Hallo zusammen,
ein Tarp ist ein Stück Stoff, was macht, dass ich nicht nass werde ...so einfach war mein Gedanke, als ich beschlossen habe, mir selbst eines zu nähen. Ach herjeh, wer hätte da geahnt, dass mit dieser Entscheidung die nächsten schlaflosen Nächte vorprogrammiert waren? Warum? Weil gefühlte tausend Fragen damit verbunden waren, das ideale Tarp zu schneidern: welcher Stoff, wie schwer darf es sein, aus einem Stück Stoff oder zwei Bahnen zusammengenäht, aus welchem Material sind die Abspannpunkte, mit Kanteneinfaßband als Verstärkung oder nicht, rechteckig und knapp geschnitten oder viereckig und weit - oder umgekehrt - und wo verdammt läuft die Ridgline?
Google hat mir bisher nicht weitergeholfen, deswegen würde ich gerne eure Meinung dazu hören. Die Daten für die Überlegung sollen sein: es gibt ein Tarp 3x3m, leichtes UL-SilNylon als Stoff. Folgende drei Möglichkeiten habe ich gefunden:
- Auf dem Tarp werden Schlaufen aufgenäht. DD Hammocks haben beispielsweise welche, bei den das so ist (siehe hier http://www.ddhammocks.com/product/dd...x3?from_cat=33). Vorteil ist, dass das Tarp an mehreren Punkten gehalten wird, was die Kräfte besser verteilt. Hängt ein solches Tarp, so spannt man es auf der Ridegline ab und sind überall tendenziell gleiche Kräfte vorhanden. Weiterer Vorteil: Regen läuft entlang der Ridgeline (RL) über das Tarp und nicht unter das Tarp. Nachteil: Zusätzliche Nähte im Tarp und damit Einfall für Regen und Schaffung von "Sollbruchstellen". Weiterer Nachteil: man kann nicht individuell spannen, weil Schlaufen dafür nicht vorgesehen sind. So kann man die DDs nur als A-Frame aufhängen, wenn man die Schlaufen nutzen möchte.
- Man legt das Tarp AUF die gespannte Ridgline. Das hört sich erstmal gut an, denn hier ist man individuell. Man legt es drauf und spannt es ab. Aber gibt es irgendwann Probleme, weil die dünne Dyneema Schnur möglicherweise die 36g/m2 durchscheuert? Oder ist das nicht zu befürchten? Vorteil wäre, die ganze Last liegt auf der RL gut verteilt, nicht wie bei Möglichkeit 1, wo die Kräfte sich an einzelnen Punkten sammeln. Nachteil: Regen läuft an der RL entlang unter das Tarp und somit in die Nähe der Hängematte - was man aber sicher mit Driplines verhindern kann.
- Alles beides totaler Quatsch: das Tarp wird immer an zwei Punkten angeschlagen (siehe hier http://up.picr.de/2073145.jpg). Man spart sich eine durchgehende Ridgeline und geht immer nur von einem Ende des Tarps an den entsprechenden Baum. Möchte man das Tarp nicht als A-Frame spannen - kein Problem - einfach anderen Abspannpunkt am Tarp suchen und schon hängt es als Diamond. Vorteil: Weniger Schnur = weniger Gewicht. Das Tarp ist individuell spannbar. Aber es gibt auch eine Hand voll Nachteile: Regen kann wieder unter's Tarp laufen, wenn man keine Gegenmaßnahme trifft. Außerdem spann ich im Gegensatz zu den beiden vorherigen Punkten nicht die Ridgeline hart ab, um einen schönen First zu bekommen, sondern müsste das nun mit dem Tarp machen - ist das gut für die Nähte? Ich habe Videos gesehen, wo die Nähte SEHR strapaziert waren. Vielleicht war da das Tarp aber nur schlecht genäht?! Oder ist dieses eine gute Möglichkeit, jedoch nur für kleinere Tarps, wo die Kräfte auch kleiner sind?
Ihr seht schon - es gibt viele Pro's und Con's die man erkennen kann - und da kommt ihr ins Spiel. ![]()
Wie ist euer Tarp abgespannt? Liegt es auf der Ridgeline, hängt es dran oder wird es an Punkten abgespannt? Wie seht ihr die Belastungen, die auf euer Tarp wirken? Findet ihr das ideal? Konntet ihr Schwachstellen erkennen? Wie sieht es mit Snake-Skins aus - sind sie nutzbar?
Ich freu mich auf eure Kommentare. ![]()
Viele Grüße
Olli