Bushbuddy vs Picogrill - Vor- und Nachteile beider Systeme

  • Der Picogrill ist ein ganz anderes System und lässt sich deshalb nicht vergleichen - genauso wie man die WBBB nicht mit einer Koma oder der Exped Ergo vergleichen kann. Der Bushbuddy ist ein Holzvergaser mit Doppelwand - der Picogrill ist einfach nur eine einwandige Box. Klar dass die leichter gebaut werden kann. Der Bushbuddy ist das Original, bei dem z.B. Solo Stove abgekupfert hat. Allerdings ist keiner der abgekupferten Holzvergaser auch nur annähernd so leicht (und von so hoher Qualität). Der Solo Stove "Lite" wiegt z.B. 256g - also fast doppelt soviel!


    Den original Bushbuddy gibt es im Übrigen nicht mehr zu kaufen, da sich der Entwickler Fritz Handel zur Ruhe gesetzt hat. Er hat sein Geschäft an Nomadic Stove abgegeben. Aber selbst der "Trekker Ultra" ist mit 148g noch etwas schwerer als der Bushbuddy Ultra.

  • Hallo,


    ich habe ja nur den Solo Stove und den Picogrill.


    Der Picogrill verbrennt durch die geniale Luftführung genauso raucharm wir der Solo.
    Allerdings kann ich auf dem Pico auch mal ordentliche Holzstücke nachlegen was beim
    Solo nicht machbar ist.
    Und dann dieses Packmaß des Solo.
    In meinem Topf habe ich weil da ja kein Solo Platz nehmen muß, den Spiritusbrenner nebst
    Spiritus sowie Feuerzeug, Topfzange und lappen untergebracht.
    der Pico ruht in der Wasserblasentasche.


    Gruss
    Konrad

  • Mit dem Solo Stove bin ich nicht so vertraut - aber der BB verbrennt Holz deutlich besser als der Emberlit, der auch nur eine simple Box mit ein paar Löchern ist. Von den Fotos her kann ich mir nicht vorstellen, dass der Picogrill viel effektiver ist. Ich finde es auch nicht so toll, wenn die heisse Asche unten raus rieseln kann. Und mein Trangia Spiritus Brenner passt locker in den Bushbuddy. Da mein Topf Klappgriffe hat, muss ich auch keine Griffzange einpacken. Aber wie üblich ist es eine Frage des Geschmacks. Ich mag Tuchhängematten - du magst 90° Hängematten :)

  • Mir ging es eher um den Hype bei Holzvergasern.
    Und die Verbrennung ist beim Pico fantastisch, deshalb habe ich den ja.
    Vorstellen oder nicht ist rein theoretisch. Praktisch ist anders.
    Und eine kleines Stück Alufolie unten drunter löst das Problem des Aschedurchfalls.
    Und die Standfestigkeit ist beim Pico wesentlich besser.
    Da habe ich mit dem Solo schon so manchen Unfall gehabt.

  • Ein grosser Vorteil des Bushbuddy (Nomadic Trekker Stove und - da weitgehend baugleich - des Solo Stove) ist, dass er unten aufgrund der Luftführung kaum heiss wird. Man kann ihn zwar nicht mehr in der Hand halten, aber da kann nichts anbrennen, dafür bleibt er zu kalt. Je nach dem, wo man kochen möchte, kann das ein grosser Vorteil sein. Aber sonst kommt es - wie so oft - auf die persönlichen Bedürfnisse an. Der Bushbuddy ist schon recht alt, ist also nicht auf den Hype aufgesprungen. Allenfalls ist er dafür mitverantwortlich, dass ein Hype entstanden ist.

  • Und wie erklärst du dir den Hype wenn nicht durch die sehr effiziente Verbrennung? (Den Pico - so vermute ich mal - gab es damals noch nicht.) Und speziell beim Bushbuddy kommt eben der vergleichsweise kalte Boden dazu, der durchaus ein Vorteil sein kann.


    Mal ganz unabhängig davon: Hast du die beiden mal in Bezug auf die Effizienz verglichen? Brauchst du beim Pico mehr oder weniger Holz, um beispielsweise einen Liter Wasser zum Sieden zu bringen? Ich finde den Bushbuddy tatsächlich sehr durchdacht, aber er wird durchaus auch seine Nachteile haben. (Ich hatte den Bushbuddy 2010 meinem Vater zu Weihnachten geschenkt... kenne deshalb vor allem den.)


    PS: Der Picogrill sieht auch gut aus! Habe gerade die Hersteller-Website im Internet entdeckt.

