Wo läuft die Tarp-Ridgline und warum?

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  • Hallo zusammen,
    ein Tarp ist ein Stück Stoff, was macht, dass ich nicht nass werde ...so einfach war mein Gedanke, als ich beschlossen habe, mir selbst eines zu nähen. Ach herjeh, wer hätte da geahnt, dass mit dieser Entscheidung die nächsten schlaflosen Nächte vorprogrammiert waren? Warum? Weil gefühlte tausend Fragen damit verbunden waren, das ideale Tarp zu schneidern: welcher Stoff, wie schwer darf es sein, aus einem Stück Stoff oder zwei Bahnen zusammengenäht, aus welchem Material sind die Abspannpunkte, mit Kanteneinfaßband als Verstärkung oder nicht, rechteckig und knapp geschnitten oder viereckig und weit - oder umgekehrt - und wo verdammt läuft die Ridgline?

    Google hat mir bisher nicht weitergeholfen, deswegen würde ich gerne eure Meinung dazu hören. Die Daten für die Überlegung sollen sein: es gibt ein Tarp 3x3m, leichtes UL-SilNylon als Stoff. Folgende drei Möglichkeiten habe ich gefunden:

    • Auf dem Tarp werden Schlaufen aufgenäht. DD Hammocks haben beispielsweise welche, bei den das so ist (siehe hier http://www.ddhammocks.com/product/dd...x3?from_cat=33). Vorteil ist, dass das Tarp an mehreren Punkten gehalten wird, was die Kräfte besser verteilt. Hängt ein solches Tarp, so spannt man es auf der Ridegline ab und sind überall tendenziell gleiche Kräfte vorhanden. Weiterer Vorteil: Regen läuft entlang der Ridgeline (RL) über das Tarp und nicht unter das Tarp. Nachteil: Zusätzliche Nähte im Tarp und damit Einfall für Regen und Schaffung von "Sollbruchstellen". Weiterer Nachteil: man kann nicht individuell spannen, weil Schlaufen dafür nicht vorgesehen sind. So kann man die DDs nur als A-Frame aufhängen, wenn man die Schlaufen nutzen möchte.
    • Man legt das Tarp AUF die gespannte Ridgline. Das hört sich erstmal gut an, denn hier ist man individuell. Man legt es drauf und spannt es ab. Aber gibt es irgendwann Probleme, weil die dünne Dyneema Schnur möglicherweise die 36g/m2 durchscheuert? Oder ist das nicht zu befürchten? Vorteil wäre, die ganze Last liegt auf der RL gut verteilt, nicht wie bei Möglichkeit 1, wo die Kräfte sich an einzelnen Punkten sammeln. Nachteil: Regen läuft an der RL entlang unter das Tarp und somit in die Nähe der Hängematte - was man aber sicher mit Driplines verhindern kann.
    • Alles beides totaler Quatsch: das Tarp wird immer an zwei Punkten angeschlagen (siehe hier http://up.picr.de/2073145.jpg). Man spart sich eine durchgehende Ridgeline und geht immer nur von einem Ende des Tarps an den entsprechenden Baum. Möchte man das Tarp nicht als A-Frame spannen - kein Problem - einfach anderen Abspannpunkt am Tarp suchen und schon hängt es als Diamond. Vorteil: Weniger Schnur = weniger Gewicht. Das Tarp ist individuell spannbar. Aber es gibt auch eine Hand voll Nachteile: Regen kann wieder unter's Tarp laufen, wenn man keine Gegenmaßnahme trifft. Außerdem spann ich im Gegensatz zu den beiden vorherigen Punkten nicht die Ridgeline hart ab, um einen schönen First zu bekommen, sondern müsste das nun mit dem Tarp machen - ist das gut für die Nähte? Ich habe Videos gesehen, wo die Nähte SEHR strapaziert waren. Vielleicht war da das Tarp aber nur schlecht genäht?! Oder ist dieses eine gute Möglichkeit, jedoch nur für kleinere Tarps, wo die Kräfte auch kleiner sind?


