Allumschliessendes oder angezipptes Mückennetz?

  • Und weil wir gerade (Jahreszeit-bedingt) die Vor- und Nachteile von Mückennetzen, Fussboxen, Ablagefächern und Gesamtsystem-integration diskutieren können: Was seht ihr als Vorteile bzw. Nachteile des angezippten gegenüber eines allumschliessenden Netzes?


    Frage deshalb, weil ich an meiner 11-Fussigen mit dem Ganzmattennetz eigentlich recht zufrieden war, nun aber für meine Dutzendfuss was neues brauche.


    Allumschliessendes (vs. angezipptes) Mückennetz:

    + ich kann alles mögliche unter mir "fallen lassen" (Jacke, Flasche usw.), es gibt massig Platz

    + Keine Tieouts nötig, das Netz hängt immer weit weg vom Gesicht (das UQ und der nach unten ziehende Netzboden sorgen dafür). Man kann natürlich aber auch Tieouts anbringen.

    + Man kam ohne das Netz zu öffnen immer an alle Teile heran zB. den UQ im Fussbereich prüfen

    + falls gewünscht, kann man Teile des UQ in der Ridgeline einklinken (ok bei einem Wooki braucht man das ja nicht, bei meinem modifizierten Selva im Prinzip auch nicht mehr, beim Sommer-DD-UQ muss ich das momentan aber noch)

    + Das Netz fungiert auch als UQP bzw. Socke bzw. modifizierbar

    + Man kann es ganz daheim lassen

    + Keine RVSse direkt an der HM nötig


    - mehr Gewicht (ca. 100g je nach gewähltem Material und RVS-Längen)

    -- mehr Packvolumen

    -- mehr Fummelei

    - keine Fussbox (da bin ich noch nicht 100% im Klaren aber zumindest kann seitlich leichter was runterrutschen)


    0 Sonstiges?


    Das sieht jetzt etwas biased aus, deshalb will ich gern von euren Meinungen/Erfahrungen lernen. :)


    Gruß Jörg

  • Ich seh das - mittlerweile - auch so. Das Netz an der HM bringt für mich keine direkten Vorteile.


    Ich habe UQP, Socke, Topcover und Netz in ein externes Teil integriert. Das ist jetzt wunderbar modular und kann der Witterung angepasst weggelassen, nur als UQP, mit Netz oder mit teilweisem (Windschutz) oder ganzem Topcover (Wärme und Kondensationsschutz) genutzt werden.

    HM und UQ sind darin völlig frei aufgehangen.


    Drauf gebracht hat mich TreeGirl, die mir abriet ein Netz mit Footbox an die HM zu nähen, da das die Geometrie der HM beeinflußen kann und damit für einen Anfänger wie mich ein kniffliges Unterfangen ist.


    Also ich bin von den Vorteilen des separaten Bugnetzes, erweitert um einen darin integrierten UQP und Topcover/Socke, mittlerweile überzeugt.


    Aber am Ende ist es wieder wie bei allen Hängematten-Dingen: jeder wie er mag.

  • Ich nutze auch ein externes, vollumschließendes Netz. So ein Netz braucht man, wenn überhaupt, nur in einem kleinen Zeitraum im Jahr. In dem kleinen Zeitraum nehm ich halt die 300g extra Gewicht in Kauf. Bei einem angenähten Netz schleppt man das Gewicht halt immer mit. Was den Windschutz angeht: ich nehme lieber ein ausreichend dimensioniertes Tarp mit das mir auch guten Schutz vor Wind gibt.

    Außerdem hat mich ein angenähtes Netz beim Sitzen immer genervt.

  • Hier auch Netzsocke zum bei Bedarf überziehen. Festes Netz fühle ich mich eingesperrt und erreiche damit dann das genaue Gegenteil von dem was ich im Wald will.

  • Auch ich habe ein separates Mückennetz, weil ich in der Regel keines brauche und lieber frische Luft um die Nase habe und es auch nicht mag, wenn mir das Netz am Kopf anliegt. (Ein fest angenähtes Netz zieht ja auch immer die Seitenwände der HM etwas hoch, was mich stört.)

