Fixierung Gathered End Hängematte

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  • Liebe Hängematten Community
    Ich möchte mir eine Hängematte nähen, bei der der ultimative Komfort vs. Gewicht und Packmaß eher im Vordergrund steht. Bei einer Entscheidung stehe ich derzeit an.

    Meine Frage bezieht sich auf die Fixierung zwischen Hängemattenstoff und Schnüren. Da mir noch die Hängemattenspezifische Terminologie fehlt versuch ich mich mal auf diese Weise zu erklären.

    Version A: Der Hängemattenstoff wird am breiten Ende zusammengefasst und eine Schnur führt weiter zum Fixpunkt (Baum)

    Version B: Der Hängemattenstoff wird entlang der Breite immer wieder eingefädelt und viele Schnüre führen zusammen zur Fixierung am Baum.

    Meine Fragen:
    - Gibt es eine übliche Terminologie für diese Hängemattenunterschiede?

    - Was wären die Vorteile/Nachteile der beiden Versionen?

    - Gibt es Erfahrungen zur Herstellung von Version B? Mein Trägerstoff wird Ripstop Nylon sein.

    Danke im Vorhinein!

    Einmal editiert, zuletzt von Vald (14. Dezember 2021 um 11:15)

    • Offizieller Beitrag

    Zu 1) Die obere Hängematte würde ich als klassische "Gathered-End"-Hängematte bezeichnen, die untere bezeichne ich immer als "Hängamatte mit Fächeraufhängung".

    Zu 2) Da stimme ich dem Kollegen Mittagsfrost zu, dass die obere leichter herzustellen ist. Ich würde auch schätzen, dass die Schnüre keinen großen Gewichtsgewinn mit sich bringen.

    Zu 3) Oftmals hat die untere Art ja Ösen, um die Schnüre am Hängemattenkörper zu befestigen. Das könnte bei Ripstop Nylon eine Schwachstelle bei Belastung darstellen. Die meisten Hängematten dieses Typs sind vermutlich nicht ohne Grund aus fester Baumwolle oder Leinen. Nestrocker schläft "zuhause" in einer solchen, soweit ich weiß. Vielleicht kann er etwas zur Einschätzung des Liegekomforts sagen?!

    PS: Für Terminologiefragen empfehle ich die A-Z-Liste hier im Lexikon (siehe oben auf der Tab-Leiste) ;)

    • Offizieller Beitrag

    Der Grund warum traditionelle Hängematten an den Enden einen Fächer haben ist die Art der Herstellung: sie werden in einem Stück gewebt, und es hat keinen Vorteil, an den Enden Querfäden zu haben. Campinghängematten werden jedoch aus einem Stück Stoff genäht, dass aus sehr viel dünneren Fäden gewebt ist. Man kann den Fächer simulieren, aber er hat meiner Meinung nach mehr Nachteile als Vorteile. Du müsstest Schnüre annähen, was eine große Punktbelastung des ohnehin schon dünnen Stoffes zur Folge hat. Weiterhin müsstest du die Löcher abdichten, wenn du ein Netz annähen möchtest. Und die Schnüre neigen wie bereits erwähnt zum Verheddern. Der einzige Vorteil wäre, dass du die Form leichter verändern kannst. Das empfehle ich allerdings nicht gleich als erstes Projekt. Näh erst mal eine ganz normale Campinghängematte mit einem Tunnelzug oder einem Whipping.

  • Wir haben 2016 im Hängemattenkurs für Jugendliche beide Versionen selber hergestellt, je acht Stück:

    Die "Gartenhängematten" hatten diesen Seilfächer (Clew), der über einem Halbkreis aufgebaut wurde*. Dieses Vorgehen ist aufwändiger und in der Regel schwerer.

    * Bei militärischen Hängematten wird er meist über einem Rechteck aufgebaut.

    Die "Waldläufer-Hängematten" haben wir aus eher leichtem Ripstop-Nylon hergestellt: Diese waren leichter und praktischer zum Mitnehmen.

    Beide Varianten können bequem sein. Das kommt auf den Stoff an. Dieser darf nicht zu dehnbar sein (Geschmackssache) und sollte vor allem nicht durch den Gebrauch zunehmend ausbeulen.

    Sehr wichtig für den Komfort ist aber auch die Länge. Diese wird gemessen zwischen den Punkten, wo der Stoff an den Enden zusammengerafft wird respektive die Seile an den Enden zusammengeknotet sind.

