MYOG - Leichte Bauch/Brusttasche zum Wandern

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  • Hallo,

    wir fahren in Kürze in den Schwarzwald für eine längere Wanderung (ca. 120 km Gesamtstrecke), natürlich mit HM. Auf der letzten Tour an der Mosel (ca. 50 km in 4 Tagen) habe ich natürlich viele Erfahrungen sammeln können, was das Wander-Setup angeht. 3 Dinge die mich das letzte Mal gestört haben:

    - Nach Ablegen des Rucksacks zügig an Dinge im Rucksack gelangen, wieder sauber verstauen u. Rucksack schnell wieder anlegen. Viel zu umständlich. Mein Packstück lag bei ca. 14 Kg.

    - Regenponcho während des Gehens schnell an und wieder ablegen. Das war eine Katastrophe, aber normale Regenkleidung ist wohl nicht viel besser. Kurze Schauern mit Platzregen sind sehr störend, weil man ständig umdisponieren muss und aus dem Tritt kommt.

    - Die kurzfristig erledigten Einkäufe in Supermärkten/Bäckereien irgendwie in den bereits minutiös gepackten Rucksack verstauen. Mammutaufgabe, vorallem mit Bierdosen.


    Aus o.g. Gründen habe ich ein übriggebliebenes langes Stück Ripstop kurzfristig zu einer ca. 83 x 30 cm langen Tasche vernäht, samt Reißverschluß, Tragegurt, Klemmschnalle und 2 Gurt-Ösen. Mir schwebt vor, während des Gehens damit viel erledigen zu können.

    Die Tasche, wenn nicht gebraucht lässt sich sehr klein zusammenpacken und verstauen. Theoretisch sollte sie mir helfen das Packen während des Gehens besser zu organisieren, so dass ich nicht immer den Rucksack ablegen und wieder aufsatteln muss. Es passt relativ viel rein, und der Ripstop-Nylon ist schön stabil.

    Für die Befestigung an den Rucksack-Schultergurten nehme ich 2 Continous Loops. Es schadet nicht 2 Stk dabei zu haben, je nach Hängeplatz bzw. Umstände.

    Mal sehen wie die Tasche sich im Schwarzwald schlägt. Kritik, Anregungen o. Verbessungsvorschläge sind immer willkommen.

    2 Mal editiert, zuletzt von Gironimo (17. Mai 2026 um 16:48)

  • Gironimo 17. Mai 2026 um 16:47

    Hat den Titel des Themas von „Leichte Bauch/Brusttasche zum Wandern“ zu „MYOG - Leichte Bauch/Brusttasche zum Wandern“ geändert.
  • Spannende Form - stören die "Ausleger" nicht bei Armbewegungen beim Gehen? Ich bin gespannt, was du über den Praxiseinsatz berichtest. OT: Ist das Atlantic Ale?

    Zu Regenschauern: Regenschirm (am Schultergurt befestigen) oder ein Packa (oder die 3FUL-Poncho mit Reißverschluss, da darf der Rucki aber nicht zu groß sein) könnte Abhilfe schaffen. Zu Schwerlastzeiten hatte ich einen Ruckssackponcho mit Gepäckteil, bei dem hat es auch funktioniert, das Gepäckteil ständig über dem Rucksack zu lassen und bei Schauern dann nur schnell in den Rest zu schlüpfen. Der Packa macht das Ganze durch den Reißverschluss allerdings wesentlich eleganter.

    Alles, an was ich schnell tagsüber dran kommen will, kommt bei mir in die Meshtasche. Aber die findet sich wohl eher an UL-Rucksäcken. Ist aber ne feine Sache.

  • Ist ein ganz schöner Klopper geworden. Da passt ja sogar noch eine Hängematte rein, die Du in Wanderpausen aufhängen kannst, ohne den Rucksack abzunehmen. ;)

    Ich bezweifle, dass sich die Bauchtasche bei größeren Lasten (z.B. die gezeigten 3 Flaschen Bier) noch bequem tragen lässt und bin daher auf Deinen Erfahrungsbericht sehr gespannt.

    Omnia vincit lectulus pensilis.

  • Schwarzwaldine Mal gucken wie die Ausleger sich während des Gehens zeigen. Ich wollte schon Einiges verstauen können, und ich brauche mein Arme nicht so sehr beim Gehen. Man kann die Arme auch auf der Tasche ablegen, und wahrscheinlich kann ich die Tasche auch an den Rucksack hängen, wenn ich den Bauch freihaben möchte.

