Was spricht gegen Amazonas-Hängematten

  • Sofern wir hier von den Amazonas Hängematten mit integriertem Netz sprechen: die in denen ich gelegen habe waren alle sehr beengt. Das hat gar nicht mal unbedingt etwas mit der Länge und Breite zu tun, sondern eher mit den verwendeten Stoffen und dem Schnitt vom Aufbau (Netz und/oder Topcover). Meine 10' Blackbird ist auch nur 10 cm länger als die Amazonas Moskito-Traveller Extreme, die ich als Vergleich habe. Allerdings ist sie ca. 20 cm breiter. Dazu kommt ein geschicktes Netzdesign, das mich ungehindert so diagonal liegen lässt, wie es Hängemattenbreite, Stoffdehnung und Körpergröße es zulassen. Im Vergleich dazu liege ich in der Amazonas sehr eingezwängt. Und ich bin nur 165 cm groß.


    Gerade wenn ich wenig Geld habe, ist es mir wichtig Ausrüstung anzuschaffen, mit der ich gut zurecht komme. Ich kann leider die Erfahrung bestätigen, dass wer billig kauft, häufig zwei (oder drei, oder vier) mal kauft. Und am Ende hat man mehr Geld ausgegeben, als wenn man gleich etwas Passenderes gekauft hätte, obwohl das zunächst teurer erschien.


    Mein Rat: wenn du wirklich nicht auf die Isomatte verzichten willst, spare etwas Geld und kaufe dir eine Cross Hammock. Alternativ wäre auch eine Brückenhängematte denkbar. Ich kenne nur wenige Gathered End Hängematten, die halbwegs gut mit einer Isomatte funktionieren - und die sind alle schmal.

  • Gerade da es um Bikepacking geht, würde ich persönlich versuchen, so wenig unnötiges wie möglich mitzunehmen... Ein gutes Setup aus Hängematte, Aufhängung, Windschutz-Socke, Underquilt und Topquilt bekommt man komplett in einer einigermaßen großen Satteltasche unter (in meinem Fall eine Woho 13l Drybag). Mit einer Isomatte dazu wird das wohl eher eng, es sei denn, du verwendest eine Cross Hammock - mit der sollte das auch klappen.

  • Ein gutes Setup aus Hängematte, Aufhängung, Windschutz-Socke, Underquilt und Topquilt bekommt man komplett in einer einigermaßen großen Satteltasche unter (in meinem Fall eine Woho 13l Drybag).

    Magst Du das Setup mal kurz vorstellen bzw. den Temperaturbereich angeben?

  • Gerade da es um Bikepacking geht, würde ich persönlich versuchen, so wenig unnötiges wie möglich mitzunehmen... Ein gutes Setup aus Hängematte, Aufhängung, Windschutz-Socke, Underquilt und Topquilt bekommt man komplett in einer einigermaßen großen Satteltasche unter (in meinem Fall eine Woho 13l Drybag). Mit einer Isomatte dazu wird das wohl eher eng, es sei denn, du verwendest eine Cross Hammock - mit der sollte das auch klappen.

    Aber was hat das alles gekostet?


    Das mit den Nähten im Stoff und dem ungeschickten Schnitt sind tatsächlich mal gute Argumente. Ein 600€ Cross Hammock Setup nur um die Isomatte zu nutzen kommt aber auf keinen Fall in Frage, das ist mir zu viel Geld für drei vier Nutzungen im Jahr. ^^ Ich werde mich noch mal weiter umschauen.

  • Ein 600€ Cross Hammock Setup nur um die Isomatte zu nutzen kommt aber auf keinen Fall in Frage, das ist mir zu viel Geld für drei vier Nutzungen im Jahr.

    Eine einlagige Cross Hammock Protection kostet 280 €. Beim Tarp kannst du auch etwas günstigeres verwenden. Es muss ja nicht DCF sein.


    Und wie oft du das Set-Up letztendlich nutzt, hängt vermutlich davon ab, wie bequem es für dich ist. Wenn es unbequem ist, bleibt es bei 3 bis 4 Übernachtungen im Jahr. Wenn es bequem ist, werden daraus schnell 30 bis 40 Übernachtungen im Jahr. Oder mehr. Frag mal, wie es bei den Hardcore-Hängern im Forum angefangen hat, und wie häufig sie jetzt in der Hängematte schlafen.

  • Aber ich habe gar keine Zeit so viel Bikepacking-/Solo-Wandertouren mit Übernachtung im Freien zu machen, und einen Garten habe ich auch nicht ;( Nunja, eigentlich wollte ich ungerne mehr als 150-200€ ausgeben, also insgesamt. Die günstigen Amazonas kamen mir da recht attraktiv vor aber die genannten Punkte haben mich etwas abgeschreckt. Wenn ich das richtig überblicke bekomme ich für 280€ ja schon eine gute Hängematte mit Underquilt, dann könnte ich mir die Isomatte auch sparen. Aber das führt auch wieder ins Off-Topic...

  • Okay vielen Dank erstmal für die Antworten. Amazonas hat ja allerdings auch einige 11ft Matten im Angebot (heißen da "XXL"). Gibt es sinnvolle Alternativen, wenn ich nicht direkt einen Underquilt kaufen möchte?

    Hi,


    nur ganz kurz, bin wie so oft unterwegs und Zeit ist knapp. Die alten Hasen haben hier schon viele gute Tips gegeben. Ich bin von einer Amazonas auf eine Cocoon umgestiegen.


    Das ist (nach den Maßstäben hier unter den Assen) auch kein Mercedes, ist aber trotzdem ein Unterschied wie Tag und Nacht.