    Es ist allerdings umständlicher ein separates Netz aufzuhängen, aber ich habe meins, wenn ich mich richtig erinnere, bisher nur 1x verwendet..... Ich schlage vor dem Schlafengehen immer nochmal eine Seite vom Tarp über die andere, so dass es nach oben offen ist : dann entfleuchen alle Insekten, die sich in der Dämmerung bis dahin darunter angesammelt hatten in den Nachthimmel. Ich klappe das Tarp wieder herunter und kann gut schlafen.

  • Wenn ich die freie Wahl habe, bevorzuge ich meistens integrierte Netze, sofern das Design gut ist. Die Gründe sind:

    • mein Top Quilt hängt nie über die Kante (wodurch ungewollte Öffnungen entstehen)
    • ich kann mich nicht aus Versehen hinter die Hängematte setzen (ich habe schon mehrmals unfreiwillig im Netz gehängt...)
    • Kopf- und Kniekissen bleiben in der Hängematte (ich muss nicht mitten in der Nacht das Licht an machen und danach suchen)
    • das Netz hat nie Bodenkontakt und sammelt Dreck auf
    • ich kann die Hängematte einhändig öffnen
    • ich verheddere mich nie im Netz, denn der Ausstieg ist dort, wo die Hängematte endet
    • weniger Material, weniger Gewicht, weniger Packvolumen
    • der Underquilt lässt sich einfacher anbringen und abnehmen


    Der größte Vorteil eines 360° Netzsocken ist, dass er rundum vor Mückenstichen schützt. Würde ich an einen Ort reisen, an dem es Nachts so heiss ist, dass ich keine Isolierung von unten brauche, würde ich einen geschlossenen Netzsocken wählen.

    + Man kann es ganz daheim lassen

    Dafür habe ich doch eine Zweit- oder Dritthängematte.

    + ich kann alles mögliche unter mir "fallen lassen" (Jacke, Flasche usw.), es gibt massig Platz

    Dafür habe ich eine Ablage 8o

    + Man kam ohne das Netz zu öffnen immer an alle Teile heran zB. den UQ im Fussbereich prüfen

    Seit ich nur noch Underquilts im Wookistil habe, musste ich meinen Underquilt nie im Fussbereich prüfen.


    Ansonsten hat ein Netzsocke mit Bodenöffnung mehr Vorteile. Aber das ist sicherlich auch Geschmackssache.

  • Danke Euch. Klingt alles logisch. Auch TreeGirl die von dir genannten Vorteile eines integrierten Netzes kann ich fast alle so unterschreiben. Ausser: ich habe mich nachts im Dunkeln durchaus schon auf die herunterhängende Netztür in meiner integrierten Hennessy gesetzt. Und dort hängt auch gern mal Netz im Gesicht herum. Aber du sprachst ja auch von GUT gemachten Netzen (mit Tieouts an den richtigen Stellen), was auch mein Ansatz war. Gut fand ich in drler Hennessy auch, dass alles immer schön "drinnen" bleibt. Die Warbonnet-Lösung ist dann sicher noch Klassen besser und geräumiger.


    Tja was mach ich nun. Am Ende wird die Schere wieder Gewalt über meine Hand ausüben, und bis die Tragweite der Situation dann bis zum Grosshirn durchgedrungen ist, habe ich eine Entscheidung...

    Dieser Tag ein Leben!

  • Dafür habe ich eine Ablage

    Nochmals danke für die alternativen Meinungen.


    Was auch immer ich jetzt mache, sollte wenigstens eines der bisherigen Nachteile der jeweiligen Lösung beseitigen.


    a) Allumschliessendes Netz aber gerade so groß, dass es nie am Boden schleift, nur soviel Gewicht wie absolut nötig aber auf einer Seite ein reichlicher Durchgriff, um einfache Tunnelmontage zu ermöglichen.

    Braucht sicher zwei Bahnen a 150cm, -Verschnitt.


    oder


    b) ein angenähtes Netz mit soviel Ablage auf der Schulter-/Kopfseite, dass das Netz aufgrund der Beladung dort nie im Gesicht hängt, dabei notfalls auch ohne Tieouts auskommt. (Eine Jacke, Flasche oder Handy hat man als kleines Gewicht immer dabei. Tieoutschlaufen kann man ja trotzdem vorsehen).


    Ausserdem muss man die Tür komplett über die RL zurückklappen können. 2 RVS a 1.50m dort geplant.


