Hängematte Eigenbau, 90 grad oder Bridge?

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  • Hallo,

    nachdem ich die letzten zwei Jahre Erfahrungen mit einer "Gathered end Hängematte" sammeln konnte habe ich mich nun entschlossen selbst ein Hängematte zu nähen.
    Nun stellt sich mir die wichtige Frage ob es eine Bridge oder eine 90 grad sein soll. Meines Erachtens haben beide ihre Vorteile. Nachfolgend einmal aufgelistet was meine bisherige Recherche ergab.
    Bridg Hammock:
    + sehr gerades liegen
    + gut kombinierbar mit Tarp
    + große Taschen sind leicht an den Seiten anbringbar
    + ohne Isomatte benutzbar
    - man muss immer die sperrigen Stäbe mitschleppen

    90 grad:
    + sehr leicht, da sie ohne stäbe aus kommt
    + unter Umständen zu Sitz transformierbar
    + kann an einem Ast aufgehängt werden, es werden also nicht zwingend zwei Bäume benötigt
    - schlecht mit Tarp kombinierbar
    - viele Schnüre (fitzgefarh, unübersichtlich
    - spezielle Isomatte benötigt

    Falls ihr weiter Punkte wisst, beziehungsweise meine widerlegen könnt wäre das sehr hilfreich. Besonders interessiert bin ich an euren eindrücken, was die liegequalität anbelangt. Welche Hängematte ist bequemer und warum. Momentan tendiere ich persönlich zur 90 grad Hängematte da mir die Gewichtseinsparung und vor allem die Vielseitigen Aufhängmöglichkeiten gefalle. Allerdings bin ich mir nicht sicher ob eine 90 grad mit meiner Isomatte (Therm-a-rest Trail Lite Large) sich eignet.

    Falls ich eine 90 grad bauen sollte, würde ich mich an die Anleitung von Konradsky halten und zusätzlich noch ein Moskitonetz mit Reißverschluss integrieren.
    Falls es eine Bridge werden soll würde ich mich an der Anleitung von dendronaut bzw. von prof. hammock orientieren.

    Als Stoff habe ich an folgenden gedacht:http://www.extremtextil.de/catalog/Ripsto…573dbe195346360
    oder doch lieber diesen?:http://www.extremtextil.de/catalog/Ripsto…g-qm::1878.html

    Was denkt ihr? Anregungen? Fragen? Kritik?

    Viele Grüße,
    Jonny

  • Hallo,

    es gibt noch mehr Vorteile für die 90°.
    Tarp ist überhaupt kein Problem, wenn es 2m breit ist.
    Man kann fast noch gerader als in der BH liegen und das eben auch auf der Seite.
    Moskitonetz ist nicht so schön zu machen als in der BH.
    Im letzten Jahr brauchte ich seit Jahren zum ersten Mal ein Moskitonetz.

    Beide Stoffe würde ich nicht nehmen.
    Ersterer ist zu dünn, habe ich bei der ersten 90° doppellagig genommen.
    Zweiterer hat diese doofe Silikonbeschichtung.

    Ob du eine TAR Xtherm oder eine Syn/Downmat nimmt bleibt sich gleich.
    Allerdings kannst du den Stul nur mit einer Xtherm machen.

    Es gibt einen Nachteil.
    Da meiner Meinung nach eine 90° Matte nur mit Isomatte betrieben werden kann,
    wird es ab 27° in der Hängematte unangenehm. Dann nehme ich mir dann meine BH.

    Gruss
    Konrad

    • Offizieller Beitrag

    Bridge Hammock:
    + sehr gerades liegen
    + gut kombinierbar mit Tarp
    + große Taschen sind leicht an den Seiten anbringbar
    + ohne Isomatte benutzbar
    + mehr Aussicht (scheint für viele wichtig zu sein)
    - man muss immer die sperrigen Stäbe mitschleppen
    - relativ schmal > mit angewinkelten Knien kann es unangenehm werden
    - man braucht mehr Abstand zwischen den Bäumen als bei einer Tuchhängematte
    - für einen vergleichbaren Wetterschutz muss das Tarp größer sein als bei einer Tuchhängematte
    - die Stäbe kollidieren schnell mit dem Tarp
    - durch die Stäbe und das größere Tarp höheres Packgewicht
    ° relativ kippelig, aber daran kann man sich gewöhnen

    90 Grad Hängematte:
    + sehr leicht, da sie ohne stäbe aus kommt [gleiches gilt für Tuchhängematten]
    + unter Umständen zu Sitz transformierbar [gleiches gilt für Tuchhängematten]
    + kann an einem Ast aufgehängt werden, es werden also nicht zwingend zwei Bäume benötigt
    - schlecht mit Tarp kombinierbar
    - viele Schnüre
    - spezielle Isomatte benötigt
    - Isomatte wird stark belastet > verkürzte Lebensdauer
    - Aus- und Einsteigen ist schwieriger als mit den anderen Hängemattentypen
    ° Schaukelbewegung ist kopfüber > ich komme damit nicht so gut zurecht


