Isomatte in der Hängematte?

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  • Oh da habe ich glaub ich gleich ne gute Diskussion losgetreten.

    Ich schlief bisher immer im DD Underquillt. Nun will ich allerdings auf Reisen zum andern Ende der Welt gehen und mir nimmt das Underquillt zu viel Platz im Rucksack weg (Halbes Schlafsack-Maß). Nun kam ich auf die Idee meine kleine Schaumstoff-Isomatte die ich so oder so mit habe zu benutzen. Ich liege gerne in der brasilianischen Position (Diagonal) und ich denke, dass dies kein Problem darstellen sollte. Wie sind da eure Erfahrungen? Lieber Underquillt oder ist eine Isomatte genauso gut, bzw welche Nachteile habt ihr bisher feststellen können?

    LG Captain Hammok

    • Offizieller Beitrag

    Underquilt ist um Größenordnungen bequemer. Die Isomatte ist aber doch kompakter und vielseitiger (vor allem auch ohne Hängematte nutzbar).
    Hast Du eine doppellagige Hängematte? Zwischen die Lagen gelegt, verrutscht die Isomatte weniger als obenauf gelegt. Teste vor der großen Reise ein paar Nächte lang die Iso-Hängematten-Kombination!

    • Offizieller Beitrag

    Noch ein Tip: Ich habe mir mal aus zwei 15€-Billighängematten eine doppellagige Hängematte speziell für die Isomattennutzung gebastelt und nutze sie seither als recht bequeme Balkonhängematte.
    Die rechteckigen Stoffbahnen sind jeweils an den Schmalseiten zusammengenäht. Zwei weitere parallele Nähte verlaufen schräg und bilden das Einschubfach für die Isomatte. Nahtabstand ist Isomattenbreite + 3 cm. Da kann gar nichts mehr verrutschen.

  • Bei den doppellagigen HM am Markt, wo man eine Isomatte einschieben kann, ist die Öffnung an der Seite.
    Oft nur mit 2-3 kleinen Klettstreifen geschlossen.
    Natürlich arbeitet die Isomatte sich Nachts da raus und ist nicht mehr da, wo sie war.

    Ich meine, Isomatte und Hängematte sind nicht füreinander gemacht.
    Wenn man das trotzdem macht, dass muss man eben mit Nachteilen leben.
    Shug hat da ein zwei tolle Videos zu gemacht.

    • Offizieller Beitrag

    Probier es doch einfach aus! Du hast doch alles, was du für den Versuch brauchst ;)

    Die meisten Leute ziehen Underquilts vor, aber gelegentlich - sehr gelegentlich - findet jemand Isomatten in der Hängematte toll. Das hängt sowohl von der Hängematte, als auch von der Isomatte und vom Nutzer ab. Ich benutze ab und zu eine Isomatte, aber eigentlich nur noch als Zusatzisolierung, wenn mir der Underquilt alleine nicht ganz ausreicht. Die Kondensation am Rücken nehme ich dann billigend in Kauf. Und es ist nicht so dramatisch, wenn die Isomatte verrutscht, weil ja noch der Underquilt da ist.

    Die größten Nachteile von Isomatten als Hängemattenisolation sind:

    • Sie sind schwitzig, weil sie wasserundurchlässig sind.
    • Wenn du dich bewegst, verrutschen sie leicht. Daran ändert auch eine doppellagige Hängematte nur recht wenig.
    • Sie sind meistens zu schmal. Ich bin nicht besonders kräftig gebaut, aber bei einer 51cm breiten Isomatte habe ich Schulter- und Hüftkontakt mit der unisolierten Hängematte.

    Hast du vielleicht mal über einen Daunenunderquilt nachgedacht? Daune ist u.a. deshalb so beliebt, weil sie bei gleicher Isolierung deutlich leichter und kleiner verpackbar ist. Wenn du dann evtl. mit einem 3/4 Underquilt zurecht kommst, kannst du Gewicht und Packmaß locker auf die Hälfte oder weniger reduzieren. Wenn du bei Synthetik bleiben willst, könntest du auch dort mit einem 3/4 Underquilt Gewicht und Platz sparen.

