In der zweiten Oktoberhälfte 2024 bin ich den Finnskogleden gelaufen. Nach einer Tourbeschreibung folgen noch einige Infos zur Vorbereitung, der Strecke selbst und meiner Ausrüstung. An dieser Stelle möchte ich mich jetzt schon bei allen (aus diesem und dem blauen UL- Forum) bedanken, die mir bei der Planung geholfen haben.
DER FINNSKOGLEDEN – Ein Tourbericht
Die Anreise
Es ist kurz vor 18 Uhr, als ich aus dem Bus der Linie 120 an der Haltestelle Morokulien aussteige. Das Tageslicht schwindet bereits, als ich mich auf die Suche nach dem Trailhead des Finnskogleden mache. Hier beginnt der 240 Kilometer lange Wanderweg, den ich in den kommenden neun Tagen gehen will.
Hinter mir liegt eine knapp 18-stündige Anreise mit Bus und Bahn. Ein echtes Highlight war der Moment, als ich kurz hinter Arvika einen weißen Elch aus dem Zugfenster sah. Der Anblick kam mir so surreal vor, dass ich mich noch immer frage, ob es vielleicht ein Kunstobjekt gewesen sein könnte.
Im Internet habe ich gelesen, dass Morokulien ein etwa sechs Hektar großes Gebiet ist, das zur Hälfte zu Schweden und zur Hälfte zu Norwegen gehört. 1914 wurde hier, zum 100-jährigen Jubiläum des Friedens zwischen beiden Ländern, ein Granitmonument errichtet, das ihre Einheit und Freundschaft symbolisiert. Seitdem wird dieser Ort auch als „Platz des Friedens“ bezeichnet. Morokulien, so lerne ich dabei, ist ein schwedisch-norwegisches (Svorsk) Kofferwort, das aus dem norwegischen Wort moro und dem schwedischen Wort kul besteht – beide bedeuten „Spaß“.
Der Gedanke gefällt mir, und ich freue mich, dass mein Weg hier beginnt. Tatsächlich verläuft der Weg entlang und immer wieder auch direkt auf der Grenze zwischen den beiden Ländern.
Bis die Dunkelheit vollständig hereinbricht, nehme ich mir vor, noch einige Kilometer zu gehen. Da die Temperatur nur knapp über 0 °C liegt, sehe ich zu, dass ich in Bewegung komme.
Irgendwann biege ich dann rechts ab und suche mir zwei passende Bäume für meine Hängematte. Von der Fahrt habe ich noch ein Brötchen und ein paar kaltgeräucherte, luftgetrocknete Würstchen eines großen Discounters übrig. Außerdem habe ich mir für diesen Moment noch eine Dose ASTRA in St.Pauli-braun mitgebracht – die letzte für die kommenden zehn Tage.