Flußradwege sind nicht Hängematten freundlich!

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  • Hallo, ich möchte euch von meiner letzten Radreise berichten.

    Dabei habe ich eine Reise an die Ostsee geplant und bin auch beim besten Wetter gestartet. Es führte mich von Lauterbach aus auf den Vulkanradweg und anschließend gings dann von Schlitz aus auf den Fuldaradweg weiter.

    Dabei habe ich für den ersten Tag 70 km eingeplant, bin aber erst gegen 13 uhr gestartet was dan doch etwas spät war.

    Nach etwa 50 km habe ich aber eine Schutzhütte gefunden bei der ich mich entschieden habe zu übernachten, wer weiß schon ob es später einen geeigneten Schlafplatz gibt :sleeping:

    Welch ein Glück, die Hängematte hat auch in die Schutzhütte gepasst. Nachts ist die Hängematte abgesackt, da die Pfosten doch sehr glatt war, aber wozu hat man schon sein Panzertape dabei, Problem gelöst 8o

    Noch voller Motivation am zweiten Tag, wurde es schwierig auf den Sattel zu sitzen. Als Lösung habe ich den Sattel etwas vorgestellt, aber es war keine wirkliche Hilfe. Es wurde nicht besser.

    Was solls, weiter gehts! Mußte ja noch die gestrigen Kilometer nachholen. Also waren es dann über 100 Tageskilometer die ich radeln mußte. An sich nicht das Problem aber es fiel mir jeden Kilometer schwerer auf den Sattel zu sitzen.

    Denoch war die Strecke sehr schön und ich habe es versucht zu genießen. So ab Kilometer 80 wurde es langsam spät, habe wohl doch zu lange Pausen gemacht. Also ging so langsam die Suche nach einen Schlafplatz los.

    Ich kann euch sagen, entlang eines Flußradweges da stehen gar nicht so viele Bäume, aber nur weit genug fahren, es wird sich schon was finden.

    Dabei mußte ich auch den Himmel im Auge behalten, sah so aus als wenn der Regen bald ansetzt. Nach etwa 100 km, fand ich dann auch ein Miniwaldstück mit zwei perfekt stehenden Bäumen. Müde und kapput fing ich dann auch den Aufbau an, jetzt schnell wird dunkel und naß :rolleyes:

    Der perfekte Baum war dann doch nicht so perfekt, er war voller Armeisen. Die wollte ich dann doch nicht in der Hängematte zu Besuch. Aber, ich habe ja Tape dabei, den Weg zur Matte habe ich für die versperrt :P

    Der Aufbau ging im dunklen, aber Knoten sollte man ja blind beherrschen. Auf den Punkt, Aufbau fertig und der Regen beginnt. Durch mein etwas überdimensioniertes Tarp 4 x 4 m blieb die Nacht in der Hängematte auch schön trocken.

    Ganz schön kalt der nächste Morgen, auf gutes Wetter brauche ich auch nicht zu hoffen. Die Motivation ist im Keller. Viel schlimmer aber ist, ich kann nicht mehr auf den Sattel sitzen, ist eine verdammte Quall ?(

    Das Wetter wird auch immer schlimmer, Regen, Hagel und Gewitter. Macht keinen großen Spaß heute, denke ans abbrechen. Nur wie komme ich da weg. Also weiter, vielleicht wird ja besser!

    Von jetzt an gehts nur im Wiegetritt, verdammt ist das anstrengend. Aber sitzen ist nicht drin. Mittlerweile fuhr ich die Weser entlang, was mir landschaftlich echt gefallen hat und ich war mal wieder auf der Suche nach einen Schlafplatz.

    Eine Erfahrung habe ich dabei gewonnen, Flußradwege sind nicht hängemattenfreundlich, aber ich habe sie nun mal mit, der Boden bleibt Tabu!

    Kutz vor Höxter habe ich direkt an der Weser dann doch zwei schöne Bäume gefunden, sehr knapp für ein 4 m Tarp, aber paßte gerade so zwischen.

    Mir fehlt die Motivation um noch weiter zu fahren, Wetter scheiße, Arsch tut weh. Also ab nach Höxter und rein in den Zug, nach Hause.

    Die Zugfahrten sind dann immer das größte Abenteuer 6 Stunden von Höxter nach Lauterbach, als wäre es eine Weltreise!

    Bei meiner nächsten Radtour die an Flußradwegen folgt würde ich dann wahrscheinlich doch zum Zelt greifen. Leider gibt es an Flüßen nicht viele Plätze für Hängematten.