    Ihr seht schon - es gibt viele Pro's und Con's die man erkennen kann - und da kommt ihr ins Spiel. :)
    Wie ist euer Tarp abgespannt? Liegt es auf der Ridgeline, hängt es dran oder wird es an Punkten abgespannt? Wie seht ihr die Belastungen, die auf euer Tarp wirken? Findet ihr das ideal? Konntet ihr Schwachstellen erkennen? Wie sieht es mit Snake-Skins aus - sind sie nutzbar?
    Ich freu mich auf eure Kommentare. :)

    Viele Grüße
    Olli

    • Offizieller Beitrag

    Ich würde mich nicht an den Tarps orientieren, die DD Hammocks & Co. verkaufen. Von meinen Hängematten-Tarps hat keines Schlaufen an der Ridgeline. Wenn du einen leichten Stoff verwendest (Silnylon, Silpoly) braucht die Ridgeline keine Unterstützung.

    Für mich hat eine durchgehende Ridgeline nur Nachteile, egal ob sie über oder unter dem Tarp läuft. Meine erste Ridgeline war durchgehend, mit Prusiks um das Tarp zu straffen. Logischerweise habe ich sie unter dem Tarp gespannt, denn das hat den Aufbau leicht gemacht. Dummerweise ist meine Hängematte mehrmals nass geworden, obwohl es weder lange noch stark geregnet hat. Nach langer Sucherei hat sich herausgestellt, dass es die Ridgeline gewesen sein muss, denn nachdem ich sie über das Tarp gelegt hatte, ist nie mehr wieder Mystery-Wasser unter meinem Tarp aufgetaucht.

    Nachdem die Ridgeline über dem Tarp verlief, hatte ich Probleme das Tarp straff zu spannen. Mit den Prusiks konnte man keine allzugroße Spannung aufbauen - und sie sind verrutscht wenn ich die restlichen Abspannleinen fest gezogen habe.

    Irgendwann habe ich mir Dutch Stingerz geholt, und sofort beschlossen, dass ich nie mehr wieder eine durchgehende Ridgeline verwenden werde. Der Aufbau ist nicht schwerer als mit einer durchgehenden Ridgeline unter dem Tarp. Aber das Tarp lässt sich viel besser spannen. Korrekturen sind kein Problem und schnell gemacht. Und die Stingerz geben nicht nach, wenn ich die restlichen Abspannleinen fest ziehe. UND ich verschwende keine Schnur. Ich musste immer mal wieder zwischen sehr weit auseinanderstehenden Bäumen hängen (10m und mehr); das war mit den halben Ridgelines einfacher als mit der durchgehenden.

    Der einzige Bonus den eine durchgehende Ridgeline unter dem Tarp hat ist, dass du Zeug daran aufhängen kannst. Ich habe das nie gemacht, weil meine nassen Klamotten bei Regen nicht trocken werden, wenn sie im Kontakt mit dem Tarp sind, und weil mein Tarp auch meist sehr dicht an der Hängematte hängt. Für nasse Klamotten finde ich ausreichend andere Stellen ohne zu riskieren, dass mir Wasser unter das Tarp läuft.

  • Ich verwende eine Ridgeline, die unter dem Tarp durchläuft, durch die Karabiner geht, an denen ich auch die Whoopie Slings einhänge, und dann zurück zum Tarp, wo ich auf beiden Seiten kleine Leinenspanner habe (das Tarp war bereits so ausgerüstet). Für mich funktioniert das recht gut. Ich gehöre auch zur Fraktion, die gerne ein Duschtuch oder etwas Kleidung über die Ridgeline hängt. Ob die Sachen dabei trocknen, ist mir nicht so wichtig. Wichtig ist mir, dass sie im Trockenen hängen und nicht weiter nass werden oder zusammengedrückt irgendwo vor sich hinmotten. Ich habe keine doppellagige Hängematte, wo ich die Sachen deponieren könnte, um sie zu trocknen. Feuchte Kleidung ziehe ich am Morgen einfach wieder an, bevor ich loslaufe, dann ist sie in zehn Minuten trocken. Damit habe ich über 2'000 Kilometer gute Erfahrungen gemacht, im Sommer wie auch im Winter. Für mich klappt das sehr gut.

