freilaufende Hunde und der richtige Umgang mit ihnen

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  • Bei meiner Tour neulich im Kellerwald kam ich morgens an einem ziemlich entlegenen Bauernhof am Waldrand lang. Als ich gerade an der Zufahrt zum Haus vorbei war, kam plötzlich ein recht großer Hütehund auf mich zu gelaufen und bellte mich schon von weitem an.

    Ich habe grundsätzlich kein Problem mit Hunden. Da ich in meinem Leben aber schon die ein oder andere unschöne Situation mit freilaufenden und vor allem nicht gut erzogenen Hunden erlebt habe, habe ich einen gewissen Respekt.

    Ich habe mich natürlich erstmal erschrocken. Bin aber ruhig geblieben, hab dem Hund einen guten Morgen gewünscht und mich langsam wieder auf meinen Weg gemacht.

    Da kam dann auch schon direkt ein zweiter Hund von Hof angerannt. Dieser schien noch etwas aggressiver zu sein und spätestens als sie bellend im Kreis um mich herum liefen, wurde ich wirklich nervös.

    Intuitiv habe ich meine Trekkingstöcke, die ich die ganze Zeit in den Händen hielt, genutzt, um den Abstand zwischen mir und den Hunden aufrecht zu erhalten.

    Gefühlt, hat sie das aber etwas wütender werden lassen.

    Ich habe mich dann langsam weiter vom Hof weg bewegt und versucht den Hunden mit lauter, bestimmender Stimme mitzuteilen, dass sie sich besser aus dem Staub machen sollten.

    Das ich mir in Wahrheit beinahe in die Hose gemacht habe, haben sie aber bestimmt gemerkt 😀

    Nachdem wir dann so 150-200m vom Hof weg getänzelt sind, sind die Hunde plötzlich zurück gerannt.

    Von den Besitzern war nach wie vor keine Spur. Ich hab mich dann natürlich schnell aus dem Staub gemacht.

    Dieses Erlebnis beschäftigt mich aber nach wie vor immer Mal wieder. Und da es kommende Woche mal wieder auf eine mehrtägige Wanderung geht, Frage ich mich, wie ich mich in einer solchen Situation am besten verhalten sollte.

    Falls hier also Hundeexperten unter uns sind, bin ich über Tipps dankbar.

    Ich spiele tatsächlich auch mit dem Gedanken, mir ein Pfefferspray zuzulegen. Dieses würde ich natürlich nur im absoluten Notfall einsetzen und dient wahrscheinlich eher zur Beruhigung.

    2 Mal editiert, zuletzt von Mittagsfrost (21. September 2024 um 08:42) aus folgendem Grund: Faden nach Off topic verschoben

  • Tja, bei dem Thema besteht die akute Gefahr, einen konfliktgeladenen Disput zwischen städtischen Tierschützern und Landmenschen auszulösen. Vielleicht nur so viel: die meisten Hunde, auch große Kläffer sind harmlos und lassen sich mit Trekking- oder Holzstöcken gut auf Distanz halten. Gefährlich sind verwahrloste, wildernde Hunde, Hütehund auf dem Balkan und (im Einzelfall) auch mal Jagdhunde bei der Arbeit. Ich bin schon von allen 3 Sorten angefallen worden. Da hilfte dann nur wirklich ernsthafte Verteidigung, so dass es weh tut.

  • Die Differenzierung in was für ein Hund und Besitzer - und wo macht auch nach meiner Erfahrung Sinn. :thumbup:

