Schlafsack - Reißverschluss mittig oder seitlich?

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  • Hallo Zusammen,

    ich möchte mein Equipment nun auch für die kalte Jahreszeit erweitern und mir dafür einen guten Daunenschlafsack zulegen. Von Frühjahr bis Herbst schlafe ich in einem EE Topquilt, für den Winter habe ich bisher eine Schlafsack-Topquilt Kombination genutzt die aber verdammt schwer und voluminös ist. Das möchte ich nun mit einem neuen Schlafsack ändern. Schlafsack deswegen, weil ich den auch fürs Biwakieren nutzen möchte und ein Winterschlafsack + Winterquilt finanziell nicht drin sind.

    Nun zu meiner Frage, die sich ausschließlich an die Schlafsackschläfer in Hängematten richtet aber auch an jene, die sonst irgendwie zur Beantwortung beitragen können:

    Reißverschluss an der Seite oder Mittig?

    Ich habe schon ein paar Mal gelesen, dass ein Mittelreißverschluss für Hängematten sehr viel besser sein soll, weil das Ein-und Aussteigen angeblich komfortabler sein soll. Könnt ihr das bestätigen?

    Hat jemand mal beide Reißverschlusstypen in der Hängematte probiert und kann dazu eine Einschätzung abgeben? Was findet ihr besser?

  • Ich verwende immer Schlafsäcke in der Hängematte - allerdings ohne Kapuze (ich habe eine separate Kapuze). In dem Fall ist es egal wo der Reißverschluss ist, denn du kannst ihn je nach Lust und Laune dorthin drehen wo es gerade am besten passt. Ein guter Nebeneffekt ist, dass man einen kapuzenlosen Schlafsack auch als Top Quilt verwenden kann.

  • Das ist wohl eher eine Geschmacksfrage.

    Grundsätzlich kann es auch eine Geschmacksfrage sein, klar. Aber ich könnte mir vorstellen, dass schon rein mechanisch betrachtet quasi eins von beiden sich besser macht. Jemand der beides hat, kann vielleicht sagen, dass es sich in der Hängematte einfach leichter macht in einem Schlafsack mit Mittelzipper zu steigen.

    Ich habe noch nie in einem Schlafsack mit Mittelreißverschluss gelegen und kann mir irgendwie nur schwer vorstellen, dass es einfacher wäre, weil ich meinen Körper ja, nach meinem Verständnis, mit dem ersten Satz hinein genau in den Schlafsack "fallen" muss, weil das zurechtgezuppel in der Hängematte sonst hinterher viel zu kompliziert ist. Wohingegen ich einen Schlafsack mit Seitenzip ja im Prinzip nur aufklappen muss und dann eine viel größere Fläche habe, um mich "hineinfallen" zu lassen. Aber ich kann mich auch täuschen, ist nur gerade meine Vorstellung dazu.

  • Moin,

    ich finde für die Hängematten Nutzung ein Schlafsack mit Mittelreißverschluss praktischer, weil man mit diesem, den Schlafsack etwas einfacher auch als TQ nutzen kann.

    Auch finde ich es einfacher, außerhalb der Hängematte schon in den Schlafsack zusteigen wenn man ihn komplett schließen möchte. Also auf einem Stück Bodenplane oder Isomatte stehend in die Fußbox steigen, Schlafsack bis unter die Arme hochziehen, sich dann in die Hm setzen und die Beine in die Hm schwingen.

    Wenn man sich dann aufrecht hinsetzt kann man leicht den Schlafsack bis zum Kopf hochziehen...........wieder hinlegen und gut schlafen und nicht schnarchen 😴

    Leider gibt es keine große Auswahl an Winterschlafsäcken mit Mittelreißverschluss.

    Mir sind nur ein paar aus dem militärischen Bereich bekannt ( z.B. Carinthia Defence 6)

    Gruß von der Ostsee

  • Kannst du einen ohne Kapuze für den Winter empfehlen? Welche(n) nutzt du denn, Alissa?


    Nachtrag: ah, ich tippe selbst genäht? 😁

    Nein, ich habe keinen meiner Daunenschlafsäcke selbst genäht - noch nicht.

