Klappmesser für Bushcraft - Empfehlungen?

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  • Die Frage ist ab wann tatsächlich ein berechtigtes Interesse daran besteht ein entsprechendes Messer mitzuführen. Fahre ich 3 Nächte mit HM ans Wasser um zu fischen, brauche ich in der Tat für allerlei Arbeiten ein Messer. Ohne komme ich nicht aus.

    Fürs Camping wird das allgemein ähnlich sein. Brauchst du für irgendeinen Zweck ein Werkzeug, ist das schon ein Interesse das Werkzeug zu führen. Fährst du morgens mit der U-Bahn in deine Steuerkanzlei, wird es schwierig daraus ein Interesse abzuleiten, dass du grundsätzlich ein Messer mitführen musst.

    Viel Glück dabei das irgendwelchen uniformierten Halbaffen an einem beliebigen Hauptbahnhof zu erklären. ;)

  • Wir gleiten etwas ab, aber man könnte ja natürlich auch einfach auf das führen bei der Anreise verzichten - denn ein berechtigtes Interesse am Bahnhof darzulegen wird schwer ;)

    Und wo wir gerade bei Bahnhöfen sind - da gibt es inzwischen in Berlin auch gerne mal Komplettverbote...

    Bundespolizei verbietet gefährliche Gegenstände auf vier Berliner S-Bahnhöfen
    Gerade an Wochenenden kommt es immer wieder zu Gewalttaten auf Bahnhöfen. Auf vier S-Bahnhöfen dürfen daher in den kommenden beiden Nächten keine gefährlichen…
    www.rbb24.de

    Und die Rückschrittskoalition plant zudem, Messerverbotszonen zu verstätigen die gute, alle law&order Politik, damit Tante Trude sich 'endlich wieder sicher fühlen™' kann.

    In anderen Großstädten gibt es mwn. ahnliche Ansätze.

    Von den hier z.T. einhändig zu öffnenden will ich gar nicht erst anfangen...

    Wie immer - weglassen vereinfacht ungemein :saint:

  • Solange das Messer irgendwo im Rucksack ist, sollte das doch kein Problem sein?
    Ich bin mir nicht mal sicher, ob die den Rucksack ohne "triftigen Grund" überhaupt einfach so durchsuchen durften.

    Bzw. müsste man denen, das sie ein durchsuchen wollen, ja eh schon in irgendeiner Art und Weise aufgefallen sein.

    Problematisch wird es wohl nur, wenn das Messer in der Hosentasche oder sogar am Gürtel getragen wird.

    Das sollte man an solchen Orten natürlich vermeiden.

  • Jein.

    Rucksack≠führen, das wollte ich damit sagen, ja.

    Einen Anlass braucht es aber z.B. bei Waffenverbotszonen eben nicht.

    Und als Klischee Bushcrafter auf dem Weg zum Weekend-Warriortum, wie ein Weihnachtsbaum mit allerlei Militärdevotionalien behangen, empfiehlt man sich wohl bestens dafür, doch auch einmal auf innere martialische Werte untersucht zu werden :whistling:

    Und - im Rucksack ist zumindest schon mal ein guter Anfang, aber selbst dann - ver- oder abgeschlossen ist nicht definiert, es existieren unterschiedliche Urteile .

    Vorsicht übrigens auch mit Multitools mit feststellbarer Klinge - die trägt Bushcraft-Karlheinz ja in bester 'allzeit bereit' Manier besonders gerne im Täschchen am 'Tactical-Gürtel' :D

    Hach ist das herrlich kompliziert - habe ich schon erwähnt, wie man das am einfachsten umgeht? :*

    Du sagst es, Sundance. Nur könnte man dann den Thread hier dicht machen, denn die Lösung ist geliefert, da man das zumindest bei der Anreise an deutlich mehr Orten muss, als man zunächst meint.