    • Hunde, die ihr Revier bewachen, wie Du es oben schilderst, haben ihre nicht immer wirklich sichtbaren Gebietsgrenzen, die man mit etwas Erfahrung und Abschätzen aber oft vermuten/erkennen und umlaufen/sich dahinter zurückziehen kann.
    • Hunde in Osteuropa und Balkan reagieren sehr präventiv auch nur auf das Andeuten des Aufhebens oder Werfens von Steinen, spätestens auf die tatsächliche Umsetzung. wenn eine Siedlung naht - oder eine Schafherde, sammele ich oftmals schon mal ein paar Steine und trage sie das Stück mit, wenn es am Boden nicht viele gibt.
    • Bei Schafherden macht man sich am Besten schon von weitem beim Schäfer bemerkbar - und umläuft die Herde, geht nicht zwischendurch, auch wenn sie mitten auf dem Weg grast.
      • Jetzt im August in Rumänien hatte ich dann Kontakt mit den eh schon gigantischen Herdeschutzhunden gegen Bären, in die nun auch noch die noch größeren türkischen Kangalen gekreuzt werden. Gepaart mit immer mehr Saisonkräften anstelle der Schäfer, die die Hunde, gerne auch mal eine ganze Hand voll, entsprechend schlechter unter Kontrolle haben maximal unangenehm. Ein Gigant von Hund, der derart scharf ist, dass er sich suizidal einem Bären entgegenwirft, ist von Steinen und sonstigen Maßnahmen maximal unbeeindruckt.

        Da hilft nur selbiges wie oben, allerdings verstärkt. Von ganz weitem hoffen, dass der Schäfer sichtbar ist, Kommunikation suchen, wirklich warten, bis die Freigabe kommt - und wirklich weit umlaufen - oder vom Schäfer durchrskortiert werden. (Fragt nicht, wie es sich anfühlt, dort bei Nebel und handbreiter Sichtweite Schafsglocken in der Nähe zu hören =O)

    • Mit Jagdhunden hatte ich tatsächlich noch keinen unangenehmen Kontakt, aber hier sollte man wohl vor allem an den Tagesrandszeiten aufmerksam sein und sich durch sprechen etc. als Mensch vom Beuteschema abheben.
    • Die größte Blackbox, für mich vor allem in Deutschland, sind leinenlos gassigeführte Hunde und deren Besitzer, die in keines dieser Schemata passen - und von völlig desinteressiert bis zum größten Problem alles sein können - und was man dann aus Proband im unfreiwilligen Feldversuch herausfinden darf.

      Hier bin ich inzwischen recht toleranzlos bei auf mich zulaufenden Hunden - und Besitzern, die diese nicht zurückholen. Wanderstöcke- und spitzen, zunächst erhoben, später als Blockade und Abwehr, Steine, bestimmte Ansprache von Hund und Besitzer etc.

      Nur hat man es eben nicht mit einer einigermaßen einzuordnenden Kategorie wie oben zu tun. Was hilft oder auch nicht, ist Glückssache. Ich bin mir auch nicht zu schade, Besitzer auf ihr Fehlverhalten und ggf. Leinenzwang hinzuweisen. Auf Einsicht stößt man gerade bei denen, die es erst so weit kommen lassen dabei leider selten.

    Abwehrspray und -pfeifen habe ich noch nicht versucht, man liest sehr unterschiedlich erfolgversprechendes.

    Vielleicht gelingt es ja tatsächlich, sich den beliebten Relativierungsreflex rund um 'not all men dogs' oder 'guns don't kill people, people do nicht die Hunde, die Besitzer...' zu unterdrücken und beim realen Problem und möglichen Lösungsstrategien zu bleiben :thumbup:Das klappt nicht überall, im UL Forum schildert auch gerade ein Nutzer von einem Biss, darauf folgend werden zwischen diversen Relativierungen un OT aber zumindest ein paar Schutzmaßnahmen diskutiert, da lässt sich ggf. auch noch etwas mitnehmen.

  • Meine Erfahrungen mit Straßenhunden in Thailand, d,h, Hunde die genau dieses Verhalten an den Tag legen:

    1. Streitlustige Hunde spüren sofort ob jemand Angst hat, und fangen gerne Streit an wenn sie die Angst des Menschen spüren. Einzige Option: Keine Angst haben, stark auftreten und soweit es geht ignorieren.

    2. Suchen sie weiter Streit, sofort bücken und so tun als würde man einen Stein aufheben. Alle Hunde verstehen intuitiv was das bedeutet und verschwinden dann meistens schnell.

    3. Geben die Hunde immer noch keine Ruhe, dann wirklich einen Stein nehmen zielen und werfen. Dann suchen sie in den allermeisten Fällen das Weite.