  • Moin,
    wenn du mit anderem Ende der Welt Neuseeland und-oder Australien meinst,würde ich lieber zweigleisig fahren. In Australien ist es oft nicht leicht geeignete Bäume zu finden da die je nach Gegend dünn gesät sind und in Neuseeland viel Land z.B.ums East Cape den Maoris gehört. Von denen bekommt man leider nicht immer die Genehmigung auf ihrem Land zu übernachten und viel Land ist leider eingezäunt. Ich musste öfter auf dem Boden schlafen z.B.an Raststätten. Und das ist ohne Isomatte schwierig.
    Ich benutze in Hängematten auch lieber einen UQ weil der „bequemer“ Vorteil der Hängematte erst mit UQ richtig zur Geltung kommt. Ich habe in meiner DD Hängematte keine Probleme mit dem verrutschen der Isomatte. Durch mein Gewicht (ca.74 kg) wird die Isomatte zwischen den Lagen zusammen gepresst und verrutscht nicht mehr. Ich benutze dann allerdings keine Standard Isomatte sondern eine zurecht geschnittene Gymnastikmatte. Die ist breiter und günstig. Bis ca. Null Grad reicht mir die mit entsprechenden Schlafsack. Meine ist 1cm dick und wiegt zurecht geschnitten 480g. Allerdings sind die Teile nicht besonders haltbar. Für eine mehrwöchige Reise reicht sie aber.
    Es gibt auch Hängematten die sehr gut mit Isomatten funktionieren z.B. die Amok Draumr oder das Hammock Bliss Skybett. Beim Skybett passt allerdings nur eine Standard Isomatte. Und bei beiden Hängematten muss es eine aufblasbare sein. Ich schlafe in beiden super bequem.

    • Offizieller Beitrag

    Es gibt auch Hängematten die sehr gut mit Isomatten funktionieren z.B. die Amok Draumr oder das Hammock Bliss Skybett. Beim Skybett passt allerdings nur eine Standard Isomatte. Und bei beiden Hängematten muss es eine aufblasbare sein. Ich schlafe in beiden super bequem.

    Wenn der DD Underquilt schon wegen des Packmaßes und des Gewichts ausscheidet, tut es die Amok Draumr erst recht. Wenn eine leichte 90° Hängematte in Betracht kommt, würde ich mir Cross Hammock anschauen.

    Auch das Skybed ist nicht ganz leicht und etwas voluminöser als vergleichbare Gathered End Hängematten. Und ich komme mit der "falschen" Liegerichtung nicht zurecht (Kopf rechts, Füße links statt Kopf links, Füße rechts). Das ist natürlich kein Problem wenn man ohnehin Linkslieger ist.

    • Offizieller Beitrag

    Ein weiterer Hängemattentyp der gut mit Isomatte funktioniert ist die Brückenhängematte. Wenn man Wanderstöcke benutzt, kann man die Spreizstangen zu Hause lassen, und Gewicht und Packmaß reduzieren.

  • Ich persönlich finde HM und Isomatte völlig indiskutabel. Alle anderen Lösungen sind besser. Es sei denn, dass man tatsächlich mal auf dem Boden schlafen müßte.
    Die Isomatte vermasselt einem ja genau die super Körperunterstützung, die eine HM so bequem macht. Außerdem sind sie immer zu schmal und sie ergeben eine zu steife und nicht an den Körper angepasste Liegefläche, weil sich Isomatten eben nicht in Quer- und Längsrichtung anpassen, sondern dann komische Wellen machen, die ich unbequem finde.
    Aber: wie die anderen auch schon sagten: probier es einfach aus.... und berichte!

  • Ja stimmt,da gibt es leichtere Lösungen. Da ich aber meistens mit Fahrrad unterwegs bin kommt es mir nicht auf jedes Gramm an. Und da meine müden Knochen wohl schon ein paar Tage älter sind als die der meisten hier,lege ich mehr Wert auf Komfort und Robustheit???? Ich habe in keiner Hängematte besser geschlafen als in der Draumr. Nur das ein und aus steigen finde ich ein wenig „schwieriger“ als in GE Hängematten. Das Skybed benutze ich nur noch im Winter für Tagestouren weil mir das Isomattenfach zu schmal ist. Wenn ich mich Nachts im Schlaf zur Seite drehe liegen meine angezogenen Knien nicht mehr auf der Isomatte und es wird kalt.
    Eine Isomatte in der Hängematte benutze ich eigentlich nur noch wenn die Gefahr besteht auch mal auf dem Boden schlafen zu müssen oder auf Tagestouren. Und natürlich in der Draumr. Ansonsten immer mit UQ.

  • Wow, vielen dank für das ganze Feedback, ich werde versuchen die Tage mal meine kleine Schaumstoff-Isomatte und meine aufblasbare zu testen. Natürlich mit sofortiger Berichterstattung. [USER="74"]wuppitom[/USER] Ja es wird erst mal Australien und danach noch ein paar andere Länder. Deswegen die Idee mit der Isomatte.

  • Ein weiterer Hängemattentyp der gut mit Isomatte funktioniert ist die Brückenhängematte. Wenn man Wanderstöcke benutzt, kann man die Spreizstangen zu Hause lassen, und Gewicht und Packmaß reduzieren.

    Ich bin mir nicht ganz sicher, aber meine, dass man die Trekkingstöcke nur nutzen kann, wenn man zusätzliche Rohre einschiebt, damit die Stöcke vom grossen Druck nicht zusammengeschoben werden. Zumindest bei längeren Spreizen besteht diese Gefahr.

    Oder wie sind da die Erfahrungen der geneigten Nutzer?