    Da ich im Winter nicht rausgehe (alleine für die Isolierung bräuchte ich da wohl einen Packesel), habe ich auch keinen für mich tauglichen Winterschlafsack. Mein erster Schlafsack war ein Western Mountaineering Alder MF mit dem ich extrem zufrieden war bzw. noch bin. Ich hatte kurze Zeit mal den Ponderosa MF - aber der war mir selbst im Oktober deutlich zu warm. Leider ist die kleinste WM Größe noch größer als für eine 165 cm Frau nötig. Um etwas Gewicht zu sparen habe ich mir von ZPacks das 2013er Schlafsack-Modell nach dem WM-Vorbild modifizieren lassen. Soweit ich weiß bieten sie keine Modifikationen mehr an, haben aber mittlerweile ähnliche Modelle. Wenn ich heute dort bestellen würde, würde ich den Zip Around Sleeping Bag wählen, weil ich nicht auf die Möglichkeit, die Footbox öffnen zu können verzichten kann. Allerdings würde ich wohl erst versuchen, mir meinen idealen Schlafsack selbst zu nähen.

  • Grundsätzlich kann es auch eine Geschmacksfrage sein, klar. Aber ich könnte mir vorstellen, dass schon rein mechanisch betrachtet quasi eins von beiden sich besser macht. Jemand der beides hat, kann vielleicht sagen, dass es sich in der Hängematte einfach leichter macht in einem Schlafsack mit Mittelzipper zu steigen.

    Ich habe noch nie in einem Schlafsack mit Mittelreißverschluss gelegen und kann mir irgendwie nur schwer vorstellen, dass es einfacher wäre, weil ich meinen Körper ja, nach meinem Verständnis, mit dem ersten Satz hinein genau in den Schlafsack "fallen" muss, weil das zurechtgezuppel in der Hängematte sonst hinterher viel zu kompliziert ist. Wohingegen ich einen Schlafsack mit Seitenzip ja im Prinzip nur aufklappen muss und dann eine viel größere Fläche habe, um mich "hineinfallen" zu lassen. Aber ich kann mich auch täuschen, ist nur gerade meine Vorstellung dazu.

    Ich habe noch nie einen Daunenschlafsack mit Mittel-RV gesehen; vermutlich ist die Kammerkonstruktion zu aufwändig. Ich habe meine Schlafsäcke auch schon mal so gedreht, dass der RV oben mittig zu liegen kommt, aber zum einen stört mich das RV-Ende unter dem Kinn, zum anderen fand ich den Einstieg nicht wirklich einfacher. Ich habe 2 Methoden: entweder ich lege den Schlafsack aufgeklappt in die Hängematte, steige wie immer ein, klappe den oberen Teil über mich (wie eine Bettdecke) und ziehe dann den Reißverschluss zu - oder ich steige neben der Hängematte stehend in den fast geschlossenen Schlafsack, ziehe ihn hoch und lege mich dann ganz normal in die Hängematte. Methode 2 ist einfacher, aber nicht so toll wenn es nass und/oder sehr dreckig ist.

  • Ich habe einen Schlafsack mit Kaputze und finde die echt praktisch.

    Ich habe gerne den rechten Arm für ne Weile hinter dem Kopf und liege auf meiner Hand, da kann ich den Ellebogen in die Kaputze stecken 😎

    Ist aber auch ehr selten das ich den Schlafsack wirklich zu mache, meist benutze ich den als Decke.

    Don't Panic

  • Ich habe einen Schlafsack mit Kaputze und finde die echt praktisch.

    Ich habe gerne den rechten Arm für ne Weile hinter dem Kopf und liege auf meiner Hand, da kann ich den Ellebogen in die Kaputze stecken 😎

    Klingt als ob du Down Sleeves brauchst und keine Kapuze :)

  • Wenn ich heute dort bestellen würde, würde ich den Zip Around Sleeping Bag wählen,

    Danke, die von dir genannten Modelle schaue ich mir mal an. Western Mountaineering ist natürlich absolute Premium Oberklasse. Entsprechend auch leider deutlich zu teuer für die wenigen Wintertouren die ich vermutlich wohl machen werde.

    Ich habe noch nie einen Daunenschlafsack mit Mittel-RV gesehen

    Der Mammut Protect Down Bag oder der Carinthia Survival Down beispielsweise. Aber es gibt deutlich mehr Kunstfaser- als Daunenschlafsäcke mit Mittelzipper, vor allem weil die wegen des schnellen Ausstiegs im militärischen Bereich Standard sind. Und schneller Ausstieg ist ja erstmal nicht schlecht, daher meine Frage wie sich das mit Hängematten verhält.

    Ich sehe gerade, DD hat auch einen KuFa Schlafsack mit Mittel-RV.