  • Auch ich habe schon einige schlechte Erfahrungen mit Hunden gemacht und die meisten Hunde denen ich begegne, reagieren agressiv auf mich. Keine Ahnung warum, aber anscheinend mögen mich Hunde nicht. Das beruht aber auch auf Gegenseitigkeit :D

    Bisher hat sich das Interesse des Hundes gelegt wenn ich ihn ignoriere und weiter gehe. Angst sollte man nicht zeigen. Ist er dann doch noch an Streit interessiert, so habe ich immer ein Pfefferspray (Strahl, nicht Nebel) oder wahlweise die Trekkingstöcke griffbereit.

    2 Mal editiert, zuletzt von reverselay (22. September 2024 um 06:38)

    • Hunde in Osteuropa und Balkan reagieren sehr präventiv auch nur auf das Andeuten des Aufhebens oder Werfens von Steinen, spätestens auf die tatsächliche Umsetzung. wenn eine Siedlung naht - oder eine Schafherde, sammele ich oftmals schon mal ein paar Steine und trage sie das Stück mit, wenn es am Boden nicht viele gibt.
    • Bei Schafherden macht man sich am Besten schon von weitem beim Schäfer bemerkbar - und umläuft die Herde, geht nicht zwischendurch, auch wenn sie mitten auf dem Weg grast.
      • Jetzt im August in Rumänien hatte ich dann Kontakt mit den eh schon gigantischen Herdeschutzhunden gegen Bären, in die nun auch noch die noch größeren türkischen Kangalen gekreuzt werden. Gepaart mit immer mehr Saisonkräften anstelle der Schäfer, die die Hunde, gerne auch mal eine ganze Hand voll, entsprechend schlechter unter Kontrolle haben maximal unangenehm. Ein Gigant von Hund, der derart scharf ist, dass er sich suizidal einem Bären entgegenwirft, ist von Steinen und sonstigen Maßnahmen maximal unbeeindruckt.

        Da hilft nur selbiges wie oben, allerdings verstärkt. Von ganz weitem hoffen, dass der Schäfer sichtbar ist, Kommunikation suchen, wirklich warten, bis die Freigabe kommt - und wirklich weit umlaufen - oder vom Schäfer durchrskortiert werden. (Fragt nicht, wie es sich anfühlt, dort bei Nebel und handbreiter Sichtweite Schafsglocken in der Nähe zu hören =O)


    Junge, junge!

    Ich habe schon häufig Videos von solchen Herdeschutz-Hunden gesehen. Da habe ich wirklich riesen Respekt vor!

    aber vielen Dank, für die wertvollen Tipps!

    • Die größte Blackbox, für mich vor allem in Deutschland, sind leinenlos gassigeführte Hunde und deren Besitzer, die in keines dieser Schemata passen - und von völlig desinteressiert bis zum größten Problem alles sein können - und was man dann aus Proband im unfreiwilligen Feldversuch herausfinden darf.


    Die Erfahrung habe ich leider auch schon viel zu oft gemacht. Es ist immer wieder traurig zu sehen, wie naiv und unreflektiert viele Menschen sich ein Tier anschaffen :|

    Den Faden im UL Forum werde ich mir mal ansehen.

  • Hund können Angst riechen. Ich dachte immer, das Sprichwort wäre ein Joke. Tatsächlich riechen die Wauzerl dein Adrenalin mitsamt den anderen Angsthormonen.

    Bei mir können sie nur das Streichelhormon riechen.;)

    Das ist wohl eher der Schweißgeruch der sie auf Abstand hält ;)

  • Das ist alles viel zu pauschal,denn es hängt von der Situation ab.

    Ich empfehle das Buch "Die Beschwichtigungssignale der Hunde" von Turid Rugaas.

    Das schafft ein gutes Verständnis um Hunde besser lesen zu können.

    Hier kannst Du es sehen was ich meine. Einfach durchsetzen und dominieren, ansonsten fangen sie an zu schnappen. Das ist bei allen Hunden so, und je größer das Rudel desto mutiger werden sie.

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  • Die Situation finde ich total harmlos. Ich finde auch nicht, dass er sie domimiert, sondern dass er einfach sehr klar ist, was er will (und was nicht). Ich sehe da keine Bedrohug, nicht im Ansatz sas, was der Themenstarter beschrieb. Außerdem handelt es sich kaum um ein Rudel, da würde die Sache evtl. anders aussehen.

  • Einfach drauf hauen. Das Vieh muss merken das es bei dir den kürzeren zieht.

