Schützen Stöckchen zwischen Baumgurt und Rinde/Borke eines Baumes wirklich den Baum?

  • Ich bin beim Stöbern über einen Tipp von LeaveNoTrace gestolpert: https://lnt.org/tree-friendly-hammocking-tip/
    Hier wird empfohlen einige Stöckchen unter die Baumgurte zu platzieren. Mein Bauchgefühl ist da unentschieden, ob das wegen des dann nicht mehr überall anliegenden Baumgurtes wirklich für den Baum hilfreich sein kann, oder ob die (wahrscheinlich?) kleinere Gesamtauflagefläche durch die runden Stöckchen (selbst bei dieser Länge) den Druck dort eher noch erhöht und punktuell/stöckchenförmig stärker belastet.

    Insbesondere da ich bei den Slacklinern im nahen Park noch nie etwas in diese Richtung gesehen habe, und deren Belastung auf die Bäume ja deutlich höher ausfällt, denke ich mir, dass ich mit halbwegs breiten Baumgurten (möglichst auch noch doppelt um den Baum gelegt) auf der sicheren Seite bin.


    Was meint ihr so?

  • Das kommt auf die Aufhängung an. Wenn du Fingerdicke Stricke nimmst, dann schnürt das den baum enorm ein. Da kann diese Stock Methode schon helfen.

    Bei Baumgurten finde ich das Käse. Besser kann man die Belastung fast gar nicht verteilen (außer breitere Baumgurte ^^).

  • ... denke ich mir, dass ich mit halbwegs breiten Baumgurten (möglichst auch noch doppelt um den Baum gelegt) auf der sicheren Seite bin.

    Ja.


    Siehe auch hier.

  • Das kommt auf die Aufhängung an. Wenn du Fingerdicke Stricke nimmst, dann schnürt das den Baum enorm ein.

    Ich stolpere bei "fingerdicke Stricke". Ich vermute, dass wir da einer Meinung sind, aber zur Sicherheit: je dicker die Aufhängung ist, desto besser für den Baum, weil sich die Kraft auf eine größere Fläche verteilt -> weniger Druck. Deshalb ist es umso schlechter für den Baum, je dünner die Aufhängung ist, also sind z.B. Paracord (neben dem Stretch) und ähnlich dünne Schnüre absolut ungeeignet.

    Bei "fingerdick" komme ich langsam in den Bereich von 2cm (jaja, Wurstfinger), da stelle ich mir eher die Frage wie weich sich das um den Baum schmiegt und wie gleichmäßig da die Auflagefläche belastet würde.

  • Ich stolpere bei "fingerdicke Stricke". Ich vermute, dass wir da einer Meinung sind, aber zur Sicherheit: je dicker die Aufhängung ist, desto besser für den Baum, weil sich die Kraft auf eine größere Fläche verteilt -> weniger Druck. Deshalb ist es umso schlechter für den Baum, je dünner die Aufhängung ist, also sind z.B. Paracord (neben dem Stretch) und ähnlich dünne Schnüre absolut ungeeignet.

    Bei "fingerdick" komme ich langsam in den Bereich von 2cm (jaja, Wurstfinger), da stelle ich mir eher die Frage wie weich sich das um den Baum schmiegt und wie gleichmäßig da die Auflagefläche belastet würde.

    Kurz: Fingerdicke Schnüre und darunter sind Gift für den Baum.

  • Es kommt bestimmt darauf an, wie viele Stöckchen du unterlegst. Je größer die Fläche ist, auf die sich der Druck verteilt, desto besser. Aber die Stöckchen leiten den Druck auch um. Die Kapillaren laufen ja von unten nach oben, und nicht um den Stamm herum. Bei einer Schlinge um den Baum werden also ohne Stöckchen mehr Kapillaren abgequetscht als mit Stöckchen. Ich denke aber, 2,5 cm breite Baumgurte sind auf jeden Fall besser als ein Seil mit ein paar Stöckchen darunter. Es sei denn, du legst wirklich viele Stöckchen unter. Mir wäre das aber für die normale Anwendung zu viel Aufwand. Vor allem, wenn man die Aufhängung verschieben muss...