    Wichtig ist zu wissen was man will. Nur mal eine Nacht irgendwie pennen oder doch mehr? Natürlich spielt die eigene Körpergröße eine gute Rolle. Ist man nur 1,5m groß, wird auch eine stinknormale Amazonas gehen (mutmaße ich ma').

  • Wichtig ist zu wissen was man will. Nur mal eine Nacht irgendwie pennen oder doch mehr? Natürlich spielt die eigene Körpergröße eine gute Rolle. Ist man nur 1,5m groß, wird auch eine stinknormale Amazonas gehen (mutmaße ich ma').

    Ja, nur mal eine Nacht irgendwie pennen (und am nächsten Tag noch in der Lage sein 70-100km zu fahren ^^) ist ungefähr meine Vorstellung. Ich bin 1,82 groß, mit einer 275cm Matte werde ich dann wohl nicht glücklich werden.

  • Ich bin 1,82 groß, mit einer 275cm Matte werde ich dann wohl nicht glücklich werden.

    Ich bin 10cm kleiner und war von Anfang an mit meiner damaligen 275cm langen Silk Traveller Thermo nicht glücklich gewesen. Auch habe ich damals genau eine Nacht mit einer Isomatte in dem Fach geschlafen. Das war echt nichts. Und die Matte kostet auch um die 50€. Darum kann ich dir von solchen Kombinationen nur abraten wenn es bei einer Gathered End Matte bleiben soll.

    Heute verwende ich am liebsten meine Exped Scout (die ohne Netz). Die bekommt man für ca 60€, ist 3,25m lang, wiegt 300 Gramm und hat ein kleines Packmaß. Wäre also wohl auch was für´s Bikepacking. Dazu dann eben ein Underquilt. Wenn es um kleines Packmaß geht, kommt man an Daune fast nicht vorbei.

  • Also ein Kumpel von mir kennt nur seine Amazonas Matte und braucht nichts anderes.

    Er hat keinerlei Probleme und schwört auf Packmaß und Gewicht samt Tarp und einfache Baumgurtaufhängung.


    Er kennt dieses Forum aber auch nicht, daher bleibt er dabei. ^^


    Falls du Interesse hast, ich hab auch noch meine Amazonas Moskito Traveller Extreme plus Amazonas Underquilt abzugeben 

    Für paar Nächte im Jahr wars ok. Mehrere Nächte hinter einander eher so mäh...

  • Aber was hat das alles gekostet?

    Gute Frage, die komponenten habe ich mir über mehrere Jahre hinweg zusammen gespart... Neu und komplett würde das ganze vermutlich irgendwo knapp unter 1k€ liegen. Man muss aber auch nicht bei allem mit dem bestmöglichen anfangen - eine einfache und nicht zu kurze Hängematte ohne die Socke und Netz, ein vernünftiger Underquilt, einen Schlafsack hast du ja, wenn ich dich richtig verstanden habe. Dazu ein kompaktes Tarp. Kommt zusammen auf irgendwas um 300-400€, braucht dann halt vermutlich die Lenkerrolle statt der Satteltasche.

  • Ich würde dir eine Warbonnet Traveler oder Lesovik Spirit jeweils mit 11 Fuß Länge empfehlen (gibts bei TreeGirl) und dazu ein Snugpak UQ. Beim Tarp könntest du bei Amazonas oder TTTM fündig werden.

    Damit bist du kostenmäßig und komfortmäßig, m.M.n. gut aufgestellt.

  • Moin,

    ...

    Heute verwende ich am liebsten meine Exped Scout (die ohne Netz). Die bekommt man für ca 60€, ist 3,25m lang, wiegt 300 Gramm und hat ein kleines Packmaß. Wäre also wohl auch was für´s Bikepacking. Dazu dann eben ein Underquilt. Wenn es um kleines Packmaß geht, kommt man an Daune fast nicht vorbei.

    ...zunächst, offiziell steht die Exped Scout aber mit 2,95 drin! Wiso ist Deine jetzt länger?


    Des Weiteren, ist stell hier mal einen Link zu meinem Testbericht der Cocoon ein, kannst ja mal reinschauen. Interessant könnte auch eine Hängematte von Lesovik sein (gibt´s hier in einer Passaroundaktion), weil man dort wohl das Moskitonetz ganz öffnen kann. Also das wäre so ein Aspekt für mich.


    Zum Bikepacking und die daraus entstehenden Ansprüche. Klar das mit dem irgendwie eine Nacht drin pennen war jetzt schon übertrieben, zeigt aber doch das es beim Bikepacking anders zugeht. Ihr hier im Hängemattenforum verbringt gefühlt ganze Wochen am Stück in der Hängematte.

    Daraus ergeben sich nun mal andere Ansprüche, was jetzt a aber auch nicht bedeuten soll, daß man sich in eine presswurstartige Hängematte eine Nacht um die Ohren schlagen sollte. Auch nach 100km (und deutlich mehr) sollte man ein brauchbares Nachtlager haben. Wobei es wohl auch Bikepacker und Langstreckenradler gibt die sich ihre Nächte an Bushaltestellen in eine Art Plastiktüte als Bivaksack um die Ohren schlagen. Dafür bin ich zu mimimi. ^^


    Zum Thema Iosmatte - Underquilt bin ich innerlich auch noch gespalten. Natürlich ist ein Underquilt schon eine nette Sache (ich hab da ja einen Poncholiner zu verdammt). Aber wenn dann mal doch keine Bäume vorhanden sind, könnte man auch wo auf dem Boden pennen.

    Die andere Sache ist, so ein Underquilt ist im Packmaß mit Sicherheit fetter, als eine gute Matte und das könnte beim Bikepacking ein Faktor sein, den man mit sich selbst ausmachen sollte/muß. (Ich denke da für mich werd ich das auch nochmal testen.)

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