Grüße aus Otzberg im Odenwald.
Ich bin 36 und bin schon immer gerne in der Natur unterwegs, am liebsten mit meinem Hund. Schon als kleines Kind habe ich Zelten und Lagern sowie am Lagerfeuer grillen und kochen sehr gemocht und habe dies in meinem Leben seither oft und immer gerne wieder praktiziert. In manchen Jahren sogar über Monate am Stück.
Als kleines Kind besaß meine Familie eine Netzhängematte in der ich Tagsüber manchmal im Garten alleine oder mit Freunden oder Geschwistern gelegen bzw. gespielt habe.
Vor etwa 15-16 Jahren habe ich zum ersten mal eine komplette Nacht in einer Hängematte verbracht. Das war auf einer Feier neben dem Lagerfeuer. Die Tuchhängematte mit Spreizstäben gehörte mir nicht. Die Sommernacht war trotz milder Temperaturen nur frierend und durch das positionsbedingte Durchhängen des Rückens nur mit Rücken-, sowie Genickschmerzen zu durchstehen. Nach dieser eher unangenehmen Erfahrung hatte ich das Übernachten und längere liegen in der Hängematte als sehr unbequem und schmerzhaft abgespeichert und es lange nicht mehr als Option zum Übernachten angesehen.
Vor schätzungsweise 7-8 Jahren entdeckte ich durch den YouTuber Shiey (Illegal Freedom) das Lagern und Schlafen in der Hängematte neu. Er durchlebt (und dokumentiert in seinen Videos) körperlich und mental extrem herausfordernde anstrengende Ausflüge und mehrtägige Reisen. Er betreibt unter andrem Parcour, Trainhopping, Building Infiltration, Urban Exploring und klettert ohne Sicherungsmaßnahmen an Gebäuden und sonstigen Objekten hoch. Und nach all diesem Extremsport schläft er in seiner Hängematte und am nächsten Tag geht’s erfrischt und erholt weiter! Als ich gesehen habe wie munter er morgens aus der Hängematte krabbelt, übrigens oft sogar im Winter bei Schnee und Frost, konnte ich es kaum glauben. Schließlich hatte ich noch meine frostige und schmerzvolle Sommernacht in der Hängematte in Errinerung... Nunja durch sein Vorbild neugierig geworden stellte ich Recherchen zum Thema Hängematten und dem Übernachten in diesen an. Ich erfuhr unter anderem von der brasilianischen Liegetechnik (diagonal) und mexikanischen Hängematten in denen Menschen anstatt in einem Bett dauerhaft schlafen und war sofort angefixt. Seitdem nahm ich mir vor, mir zeitnah selbst ein Hängematten-Schlafsystem zusammen zu stellen und darin zu übernachten und zu lagern.
Im März 2023 las ich dann das Buch "The Ultimate Hang" von Derek Hansen und fing endlich damit an mir mein Hängemattensystem zusammen zu stellen:
Meine erste selbst erworbene und zum diagonalen Liegen ausreichend lange Tuchhängematte, mit zusammengerafften Enden, war die "Ticket to the Moon Kingsize" (32x23dm) in armeegrün + braun sowie der "Warbonnet Wooki XL Underquilt" (Scandinavian; Bushwack Camo). Als Aufhängung habe ich mir selbst 2 Whoopi Slings aus Dyneema gespleißt (Liros D-Pro Dyneema pur, 4mm schwarz ), sowie 4 Baumgurte aus Polyesterband und Dyneemagarn genäht: 2x extralang 2x normal (Metaltis Polyesterband Armeegrün [25mm; 1200kg; Camouflage] und Dyneema® Nähgarn (Stärke 40).
Am Christi Himmelfahrt Wochenende im Mai 2023 war es soweit. An diesem Wochenende lagerte ich mit 5 Freunden am Lagerfeuer auf einer Obstwiese. Ich stellte noch 3 Zelte und ein Tarp sowie mehrere Schlafsäcke etc. für meine Freunde von weiter weg bereit. Wir hatten ein sehr schönes gemeinsames Wochenende.
Leider hat mein Wooki XL-Underquilt (angeblich 335cm lang) trotz Recherche bezüglich der Maße von Hängematte (320cm) und UQ bevor ich diese bestellte nicht (ohne zusätzliche und nicht vorhandene Gummis oder Shockcord) an meine Ticket to the Moon Hängematte gepaßt, jedenfalls nicht ohne den Wooki zu gefährlich zu überdehnen, wenn ich mich in die Hängematte legen wollte. Also mußte ich die ersten beiden Nächte auf den Wooki verzichten und mich stattdessen mit einem Hohlfaser-Schlafsack in die Hängematte legen. Das hielt auch warm genug aber war unangenehm da der Schlafsack in der Hängematte leicht verrutschte und ich wie eine Wurst darin eingezwängt lag. Ich hatte mir auch ein, farblich zur Hängematte passendes, grünes Mückennetz von Ticket to the Moon gekauft. Jedoch verursachte dieses in Kombination mit dem Schlafsack und der Hängematte, die mich umschlang, Beklemmungsgefühle beziehungsweise eine Art Platzangst bei mir, so das ich zum Schlafen auch auf das Netz verzichtete. Platzangst hatte ich übrigens nie zuvor oder danach am eigenen Körper erlebt..., sehr unangenehm kann ich nur sagen. Immerhin schlief ich dieses Mal dank ausreichender Recherche & Vorbereitungen warm genug und dank brasilianischer, diagonaler Liegeweise einigermaßen gerade & ohne Bananenförmig durchhängenden Rücken. Nach diesen ersten beiden Übernachtungen passte ich mein Schlafsystem weiter an:
neue Hängematte: -Warbonnet-Blackbird XLC Custom: Heavyweight Double XLC; Dark Foliage Green
neues Tarp: -Warbonnet Superfly Custom: 12ft, 30D Silnylon; Bushwack Leafy Woods Camo
Zum Abhängen im Winter und bei sehr kaltem Wetter fehlt mir noch ein geeigneter Topquilt.
Ich habe mich in den "Loco Libregear Sub Zero Ghost Pepper" verguckt. Leider ist dieser aktuell weder lieferbar oder vorbestellbar. Mal schauen wann sich das ändert...
Ich finde die Idee des "Frozen Butt Hang" aus dem HammockForums.net sehr interessant außerdem würde ich gerne so wie Shiey, durch den ich erst auf das angenehm warme & komfortable Übernachten und Lagern in der Hängematte aufmerksam geworden bin, auch im Winter bei Schnee und Eis sowie zweistelligen Minusgraden in der Hängematte auf Ausflüge in die Wälder und Wildnis gehen. Gerne auch in Gemeinschaft mit anderen Hängemattenfreunden hier aus dem Forum! Viele sonnige Grüße aus dem Odenwald!
PS: Tut mir leid das die Vorstellung zu einem derartigen Roman ausgeartet ist... ¯\_(ツ)_/¯