    Für einen guten Komfort würde ich dir eine Länge von 1.8x bis 2x deine Körpergrösse empfehlen. Beginne vielleicht mal mit der doppelten Körpergrösse und taste dich an dein Optimum heran. Auch der Hängewinkel spielt dabei eine Rolle. Tendenziell: Je länger die Hängematte, desto mehr kannst du sie durchhängen lassen und desto diagonaler liegst du in Stoff.

    Wenn du mit der Länge experimentieren möchtest, empfiehlt sich auch eine Herstellungsweise ohne Seilfächer.

  • Danke für die Antworten

    Ich habe vor die Hängematte aus (unelastischem) Ripstop Nylon zu fertigen und berechnet dass die Fächermethode sogar leichter wäre. Ich denke auch, dass die Kombination eines unelastischen Stoffes mit leicht elastischen Schnüren besonders bequem sein könnte.

    Dass das handling mit sich verwickelnden Schnüren "nerviger" ist, ist nicht von der Hand zu weisen.

    Das und die Möglichkeit die Hängemattenform zu beeinflussen um möglichst gerade liegen zu können lässt mich derzeit eher in Richtung der Fächermethode tendieren.
    Mit Nähen habe ich soweit genug Erfahrung das ich mir das zutraue.

    Die Nähmethode um Punktbelastungen am Ripstop Gewebe zu vermeiden ist gerade am "sich entwickeln". Gibt es dazu vielleicht irgendwelche Erfahrungen?

  • Vald ich kann heute Nachmittag mal ein Foto von meiner Exped Scout machen, da kannst du sehen wie Exped das mit den Schnüren gelöst hat. Ist sehr Aufwändig im Vergleich zu einer gerafften Matte.

  • Den Stoff kannst du übrigens auch in der Länge "einstellen". Schau mal hier:

    Whipping-Methoden

    Je nachdem wie du den Fächer machst, wird das Einstellen dort schwieriger. Aber vielleicht hast du ja eine Idee. Ich hätte im Moment keine...

    Ich denke, die Seile dürfen keinesfalls elastischer sein als der Stoff. Sonst hast du genau das gleiche Problem wie mit einem zu elastischen Stoff: Die Mitte, wo mehr Gewicht den Stoff belastet, sackt (zu) stark nach unten und den Rändern entlang zieht sich der Stoff nach oben. Ich gebe aber zu, dass das nur eine Vermutung ist. Bei elastischem Stoff verhält es sich jedenfalls so.

    • Offizieller Beitrag

    Ich habe vor die Hängematte aus (unelastischem) Ripstop Nylon zu fertigen und berechnet dass die Fächermethode sogar leichter wäre.

    Sofern das stimmt - von wie vielen Gramm reden wir hier? Ist die (vermutlich kleine) Gewichtseinsparung wirklich all die Nachteile Wert? Bedenke auch, dass du eine Mindestanzahl an Schnüren brauchst, um keine unangenehmen Druckstellen zu erzeugen. Je mehr Schnüre, desto gleichmäßiger verteilt sich das Körpergewicht auf den Stoff.

    Ich denke auch, dass die Kombination eines unelastischen Stoffes mit leicht elastischen Schnüren besonders bequem sein könnte.

    Kein Stoff ist unelastisch. Je nach Garnstärke können Hängemattenstoffe sogar extrem elastisch sein. Der Unterschied zwischen einem 20D und einem 70D Stoff - oder gar einem Hybrid-Stoff - ist so gewaltig, dass es keines zusätzlichen Elements bedarf um die Dehnbarkeit zu steigern.

    Das und die Möglichkeit die Hängemattenform zu beeinflussen um möglichst gerade liegen zu können lässt mich derzeit eher in Richtung der Fächermethode tendieren.

    Wenn ich deine Fragen richtig deute, hast du noch keine oder zumindest wenig Erfahrung mit Hängematten. Bevor du gleich Verbesserungen an einem erprobten Design vornehmen möchtest, probiere doch erst mal aus ob du überhaupt Verbesserungen brauchst. Ich habe diverse Prototypen mit geformten Enden (allerdings ohne Schnüre) gebaut, und habe festgestellt, dass eine normale Hängematte aus einem Stoff mit der für mich passenden Dehnbarkeit am bequemsten ist.

    Die Nähmethode um Punktbelastungen am Ripstop Gewebe zu vermeiden ist gerade am "sich entwickeln". Gibt es dazu vielleicht irgendwelche Erfahrungen?

    Such nach den alten Posts von Cross Hammock. Die Cross Hammock hat ebenfalls Schnüre.

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