    Aber vielleicht macht es Sinn, das auszugliedern - bzw. würde ich wetten, dass zu all dem hier eigentlich irgendwo auch schon einmal alles gesagt wurde.

    Einmal editiert, zuletzt von hangloose (29. April 2023 um 11:47)

  • Ich besitze ein Klappmesser von Benchmade, was aber wohl den von Dir gesetzten finanziellen Rahmen sprengen würde. Ist auf jeden Fall robust, leicht und könnte wohl für die von Dir genannten Zwecke verwendet werden.

  • Bei robusten Klappmessern geht imo kein Weg an ColdSteel vorbei – gerade, wenn der Preis nicht komplett egal ist.

    Eine konkrete Empfehlung habe ich nicht, aber der Hersteller hat ein paar sehr stabile Verriegelungsmechanismen im Programm (afair steht da das Tri-Ad Lock weit oben).

  • Bei robusten Klappmessern geht imo kein Weg an ColdSteel vorbei – gerade, wenn der Preis nicht komplett egal ist.

    Eine konkrete Empfehlung habe ich nicht, aber der Hersteller hat ein paar sehr stabile Verriegelungsmechanismen im Programm (afair steht da das Tri-Ad Lock weit oben).

    cold steel ist schon der Hammer. Ich habe selbst eins und bin von der Preis-Leistung begeistert. Allerdings sind die Preise durch die Decke gegangen seit 3 Jahren. Die Messer mit dem günstigen chinesischen 8Cr13MoV-Stahl gabs noch für weniger als die Hälfte in € vor ca. 4 Jahren.

    Der günstige Stahl ist "ok". Die komplette Verarbeitung muss man bei den Dingern sehen. Ich kenne nichts was die Qualität preislich schlagen könnte.

    p.s. wenn ihr günstige Klappmesser bei Ebay o. Amazon kauft, wundert euch nicht wenn euch die Schrauben brechen, die das Messer zusammenhalten, bei starker Beanspruchung. Die No-Name Anbieter werben mit D2-Stahl, aber der Rest vom Messer ist aus günstigen Material. Das kann euch um die Ohren fliegen, wenn ihr damit Holz spalten wollt, so wie die Youtube Bushcrafter.

    Einmal editiert, zuletzt von Gironimo (29. April 2023 um 13:50)

  • Jetzt frage ich noch mal genauer nach: Wenn ich bei einem großen Messer-Online-Shop: Taschenmesser, Cold Steel, Tri Ad Lock auswähle, dann bekomme ich folgende Stahlsorten angezeigt:

    4034 rostfester Stahl

    4116 rostfester Stahl

    8Cr13MoV

    AUS-8A

    AUS10A

    CPMS35VN

    Kann mir einer die mal qualitätsmäßig in eine Reihenfolge bringen? Am Besten einer unserer "Messerspinner" ;) Vielleicht du Muetzelchen ?

    Ist irgendwie so gar nicht meine Baustelle. Und D2 ist ja nicht dabei. Und CBT1N finde ich gar nicht.

    Eigentlich müsste man auch noch mal ein Messerthread aufmachen. Schwarmwissen ist schon cool!

  • Die günstigeren Stähle haben immer Einbußen bei Schnitthaltigkeit, und Rostanfälligkeit. Es geht bei der Auswahl des Stahls einerseits darum wofür Du das Messer nutzen willst, und andererseits darum wo Dein Budget liegt. Darüber hinaus hat jede Eisenhütten-Region weltweit ihre eigenen Sorten entwickelt. Pauschal zu sagen was der beste Stahl ist, geht nicht.

    Als Orientierung können Dir die Angaben in Rockwell ein bisschen helfen. Die günstigen Stähle sind meistens weicher, und bleiben dementsprechend nicht so lange scharf. Die Mischung aus Eisen, Molybdän, Vanadium, Kohlenstoff uvm. machen den richtigen Stahl für die entsprechende Anwendung aus.