    Auf dem Bild habe ich einen Fleecepulli und Regenpocho reingepackt, nur um zu zeigen wie groß der Stauraum ist. Auf der Wanderung will ich eigentlich nur Verpflegung damit transportieren, bzw. Dinge an die man schnell rankommen möchte. Ich könnte die Ausleger noch als schmale Fächer umnähen, um mehr Bewegungsfreiheit für die Arme zu erhalten.

    O.T. Ja, das ist Atlantic Ale. Ich liebe solche exotischen Hopfensorten, aber es ist alles andere als ein klassisches deutsches Bier. Mag wohl nicht jeder.

    Die 3FUL-Ponchos sind ideal. Genau sowas bräuchte ich noch. Danke für den Tipp.


    Mittagsfrost die 3 Flaschen Bier ließen sich ganz ok damit tragen. Das war natürlich nur ein Test um die Stabilität zu prüfen.

  • Ich hätte den Schultergurt (falls man es quer tragen will) breiter gewählt wenn es etwas schwerer ist schneidet das nicht ein. Desweiteren würde ich die "Ausleger umschlagen (edith: einstülpen meine ich) mit einem Klett versehen und dort die Riemen unterbringen damit sie nicht baumeln, so wäre beides möglich wäre aber glaube ich praktikabler.

  • Ich kann euch jetzt endlich mal ein Update geben.

    Zunächst muss ich ein paar Rückmeldungen zu unserem Wanderurlaub geben. Es war SEHR anstrengend! So anstrengend, dass am Schluß jeder von uns froh war wieder zuhause zu sein.

    Es war mit Ü-30C° viel zu warm für ca. 100km durch den Schwarzwald, mit den vielen Höhenmetern. Überhaupt war dieser Sommer bislang viel zu anstrengend wegen der Hitze.

    Auf der allerersten Etappe d.h. Aufstieg Belchen, habe ich mir direkt, trotz mehrerer korrekt angelegter Blasenpflaster ,eine Blase geholt, die meine Wanderkapazität 5 Tage später beenden sollte. Die Wunde musste einfach ausheilen. Weiterwandern hätte eine Inkaufnahme einer heftigen Infektion bedeutet. Ca. 50 Km hatte ich bis dahin hingelegt. Trotzdem war insgesamt alles super und die Stimmung gut.

    Meine 3 Wanderkumpels haben dann alle tatsächlich noch am letzten Abend zeitgleich einen Magendarm-Infekt bekommen. Ich durfte ganz alleine das Bier der örtlichen Kleinbrauerei verkosten, während die Anderen sich unüberhörbar entleerten. Kurzum: Es war alles etwas chaotisch und jeder ist an seine Grenzen gekommen.

    Nun zum Tascheneinsatztest

    Nachteile:

    • ließ sich mit Karabinern nicht schnell genug vom Rucksack an u. abmontieren. Mühselig.
    • lange Seitenausläufer machten mich zum "Packesel". Keine gute Figur.

    Vorteile:

    • Niemand kam schneller an sein Navi, Zigaretten, Wasser, Pflaster, Messer u. Snacks als ich. Keine Chance. Ich war sofort zur Stelle. Ein riesiger strategischer Vorteil als Wandergruppenmitglied. Schnell wurde ich zentraler Ansprechpartner in relevanten Fragen
    • Viel Platz
    • Sehr robuster Stoff. Robuster als ich dachte.
    • Leichtgewicht


    Fazit:

    Überwiegt die Möglichkeit eines leicht erreichbaren Stauraums im Brustbereich gegenüber dem gänzlich uneingeschränkten Geh-Gefühls, ohne Last vor der Brust?

    Ich würde sagen: Ja, mit Einschränkungen. Hier kann man noch viel optimieren und ausprobieren. Der große Vorteil der sofortigen Griffbereitschaft von Zubehör, muss mit dem Gehkomfort in Einklang gebrachten werden, um eine optimale Ergänzung zum Rucksack zu erhalten.

    Insbesondere beim Wandern in der Gruppe wird die Wanderung "flüssiger" wenn man Zubehör sofort aushändigen kann, ohne die ganze Karavane anhalten zu müssen.

    2 Mal editiert, zuletzt von Gironimo (16. August 2026 um 11:15)

  • Hi, ich möchte auch was zu Brusttaschen in Verbindung mit dem Rucksack sagen. Ich war letzten Monat 100km auf dem John Muir Trail unterwegs und hatte da das erste mal meinen Hyperlite Mountain Gear Camera Pod auf einer längeren Tour dabei. Montiert an den Schultergurten meines Durston Kakwa 55l. Das ganze bei Temperaturen zwischen 25 und über 30 Grad. Ich habe mich zu keiner Zeit von dem Pack vor meiner Brust gestört gefühlt und auch die Hitze hatte keinen Einfluss darauf (einfach weil man überall schwitzt wie ein Wasserfall :D). Ich bin daher mittlerweile auch pro Brusttasche :thumbup:

    Youtuber, Instagramer und Blogger der unter anderem von Firmen mit Hängemattenbezug ausgestattet wird. Dazu gehören Onewind, Khibu und getyourassout.de. Sponsorings kennzeichne ich in den entsprechenden Beiträgen.