    Ich kann mir aber gut vorstellen, dass ich mit einem anderen Tarp (ich werde mir auch bald eines nähen) auch mal etwas anderes ausprobieren werde, denn Experimentieren macht Spass! :)

    Also mein Tipp: Probiere alles aus und mach' dir dein eigenes Bild!

  • Noch etwas: Grundsätzlich kannst du ja fast jedes Tarp auf alle drei Arten abspannen. Die Frage ist eher: Willst du ein Tarp sehr flexibel einsetzen können (A-Frame, aber auch Diamond), dann müsstest du ein Rechteck oder ein Quadrat nähen: Das schafft grösstmögliche Flexibilität beim Aufbau zum Preis einer weniger satten Abspannung. Oder du entscheidest dich für eine bestimmte Art der Ausrichtung und nähst das Tarp dann spezifisch für diese Art der Aufspannung: Du nähst also kein Rechteck oder Quadrat, sondern verwendest einen "Catenary Cut" (Kettenlinienschnitt). Dabei werden alle Seitenlinien in Form einer Kettenlinie etwas ausgebuchtet. Bei Bedarf kann das sogar an der Ridgeline passieren. Hier gibt es aber unterschiedliche Meinungen / Erfahrungen.

    Hier gibt es einen sehr guten "Kettenlinien-Generator", den [USER="173"]erik[/USER] freundlicherweise hier im Forum zur Verfügung gestellt hat. Du kannst dazu aber auch eine Schnur ganz leicht durchhängen lassen und die Form auf den Stoff übertragen.

  • Nachdem die Ridgeline über dem Tarp verlief, hatte ich Probleme das Tarp straff zu spannen. Mit den Prusiks konnte man keine allzugroße Spannung aufbauen - und sie sind verrutscht wenn ich die restlichen Abspannleinen fest gezogen habe.

    Die Verwendung von Prusiks ist natürlich alles andere als zwingend bei einer durchgehenden Ridgeline. Ich verwende grob folgenden Aufbau (allerdings führe ich die Ridgeline nicht um den Baum, sondern hänge sie - wie bereits erwähnt - an den Karabinern der Whoopie Slings ein*. Das spart wieder etwas von der zusätzlichen Leine ein, die ich unter oder über dem Tarp "vergeudet" habe, denn dicke Bäume brauchen sehr viel zusätzliche Schnur):

    [ATTACH=CONFIG]n23152[/ATTACH]

    Bei diesem Aufbau kann man frei wählen, ob man die Ridgeline über oder unter dem Tarp durchführt. Die Spannung auf dem Tarp ist nur halb so gross wie die Gesamtspannung auf dem System. Das kann man als Vorteil oder natürlich auch als Nachteil sehen. Auch da ist man in der Wahl frei. ;) Der grosse Vorteil dieses Aufbaus ist, dass man das Tarp hin und her schieben kann, bis es genau an dem Ort ist, wo man es gerne haben möchte.

    * Hängt man die Ridgeline am gleichen Ort ein wie die Hängematte, ist es in der Regel sinnvoll, einen elastischen Teil in die Ridgeline zu integrieren. Denn bei Belastung der Hängematte verändert sich mehr oder weniger stark die Spannung der Ridgeline. Auch die Abspannung zum Boden hin gestaltet man dann am besten etwas elastisch.