    Genau. Vermutlich auch weil es heißt das wäre für die Hängematte komfortabler.


    Deine Methode 1 ist auch die die ich verwende, wenn ich mal mit Schlafsack in der HM war. Die Methode 2 habe ich mich noch nie getraut und beim Lesen auch gerade etwas Schmerzen in der Brust verspürt =O Da hätte ich viel zu viel schiss dass der meist sehr dünne Schlafsackstoff am Boden beschädigt wird :huh:

  • ich finde für die Hängematten Nutzung ein Schlafsack mit Mittelreißverschluss praktischer, weil man mit diesem, den Schlafsack etwas einfacher auch als TQ nutzen kann.

    Danke für deine Sichtweise. Genau so eine Einschätzung habe ich hören wollen.

    Aber wie machst du das um so einen Schlafsack als Topquilt zu nutzen? Einfach umdrehen? Hängt dann nicht die Kapuze immer um Gesicht? Oder hast du auch einen Schlafsack ohne Kapuze?

    Auch finde ich es einfacher, außerhalb der Hängematte schon in den Schlafsack zusteigen wenn man ihn komplett schließen möchte.

    Noch einer der außen einsteigt :/ Ich bin ganz perplex, habe ich echt noch nie gemacht. Klar mit Plane drunter schützt das sicher aber irgendwie hätte ich da ein schlechtes Gefühl bei. Vielleicht sollte ich das aber einfach mal ausprobieren ;)

    Leider gibt es keine große Auswahl an Winterschlafsäcken mit Mittelreißverschluss.

    Mir sind nur ein paar aus dem militärischen Bereich bekannt ( z.B. Carinthia Defence 6)

    Ja das stimmt leider. Die Auswahl ist recht begrenzt aber es gibt ein paar, die auch echt gut aussehen. Der Mammut Protect, den ich eben schon genannt habe, gibt's zum Beispiel sowohl mit Kunstfaser, als auch mit Daunen. Und der hat sogar zwei seitliche Reißverschlüsse für die Arme, was ich total genial finde.

  • Und der hat sogar zwei seitliche Reißverschlüsse für die Arme, was ich total genial finde.

    Es gibt sogar „Schlafsäcke“ mit Armen und Beinen 😃 – hat auch Vorteile, aber alles hat seinen Preis (bestenfalls nur bei Gewicht – und natürlich beim eigentlichen Preis).

    Ich weiß nicht, wie sich die zusätzliche Isolierung für die Reissverschlüsse auf der Waage auswirkt, aber mehr als ein abgesägter Zahnbürstenstil ist es bestimmt 😉.

  • Danke, die von dir genannten Modelle schaue ich mir mal an. Western Mountaineering ist natürlich absolute Premium Oberklasse. Entsprechend auch leider deutlich zu teuer für die wenigen Wintertouren die ich vermutlich wohl machen werde.

    Winter = Kälte = viel Isolierung was im Fall von halbwegs guter Daune "viel Geld" bedeutet. Wenn du mit weniger Bauschkraft bzw. mehr Gewicht leben kannst, könntest du auch einfach die Kapuze von einem günstigen Schlafsack abtrennen (und evtl. gleich eine separate Kapuze daraus machen).

    Der Mammut Protect Down Bag oder der Carinthia Survival Down beispielsweise. Aber es gibt deutlich mehr Kunstfaser- als Daunenschlafsäcke mit Mittelzipper, vor allem weil die wegen des schnellen Ausstiegs im militärischen Bereich Standard sind. Und schneller Ausstieg ist ja erstmal nicht schlecht, daher meine Frage wie sich das mit Hängematten verhält.

    Ich hab einen Mittelzipper noch nie vermisst. Ob man nun zwei Hälften nach links und rechts oder eine Seite nach links oder rechts klappt macht doch keinen großen Unterschied. Die Akrobatik ist dieselbe, und man lernt recht schnell wie man es effizient macht.

    Genau. Vermutlich auch weil es heißt das wäre für die Hängematte komfortabler.

    Nein, das heißt entweder dass DD es komfortabler findet - oder dass genug DD Kunden es komfortabler finden. In Anbetracht der sonstigen Produkte würde ich darauf tippen, dass viele Kunden aus dem Militärbereich kommen, oder sich am Militär orientieren.