  • Klingt ja nach einer ganz schön anstrengenden Geschichte. Hattest du doch den so übernommen dass du nicht mehr auf dem Sattel sitzen kannst?

    Okay, ich dachte gerade mit dem Rad kann man ein Stück weit von Radweg wegfahren um dort zu campen?

    Danke fürs teilen.

    • Offizieller Beitrag

    koout Die Erfahrung mit den Flüssen habe ich auch schon gemacht - ich plane mittlerweile immer rund 30km Umweg für Lagerplätze mit ein.

    Bezüglich Sattelprobleme: Passiert, oft genug ist der Sattel selbst oder die Hose die Ursache, nicht die Geometrie. Ich habe mittlerweile einen, auf dem ich problemlos lange Zeit sitzen kann, und passende Bibshorts dazu, aber der Weg dahin war auch nicht immer angenehm...

  • zaag

    Mit dem Sattel ist irgendwie ein allgemeines Problem bei mir, irgendwie noch nicht den richtigen Sattel gefunden. Suche schon lange.

    Ist mit dem ein Stück weit weg fahren nicht so einfach, man will schon auf der Strecke bleiben und hofft das es paar Kilometer weiter ein vernünftigen Platz gibt. Wenn man den Radweg verlässt kann auch sein das man ewig sucht ohne das man etwas findet, dabei entfernt man sich aber gleichzeitig vom Ziel.

    Danke für dein Interesse!

  • @DL1JPH

    Denke den Umweg muß man wirklich einplanen, ist halt auch etwas schwierig vorzuplan weil die örtlichen Gegebenheiten nicht immer so sind wie sie auf google Maps scheinen.

    Mit den Sattel oder Hosen wird glaube noch eine lange Geschichte bis ich da was passendes finde.

  • Ich hab mir für fehlende Bäume auf Radtouren den Tensa Solo (bzw. die entsprechende Ergänzung zum Tensa4) besorgt. Dann reicht auch ein einzelner Baum, was die Möglichkeiten doch sehr erweitern sollte.

    Offline ist am schönsten!

  • Ein zu großes Fahrrad kann ebenfalls ausschlaggebender Grund für saddle sores sein. Dass du deinen Sattel nach vorne schiebst würde meiner Meinung nach dafür sprechen. Wurdest du beidseitig gleichmäßig Wund (also etwa gespiegelt) oder nur auf einer Seite? Hast du die Problematik ebenfalls wenn du ohne Gepäck fährst? Wie viel fährst du dann ohne Probleme in Wegstrecke?

    Für (Rad)touren würde ich dir sehr Komoot ans Herz legen. Binnen der ersten Woche nach Anmeldung gibt es das Angebot die ganze Welt als Karte für 20€ zu erwerben - später kostet diese 30€. Das ist kompatibel mit deinem Handy & sämtlichen Navigationsgeräten.

    DL1JPH Ich denke auch hier stellt sich die Frage des Fahrrads und der Definition der eigenen Radreise. Für dich sind 30km die Auf- und Auslaufphase abseits deiner Route; für andere ist das eine halbe bis ganze Tagesetappe...

  • @ RoyalHang

    An sich sollte die Größe des Fahrrades passen. Ob das geholfen hat den Sattel nach vorne zu stellen bin ich mir auch nicht sicher, wenn dann war es schon zu spät für eine Verbesserung.

    Ohne Probleme sind 50-70 km am Stück, dann bräuchte ich aber 1-2 Tage Pause zwischen um schmerzfrei zu sitzen. Je nach dem, bergauf geht es komischerweise besser, Flußradwege sind da eher flach.

    Scheint bei mir eine gleichmäßige Belastung zu sein, eher der vordere Sitzbereich und nicht die Sitzknochen. War aber bis jetzt bei jedem Sattel so.

    Komoot nutze ich auch und mit der Satelite Ansicht prüfe ich die Vegetation. Ist aber nicht sehr verlässlich, auf den Sateliten sieht die Situation meist besser aus als vor Ort, zudem gibt es heute auch viele Wälder mit abgestorbenen Bäumen. Das sieht man auf den Sateliten nicht. Ansonsten bin ich mit Komoot auch sehr zufrieden.