    • Offizieller Beitrag

    Ich habe mit allen Varianten gespielt: Paracord, Haushaltsschnur, Maurerschnur, Dyneema, nur Knoten, Karabiner, Loop Aliens, Dutchwaregear, Firstschnur unter/über dem Tarp, Continous ridgeline, keine Firstschnur, Seitenabspannung (zu den Heringen) mit Gummischnur, einfacher Schnur, Seilspannern, Schnüre abnehmbar/fest am Tarp, ...
    Das Experimentieren macht viel Spaß und man lernt die Vor- und Nachteile in der Praxis und nicht nur theoretisch kennen. Hängen geblieben bin ich zur Zeit aus Gewichts- und Bequemlichkeitsgründen wie [USER="46"]TreeGirl[/USER] bei Lash-It und Stingers bzw. Fleaz von Dutch, jeweils am Tarprand am First angebracht. Ich habe aber schon wieder eine Idee, die ich ausprobieren möchte: mit einer UCR aus Lash-It müsste sich das Tarp zumindest auf einer Seite recht bequem spannen lassen. Ich werde meine Erfahrungen hier mit Euch teilen.

    Zum Tarp selbst: Ich besitze ein 3x3 Tarp aus der DD-Superlight-Reihe. Gewicht und Packmaß sind klasse, für meine längeren Hängematten ist es aber etwas kurz. In der Hinsicht beneide ich [USER="22"]kahel[/USER] manchmal um sein Viermeternochwas-Tarp von DD. Mein anderes Hängemattentarp, das Superfly von Warbonnet, ist größer und sperriger, aber perfekt für richtiges Mistwetter. Schon allein die "Türen" sind Gold wert. Dazu der Kettenlinienschnitt, der sehr dabei hilft, das Tarp immer schön straff gespannt zu halten.

    Die Heringe sind fest mit der Schnur verbunden und können per Tarp Hooks von Dutch ganz bequem mit den an den Abspannpunkten des Tarps befestigten Ringen aus Gummischnur verbunden werden. Ein nützlicher Nebeneffekt: So geht kein Hering mehr verloren.

    Während ich das schreibe, fällt mir auf, daß die "Tarpologie" ja fast so umfangreich wie die Hängemattenwissenschaft ist. Man könnte dicke Bücher darüber schreiben. Besser ist es natürlich, das Thema bei einem unserer Hängemattentreffen zu studieren.

  • Ich habe aber schon wieder eine Idee, die ich ausprobieren möchte: mit einer UCR aus Lash-It müsste sich das Tarp zumindest auf einer Seite recht bequem spannen lassen. Ich werde meine Erfahrungen hier mit Euch teilen.

    Jetzt musste ich gerade rasch googlen, was eine UCR ist. Das wäre also quasi eine Whoopie "Sling" ohne Schlaufe, bei der du den Mechanismus manuell streckst, um ihn zu blockieren. Richtig?

    Hier, was ich dazu auf hammockforums.net auf die Schnelle gefunden habe:

    [ATTACH=CONFIG]n23159[/ATTACH]

    Falls ich falsch liege, so bitte ich um Aufklärung! (Immer diese Fremdwörter und Abkürzungen, tsss... Manchmal habe ich den Eindruck, die eingefleischten Hammocker können kein Deutsch mehr... ;) )

  • Ach Leute, was für ein schöner Samstag. Die Sonne scheint warm durch die Fenster, der Kaffee dampft und riecht herrlich - UND ich habe gestern vor dem zu Bett gehen das Forum gecheckt und eure vielen tollen Kommentare gesehen...so macht "im Bett liegen und in den Tag starten" richtig Spaß! :)