  • Der Bushbuddy hat viele Vorteile und (aus meiner Sicht) zweieinhalb Nachteile, wobei der halbe Nachteil das Gewicht ist.
    Der doch recht kleine Brennraum führt dazu, daß man ständig am Nachfüttern ist. Das andere Problem ist das Gequalme bei feuchtem Holz. Hier punktet der Picogrill, der natürlich mehr Hitze nach unten ausstrahlt und auch mal ein bißchen Glut und brennende Holzstückchen "verlieren" kann.

    Omnia vincit lectulus pensilis. :saint:

  • Ich habe selber mal einen deutlich kleineren Holzvergaser gebaut als der Bushbuddy. Inzwischen ist er total verrostet, was Selbstbauten aus Nahrungsmitteldosen leider so an sich haben. Den konnte ich beispielsweise mit Pistazienschalen füllen, oben anzünden und damit - soweit ich mich erinnere - das Wasser für eine Suppe zum Sieden bringen. Nachlegen konnte ich da nichts, aber für seine Grösse war der extrem effizient. Wenn man nur Wasser aufheizen möchte, reicht der Brennraum doch in aller Regel aus, ohne dass man Holz nachlegen muss.


    Der Vorteil eines Picogrills ist sicher, dass er sehr klein verstaubar ist und sehr gut zieht und zwar von Anfang an. Der Nachteil liegt auf der Hand: Da er einwandig ist, verliert er aufgrund der Abstrahlung viel mehr Wärme pro kg Holz.


    Am Schluss ist es doch wie bei den Hängematten: Man bleibt bei einem Modell hängen und mit dem geht man dann seinen Weg. (Ich selber habe bisher beispielsweise nie mit Holz gekocht.)

  • Hallo,


    ob ich jetzt ein Stückchen Holz mehr drauflege ist mir wurscht, weil es mehr als genug um mich
    rum liegt. Ich bin kein Erbsenzähler.
    Warum soll ich meinen Brennstoff von Zuhause in Form von Schalen mitnehmen?
    Kleine Ästchen finden sich überall.


    Aber durch das wesentlich größere Glutbett braucht nicht permanent nachlegen und hat eine
    heiße Verbrennung. Da der Brennraum auch viel größer ist, kann ich mich wärmen.
    Desweiteren habe ich noch ein kleines Lagerfeuer was bei dem Solo doch eher
    ein Witz ist. Dadurch das er nicht doppelwandig ist, bringt das auch was.


    Beim Solo muß nach 20-30 Minuten den Kocher ordentlich auf den Boden stoßen, daß er von unten
    wieder Luft bekommt, sonst brennt er nicht. Der Pico bekommt von der Seite Luft.
    Aber auch da sollte man nach ca. 1 Std. Lagerfeuer dies auch machen.
    Das Packmaß habe ich schon angesprochen. Das Gewicht ist auch nicht ohne.


    Dann eben noch die Standsicherheit. Der Pico steht aufgrund der größeren
    Standfläche zur Breite extrem sicher. Das ist beim Solo nicht der Fall.
    Mir sind schon so ein paar Unfälle mit dem Solo passiert.
    Der Topf rutscht extrem leicht ab.


    Wenn man den Pico noch pimpt, weil er auch noch nicht fertig gedacht ist.
    Geht er richtig ab und wird auch noch wesentlich sicherer.


    http://www.bushcraft-deutschland.de/...-my-picogrill/



    Ich gehe immer wieder mal neue Wege. Siehe Brückenhängematte und jetzt 90°
    Hangematte.


    Momentan probiere ich mit Gas rum.
    Aber da will ich keine schweineteuren Gaskartuschen kaufen. Stattdessen lieber an der großen Flasche
    für 18Cent pro 100g selber auffüllen statt 5,50€ im Outdoorshop zu bezahlen.
    Klappt das nicht, gehts wieder zurück die Holz und Spiritus.



    Gruss
    Konrad

  • ob ich jetzt ein Stückchen Holz mehr drauflege ist mir wurscht, weil es mehr als genug um mich
    rum liegt. Ich bin kein Erbsenzähler.
    Warum soll ich meinen Brennstoff von Zuhause in Form von Schalen mitnehmen?
    Kleine Ästchen finden sich überall.


    Dein Argument mit dem Holz, das in Fülle herumliegt, habe ich bereits erwartet. Du hast damit indirekt meine Frage beantwortet: Der Holzvergaser brennt effizienter. Effektiv brennen alle, denn man kann sie mit Holz befüllen und kochen, sprich: Sie erfüllen ihren Zweck.