    Einmal editiert, zuletzt von reverselay (24. September 2024 um 06:19)

  • Ich bin in Rumänien in Bukarest in einem Arbeiterviertel mit lauten achtstöckigen Plattenbauten aufgewachsen. Jeder Block hatte n paar Strassenhunde meistens, die niemandem gehört hatten aber trotzdem zum Block gehört haben. Für die Bewohner war normalerweise kein Problem, für schüchterne Besucher (ok, das gabs selten) war manchmal schon problematisch. Man lernte die Hunde zu ignorieren und so zu tun, als ob man zum Block gehören würde. Und wenn es mal brenzlig wurde, Stein aufheben und werfen, Stock oder einfach mal ein Tritt in die Richtung simulieren. Und ruhig weiter gehen. Niemals Angst zeigen, niemals weg rennen. Das hat meistens geholfen. Es gibt leider aber immer wieder mal traurige und dramatische Szenen…

    Seit zwei Jahren haben wir selber eine rumänische Straßenhündin.

    Ich glaube, die eleganteste Methode ist, wenn man dem oder den Hunden zeigen kann, dass man ruhig ist und für sie keine Bedrohung ist. Das bedeutet unter anderem, dass man selber nicht überrascht und erschreckt wird, dann ist die Ruhe ja gleich weg. Also immer Ausschau danach halten. Ähnlich wie bei einer Begegnung mit Bären.
    In Südamerika hatte ich einen Freund, der hat bei unbekannten Hunden immer mit einer hohen süßen Stimme Perrito (Hündchen) gesagt - damals fand ich das albern. Jetzt weiß aber warum er das gemacht hat.

    In Rumänien oder solchen Ländern würde ich mir wahrscheinlich immer einen kräftigen grünen Wanderstock holen. Meine Hündin ist nach zwei Jahren immer noch nervös, wenn Leute mit Wanderstöcken, Gehstöcken uns entgegenkommen. ^^

  • Ich bin in Rumänien in Bukarest in einem Arbeiterviertel mit lauten achtstöckigen Plattenbauten aufgewachsen. Jeder Block hatte n paar Strassenhunde meistens, die niemandem gehört hatten aber trotzdem zum Block gehört haben. Für die Bewohner war normalerweise kein Problem, für schüchterne Besucher (ok, das gabs selten) war manchmal schon problematisch. Man lernte die Hunde zu ignorieren und so zu tun, als ob man zum Block gehören würde. Und wenn es mal brenzlig wurde, Stein aufheben und werfen, Stock oder einfach mal ein Tritt in die Richtung simulieren. Und ruhig weiter gehen. Niemals Angst zeigen, niemals weg rennen. Das hat meistens geholfen. Es gibt leider aber immer wieder mal traurige und dramatische Szenen.

    In Rumänien oder solchen Ländern würde ich mir wahrscheinlich immer einen kräftigen grünen Wanderstock holen. Meine Hündin ist nach zwei Jahren immer noch nervös, wenn Leute mit Wanderstöcken, Gehstöcken uns entgegenkommen. ^^

    Grüß Dich. Ich weiß genau was Du meinst. Ich habe 1 Jahr in Bangkok gewohnt 2010 und was ich dort mit den Straßenkötern erlebt habe, das wünsche ich wirklich niemanden. Insbesondere zart-beseiteten Menschen nicht.

    Meine Strategie war irgendwann soweit ausgereift, dass ich schon bei dem leisesten Knurren der Hunde voll auf Angriff geschaltet habe, um direkt die Fronten zu klären. Erst wenn die Hunde gemerkt haben,. dass ich kein Opfer sondern im Gegenteil eine ernst-zunehmende Gefahr darstelle, haben sie mich in Ruhe gelassen und sogar von Weitem gemieden. Hinterher habe ich mich sogar gut verstanden mit einigen Hunde-Gang-Bossen in meiner Straße ^^.

    Um nochmal auf die ursprünglich geschilderte Situation zu kommen: Voll auf Angriff schalten ist meistens am besten. Es darf nicht sein, dass Hunde Spaziergänger auf einem öffentlichem Weg stellen. Das ist unmöglich und solche Viecher haben eine Abreibung verdient.

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