Underquilt Pflicht bei 0-5° ?

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  • Hi!

    Ich als Hängematten-Frischling habe bisher gute Erfahrungen mit meiner TTTM Mat Pro (mit Einschubfach für Isomatte) gemacht. Ich habe damit bei 8° noch warm genug geschlafen, aber bei weniger Grad würde es vermutlich zu kalt werden. Als Isomatte hatte ich eine Ether Lite XT (R-Wert: 3,2) halb aufgeblasen im Einschubfach.


    Wenn ich demnächst bei 0-5° übernachte, bin ich mir unsicher ob das so reicht...

    Drei Fragen:

    1) macht es Sinn, eine zweite Isomatte reinzulegen (z.b. eine einfache Schaumstoff Matte)?

    2) bedeutet mehr Aufblasen mehr Isolation? Oder ist das egal, weil es nur darauf ankommt, dass die kleinen Luftkammern nicht zusammengedrückt werden?

    3) muss man ab bestimmten Temperaturen eh auf einen Underquilt wechseln?

    Ich freue mich auf eure Erfahrungen!

  • Ahoj,

    1) schon, wenn sie passt. Komfort ist aber sicher dann was anderes (aber das empfinde ich schon überhaupt bei einer eingeschobenen isomatte als nicht gegeben)

    2)Theoretisch bedeutet ein größeres Lufpoltster mehr Isolation. Um praktisch davon aber was zu spüren sprechen wir von mehreren cm, nicht mm, die du mit dem mehr aufpusten erreichen würdest

    (übrigens niemals tatsächlich pusten, das mindert den R wert aufgrund der Feuchtigkeit im Atem stark)

    Der R wert bei so einer Luft-IsoMatte kommt durch die Isolation in/auf/an der Matte.

    3)Muss nicht, ist theoretisch auch mit einer Isomatte möglich. Ist aber eben deutlich Kofortabler mit UQ und durch den Bauart bedingten Vorteil des nicht-zusammen-drückens der Isolation, erreicht man damit eben eine höhere Isolation / überhaupt Isolation, im Vergleich zum direkten drauf liegen. Lässt sich aber schlecht mit einer Luft-Isomatte vergleichen.

  • Was — gerade wegen dem Einschubfach — stören könnte:

    Je nachdem, wie breit man ist, wird man an den Seiten eng von der Hängematte umschlossen, und die Decke entsprechend komprimiert — an Stellen, an denen auch die Unterlage nicht wärmt.

    Wenn der Aufwand dafür nicht übertrieben hoch ist, würde ich das mit der zweiten Matte selbst probieren: Hier will man dich eh nur zum Underquilt bekehren 😉.

  • Das wird auch bei 0° noch funktionieren. Aber sobald du mit den Schultern/Füßen an die Hängematte kommst und den Schlafsack dort komprimierst bilden sich Kältebrücken und wenn dann noch Wind dazu kommt kanns unangenehm werden.

    Da hilft halt leider nur ein UQ

    http://www.outdoor-buddy.de

    Ich bin Youtuber und werde teilweise von Herstellern mit Produkten ausgestattet.

    Dazu zählen u.a. OneWind, Amazonas, TickettotheMoon, Khibu, GrueziBag, Cocoon

  • Das große Problem bei Hängematten und deren Isolierung ist die Konvektion, d.h. Wärmeverlust durch Wind. In einem Zelt ist man windgeschützt, und braucht sich nur gegen den kalten Boden mit einer schmalen Isomatte schützen. In der HM muss man sich aber auch an den Seiten gegen Windkälte schützen. Da ist man wesentlich besser dran mit einem Unterquilt (und einem Unterquiltprotektor oder Windsocke).

    Wenn du aber nicht darin investieren willst, dann rate ich dir zu einer warmen Wolldecke, die du in die HM hineinlegst und dich darauf. Das Zurechtzupfen ist halt etwas Arbeit, aber ein echter Wärmegewinn. Bevor ich einen UQ selbst gebaut habe, hatte ich so geschlafen. Das war recht warm. Und so eine Wolldecke wärmt auch komprimiert noch.

  • Vielen Dank für die hilfreichen Antworten! Das hat mir sehr geholfen, nochmal mit einem anderen Auge auf die "Problemstellen" zu achten.

    Ich überlege jetzt, die Amazonas Underquilt XXL (305 x 130 cm) zu kaufen und unter meine Pro Mat (Tuchlänge: 310 cm, Breite: 170 cm) zu hängen.

    Hintergrund: Relativ günstig und relativ groß...

    Falls der UQ immernoch zu kalt ist, würde ich zusätzlich noch die Luftmatratze ins Einschubfach zu legen.

    Ich habe überhaupt keine Ahnung, was Befestigung, etc angeht. Passt das? Kann man das machen?

  • Vielen Dank für die hilfreichen Antworten! Das hat mir sehr geholfen, nochmal mit einem anderen Auge auf die "Problemstellen" zu achten.

    Ich überlege jetzt, die Amazonas Underquilt XXL (305 x 130 cm) zu kaufen und unter meine Pro Mat (Tuchlänge: 310 cm, Breite: 170 cm) zu hängen.