    Für mich haben Tuchhängematten die meisten Vorteile. Wenn die Tuchhängematte unbequem ist, liegt es meistens an der mangelnden Länge und/oder Breite, und am Stoff. [USER="21"]Konradsky[/USER] werde ich auch noch konvertieren :)

  • Geht bestimmt, aber zumindest mir hat's bei der BH am bequemsten geklappt. Bei der Tttm war erst einmal der hohe Hängemattenrand zu überwinden. Und dann musste ich mich immer recht weit runterstrecken um an den Kocher zu kommen.
    Wie's bei einer 90 Grad Hm seitlich gehen soll, kann ich mir nicht vorstellen. Da bietet sich wohl eher das Kopfende an.

  • Hallo,

    es gibt hier ein oder zwei Threads über 90° Matten.
    Lese dir die mal durch.
    Meine neueste Matte ist noch nicht dokumentiert.
    Da habe ich Schlaufen wie in der Orginalmatte. Das spart Gewicht,
    Packmaß und vor allem ist die Punkbelastung für den Stoff nicht
    so groß.

    Gruss
    Konrad

  • Ich habe noch ein paar Fragen zu den Unterschieden:
    1. Kann ich bei einer Bridge-Hängematte eine Evazotte Isomate mit 1,80 x0,5 m verwenden ?
    2. Wie groß muss der Abstande der Bäume bei einer Bridge im Vergleich zur 90 Grad Hängematte sein ?
    Danke für die Infos.
    Magic

    • Offizieller Beitrag

    Ich habe noch ein paar Fragen zu den Unterschieden:
    1. Kann ich bei einer Bridge-Hängematte eine Evazotte Isomate mit 1,80 x0,5 m verwenden ?
    2. Wie groß muss der Abstande der Bäume bei einer Bridge im Vergleich zur 90 Grad Hängematte sein ?
    Danke für die Infos.
    Magic


    1. Klar, warum nicht? Es ist aber hilfreich, die Evazote-Matte zwischen die beiden Stofflagen der doppellagigen Hängematte zu legen. Anderenfalls, also wenn Du Dich direkt drauflegst, macht sie jede Körperbewegung mit und geht recht schnell kaputt.
    2. Sehr viel größer. Bei einer 90-Grad-Matte reichen ungefähr 2 Meter, bei einer Brückenhängematte geht es bei etwa 5 Metern los.

  • Bei Verwendung einer doppellagigen Hängematte solltest du überlegen, ob die innenliegende Isomatte tatsächlich von der unteren Hängemattenschicht überall gleichmäßig angepresst wird. Wenn das nicht passiert - und das ist meiner Erfahrung mit einer Exped Ergo nach häufig der Fall - nützt die innenliegende Isomatte gar nichts und du frierst. Ich plädiere deshalb dafür, in der Hängematte auf der Isomatte zu liegen. Was den Baumabstand betrifft, bist du in einer Querhängematte äußerst flexibel. Schau dir mal die Galeriebilder auf meiner unten verlinkten Seite an, da siehst du, dass von 1,60 m bis 10 m alles möglich ist. Sogar zwei an einem horizontal gewachsen Stamm nebeneinander aufgehängte Querhängematten sind möglich. Ein wichtiger Unterschied zwischen Bridge und Cross Hammock besteht noch darin, dass du mit der Querhängematte höher an den Baum musst, damit die nach unten hängende Konstruktion genügend Bodenfreiheit bekommt.

    • Offizieller Beitrag

    Da hat der [USER="170"]Seitenschläfer[/USER] natürlich recht. Wenn die von den beiden Stofflagen gebildete "Tasche" so groß ist, daß zwischen Eva und oberer Lage noch Luft ist, dann kann durch diese Luftschicht Körperwäre verloren gehen. In diesem Fall Eva auf die Hängematte legen.

    • Offizieller Beitrag

    Ich habe folgendermaßen grob überschlagen: 2 m Hängemattenlänge, je 1 m Seildreieck und je 50 cm für die bury der Whoopi-Sling, Karabiner usw. Damit sind wir bei 5 Metern. Natürlich kann man das Seildreieck kürzer gestalten (bei höherer Belastung der Streben) und die Whoopies weglassen. Aber 3,40 m Baumabstand ist schon extrem kurz für eine Brückenhängematte.
    Hier gibt es übrigens einen Faden über den Baumabstand.

  • Bei meiner Brücken-Hängematte liege ich bei rund 430cm.