    Wenn man tatsächlich zusätzliche Rohre brauchen sollte, würde sich die Gewichtsersparnis gegenüber separaten Spreizen ein Stück weit relativieren.

    • Offizieller Beitrag

    Da ich kein Brückenhängemattenfan bin, habe ich das Thema "Spreizstäbe gegen Trekkingstöcke austauschen" nicht im Detail recherchiert, aber ich meine mich zu erinnern, dass es Trekkingstöcke gibt, die ohne Modifikationen funktionieren. Weiterhin lassen sich viele normale Trekkingstöcke mit einem kurzen Einsatz z.B. aus Holz fixieren, was auch immer noch eine Gewichtseinsparung ermöglicht. Oder man ersetzt die Alu-Spreizstäbe mit Carbon. Da gibt es viele Möglichkeiten.

  • Ich nutze Trekkingstöcke von Komperdell. Sie sind aus Alu und wiegen ein wenig mehr. Dafür haben sie aber auch den Vorteil, dass sie beim Wandern mal gegen Geröll schlagen dürfen, ohne dass Carbon oder sonstiges Material splittert. Wichtig zu wissen wäre: die mit Außenklammern halten deutlich mehr als die mit dem Innengewinde! Außerdem verschleißen die Teile des Innengewindes.
    Vorteil von Komperdell: sie bieten gute Garantie an.
    Wenn ich meine Stöcke einschätze, dann bin ich da noch lange nicht am Limit und ich wiege 83kg.

  • Hi zusammen,

    Probier es doch einfach aus! Du hast doch alles, was du für den Versuch brauchst ;)

    Die meisten Leute ziehen Underquilts vor, aber gelegentlich - sehr gelegentlich - findet jemand Isomatten in der Hängematte toll. Das hängt sowohl von der Hängematte, als auch von der Isomatte und vom Nutzer ab. Ich benutze ab und zu eine Isomatte, aber eigentlich nur noch als Zusatzisolierung, wenn mir der Underquilt alleine nicht ganz ausreicht. Die Kondensation am Rücken nehme ich dann billigend in Kauf. Und es ist nicht so dramatisch, wenn die Isomatte verrutscht, weil ja noch der Underquilt da ist.

    Die größten Nachteile von Isomatten als Hängemattenisolation sind:

    • Sie sind schwitzig, weil sie wasserundurchlässig sind.

    ...

    so als Neuling, ich habe ja nur eine einfache Expedition Travel Hammock und ein paar Testnächte hinter mich gebracht. Als einfache Wärmereflektion hab Schmier aus einer Rettungsdecke ein Underblanket gebastelt. Aber erst ab Nacht Nr. 3. wo ich meine günstige selbstaufblasende aus Liegematte aus dem Decathlon eingelegt hatte, ging mir ein Licht auf.

    Die bessere Wärmeisolation war sofort spürbar. Was ich aber am genialste fand ist, daß der Einstieg in den Schlafsack bei mir deutlich besser klappte. Die Hängematte war irgendwie stabilisiert.

    Ich würde das also immer ausprobieren.

    Das Thema mit dem wasserundurchlässig sein war mir bis jetzt noch nicht so bewusst, ist aber rein physikalisch gesehen einleuchtend. Real hatte ich aber Azubis jetzt nix gemerkt. Ich gehe mal davon aus, daß dann doch ein teil der Feuchtigkeit anderweitig entfliehen kann, sodann die Isomatte nicht sonderlich groß ist.

    • Offizieller Beitrag

    Als einfache Wärmereflektion hab Schmier aus einer Rettungsdecke ein Underblanket gebastelt. Aber erst ab Nacht Nr. 3. wo ich meine günstige selbstaufblasende aus Liegematte aus dem Decathlon eingelegt hatte, ging mir ein Licht auf.


    Die bessere Wärmeisolation war sofort spürbar.

    Klar, jede Isomatte ist besser als eine Rettungsdecke. Eine Rettungsdecke ist letztendlich nur ein etwas aufgemotzter Windschutz, und würde von der Isolierung her einem Underquiltprotector entsprechen.

    Was ich aber am genialste fand ist, daß der Einstieg in den Schlafsack bei mir deutlich besser klappte. Die Hängematte war irgendwie stabilisiert.

    Bei Mini-Hängematten funktionieren Isomatten auch am besten. Zum einen können sie nicht so schnell verrutschen, zum anderen verringern sie den Druck auf den Körper.

    Das Thema mit dem wasserundurchlässig sein war mir bis jetzt noch nicht so bewusst, ist aber rein physikalisch gesehen einleuchtend. Real hatte ich aber Azubis jetzt nix gemerkt.

    Wie kalt war es denn in der Nacht? Mir ist die Feuchtigkeit am Rücken auch erst so richtig aufgefallen, als die Nächte kühler wurden. Und wenn du zwischen Isomatte und Rücken einen Schlafsack hast, nimmt der auch einiges an Feuchtigkeit auf.

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