    Hintergrund: Relativ günstig und relativ groß...

    Falls der UQ immernoch zu kalt ist, würde ich zusätzlich noch die Luftmatratze ins Einschubfach zu legen.

    Ich habe überhaupt keine Ahnung, was Befestigung, etc angeht. Passt das? Kann man das machen?

    Der Amazonas dürfte so ziemlich die schlechteste Option sein. Schwer, nicht besonders warm, schlechte Passform weil bananig geschnitten und ohne elastisches Element in der Aufhänung. Wenn es günstig, schwer und groß sein soll, wäre zb OneWind die bessere Anlaufstelle.

    Isomatte und Gathered End Hängematte passt einfach nicht gut zusammen, such Dir lieber einen vernünftigen Underquilt und vergiss das Isomatteneinschubfach. Das ist wirklich nur ein Marketinggag um unbedarften Neuhängern vorzugaukeln, sie könnten Ihre bereits vorhandene Isomatte problemlos weiterverwenden. Das musste jetzt auch einfach mal gesagt werden, allein um die Prophezeiung von Tino wahrwerden zu lassen ;)

  • Zitat

    Wenn es günstig, schwer und groß sein soll, wäre zb OneWind die bessere Anlaufstelle.

    Bei OneWind finde ich nur UQs bis 210cm Länge. Ich bin 200cm groß und hätte gerne Isolation sowohl an den Füßen, als auch am Kopf. Das kommt mir etwas zu knapp vor...

    Ansonsten bin ich offen für andere Vorschläge... Leider finde ich keine gute Marktübersicht...

  • Bei OneWind finde ich nur UQs bis 210cm Länge. Ich bin 200cm groß und hätte gerne Isolation sowohl an den Füßen, als auch am Kopf. Das kommt mir etwas zu knapp vor...

    Ansonsten bin ich offen für andere Vorschläge... Leider finde ich keine gute Marktübersicht...

    Immer noch größer als Deine Isomatte ;) Ist natürlich so ein bißchen knapp, andererseits braucht man am Kopf eigentlich auch wenig Isolation, wenn Du ein Kissen benutzt. Bei so einer stolzen Körpergröße solltest Du aber vielleicht ohnehin einen Rundumschlag in Betracht ziehen, Deine TTTM ist deutlich zu klein für optimalen Komfort bei Deiner Größe. Gute Recherche-Startpunkte für einen vernünftigen UQ in passend Länge wären zb Cumulus, GramXpert, Hammock Gear, Loco Libre oder mit Einschränkungen Warbonnet. (unbezahlte Werbung :S )

  • Immer noch größer als Deine Isomatte ;) Ist natürlich so ein bißchen knapp, andererseits braucht man am Kopf eigentlich auch wenig Isolation, wenn Du ein Kissen benutzt.

    Kissen nutze ich tatsächlich bisher nicht. Habe mir angewöhnt, das Kopfkissen unter die Knie zu legen und beim Kopf darauf zu verzichten :)

    Zitat

    Bei so einer stolzen Körpergröße solltest Du aber vielleicht ohnehin einen Rundumschlag in Betracht ziehen, Deine TTTM ist deutlich zu klein für optimalen Komfort bei Deiner Größe.

    Kommt sicherlich. Daher ja auch mein Wunsch, jetzt nicht zu kleinen UQ zu haben...

    Zitat

    schlechte Passform weil bananig geschnitten

    Interessant. Ist "bananig" nicht genau das richtige? Schließlich hänge ich ja auch ein bisschen wie eine Banane in der Matte, auch wenn ich Diagonal liege...? Welche Passform wäre denn die richtige?

  • Interessant. Ist "bananig" nicht genau das richtige? Schließlich hänge ich ja auch ein bisschen wie eine Banane in der Matte, auch wenn ich Diagonal liege...? Welche Passform wäre denn die richtige?

    Bananig ist genau das falsche für den Komfort weil es die Knie durchstreckt (deswegen das Kissen?), was eben der Fall ist wenn Du eine zu kurze Hängematte benutzt. Im Idealfall liegst Du in der Diagonale von ca. 20-30° und dadurch annähernd flach in der Hängematte. Ein UQ muss sich also an die Diagonale anpassen. Der Amazonas UQ ist an den Enden schmaler und unsinnigerweise auch noch auf der kompletten Länge isoliert. Ein konventioneller UQ kann Durch die Aufhängung an den vier Ecken an Deine bestenfalls diagonale Liegeposition angepasst werden. Besser noch ist ein UQ wie der Warbonnet Wooki oder der Simply Light Designs Trailwinder, die wie eine zweite Hängematte druntergehängt werden und am Liegenbereich einen Isolationsschicht bieten.

    Aber: Vielleicht suchst Du Dir erst die passende Hängematte und danach die Isolation, mit 2 Meter Köpergröße stößt man bei Gathered End Hängematten selbst bei 12 Fuß Länge an Komfortgrenzen, vielleicht ist eine anderes Hängemattenkonzept wie Bridge Hammock oder eine 90° Matte wie die Crosshammock oder gar die Amok Draumr eher das richtige für Dich.

