Genähter Endkanal vs Warbonnet Knubbel

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  • Hi, ich bin's mal wieder ^^

    Mein neuer Stoff ist endlich angekommen und ich wollte heute anfangen zu nähen.

    Beim näheren überlegen was ich tun muss kam ich zu einem gedanklichen Problem:

    Gibt's überhaupt einen Unterschied in den Liegeeigenschaften zwischen einem genähten Endkanal und einen Warbonnet Knubbel?

    Letztendlich sorgen beide dafür, dass an einem Punkt der Stoff zusammen gerafft. Die Raffung sollte doch identisch sein, oder?

    Oder hat die Art und Weise wie ich die Aufhängung durch den Endkanal gebe einen Einfluss?

    Ich kann ja einfach meine Schnur durchgeben und die Enden verknoten. Dadurch kann der Stoff theoretisch noch verrutschen bzw sich weiter auffachern.

    Alternativ gebe ich eine Continuous Loop hindurch und mache einen Larks Head (ich habe viele Namen für diesen Knoten gelesen. Wie nennt ihr den?). Dadurch ist er genauso verbunden wie beim Knubbel und der Stoff fächert sich nicht auf.

    So kann ich das später auch einfach austauschen.

    Gruß aus Hamburg

  • so wie ich deine Frage verstehe, haben der warbonnet Knubbel und der Larkshead (nenn ich auch so) die Eigenschaft, dass sie das whipping fixieren.

    Und das Whipping ist aus meiner Sicht das, was den Liegekomfort beeinflusst.

    Ein Unterschied ist noch, dass eine Schnur, die durch den Endkanal geführt wird, eben immer am Ende rauskommen muss, während Du die Aufhängeschlaufe bei bei Warbonnet in jede Richtung drehen kannst.

    Und der Warbonnetknubbel fixiert das Ende des Stoffs unabhängig von der Aufhängung. Du könntest auch z. B Whoopie slings an der HM befestigen, ohne dass das Whipping aufgeht.

    il dolce far niente:sleeping:

    Einmal editiert, zuletzt von Ted (15. Oktober 2022 um 10:10)

  • Selbstverständlich gibt es Unterschiede zwischen einem Tunnelzug-Ende und dem Warbonnet Whip.

    Da beim Tunnelzug-Ende die Aufhängung direkt durch den Tunnelzug gezogen wird, und meist per Ankerstich befestigt wird, hängt der Stoff an einer Seite tiefer und wird auch nicht so gleichmäßig gerafft wie beim Warbonnet Whip. Die Liegeeigenschaften unterscheiden sich deshalb minimal. Wichtiger sind aber die anderen Unterschiede:

    • Beim Tunnelzug-Ende werden die Nähte extrem belastet.
    • Beim Warbonnet Whip wird der Stoff gleichmäßiger belastet. Deshalb empfehle ich den WW für alle leichten bzw. empfindlichen Stoffe.
    • Beim Warbonnet Whip kann man die Aufhängung leichter abnehmen bzw. installieren (z.B. wenn man die Hängematte waschen will).
    • Allerdings geht beim Warbonnet Whip mehr Länge verloren als beim Tunnelzug-Ende.

    Ich bevorzuge mittlerweile den Warbonnet Whip, einfach weil die Stoffstärke besser erhalten bleibt.

  • Das es Unterschiede gibt ist natürlich klar. Vor allem wie die Last aufgefangen wird. Beispielsweise 3 Reihen Stiche gegenüber Ankerstich (larks head?) am Stoff.

    Beim Warbonnet Whip wird der Stoff gleichmäßiger belastet. Deshalb empfehle ich den WW für alle leichten bzw. empfindlichen Stoffe.

    Bei sehr feinen Stoffen macht das definitiv Sinn.

    Und das Whipping ist aus meiner Sicht das, was den Liegekomfort beeinflusst

    Entsteht denn wirklich ein anderes Whipping beim Knubbel? Letztendlich ist es doch auch nur gerafft. Genauso wie beim genähten Endkanal.

    Falls da etwas passieren sollte habe ich anscheinend meine erste Matte falsch gebunden. 🤔

    Beim Warbonnet Whip kann man die Aufhängung leichter abnehmen bzw. installieren (z.B. wenn man die Hängematte waschen will).

    Das austauschen der Suspension ist einfacher aber noch nichts worum ich mich in näherer Zeit kümmern muss. Continuous Loop reicht für's Erste.

    Allerdings geht beim Warbonnet Whip mehr Länge verloren als beim Tunnelzug-Ende.