  • Wenn du bergauf fährst kommt dir dein Lenker entgegen. Es verkürzt sich dein Reach ergo wird dein Fahrrad beim bergauf fahren kleiner. 50-70km sollten täglich, ohne "Schmerzpausen" möglich sein, sonst passt dein Fahrrad oder deine Sitzposition nicht. Meiner Meinung nach sprechen alle deine Aussagen dafür, dass dein Radel dir zu groß ist. (auch die saddle sores im eher vorderen Sitzbereich, welche bei jedem Sattel vorkamen)

    Du hast doch auch keine Wanderschuhe mit denen du nach 25km einen Tag Pause machen musst um weiterzugehen und sagst die passen ganz gut - ich muss eben nur Pausen einlegen.

    Versuche mal einen kürzeren Vorbau und/ oder noch den ein oder anderen Spacer darunter. Aus persönlicher Erfahrung machen +/- 10mm Vorbau oder +/- 5mm Spacer den Unterschied ob es gemütlich oder (nerven)aufreibend ist.

    • Offizieller Beitrag

    Leider gibt es an Flüßen nicht viele Plätze für Hängematten.

    Das kommt wohl auf den Fluß an. Auf meiner Tour gab es genug Bäume. Da waren nur die vergessenen Baumgurte das Problem. :)

    Ich denke, daß das Problem der fehlenden Bäume eher beim Wandern auftreten kann. Mit dem Rad noch mal fix 10-20 km weiterfahren ist weit weniger anstrengend, als so weit bis zum nächsten Waldstück laufen zu müssen.

    • Offizieller Beitrag

    Bei meiner ersten zweiwöchigen Radtour an der Elbe lang hatte ich am Anfang auch einen wunden Hintern. Seitdem fahre ich nur noch Touren von Anfang an mit Radlershorts. Aber vermutlich macht ihr das auch.

    Die Elbe runter wäre ein geeigneter Hängeplatz in Deichnähe auch kaum möglich gewesen. An der Nordseeküste bis in die NL rein, war eigentlich auch jede Übernachtung "baumfrei" ?(

  • Komoot nutze ich auch und mit der Satelite Ansicht prüfe ich die Vegetation. Ist aber nicht sehr verlässlich, auf den Sateliten sieht die Situation meist besser aus als vor Ort, zudem gibt es heute auch viele Wälder mit abgestorbenen Bäumen. Das sieht man auf den Sateliten nicht. Ansonsten bin ich mit Komoot auch sehr zufrieden.

    Wie finde ich die Satelittenansicht in Komoot? Braucht es dazu das Premium Abo? :/

    • Offizieller Beitrag

    koout Mein Tipp wäre, dich Mal von jemandem von der Seite und von hinten Filmen zu lassen - da sieht man oft schon, wenn man irgendwelche komischen Zusatzbewegungen oder sonstige Verrenkungen macht. Im Idealfall sollten sich bei moderater Belastung nur die Beine parallel zum Rahmen bewegen und der Rest des Körpers eine entspannte Haltung einnehmen. Wenn das nicht klappt (was man selbst oft nicht unmittelbar merkt!), dann hast du wahrscheinlich ein Problem mit der Geometrie - RoyalHang hat dir in der Hinsicht ja schon ein paar gute Ansatzpunkte gegeben. Sonst liegt's vermutlich am Sattel oder den Klamotten (seltener auch an unterschiedlich langen Beinen).

    Bezüglich Sattelposition habe ich ganz gute Erfahrungen damit gemacht, den Sattel komplett nach vorne zu schieben und dann so lange ein paar Millimeter zurück, bis ich mich nur mit dem Druck auf den Pedalen (also freihändig) in der Position, in der ich fahre, halten kann. Sonst wird der Druck auf den Händen schnell zu groß und sie schlafen ein. Auch nicht angenehm.

    Du wirst aber schnell feststellen, dass es nicht "die eine" perfekte Position gibt - wenn du die Position des Lenkers veränderst, verändert sich die optimale Sattelposition (und die Cleatposition bei Klickpedalen) mit und umgekehrt. Leider ist Bikefitting mindestens genauso eine Kunst wie eine Wissenschaft... Das Ziel ist, eine Geometrie zu finden, die für dich passt.

  • RoyalHang Ich habe ähnliche Probleme, nur, dass mir am Sitzknochen alles weh tut und ich 1-2 Tage eine Pause brauche - hast du dafür auch eine Lösung? :/

    Da würde ich Mal behaupten hast du den falschen Sattel und du solltest deine Sitzknochenabstand nochmal nachmessen und entsprechend deinen Sattel anhand deiner Sitzposition und Sitzknochenabstand wählen.

    DL1JPH 17% der Weltbevölkerung hat ein längeres Bein als das andere. (Die anderen können sich das/ die Video(s) auf English auch zugute führen - da wird alles recht gut zusammenfassend auf den Punkt gebracht.)

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