  • Interessant. Ist "bananig" nicht genau das richtige? Schließlich hänge ich ja auch ein bisschen wie eine Banane in der Matte, auch wenn ich Diagonal liege...? Welche Passform wäre denn die richtige?

    Ich kenne die Maße deiner Matte jetzt nicht, aber es liegt nahe, dass sie zu kurz ist und du dir einbildest, diagonal liegen zu können. Bei deiner Körpergröße bist du bei mindestens 12ft Länge, also 3,65m für die Hängematte. Wenn du so eine mal probegelegen hast, wirst du verstehen, was diagonal liegen wirklich bedeutet.

    Ich würde mich grobinger anschließen, dass du einen Rundumschlag brauchst. Die Sache mit der Isomatte wurde zu genüge zerpflückt. Bei 0 Grad sollte das Equipment dann auch schon passen, wenn man unterwegs ist. 0 Grad können bei Feuchtigkeit und Wind schon ganz schön eisig werden. Ich würde dann nicht gerne ohne Daunenquilts da hängen.

    Da gibt es viele Hersteller, die hier im Forum schon reviewed wurden. Bei den Europäern wie Khibu und Cumulus kann man ohne Probleme eine XL Version bekommen.

  • Der Amazonas dürfte so ziemlich die schlechteste Option sein. Schwer, nicht besonders warm, schlechte Passform weil bananig geschnitten und ohne elastisches Element in der Aufhänung. Wenn es günstig, schwer und groß sein soll, wäre zb OneWind die bessere Anlaufstelle.

    Isomatte und Gathered End Hängematte passt einfach nicht gut zusammen, such Dir lieber einen vernünftigen Underquilt und vergiss das Isomatteneinschubfach. Das ist wirklich nur ein Marketinggag um unbedarften Neuhängern vorzugaukeln, sie könnten Ihre bereits vorhandene Isomatte problemlos weiterverwenden. Das musste jetzt auch einfach mal gesagt werden, allein um die Prophezeiung von Tino wahrwerden zu lassen ;)

    ... wobei man aber auch einwerfen könnte, daß so mancher Neuling schon beim Gedanken an eine Übernachtung bei unter Xc° innerlich erfrieren würde.

    Hi,

    natürlich gehen auch andere Alternativen als ein Underquilt und Co. Aber eben nur bedingt und unter bestimmten Voraussetzungen.

    Ich bin da ja noch, Betonung liegt auf noch UQ-unerfahren, was sich ja aber maximal zeitnah änder wird, aber ein UQ kostet natürlich nicht nur Geld.

    Die Anschaffung ist die eine Hürde, das Abstecken bis wieviel Grad man draußen tatsächlich übernachten will/ muß, was anderes.

    Und at last, das Equipment muß auch irgendwie zum Ort der Übernachtung hin.

    Im Rucksack (Kunstfaser UQ oder einen leichten Daunen UQ) schleppen mehrere Kilometer oder nur vom Parkplatz zum Hängeplatz?

    Sind auch so Punkte die man mal erwähnen sollte, also so für sich. ;)

    Ja, wenn das Leben so einfach wäre...

  • Ich nutze manchmal noch eine Isomatte. Ich würde z.B. keinen UQ zu einem Ort mit einem feuchten oder windigen Meeresklima mitnehmen. Es ist auch sehr schön eine Isomatte parat zu haben im Winter unter einem Tarp für andere Sachen. Sitzen, Kochen. Eine Isomatte ist aber eine Dampfsperre. Das ist kein Problem für den, der sich oft bewegt in der Nacht. Die direkt an der Dampfsperre (Isomatte) liegenden Körperteilen werden feucht, besonders dann, wenn man durchgehend auf dem Rückenschlafen schläft. Ich wechsele oft die Schalfposition und habe keine Problem mit Feuchtigkeit.

    Einmal editiert, zuletzt von 22kN (14. November 2023 um 17:18)

  • Oder man macht halt einfach mal.

    ... Du gehst also hin und kaufst einfach mal eine UQ?

    Hi,

    womöglich eine Daunen-Underquilt? Es sei Dir (von der finanziellen Seite) gegönnt.

    Ich finde schon das man da mal vorab ein wenig seine Ziele abstecken kann. Sonst hat man hinterher mehr Gear im Schrank liegen, als der Laden wo man sie her hat.

  • ... Du gehst also hin und kaufst einfach mal eine UQ?

    Mehr oder weniger, ja. Es gibt einen Punkt des maximalen Grübelns nachdem alles weitere Nachdenken über eine Frage keinen Mehrwert mehr bringt.Wenn man ein beschränktes Budget hat muss man natürlich genau überlegen was man denn überhaupt will, aber man braucht trotzdem einen Startpunkt. Dann muss man zur Tat schreiten. Ohnehin ist alle Theorie grau, praktische Erfahrung kann man nur durch praktisches Tun erlangen. Fun fact: Mein erster Daunenunderquilt war ein Selva 300 den ich mittlerweile weitervererbt habe. War so eine mittelgute Entscheidung den zu kaufen :S

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