  • Niemand kam schneller an sein Navi, Zigaretten, Wasser, Pflaster, Messer u. Snacks als ich.

    Dann hatte wohl niemand Taschen an Schultergurten und Bauchgurt. Das wäre auch mein Tipp für Dich, in diese Richtung zu wechseln :thumbup:

    Oftmals sind auch die Seitentaschen vom Rucksack zum Träger hin so geschnitten, dass man mit Griff nach hinten Zugriff auf den Inhalt hat.

    Die Initial beschriebenen Anliegen würde ich auch anders lösen als über eine Brusttasche - vor allem in den Ausmaßen!

    Wenn's dann noch unbeschwert und blasenfrei werden soll, dann das Gewicht noch im mindestens die Hälfte halbieren - dann können sich sich die Füße über bequeme Trailrunner freuen. :thumbup:

  • Das wäre auch mein Tipp für Dich, in diese Richtung zu wechseln :thumbup:

    D'accord.

    Ich bringe mal das FUPA (Front Utility Pack Accessory) ins Spiel. Es muss ja nicht gleich Zpacks und Ultra sein, aber das ist eines meiner liebsten Ausrüstungsgegenstände. Die Schnallen könnte man evtl. gegen die von Deinem Rucksack tauschen. Oder an Deinem Rucksack die annähen, die zum FUPA passen. Oder das Teil einfach nachbauen.

    https://zpacks.com/products/front-utility-pack-accessory siehe auch das Video dazu.

  • Die Initial beschriebenen Anliegen würde ich auch anders lösen als über eine Brusttasche - vor allem in den Ausmaßen!

    Wenn's dann noch unbeschwert und blasenfrei werden soll, dann das Gewicht noch im mindestens die Hälfte halbieren - dann können sich sich die Füße über bequeme Trailrunner freuen. :thumbup:

    Die Ausmaße waren aber schon sinnvoll, muss ich sagen. Wir konnten gar nicht soviele Wasserflaschen griffbereit haben, wie wir sie leerten in der Hitze. 5L waren zügig weg. Hinzu kommt, dass ich unüberlegt irgendwelche Dinge schnell verstauen konnte. Es passte alles immer rein.

    Die Ausläufer haben auch nicht wirklich groß gestört. War natürlich ein anderes Gehen als ohne Brusttasche. Zwischenzeitlich habe ich einen herkömmlichen tactical chest bag von einem Wanderfreund ausprobiert. Darunter habe ich an der Brust deutlich mehr geschwitzt, weil größere Auflagefläche.

    Es stimmt, dass das Gesamtgewicht von ca. 15,5 Kg in den steilen Aufstiegen ganz schön in die Schuhe ging, wodurch die Blase entstanden ist, die ich nicht mehr in den Griff bekam. Zuviel Druck u. Reibung. Für das nächste mal binde ich mir die Versen mit Panzerband ab.

    Einmal editiert, zuletzt von Gironimo (16. August 2026 um 13:37)

  • Dachte eher explizit in Richtung nichts vor der Brust, aber n post Nummern kleiner und weniger ausladend wär ja auch schon was.

    Beispiele, gleich auf der Dentist-Gearlist Webseite bleibend, gibt's natürlich auch für n Bruchteil

    Shoulder Pouch w/ Zipper
    Designed for the adventurer on the go, our Shoulder Pouch w/ Zipper is the ideal place to store items that you need on the ready, like a small camera, your…
    zpacks.com
    Shoulder Pouch
    Zpacks Offers the Best Lightweight Backpacking Gear: The Ultralight Shoulder Pouch is the perfect universal storage option for the long distance backpacker.
    zpacks.com
  • Ich persönlich finde Hüfttaschen ganz gut. Sie sind zwar in der Regel nicht so groß, aber man hat schnellen Zugriff auf Kleinigkeiten (bei mir eher Handy und Stichstift) und sie stören kaum beim Gehen.

    Niemand kam schneller an sein Navi, Zigaretten, Wasser, Pflaster, Messer u. Snacks als ich

    Von den o.g. Dingen bräuchte ich nichts, außer mal Wasser, aber das würde ich mit den Pausen koordinieren.

    Pflaster habe ich nie dabei, denn ich trage seit 2010 nur noch Barfußschuhe und da habe ich noch nie Blasen gekriegt. (Allerdings bin ich auch noch nie mehr als 20 km/Tag gegangen.)

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