ESD-Schutz in der Hängematte

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    • Offizieller Beitrag

    leitende Fasern einarbeiten

    Müssten dann aber Kohlefaser oder sowas sein - sonst hat das ganze nicht genug Widerstand. Und Erden müsstest du es auch irgendwie.

    Ich würde eher versuchen, mal alle Kleidungsteile aus PE durch andere Materialien zu ersetzen. Ich kenne das Problem nämlich (trotz ähnlicher Ausrüstung) überhaupt nicht, bei mir sind aber alle relevanten Kleidungsstücke aus Wolle oder Baumwolle. Nylon hat auch eher nicht für Tendenz, wirklich starke Ladungen einzusammeln, PE schon.

  • In der Hängematte ist mir dieser Effekt noch nicht aufgefallen, allerdings funkt und blitzt es regelmäßig bei mir wenn ich das Tshirt mit etwas Schwung ausziehe unabhängig vom Material auch bei Baumwolle.

  • Hatte gestern einen alten Fleece Pulli vom frag mich net an. Da hat es auch echt etwas gebitzelt und die Haare aufgestellt.

    Die am Arm, die von meinem Kopf haben meine Kinder bekommen ;(8):D

    Mit den teureren Polartec Fleece Pullies, oder den Kunstfaser langarm Laufshirts vom Tchibo kenn ich das nicht. Teste doch echt mal Baumwolle etc, obs dann besser wird.

  • Hier ist ja einiges an Halbwissen zu E-Statik unterwegs. Gut dass ich das mal beruflich gemacht habe.

    Die Aufladung:

    Man lädt sich durch Ladungstrennung auf. D. h. wenn sich zwei Oberflächen berühren wirken Kräfte der Ladungen (Elektronen). Wenn sich die Oberflächen trennen, also bei Reibung oder Pulli ausziehen, bleiben die Oberflächenelektronen kleben. Jetzt ist ein Teil positiv, eins negativ geladen. Je nach Material (Tribolektrische Reihe) geht das besser oder schlechter. Dieses Phänomen erklärt woher die Ladung überhaupt kommt.

    Isolation, Ladungsverteilung und Kapazität:

    In jedem Material sind die Ladungen mehr oder weniger mobil. Bei leitfähigen Materialien (z. B. Metalle, Kohlefasern) können die Elektronen wandern, sind also mobil. Je isolierender das Material (z. B. Teflon) bleiben die Ladungen an Ort und Stelle, so dass Lokal sehr hohe Spannungen (z. T. meherer kV) auftreten können. Die Kapazität beschreibt wieviele Ladungen ein Gegenstand "speichern" kann. Jetzt kann man sich Vorstellen, dass Leiter (Metall etc.) sehr viele Ladungen aufnehmen können, weil sich die Ladungen gut verteilen können im Vergleich zu einem Stück Stoff, wo die Ladungen nur an der Oberfläche kleben. Wir sind große leitfähige Wasserbeutel und haben ganz ordentliche Kapazität.

    Ladungsansammlung, Entladung und Erdung:

    Warum kriegt man jetzt mal eine gewischt und mal nicht? Wenn wir isoliert sind, z. B. durch Schuhwerk, einen Teppich oder eben eine Hängematte an Kunsttoffschnüren sammeln sich Ladungen auf uns an. Diese können dann in einem Funken abfließen, wenn wir etwas geerdetes leitfähiges (fast) berühren. Dabei gibt es unterschiedliche Entladungen. Büschelentladungt sind sehr energiearm und treten bei isolierenden Materialien auf. Das ist das Knistern im Pulli und hat nicht genug Energie, das wir das merken. Deswegen fängt man sich auch keine am Stoff und dmait bekäme man seinen Kocher auch nicht an. Bei mehr Ladungen (=höhere Kapazität, z. B. wir) gibt es Funkenentladungen, die können richtig weh tun.

    Außerdem können sich Ladungen über die Feuchtigkeit in der Luft langsam abbauen. Deswegen wird es elektrischer, wenn es kälter und damit trockener wird. Und je höher die Spannung um so mehr Ladungen "spühen" auch ab. Das geht am besten über Spitzen. Das sieht man im Großen bei Elmsfeuern, geht aber auf mikroskopischer eben genauso und wird z. B. bei manchen antistatischen Verpackungen eingesetzt.

    Jetzt haben wir die Theorie. Aber was tun um keine gewischt zu kriegen?

    Der Fitscher kommt zu Stande, wenn wir uns in geladenem Zustand erden.

    Eine Möglichkeit geerdet bleiben. Das ginge mit diesem Erdungsarmband am Erdungspunkt (z. B. Heizung). Hilft in der Hängematte wenig.

    Dann wurden Antistatika z. B. zum Aufsprühen angesprochen. Die verändern den Oberflächenwiderstand. Das heißt die Ladung kann abfließen, WENN ein Erdungspunkt vorhanden ist. Also das Grundsätzliche Problem - wie kriegen wird die Ladung runter - bleibt bestehen. Der veränderte Oberflächenwiderstand kann dazu ohne Erdung den ladungserzeugenden Prozess je nach Materialpaarung auch ungünstig verändern oder auch die Kapazität noch erhöhen (=mehr Aua).

    Was hilft? Ableitfähige Materialien (=zwischen Leiter und Isolator) zum Erden nehmen, dann fließt die Ladung langsam ohne Funken ab. Naturmaterialien sind im Allgemeinen ableitfähig z. B. Holz (nicht nass, weil sonst darüber leitfähig), oder Leder. Im Labor haben wir immer mit einem Stück Holz die Türklinke/Erdung berührt. Lederhandschuh sollte auch gehen.

    Offline ist am schönsten!

    • Offizieller Beitrag

    Wäre es grundsätzlich möglich bei Nutzung eines Erdungsarmbands an dem Ende mit der Krokodil-Klemme einen Hering in den Waldboden zu stecken zur Ableitung?

    Dann hätte man gleich einen praktischen seitlichen Tie-out, wenn man das Band über den Rand der Hängematte führt, um das Schaukeln der Matte zu reduzieren. Tie-outs sind ja für manche ein gewünschtes Feature, wenn man sich z.B. bei Dream Hammocks eine HM customized ;)

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