  • Moin,

    viel schlimmer für den Baum kann die Reibung am Gurt/Seil und Baumrinde sein......weil so kann die äußere Rinde beschädigt werden. Der Wasser-und Nährstofftransport des Baumes findet in den Schichten direkt unter der Außenrinde statt.

    Diese Reibung entsteht meist beim reinsetzen in die Hm......wenn man einmal liegt passiert nicht mehr viel wenn man sich nicht ständig rumwälzt.

    Einfach mal beim ersten reinsetzen nach dem Aufbau die Gurte am Baum beobachten, dann kann man es oft sehen wie sie manchmal am Baum reiben.....

    Sind die Gurte mehrfach um den Baum gewickelt entsteht fast gar keine Reibung mehr👍

    Ob eine Hm einen Baum schadet kommt auch sehr auf dem Baum an. Hat er z.B. eine dicke,robuste Rinde oder nur eine dünne empfindliche. Wie dick ist der Stamm? Ist der Baum geschwächt oder gar krank und solche Faktoren spielen auch eine große Rolle.

    Ich würde auch immer mindestens 2,5cm breite Gurte verwenden und mit Stöckchen o.ä. erst garnicht anfangen.

    Wie TreeGirl ja schon erwähnte: was macht du wenn du dein Seil nochmal rauf oder runter verschieben musst?! Vielleicht noch in strömenden Regen. Das wäre mir viel zu aufwendig🥵

    Gruß von der Ostsee

  • Ich halte das Video auf der LNT-Seite für total dämlich. Dämlich und im Endeffekt sogar schädlich.


    Den gezeigten Bäumen mit ihrer dicken Borke ist es doch völlig egal, ob ich Baumgurte mit/ohne Stöckchen verwende oder die Hängematte mit 1,75 mm Schnüren aufhänge. Selbst wenn sich die Schnüre ein paar mm in die zentimeterdicke Borke einschneiden, wird das den gezeigten Baum wohl kaum jucken.


    Hätte man die Notwendigkeit von Baumschonern an einer Birke oder einem anderen Baum mit zarter „Haut“ demonstriert, würde das dem Zuschauer sofort einleuchten. Aber bei so einem „Panzer“?


    Davon abgesehen ist im gezeigten Beispiel die Lastverteilung (die am Baum anliegende Fläche) mit und ohne Stöckchen wohl ziemlich gleich. Also auch hier total am Thema vorbei.

    Hat man hingegen nur dünne Schnur wie z.B. Fallschirmleine zur Verfügung, dann hilft das Unterlegen von Stöckchen wirklich bei der Lastverteilung. Das kann jeder mal am eigenen Oberschenkel testen.


    Die Leave-No-Trace-Leute sollten dieses Schwachsinnsvideo schleunigst löschen und durch ein echtes Erklärvideo ersetzen.

    Omnia vincit lectulus pensilis.

  • Hat man hingegen nur dünne Schnur wie z.B. Fallschirmleine zur Verfügung, dann hilft das Unterlegen von Stöckchen wirklich bei der Lastverteilung. Das kann jeder mal am eigenen Oberschenkel testen.

    Moin,

    ich hatte mal eine kurze Zeit lang an den Palmen 🌴 in Australien „nur“ zwei a 3m lange und 6mm starke Stücke Reepschnur zu Verfügung ........habe dann an den Außenseiten der Palmen die Reepschnüre mit je einem, mehrfach gefalteten Handtuch unterlegt und konnte nach dem Abbau keine Schäden an den Palmen erkennen 👍

    Funktioniert bestimmt auch bei nicht so empfindlichen, einheimischen Bäumen mit dickerer Rinde.....aber besser von vornherein Gurte verwenden 👍

    Gruß von der Ostsee

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