    Ich kann Dir aus Erfahrung sagen, dass der 8Cr13MoV schneller stumpf wird, als D2, aber er ist trotzdem nicht schlecht für den Preis. Man kann damit genauso gut arbeiten, nur musst du häufiger schleifen. Der 8Cr13MoV wird sehr scharf und ich filetiere damit unterwegs Fische, und kriege auch die dicken Bauchgräten damit durchtrennt.

    Ein Freund von mir ist Jäger und er schwört auf eine besondere Stahlsorte, weil sie am längsten die Schärfe hält, so dass er damit viel mehr Rehe aufbrechen kann ohne nachzuschleifen. Jeder Messer-Enthusiast hat seine Vorlieben und von Küchenmessern fange ich an der Stelle erst gar nicht an zu schreiben, weil wir dann endlos diskutieren könnten.

    Willst du ein ultra-stabiles Klappmesser, dann nimm das SR1 Lite von Cold Steel. Das wird Dich nicht enttäuschen.

    2 Mal editiert, zuletzt von Gironimo (30. April 2023 um 13:18)

  • Ich kann Gironimo nur recht geben.

    Mache Dich nicht bzgl. Der Stahlsorte verrückt.

    Bei der von mir angegebenen Stahlsorte ist mir ein Tippfehler unterlaufen.

    Sorry!

    Es sollte“CTS BD1N“ heißen.

    Warum habe ich Dir diesen Stahl empfohlen?

    Wir sind letztes Jahr in Schweden über Nacht komplett abgesoffen.

    D.h. Unser Equipment war komplett nass und ist auch so im Auto gelandet.

    Für ca.16 Stunden.

    Die drei Stahlsorten, die wir mit hatten

    Sleipner(wird gerne bei schwedischen Herstellern benutzt)

    D2

    Und eben den CTS BD1N

    Die Unterschiede waren gewaltig

    Der Sleipner-Stahl war eine große braune Fläche, komplett stumpf, so dass es mich(ich bin auch. Ich der beste Schleifer) fast zwei Stunden gekostet hat diesen wieder in den Ausgangszustand zu bringen.

    Bei D2 hat das Ganze vielleicht fünf Minuten gedauert, wenn überhaupt.

    Beim CTS BD1N…. Null. Nicht der Ansatz von Rost.Fand ich sehr beeindruckend.

    Lange Rede, im Preis/Leistungsverhältnis ist der D2 schon seeeehr gut.

    Er lässt sich selbst für mich leicht nachschärfen, und ist preislich eher unten einsortiert und pflegeleicht.

    Alles Andere wurde bereits erwähnt(nur noch nicht von jedem)

    Cold Steel machen qualitativ auf jeden Fall gute Messer.

    Tut nichts, was ich nicht auch täte

  • Der Tipp mit dem CTS BD1N ist gut. Hatte kurz gegoogelt und einen Messerschmied gefunden, der dazu Infos veröffentlicht:

    Wie gut ist CTS BD1 Stahl? - Outdoormesser.net
    CTS BD1 von Carpenter ist ein Low-End- beziehungsweise Einsteigerstahl. Wir schauen uns hier an was ihn ausmacht und was er kann.
    outdoormesser.net

    Zitat: "wird manchmal auch mit dem beliebten China-Stahl 8Cr13MoV oder dem japanischen AUS-8 verglichen, ist diesem aber mit seiner besseren Schnitthaltigkeit überlegen."

    -

    Bezgl. Schleifen: Unterwegs kann man kaum gut schleifen, bestenfalls mit den flachen japanischen quadratischen Schleifsteinen im Ziegelsteinformat, und einem richtigen Tisch. Ich schleife nur zuhause und dann mit einem Schleif-System wo man das Messer einspannt. Packe ich das aus, dann schleife ich gleich mehrere Messer. Das geht ganz gut. Habe auch schon viel ausprobiert. Meine Küchenmesser sind immer top-scharf.

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