    • ca. 223cm für den Hängemattenkörper (Ecke Spreizstab zu Ecke Spreizstab)
    • ca. 102cm fürs Dreieck am Kopfende (110cm Spreizstab)
    • ca. 85cm fürs Dreieck am Fussende (92cm Spreizstab)
    • ca. 2 mal 15cm für den gefalteten Dogbone


    Das ergibt rund 440cm. Da sie aber etwas durchhängt, komme ich in der Praxis auf rund 400cm Länge für die Ridgeline plus zweimal 15cm für die Schlaufen, also auf eine minimale theoretische Aufhängedistanz von 430cm von Schlaufe zu Schlaufe. Zum Aufhängen brauche ich zusätzlich für die Baumgurte noch ein wenig Spielraum.

    Zum Tarp für die Querhängematten:
    Es gibt auch für Querhängematten Tarps mit Türen (z.B. Hammocktent, => etwas herunterscrollen). Da hat man – so denke ich – auch einen recht zuverlässigen Schutz.

  • Die 3,4m bei der «Jacks R Better Bear Mountain Bridge Hammock» kann ich mir gut vorstellen, wenn ich mir Fotos der Hängematte anschaue. Sie hat die folgenden Eigenschaften, die ein kurzes Dreieck und damit einen kurzen Baumabstand ermöglichen:

    • Die Spreizstäbe sind relativ kurz (was die Stabilität derselben bei gleichem Durchmesser stark erhöht).
    • Zudem ist der seitliche Schnitt in Kettenlinienform sehr tief, wodurch der Hängewinkel steiler wird (wohl um 30° rum).
    • Durch den steileren Hängewinkel wird die Grundbelastung der Aufhängung kleiner.
    • Die kurzen Spreizen verbunden mit der geringeren Grundbelastung ermöglichen ein sehr kurzes Aufhänge-Dreieck (ohne Erhöhung des Schwerpunktes).
    • Der steilere Hängewinkel verkürzt die horizontale Ausdehnung der Aufhänge-Dreiecke noch zusätzlich.

    Kurz, ich zweifle nicht daran, dass ein Mindestabstand von 3,4m tatsächlich ausreichen dürfte.

    • Offizieller Beitrag

    Wenn es um die minimal mögliche Baumentfernung geht, sind 3,40 m noch nicht das Ende der Fahnenstange. Man kann schließlich den Baum in das Seildreieck integrieren, so daß dann Entfernungen von etwas über 2 Metern möglich werden. Praxisrelevant ist das aber wohl kaum.

  • Wenn es um die minimal mögliche Baumentfernung geht, sind 3,40 m noch nicht das Ende der Fahnenstange. Man kann schließlich den Baum in das Seildreieck integrieren, so daß dann Entfernungen von etwas über 2 Metern möglich werden. Praxisrelevant ist das aber wohl kaum.

    Wenn man a) den Baumschutz gewährleisten kann und b) auch die Ausrüstung so konzipiert ist, dass sie dadurch nicht Schaden nimmt, könnte man auf diesem Weg sogar die Belastung der Spreizen stark reduzieren, da die Winkel an den Streben deutlich grösser würden.

    Im Grunde wäre das eine interessante Überlegung, die man anstellen könnte: Wie liesse sich die Aufhängung so konzipieren, dass die Bäume grundsätzlich – also nicht nur im Notfall – ins Aufhänge-Dreieck integriert werden könnten, welches damit – nebenbei bemerkt – zu einem Aufhänge-Trapez würde. Bestimmt wird man da auf hammockforums.net fündig.

  • Eigentlich benötigt man nur etwas zum Unterlegen, damit sich die Dyneema-Schnur nicht in die Rinde einschneiden kann. Lösbar ist die Schnurbefestigung am Spreizstab normalerweise sowieso.

    Bei mir nicht. Da müsste ich zuerst den Dogbone an der Dreiecks-Spitze ausfädeln.

    Ich stelle mir aber vor, dass man statt Dyneema einfach zwei Gurtbänder nutzen könnte, die man zweimal um den Baum legt und dann an den vorderen respektive hinteren beiden Ecken der Hängematte mittels Schnalle verstellbar einhängt. Die Hängematte pendelt dann halt nicht mehr so schön. Das könnte ein Nachteil sein. Dafür wären die Kräfte auf die Stäbe stark reduziert.

    • Offizieller Beitrag

    Im Grunde wäre das eine interessante Überlegung, die man anstellen könnte: Wie liesse sich die Aufhängung so konzipieren, dass die Bäume grundsätzlich – also nicht nur im Notfall – ins Aufhänge-Dreieck integriert werden könnten, welches damit – nebenbei bemerkt – zu einem Aufhänge-Trapez würde. Bestimmt wird man da auf hammockforums.net fündig.

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