    Den Bushbuddy halte ich für seine Grösse nach wie vor für sehr gut und auch sehr gut durchdacht. Dass er nicht faltbar ist, liegt in der Natur der Sache. Es gibt meines Wissens keine faltbaren Dosenkocher. Dass der Pico (und vergleichbare Kocher) mehr Wärme abgeben und deshalb als Lagerfeuer taugen, liegt ebenfalls auf der Hand. Genau dieser Wärmeverlust nimmt ihnen aber ein Stück Effizienz beim eigentlichen Kochvorgang: Man braucht eben für die gleiche Kochzeit mehr Holz (was in den meisten Fällen keine Rolle spielt).


    Mein Beispiel mit den Pistazienschalen diente der Illustration dafür, dass man einen Holzvergaser auch sehr gut von oben nach unten abbrennen kann. Er brennt dann länger, effizienter und gleichmässiger - zudem mit fast durchsichtiger Flamme (es entsteht dann ein ganz spezieller Duft, den ich so nur von Holzvergasern kenne). Vorraussetzung ist, dass die oberste Schicht wirklich ganz trocken ist. Was weiter unten kommt, kann dann bis zu einem gewissen Grad durch die Wärmestrahlung trocknen.


    Die Aschepfanne ist beim Bushbuddy gross genug für einen ausführlichen Kochvorgang. Er verstopft während dieser Zeit nicht. Wer ihn länger als 30 Minuten am Stück betreiben will, sollte einen anderen Kocher verwenden.


    Wegen dem Ausprobieren von Neuem: Ich habe 2010 diverse Holzvergaser gebaut: einige, die grösser, andere, die kleiner waren als der Bushbuddy, solche mit verstellbarer Sauerstoffzufuhr, solche, die in einer 500ml-Cola-Dose brennen sollten (leider hält das Aluminium das nicht lange durch, selbst dann nicht, wenn man die Innenwand aus Eisen fertigt). Ich kenne keine anderen Holzkocher, die - bei gleicher Grösse der Brennkammer - in so kurzer Zeit im Inneren eine so grosse Hitze entwickeln, wenn man sie mit trockenem Brennstoff befüllt.


    Ich selber koche ja mit Alkohol im Sidewinder Cone von TrailDesigns. Da setze ich den Topf auch auf zwei Heringe, die horizontal durch die Wand gesteckt werden.

  • Was es auch noch gibt, ist ein rollbarer Holzvergaser. Ich könnte zu meinem Caldera Sidewinder Cone noch den Inferno-Einsatz besorgen, dann hätte ich ihn:


    https://www.traildesigns.com/stoves/caldera-sidewinder


    https://www.youtube.com/watch?v=VOM3Ut0Wl0M
    Scheint auch ziemlich abzugehen, wenn man ihn richtig aufbaut:


    https://www.youtube.com/watch?v=pJuA7b9GqME
    In der Sidewinder-Version (gibt es nur zu flachen Töpfen) passt alles Zubehör in den Topf, es braucht also nicht dieses schwere Kunststoff-Gehäuse.

  • Übrigens wird der Trekker Stove der Nomadic Stove Company seit Januar 2017 als "Bushbuddy" verkauft. Jetzt, wo sich der Entwickler des Bushbuddy, Fritz Handel, zur Ruhe gesetzt und seine Website offline genommen hat, verkauft sein "Schüler" Jeff Tinker den Trekker Stove offiziell als "Bushbuddy". Die bisherigen Webseiten (bushbuddy.ca für das Original und nomadicstovecompany.com für den Trekker Stove) führen nun beide direkt auf bushbuddystove.com, wo der Trekker Stove nun hochoffiziell als "Bushbuddy" angeboten wird.


    Ein Unterschied zwischen Bushbuddy und Solo Stove ist die Zahl der Füsse des Topfständers: Der Bushbuddy hat vier, der Solo Stove nur drei. Das erklärt, weshalb die Töpfe beim Solo Stove ein ganzes Stück weniger sicher stehen.

  • Ich habe mir vor einigen Tagen den Picogrill 85 gekauft und finde toll, wie leicht der sich entzünden lässt: Selbst relativ feuchtes Holz fängt ziemlich schnell Feuer und die Rauchentwicklung ist erstaunlich gering. Ich war auch erstaunt, dass mir ziemlich wenig dünnes Anfeuerholz gereicht hat, um damit bereits recht dicke Holzstückchen (z.T. 3-4cm dick) zum Brennen zu bringen. Und es stimmt: Man muss nicht gleich oft Holz nachlegen wie beim Bushbuddy. Das Packmass und die Einfachheit des Auf- und Abbaus ist auch grandios.