    Also, das Thema scheint sehr vielschichtig zu sein, oder täusche ich mich? Ich versuche das mal zusammenzufassen (korrigiert mich, wenn ich etwas falsch verstanden habe):
    Treegirl hat schlechte Erfahrung mit Ridgeline unterhalb des Tarps gemacht, die sie oberhalb nicht mehr hatte. Aus Komfortgründen hat sie denn aber festgestellt, dass eine geteilte Ridgeline (ich kürze nachfolgend Ridgeline mit RL ab) für sie noch komfortabler ist. Allerdings nur mit zusätzlicher Hardware.
    Der Waldläufer benutzt eine Continious RL, die ja sowohl unter als auch über dem Tarp laufen kann (oder?), wobei er aber die Option des Trocknens von Klamotten schätzt und sie unterhalb laufen lässt.
    Nachteile in Bezug auf reinlaufenden Regen, hat er nicht beschrieben.
    Mittagsfrost hat ebenfalls einen Werdegang hinter sich, der ihn letztlich zu Einzelaufhängung mittels Hardware ohne durchgehende RL führte. Erhöhter Komfort ließ ihn da vorerst bleiben und so spannt er damit erfolgreich ein 3x3m Tarp.
    Hängematz nutzt ein DD Tarp und ist ebenfalls zufrieden damit. Die Schnur läuft dort durch Schaufen oberhalb des Tarps.

    Wenn ich das alles so auf mich wirken lasse, scheint es tatsächlich nicht DIE ultimatve Tarp-RL zu geben. Ihr könnt mir aber nochmal helfen bei der Bewertung für meine erste Aufhängung, wenn ihr mir nochmal gezielt einen Punkt beantwortet: erkennt ihr "Stresspunkte" an eurer Aufhängung? Ich meine, erkennt ihr, dass an den Stellen, wo das Tarp auf Spannung gebracht wird, sei es durch Schlaufen, eventuelles scheuern der durchgehenden RL oder strapazierte Nähte bei der getrennten RL, das diese Stellen so belastet sind, dass ihr sagen würdet: Okay, für mich ist dieses Ridgline-Konzept gut - ich erkenne aber, dass ich damit irgendwann* ein neues Tarp brauche. (*) soll meinen: eher ein neues, als wenn ich eine andere Aufhängung wählen würde.


    Heute gelernt:
    - Unter dem Tarp kann man super Dinge zum Trocknen aufhängen - auch das kann ein Gimmick sein, was in die Bewertung mit eingehen kann.
    - Ich kann lange nach einer Übersetzung von Cat = Kette suchen, denn ich hätte nach Catenary suchen sollen. ;)
    - Es gibt schon tolle Gedanken für CatCuts hier im Forum - Danke für den Link - Komm' ich bestimmt an anderer Stelle nochmal drauf zurück.
    - Ich hab endlich verstanden was UCRs sind. Während ich Whoopies doof find, könnte ich mir so ein Ding mal machen...muss unbedingt heute noch mit meinem BugNet anfangen, sonst wächst die Liste der neuen Projekte schneller als die der abgeschlossenen... :)

  • Naja, wenn die Kleider in feuchter Luft unter dem Tarp hängen, trocknen sie nicht. Aber sie werden wenigstens nicht noch nasser. Ich habe schlicht keine andere Möglichkeit, wo ich sie sonst deponieren kann, wenn es regnet. Ob allenfalls langfristig auch mal Feuchtigkeit über die Tarp-Ridgeline in die Hängematte gelangen könnte, kann ich nicht ausschliessen. Die einzige Feuchtigkeit, die ich bisher aber in der Hängematte hatte, hat sich jeweils von den Enden her ausgebreitet. Diese Feuchtigkeit muss also über die Aufhängung der Hängematte in die Hängematte gelangt sein.

    Zu deinen Fragen. Vereinfacht gesagt:

    • Wenn der ganze Zug auf das Tarp wirkt (bei zweiteiliger Ridgeline) hast du dort mehr Stress. Die heutigen Stoffe scheinen das aber locker wegzustecken, wenn du dich beim Abspannen nicht gleich mit deinem ganzen Gewicht in die Leinen hängst. (Wenn du etwas Elastisches in die Ridgeline integrierst, kannst du auch heftige Windböen auffangen, dafür kannst du es dann nicht mehr ganz so satt abspannen.)
    • Bei einer durchlaufenden Leine hast du höchstens die Hälfte der Last auf dem Tarp (siehe meine Methode). Nutzt du Prusiks, so ist die Last noch geringer, dafür kann es Probleme mit dem sauberen Abspannen geben, vor allem bei einem Catenary Cut am First (siehe Erfahrung von TreeGirl). Ob der Stoff des Tarps durch die unter diesem durchlaufende Ridgeline allenfalls nach Jahren beschädigt werden kann, weiss ich nicht. So lange habe ich mein Tarp bisher noch nicht in Gebrauch. Wenn du die Ridgeline über dem Tarp durchführst, besteht diese Gefahr nicht.
    • Hast du keinen Catenary Cut in der Ridgeline, so kann die unter dem First durchlaufende Schnur dazu beitragen, dass das Dach in der Mitte etwas weniger "einfällt".