    Am gegenüberliegenden Fussende, oder knapp davor, nur ein kurzer RVS, um dort bei Bedarf mal durchgreifen zu können. (Noch zwei weitere RVS wären zwar schön, dann könnte man flexibler zusteigen oder ggf. das Netz mal komplett verstauen, aber auch wieder Gewicht, Komplexität und sperriger. Mal sehen.)


    Das Netz darf die Lage-Bequemlichkeit nicht stören, sollte also m.E. nicht zu straff sitzen, nur das Ablagegewicht verhindert Flattrigkeit.


    So jedenfalls meine letzte Idee.

    Hier ein Sicherheitsnadel-Prototypenbau an meiner 11er.


    Vermutlich ähnlicher Ansatz bei der XLC?

    Wie genau ich die RVS platziere, TBC.

    Das schöne: 150cm Breite reicht dazu voll aus...

    Dieser Tag ein Leben!

  • Nach einer wundervollen Nacht im Wald verging ein ebenso phantastischer Tag an der Nähmaschine:


    Es wurde dann also doch ein allumschliessendes Netz, aber eben mit reichlichen Tunnelöffnungen, ein Ende mit 50cm RVS, sodass das Aufbauen jetzt sehr viel leichter vonstatten geht.


    Das Gesamtgewicht des Netzes dabei: 232g, ich habe nur die Öffnungen und die RVS-Enden mit breitem Textilband verstärkt. Alles andere hält dank des flexiblen Netzstoffes ja auch so.


    Ich denke da folgt jetzt sicher noch eine wunderbare Sternnennacht draussen!

    Dieser Tag ein Leben!

  • Es wurde dann also doch ein allumschliessendes Netz, aber eben mit reichlichen Tunnelöffnungen, ein Ende mit 50cm RVS, sodass das Aufbauen jetzt sehr viel leichter vonstatten geht.


    Das Gesamtgewicht des Netzes dabei: 232g, ich habe nur die Öffnungen und die RVS-Enden mit breitem Textilband verstärkt. Alles andere hält dank des flexiblen Netzstoffes ja auch so.


    Ich denke da folgt jetzt sicher noch eine wunderbare Sternnennacht draussen!


    Verrate mir bitte den Stoff und die Höhe, also Ridgeline bis Boden.

    Ahja, und die Länge vom Reissverschluss der Öffnung....

    ... follow the white rabbit ...

  • Hallo NumLock,


    Moskitonetz, Polyamid, 155 Maschen/qcm, 25g/qm, ultraleicht schwarz (ExTex)


    Die Stoffbreite war fast 160cm, 2x natürlich, am Boden habe ich je ca. 20cm abgeschnitten. Oben wie unten gehen pro Bahn noch mal je 1cm für die Naht weg.


    Der Durchhang deiner HM könnte aber je nach RL-Länge usw. ein anderer sein, ich würde es also hängend prüfen mit Nutzlast und Daunen-UQ dran, dann erst schneiden. Mein Durchhang (Hängewinkel) ist aber eher reichlich, 2 Bahnen Stoff sollten also auch bei dir genügen.


    Bezüglich Länge: Nimm anfangs lieber 10cm mehr, schneide dann erst nach Probeliegen. Unter Last zieht sich die RL noch mal merklich in die Länge.


    Habe 2 RVSe je 150cm verwendet. Und den am Tunneldurchgriff 50cm.

    Die langen RVSe habe ich erst beidschienig angenäht und erst dann den Stoff dazwischen aufgetrennt. Danach noch einmal umgelegt und (gegen Reinziehen) vernäht. Alternativ sauber abschneiden aber das dauert m.E. länger und ist ggf. fehleranfälliger.


    Die Bodennaht übrigens erst nach Vollendung der langen RVSe schliessen, arbeitet sich leichter.


    Gruß Jörg

  • Das ist sicher nur unglücklich formuliert.

    Nee, war sehr glücklich dabei! ^^


    Aber mal ganz sachlich, wenn die HM ganz ohne Gewicht im Wind schaukelt, und alles lose hängt, würde ich behaupten, dass das sich seitlich lockernde Geflecht wie auch der Durchhang der RL deutlich mehr als 1% Längenunterschied ausmacht. Wieviel genau hängt aber natürlich auch von der RL selber ab, meine ist glaube ich auch nicht aus dem besten Material, das man dazu wählen kann. Am besten am eigenen Fall ausprobieren.


    EDIT: Aber ich glaube genau das meintest du ja auch. War eben nur etwas unglücklich von mir formuliert...:saint:

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