    Wirklich? Wenn Ich das richtig sehe brauche ich für einen 5cm Tunnelzug (doppelt gerollt) 20cm Stoff.

    Beim Warbonnet muss der Tunnel gar nicht erst so breit sein und ich komme mit einem einfachen gerollten Umschlag aus. Selbst mit Talkling sehe ich nicht so richtig, dass es mehr Stoff braucht.

    Oder auch da habe ich wieder etwas verkehrt gemacht 🤔

  • Selbstverständlich gibt es Unterschiede zwischen einem Tunnelzug-Ende und dem Warbonnet Whip.

    • Beim Tunnelzug-Ende werden die Nähte extrem belastet.

    Das kann ich so direkt unterschreiben. Bei meinen Hängematten reißt der Tunnelzug (egal wie viele Reihen vernäht) langsam aber beständig aus. Ich verwende deshalb ausschließlich den Modified Sheet Bend an UL-Hängematten; mit oder ohne Tunnelzug ist dabei nur eine Komfortfrage beim zusammenschnüren. 

  • Entsteht denn wirklich ein anderes Whipping beim Knubbel? Letztendlich ist es doch auch nur gerafft. Genauso wie beim genähten Endkanal.

    Beim Tunnelzug-Ende werden die Seiten hochgezogen, während die Mitte mehr durchhängt. Der Stoff nimmt eine konkave Form an.

    Beim Warbonnet Whip rutschen die Seiten eher heraus, während die Mitte hochgezogen wird. Der Stoff nimmt eine konvexe Form an.

    Dazu wird der Stoff beim Warbonnet Whip aber mehr zu einem Ring gezogen als beim Tunnelzug-Ende.

    Die Änderungen sind minimal, haben also auch nur einen kleinen Einfluss auf die Liegeeigenschaften.

    Wirklich? Wenn Ich das richtig sehe brauche ich für einen 5cm Tunnelzug (doppelt gerollt) 20cm Stoff.

    Beim Warbonnet muss der Tunnel gar nicht erst so breit sein und ich komme mit einem einfachen gerollten Umschlag aus. Selbst mit Talkling sehe ich nicht so richtig, dass es mehr Stoff braucht.

    Tunnelzug-Ende:

    Für den Tunnelzug schlage ich ca. 1 cm und ca. 4,5 cm um (ich brauche ja Platz für 3 Nähte). Es sollten durch das Nähen also grob 12 cm verloren gehen. In der Realität wird bei mir aber aus einem 350 cm langen Rohling eine ca. 335 cm lange Hängematte.

    Warbonnet Whip:

    Für den Tunnelzug schlage ich ca. 1 cm und ca. 3 cm um (ich mache 2 Nähte - Warbonnet macht nur 1 Naht; deshalb ist der Tunnelzug auch nur 2,5 cm breit). Es sollten durch das Nähen also grob 8 cm verloren gehen. Da das Ende jedoch gerafft und abgebunden wird, und die Aufhängung unterhalb des Whippings befestigt wird, gehen nochmal mindestens 8 cm verloren. In der Realität wird bei mir aus einem 350 cm langen Rohling eine Hängematte mit einer effektiven (*) Länge von ca. 320 cm.

    (*) die Länge, auf der sich der Stoff auffalten kann. Der Stoff im Knubbel ist für die Liegeeigenschaften unerheblich.

  • ok, ins Lexikon schauen hilft 8o : Lösung 3

    Whipping beschreibt die Art und Weise, wie eine Gathered-End-Hängematte an ihren Enden gefaltet ist. Es gibt diverse Falt- und Fixiertechniken. Mittels des entsprechend gewählten Wippings kann man die Liegeeigenschaften seiner Hängematte empfindlich beeinflussen. Käuflich zu erwerbende Hängehatten sind vom Hersteller bereits auf eine bestimmte Art und Weise "vorgewhippt", bei DIY-Projekten hat der Hänger alle Möglichkeiten der Variation, um sich dann für die bequemste zu entscheiden.

    Krank sein hilft nicht. Mich hats jetzt auch erwischt, Schwarzwaldine ;(

    il dolce far niente:sleeping:

  • Danke nochmals für all eure Infos. Heute konnte ich meine Nähkünste das erste mal testen.

    Extex 70D in "schwarz", schimmert aber echt schön aubergine

    365cm lang mit 320cm Ridgeline => 87,5%

    151cm breit

    4 lagiger genähter Endkanal

    3,5-4 Stiche pro cm

    3 Reihen

    Beim Tunnelzug-Ende werden die Seiten hochgezogen, während die Mitte mehr durchhängt. Der Stoff nimmt eine konkave Form an.