    Hast du denn für die Enden der Ridgeline eine andere Bauweise angedacht, je nach dem, wie du es abspannen möchtest? Aus meiner Sicht gibt es zahlreiche Möglichkeiten, bei denen dir beim fertigen Tarp alle Möglichkeiten offen stehen. Oder liege ich da falsch? Dann könntest du doch einfach ausprobieren, was für dich am praktischsten ist?

    Darf ich fragen, was dir an Whoopie Slings nicht gefällt? Ein Nachteil ist sicher, dass du einen Meter Seil bauchst, um die Whoopie Slings einen halben Meter zu verlängern. Eine Whoopie Sling wiegt rund 20g, zwei also 40g. Das ist zumindest mal nicht schlecht. Ich war zu Beginn recht kritisch gegenüber Whoopie Slings. Bis ich mir mal welche gebaut habe. Inzwsichen mag ich sie sehr gerne und finde sie auch sehr praktisch. Das nervigste finde ich die losen Enden, die bisweilen recht lang sein können, wenn die Bäume etwas nahe stehen.

    • Offizieller Beitrag

    Ihr könnt mir aber nochmal helfen bei der Bewertung für meine erste Aufhängung, wenn ihr mir nochmal gezielt einen Punkt beantwortet: erkennt ihr "Stresspunkte" an eurer Aufhängung? Ich meine, erkennt ihr, dass an den Stellen, wo das Tarp auf Spannung gebracht wird, sei es durch Schlaufen, eventuelles scheuern der durchgehenden RL oder strapazierte Nähte bei der getrennten RL, das diese Stellen so belastet sind, dass ihr sagen würdet: Okay, für mich ist dieses Ridgline-Konzept gut - ich erkenne aber, dass ich damit irgendwann* ein neues Tarp brauche. (*) soll meinen: eher ein neues, als wenn ich eine andere Aufhängung wählen würde.

    Meine Tarps haben eine Ridgeline bei der die Tarpseiten einmal zusammengenäht wurden. Dann wurden sie einmal umgeklappt, und Satinband wurde darüber gefaltet und die 6 Lagen wurden noch einmal vernäht. Das Satinband ist länger als das Tarp, und wurde an den Enden zu einer Schlaufe vernäht. In den Schlaufen ist ein sehr starker aber kleiner Schlüsselring, an dem die Aufhängung eingeklinkt wird. Wie geschrieben verwende ich die Stingerz, mit denen ich enormen Zug auf die Ridgeline ausüben kann, und bisher hatte ich keinerlei Probleme. Mein Haupttarp verwende ich seit 6 Jahren, die Stingerz seit über 3 Jahren. Der Tarpstoff wird, soweit ich das sehen kann, kaum belastet. Der Zug dürfte zum größten Teil auf das Satinband gehen, und das sieht immer noch genauso aus wie am ersten Tag.

    Auf Hammockforums hat mal jemand Fotos von einem Warbonnet Tarp gepostet, bei dem der Tarpstoff an der Spitze eingerissen war, deshalb gehe ich davon aus, dass diese Stelle am meisten belastet wird - vermutlich durch den Zug der Abspannleinen nach unten. Warbonnet näht jetzt deshalb ein Stück Band an diesen Stellen ein. Da Warbonnet Tarps extrem populär sind und schon seit vielen Jahren verkauft werden, gehe ich davon aus dass es so gut wie keine Probleme mit einer straffen Abspannung gibt - sonst würde man mehr darüber lesen.

