Haut.

  • Gut Pfad Knoti!

    Ich wollte ich mir eigentlich schon lange mal ein Tarp aus Kothenstoff nähen, da ich ab und zu auch in Pfadfinderkreisen dazu komme in der Hängematte zu schlafen und dann nicht mit Plastikplane daherkommen möchte ;)

    Ich hatte auch an eine Schwarzzelt-Hängematte gedacht, mich aber dagegen entschieden, da ich dann doch etwas leichteres haben wollte.

    Ich bin der Meinung der Stoff würde sich aber durchaus bequem liegen. Ich würde dir aber empfehlen den Stoff 1-2 mal zu waschen um die Wachsimprägnierung raus zu bekommen. Die macht den Stoff steif und nicht so angenehm auf der Haut.

    Ich könnte mir vorstellen das eine Matte mit Netzaufhängung wie von dir favorisiert sehr geeignet ist, da du so doch einiges an Gewicht sparst. Denn eine Hängematte in der man bequem im diagonalen Stil liegen kann sollte zwischen 3-3,40 m lang sein bei deiner Körpergröße.

    An alle anderen: Gewicht spielt bei den Pfadfindern eine seehr untergeordnete Rolle. Stattdessen kommt es auf Robustheit, Feuerfestigkeit und natürliche Materialien an. Favorisiert wird für Ausrüstung dichter Baumwollstoff und Leder.

    Frederic

  • Ich bin mir nicht sicher, ob du den Stoff noch für ein Zelt oder Tarp verwenden kannst, wenn du ihn mal als Hängematte getestet hast, da die Ausbeulungen, die es womöglich durchs Liegen gibt, vielleicht nicht mehr rausgehen.

    Wenn du nach diversen Versuchen, den Stoff auf verschiedene Arten zu whippen (Längenangaben weiter oben) zu keinem dich zufriedenstellenden Resultat kommen solltest, würde ich an deiner Stelle vermutlich eine Navy-Hängematte ins Auge fassen.

    Und lass uns bitte an deinen Fortschritten Anteil haben. Mich würde das auf jeden Fall freuen.

    Danke, droney, für deine Einschätzung zum Gewicht. Dass Pfadfinder primär auf die Robustheit achten, ist ein wichtiger Hinweis, der für viele hier nicht gleich stark im Zentrum steht. – Was meinst du mit «Netzaufhängung»? Meinst du damit eine Clew-Suspension (Aufhängung mit Seilfächer)? Wie gesagt, das würde auch ich mit diesem Stoff tendenziell empfehlen.

    Eine Raffung an den Stoffenden wird mit diesem festen Stoff womöglich etwas sehr dick. Wir haben das teilweise in einem Hängematten-Selbstbau-Projekt mit Jugendlichen gemacht. Das Resultat sah dann so aus – sicher nicht schlecht, aber halt schon ein ziemlich mächtiger Stoffknubbel:

    dicker Baumwollstoff im Ethno-Look

  • Knoti, falls du beim Nähen deiner Hängematte Fortschritte erzielst, würde mich interessieren, wie es weitergegangen ist. Ich hoffe, wir haben dich mit unseren vielfältigen Meinungen und Bedenken nicht erschlagen oder entmutigt; das wäre schade.

  • Hatte wegen Schule erstmal keine Zeit mehr mich mit der Hängematte zu beschäftigen ... Waldläufer70 du hattest irgendwo geschrieben, dass du noch ne Idee für die Verbindung hast? Welche wäre das denn?

    #WSJ2019

  • Was meint ihr dazu?

    Wie ich schon ganz oben schrieb, scheint mir ein Setup aus diesem Material viel zu schwer, steif und unbequem. Nach einer Schlafhaltung, die man nachts durchhält sieht das auch nicht aus. Und es gibt zudem einen in der Hängemattenszene unumstrittenen Konsens, dass man keine Seile um die Bäume binden, sondern zur Vergrößerung der Auflagefläche Gurte von mindestens 2,5 cm Breite nehmen sollte. Im vorliegenden Fall scheint das durch die Dicke der Bäume und das Hanfmaterial des Seils zwar unproblematisch, aber man sollte immer auch an die Vorbildwirkung für die (bislang 2672) YouTube-Gucker denken. Wie er den Knoten in dem Hanfseil wieder aufkriegt, nachdem er in der Hängematte gelegen hat, wird bezeichnenderweise nicht gezeigt. ;)

  • Ich denke, jetzt wo du den Stoff schon hast, spricht nichts dagegen, dir daraus eine Hängematte zu machen. Ich würde dir aber empfehlen, dich bei der Länge an diesem Faden zu orientieren. Damit du im Rücken nicht zu sehr durchhängst, würde ich zudem eine Kurve reinmachen. Einfacher bekommst du die Kurve hin, wenn du den Stoff an beiden Enden mit einem Seilfächer (Clew) abschliesst, den du über einem rechteckigen Rahmen(!) aufbaust, so wie das im Link, den ich ziemlich am Anfang gepostet habe, gezeigt wird. Die Schnurfächer zählen zur Länge der Hängematte mit dazu; der Stoff selbst darf in diesem Fall entsprechend kürzer ausfallen.

    Allerdings ist die Verbindung von Hängemattenstoff und Seilfächer auf jeden Fall eine Riesenarbeit, weil dein Stoff für die Verwendung von Ösen zu schwach zu sein scheint. Ich kann dir mal ein paar Fotos posten, wie der Übergang funktionieren könnte.

  • Leider finde ich die guten Fotos aktuell nicht mehr. Ein paar in schlechter Auflösung habe ich noch:

    Haben wir 2016 mit Jugendlichen in einem Hängemattenkurs bei den «Garten-Modellen» so gemacht. Ich war für die leichten «Waldläufer-Hängematten» zuständig und hatte mich deshalb zeitlich nur sehr beschränkt mit diesen Modellen beschäftigt. Von da kommt übrigens mein Benutzername hier im Forum.

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