    Beim Warbonnet Whip rutschen die Seiten eher heraus, während die Mitte hochgezogen wird. Der Stoff nimmt eine konvexe Form an.

    Ich habe nun live gesehen wie du das meinst. Ich konnte konkav deutlich angenehmer liegen. Hatte die Matte mit meiner anderen vergleichen und hatte diese auch einmal geknubbelt.

  • Ja, das war Absicht und hat mir die Arbeit echt erschwert 😅

    Im Grunde genommen habe ich das gemacht weil:

    - alle Nähte 4 anstatt 3 Lagen greifen

    - die CL sich erst durch 2 Lagen Stoff reißen muss

    - jede Lage auch umsäumt ist und die CL somit weniger Chancen an den Zugpunkten in den Stoff zu reißen.

    Ist das zu viel? Das ist auch der Grund warum ich dachte ein Zugtunnel braucht mehr Stoff.

  • Ja, das war Absicht und hat mir die Arbeit echt erschwert 😅


    Im Grunde genommen habe ich das gemacht weil:

    - alle Nähte 4 anstatt 3 Lagen greifen

    Verstehe ich nicht. Warum sollen die Nähte durch 4 Lagen gehen?

    - die CL sich erst durch 2 Lagen Stoff reißen muss

    - jede Lage auch umsäumt ist und die CL somit weniger Chancen an den Zugpunkten in den Stoff zu reißen.

    Ich habe es noch nie erlebt, dass sich eine Schlaufe durch eine Lage Stoff gerissen hätte. Die Schlaufe bewegt sich normalerweise kaum im Tunnelzug, und da der Tunnelzug aus einer doppelten Lage Stoff besteht, ist er auch doppelt so stark wie eine einfache Lage Stoff. Selbst bei Packsäcken mit Tunnelzugöffnung habe ich noch nie das Problem gehabt, dass sich die Kordel durch den Stoff gesägt hätte. Wenn Hängematten reißen, dann entweder direkt unter dem Tunnelzug oder in der Liegefläche.

    Ist das zu viel? Das ist auch der Grund warum ich dachte ein Zugtunnel braucht mehr Stoff.

    Wie gesagt: die Schwachpunkte liegen an anderen Stellen. Außerdem ist der 70D Stoff von ExTex ohnehin sehr robust. Wenn du trotzdem Sorge hast, dass die Belastung an der Aufhängung zu hoch sein könnte, ist ein Warbonnet Whip die bessere Wahl und auf jeden Fall stärker als ein doppelter Tunnelzug.

  • Ist das zu viel? Das ist auch der Grund warum ich dachte ein Zugtunnel braucht mehr Stoff.

    Ich sag's mal so: Wenn der Stoff - auch bei einfachem Tunnelzug - reisst, dann gleich vor der ersten Naht: Dort ist der Stoff nur einfach und wird mit der vollen Hängemattenlast belastet. Ab der zweiten Naht ist die Belastung zunehmend nur noch die halbe, da sich die Last auf zwei Stofflagen aufteilt.

    Wenn der Stoff also reissen sollte, dann dort, wo ich den Pfeil eingezeichnet habe:

    Oder spricht die Erfahrung gegen meine Theorie?

  • Verstehe ich nicht. Warum sollen die Nähte durch 4 Lagen gehen?

    wenn ich mich nicht verzähle habe ich durch einen doppelten Tunnel 4 Lagen. Oder bin ich da etwas doof?

    Ich sag's mal so: Wenn der Stoff - auch bei einfachem Tunnelzug - reisst, dann gleich vor der ersten Naht: Dort ist der Stoff nur einfach und wird mit der vollen Hängemattenlast belastet. Ab der zweiten Naht ist die Belastung zunehmend nur noch die halbe, da sich die Last auf zwei Stofflagen aufteilt.

    Also könnte ich mir ganz viel Arbeit und Stoff sparen indem ich das so mache?

    Wenn du trotzdem Sorge hast, dass die Belastung an der Aufhängung zu hoch sein könnte, ist ein Warbonnet Whip die bessere Wahl und auf jeden Fall stärker als ein doppelter Tunnelzug.

    Ich hoffe mit meinen 80kg sollte die Belastung nicht so hoch sein, dass ich Angst vor einer Katastrophe muss.

    Es gibt nur leider so viele online Resourcen, dass ich ganz verwirrt bin was letzten Endes nötig und was zu viel ist :(

    Dafür mache ich das ganze ja um zu lernen.

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