  • Der Zug dürfte zum größten Teil auf das Satinband gehen, und das sieht immer noch genauso aus wie am ersten Tag.

    Den Eindruck habe ich auch. Ich habe meine beiden letzten Tarps auch mit einem Polyesterband als Einfassung der Ridgeline ausgeführt. Da kann man wirklich ordentlichen Zug ausüben, ohne dass die Spannung auf den Tarpstoff weitergegeben wird. Sehr robust und gleichzeitig dehnungsarm. Diese Bauart kann ich absolut empfehlen.

    Als Polyesterband hab ich Satin-Geschenkband von eBay verwendet (siehe

    ).


    Gruß, Roland

    • Offizieller Beitrag

    Ich spanne mein Tarp zwar so straff, dass es möglichst ebene Flächen bildet, aber natürlich nicht mit einer Seilwinde. Bisher konnte ich noch keine Abnutzungserscheinungen feststellen. Was mir eher Sorgen macht, ist der Druck bzw. die Reibung, die durch die sehr dünne und straff gespannte Schnur an der Borke empfindlicher Bäume erzeugt wird. Siehe auch dieses Thema.
    Wenn ein Tarp beschädigt wird, dann wohl am ehesten, weil jemand über die zu den Heringen führende Abspannung stolpert.


  • Hängematz nutzt ein DD Tarp und ist ebenfalls zufrieden damit. Die Schnur läuft dort durch Schaufen oberhalb des Tarps.

    Moment, ich schrieb, es geht mit einem DD Tarp. :) Allerdings sind die Schlaufen normalerweise etwas zu lang und man sollte sie deshalb mit einer Quernaht einkürzen.

    In der Regel benutze ich mein Superfly. Wie [USER="46"]TreeGirl[/USER] schon schrieb, verbaut Warbonnet ein Band, welches die Zugkraft entlang der Ridgeline aufnimmt. Die Art und Weise, wie ich die Ridgeline in Verbindung mit meinem Tarp (egal ob Superfly, DD oder sonst irgendwas) einsetze, kann man ganz gut im Video von Derek sehen:

    https://www.youtube.com/watch?v=hLupiOygs0s

    Jedoch verwende ich keinen Bishopbag zur Aufbewahrung sondern einen zweiteiligen Netzschlauch, sogenannten Tarp Sleeves:

    http://shop.dendronaut-haengematten.de/produkt/tarp-sleeves/

  • Wie ich bereits geschrieben habe: im Video verwendet Derek einen Bishopbag, ich benutze Tarp Sleeves. Der Unterschied ist ungefähr so wie von Plastikeinkaufstüte zu Turnbeutel. :D In beiden kann man was rein tun, trotzdem hat beides je nach Anwendungsfall Vor- und Nachteile.

    Schau Dir mal das Video von Shug an. Er verwendet Tarp Sleeves:
    https://youtu.be/KKW4SqJWgto

    Dem Tarp selbst ist es egal, ob die Schnur durchgeht oder Du nur jeweils links und rechts eine Aufhängung hast. Der Vorteil der CRL liegt m. E. in der schnellen Verschiebe-Möglichkeit, im Prinzip wie ein Vorhang - einfach nach links oder rechts.;)

    Edit: die Tarp Sleeves bzw. Snake Skins kommen bei ca. 8:30 min. Shug zeigt auch eine Variante der CRL. Ich verwende jedoch die CRL wie im Video von Derek. Shug hat außerdem die CRL außerhalb der Tarp Sleeves, ich haben sie innerhalb.

    Was ist jetzt richtig? Auch hierzu verweise ich auf das Video von Shug. Er sagt nämlich sinngemäß, es gibt kein falsch oder richtig. Der Setup muss für einen selbst funktionieren, dann ist er richtig.

    Geht raus und spielt mit Eurem Tarp.:good:

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