    Deine Methode 1 ist auch die die ich verwende, wenn ich mal mit Schlafsack in der HM war. Die Methode 2 habe ich mich noch nie getraut und beim Lesen auch gerade etwas Schmerzen in der Brust verspürt =O Da hätte ich viel zu viel schiss dass der meist sehr dünne Schlafsackstoff am Boden beschädigt wird :huh:

    Hast du mal versucht, einen normalen Quiltstoff zu zerreißen? Ich rede nicht von ultraleichten 7D oder 10D Stoffen, sondern 15D und aufwärts. Wenn du dich nicht gerade in einem Brombeergebüsch bettfertig machst, sehe ich wenig Möglichkeiten den Schlafsack zu beschädigen. Der größte Feind sind Nässe und Schmutz. Und das vermeiden viele hier mit einer kleinen Bodenplane.

  • Aber wie machst du das um so einen Schlafsack als Topquilt zu nutzen? Einfach umdrehen? Hängt dann nicht die Kapuze immer um Gesicht? Oder hast du auch einen Schlafsack ohne Kapuze?

    Moin,

    ja genau........einfach mit dem Reißverschluss nach unten drehen. Meist ziehe ich den Reißverschluss dabei bis zu den Knien zu.

    Die Kapuze lege ich mir beim auf der Seite liegen oft mit unter mein Kopfkissen oder ich falte sie beim auf dem Rücken liegen nach innen in den Schlafsack oder ich stopfe sie mir an die Seite...........funktioniert bei mir alles sehr gut. Musst du einfach mal ausprobieren was eventuell für dich funktionieren würde.

    Das gleiche gilt für daß außerhalb der Hm in den Schlafsack steigen.........einfach mal versuchen.........geht sehr einfach. Ist fast wie Sackhüpfen ohne Hüpfen 👍🙂

    Irgendeine Unterlage beim in den Schlafsack steigen ist mir sehr wichtig um den dünnen Stoff des Schlafsacks vor Beschädigungen, Schmutz und Feuchtigkeit zu schützen.

    Kannst auch eine Rucksack Regenhülle, Packsack o.ä. dafür verwenden. Man braucht jetzt nicht unbedingt eine extra Plane dafür.

    Gruß von der Ostsee

  • Die guten Schlafsäcke sind unten und oben anders gefüllt, egal ob Daune oder Kunstfaser, sodass oben bekommt mehr Füllung. Schlafsäcke mit einem Zipper mittig sind immer kälter, denn der Wulst, der den Reisverschluss abdeckt hängt herunter bei einem Schlafsack mit einem mittigen Reisverschluss wodurch mehr Kälte in den Schlafsack hinein kommt. Auch müssen die Hersteller bei dieser Art Schlafsack eine Lösung finden damit der Kin vom Reisverschluss geschützt ist. Die Lösungen sind oft nicht toll und Packmaßlastig. Militärschlafsäcke haben den Reisverschluss mittig, sodass man schneller herauskommt und mittig passt jeder Person.

    Meine Empfehlung ist ein seitlicher Reisverschluss.

  • Ich schlafe seit 7 Jahren praktisch jede Nacht mit Schlafsack in der HM. Ich habe Schlafsäcke ohne Kapuze: das sind (für zu Hause) Deckenschlafsäcke, die keine Kapuze haben und für unterwegs habe ich einen Kufa Mumienschlafsack in Eiform, bei dem die Kapuze mit einem breiten Klettstreifen hin- oder weggemacht werden kann.

    Da ich den Reißverschluß in der Mitte haben will, habe ich die Kapuze einfach entfernt.

    Ich gehöre zu denen, die es viel einfacher finden, neben der HM einzusteigen, den Schlafsack bis zum Hals hochzuziehen und sich dann in die HM zu setzen. Den Schlafsack in die HM legen und sich dann draufzulegen gibt bei mir zuviel Gewurschtel und Gezupfe. Für sowas bin ich zu ungeduldig....

  • Ich schlafe immer mit Schlafsack in der HM. Die sind noch von meiner Vor-HM-Zeit und weil ich kein Geld für ein Topquilt habe.
    Ich finde Seitenreißverschlüsse praktischer. Ich gehe auch ich den Schlafsack hinein wie Wuppitom (aufrecht), und lege mich dann in die HM. Mit einem Seitenreißverschluss kann ich den Schlafsack besser offen lassen (bis zum Knie) und ihn dann als Decke benutzen. Und wenn es kalt wird, die Kapuze seitlich über den Kopf ziehen. Wie die Benutzung als Topquilt und Kapuzenbenutzung bei einem Schlafsack mit mittigem Reißverschluss funktionieren soll, ist mir nicht klar.

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