    Den Bushbuddy schätze ich nach wie vor, weil er sich befüllen lässt und dann von oben nach unten sehr schön abbrennt. Dabei reicht die Holzmenge gut, um sich Wasser für ein Fertiggericht oder eine ordentliche Menge Tee oder Kaffee heiss zu machen. Zudem bietet er einen halbwegs vernünftigen Windschutz für einen Alkoholbrenner und der steht auch ungefähr auf der richtigen Höhe. Zudem ist er (ich habe noch einen Original-Bushbuddy von Fritz Handel) für mich ein wertvolles Stück Hobo-Geschichte aus einer Zeit, in der um Holzvergaser-Kocher noch kein Hype bestand.


    Wenn ich allerdings mit Alkohol kochen möchte, dann ist mein Sidewinder Cone von TrailDesigns meine erste Wahl. Da weiss ich exakt, wie viel Alkohol ich für die gewünschte Menge Wasser benötige. Er ist kaum windanfällig und lässt sich bequem im Topf versorgen, zusammen mit dem Brenner, dem Feuerzeug und (auf kleinen Touren) gemeinsam mit dem Spiritus.

  • Waldläufer - genau das ist der Punkt - ich habe den 236 - denn großen Picogrill - gut er will gefüttert werden - aber wie viel Holz ist das unterm Strich.
    Also der geht richtig ab und wenn er mal an ist ist feuchtes Holz kein Problem.

    „Wir gehen eines Tages kaputt, weil wir zu faul sind, zu Fuß zu gehen.“ Reinhold Messner

  • Das ist ja witzig,


    genau über diesen Picogrill habe ich mir heute Vormittag auch Gedanken gemacht, ich liebe solche genialen Erfindungen. Schade dass Metall immer so schwer zu schneiden ist, sonst hätte ich da bestimmt schon mal was gebastelt.


    Da der Beitrag ja schon etwas älter ist - gibt es inzwischen "Langzeiterfahrungen"?


    Zuletzt habe ich ganz gerne einen kleinen Steckhobo in der Größe vom Künzi verwendet, oder wenn ich mehr schleppen wollte die große Feuerbox von Petromax (okay glaube jetzt kaum das das hier jemand aus der Rucksackgemeinde einsehen würde).


    Jetzt bin ich aber auch auf der Suche nach einer leichteren Lösung.


    Ich habe ein Ofenrohr, das denke ich aus dem gleichen Material wie der Picogrill besteht. Das sieht aber jeweils nach ein zwei Jahren Benutzung an manchen Stellen nicht mehr so toll aus, daher meine Frage an die Erfahrenen wie sich der Picogrill nach Jahren der Benutzung und wenn möglich auch starken Befeuerung schlägt. Möchte ihn dann auch mal abends als Lagerfeuerersatz oder Feuerschale nehmen und nicht nur zum kurz Kochen.


    Viele Grüße

    Michael

  • Der Picogrill ist aus Zunderfestem Material. Manch ein Ofenrohr ist nicht Zunderfest.

    Ich habe den Picogrill viele Jahre benutzt und war immer sehr zufrieden. Einzig mit

    Spiritus hat der gesoffen.

    Letztes Jahr habe ich mir den Storming Stove gekauft. Ist ein Conesystem für

    Spiritus, aber man kann den eben noch mit einem Zusatzteil zu einem

    Holzvergaser erweitern. Das Ding brennt als Holzvergaser extrem gut.

    Das Ganze hat dann 117g.


    gruss

    Konrad

  • Ihr koennt Euch sonst auch mal den Bushcooker von Four Dog Stove ansehen. Ist aus Titan gefertigt und kommt in 4 verschiedenen Groessen. Ist eigentlich ein Holzvergaser, man kann da aber auch mit Spiritus, Esbit oder in Kombination mit Holz arbeiten. Das LTII Model ist in der Groesse mit dem Bushbuddy vergleichbar, es gibt aber auch den LTI, der fuer die Toaks und SnowPeak 700 Groesse gedacht ist. Auf You Tube gibt es dazu auch so einige Videos. Don ist ein ehemaliger Legionaer im Halbruhestand, d.h. seine Produkte sind nicht immer verfuegbar.

    Fourdog.com

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