Gewicht sparen mit Minimalschuhen?

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  • Nachdem der letzte Winter doch recht nass und kalt in den FiveFingers war, hab ich mir ein paar Senmotic-Schuhe bestellt.

    Die haben eine breite Zehenbox, eine angenehme Passform und sind wasserabweisend. Die Sohle würde ich als nicht rutschig bezeichnen, griffig ist sie aber nicht.

    ich habe heute die Senmotic Moutain in braun erhalten. Sind gerade für 159€im Angebot.

    Von dem hohen Schaft habe ich mir fürs Wandern was versprochen. Und ein Lederbarfussschuh mit erneuerbarer Sohle klingt toll.

    Aber bei dem glatten Leder habe ich Bedenken. Da auch vorne die Sohle nicht höher gezogen ist an den Zehen/kein Gummirand, habe ich die Befürchtung, dass die Schuhspitzen nicht lange halten, wenn ich öfter gegen Steine vorne anstosse und das Glattleder bald hässlich aussieht. Hat damit jemand Erfahrung?

    Meine Merrel Vapour Glove haben vorne eine Gummikappe, nur leider sind es Halbschuhe. Die würde ich nicht im Gelände durch nasses Grass oder im Matsch tragen wollen. Ansonsten liebe ich sie.

    Welche echten Barfusswanderschuhe mit hohem Schaft (am liebsten aus Leder, die Goretexmembran im Schuh bricht mir zu schnell) empfehlt Ihr?

    il dolce far niente:sleeping:

  • Ich hab die Schuhe jeden Tag an und komme auf etwa 6 km Fußweg täglich (Feldweg mit groben Schotter und Asphalt).

    Letztes Wochenende war ich zwei Tage querfeldein im Wald, bei Frost und etwas Schnee wandern. Alles im Mittelgebirge. Selbst kleine Steinfelder sind kein Problem.

    Ich mach so ziemlich alles, was anfällt mit meinen Schuhen (ich hab meistens nur ein paar, jetzt gerade zwei). Noch nie hab ich dabei was anderes kaputtgemacht wie die Sohle, irgendwas an der Schnürung oder Risse an den Knickstellen. Allerdings war ich auch noch nicht hochalpin unterwegs, da könnte es anders sein. Etwa zweimal im Jahr werden die Schuhe geputzt und gefettet. Nach letztem Wochenende hab ich den gröbsten Matsch mit einem Tuch weggewischt.

    Das glatte Leder wird aber im Laufe der Zeit Beschädigungen erhalten, das liegt in der Natur der Dinge.

    2 Mal editiert, zuletzt von dong (8. Januar 2022 um 21:02)

  • Ich mach so ziemlich alles, was anfällt mit meinen Schuhen

    Danke für die schnelle Antwort.

    Womit fettest Du sie? (Ich habe noch eine Dose Snowseal auf Bienenwachsbasis)

    Kann man die Sohle erneuern lassen? Das spräche sehr für die senmotic.

    il dolce far niente:sleeping:

    Einmal editiert, zuletzt von Ted (9. Januar 2022 um 00:32)

  • Aber bei dem glatten Leder habe ich Bedenken. Da auch vorne die Sohle nicht höher gezogen ist an den Zehen/kein Gummirand, habe ich die Befürchtung, dass die Schuhspitzen nicht lange halten, wenn ich öfter gegen Steine vorne anstosse und das Glattleder bald hässlich aussieht. Hat damit jemand Erfahrung?

    Ich bin die Altersklasse, die mit Lederschuhen aufgewachsen ist...

    Ich hatte ein Paar Boots ca. 30 Jahre lang: mit denen bin ich in Mittenwald öfter durch Tiefschnee und auch Schneematsch gelaufen und danach waren sie jedes Mal total durchweicht...

    Sie sahen aber auch nach 30 Jahren tiptop aus, weil ich sie regelmäßig mit farblich passender Schuhcreme eingeschmiert und blankgebürstet habe.

    Das macht anscheinend heute kaum mehr jemand, aber Schuhe halten dadurch fast ewig und sehen auch fast wie neu aus. Kann ich nur empfehlen!

    Wenn ich als Jugendliche mit neuen Schuhen nach Hause kam, war die 1. Frage meines Vaters: und - hast du sie schon eingeschmiert? ^^

  • Danke für die schnelle Antwort.

    Womit fettest Du sie? (Ich habe noch eine Dose Snowseal auf Bienenwachsbasis)

    Kann man die Sohle erneuern lassen? Das spräche sehr für die senmotic.

    Snowseal geht super für Lederschuhe. Nehm das immer einmal vorm Winter. Dann geht Dreck super ab und Wasser beliebt zuverlässig draussen. Ab und zu geh ich da dann nochmal mit einfachen Lederfett über die Schuhe. Das aber nach Gefühl.

  • ZAQQ hat tatsächlich ein paar schöne Modelle: Während viele Barfußschuhe einfach zum Fortlaufen aussehen, braucht sich z.B. der YORQ überhaupt nicht vor der Konkurrenz mit festen Sohlen verstecken.

    Ich würde mir nur etwas weniger Marketing und mehr Fakten wünschen:

    "Schonend gegerbt" ist eine Nullaussage wenn das Leder vegetabil oder chromfrei wäre, würde man damit werben (selbst wenn das nicht zwingend besser ist…).

    Dann wird lang und breit erklärt, warum Schuhe für Frauen anders gefertigt werden als solche für Männer; allerdings habe ich nirgendwo eine Auswahl gefunden, welche Leistenform ich in meiner Bestellung möchte (wird dann anhand des Accounts bestimmt, was man kriegt? ;-).

    Aber Trommeln gehört halt wohl zum Geschäft, und ich schätze, bei Schuhgröße 46 wird man schon keine Damenschuhe kriegen.

    Falls noch jemand was für den Winter sucht:

    Einige (Kanadier)-Paddler schwören auf Mukluks — und wenn man sich anschaut, wo das Konzept herkommt, dürfte man in denen garantiert keine Probleme mit Kälte haben :D

  • Ich habe jetzt vier ZAQQs hier stehen, und werde beide Paare behalten. Natürlich sind die Schuhe nicht perfekt, aber dafür bequem, und sie sehen ordentlich aus (sowohl was die Verarbeitung als auch die reine Optik angeht).

    Die Trekking-Modelle würde ich aber nicht als ersten Barfußschuh empfehlen: Die Sohle ist etwas dicker, und fabrikneu ist das Material noch etwas steif; gerade auf weichem Untergrund könnte das dafür sorgen, dass man nicht lernt, richtig aufzutreten.

  • Hier sind ja sehr viele MinimalschuhträgerInnen, sehr schön! Ich gehöre auch zur Fraktion, bin seit 9 Jahren barfuß oder in Minimalschuhen unterwegs. Angefangen habe ich, als ich noch in Norwegen gelebt habe, das waren einfach wesentlich bessere Barfußbedingungen als hier. Damals war ich auch im Winter häufig barfuß unterwegs, das war die Zeit der super-warmen Füße für mich. Barfuß übers Eis oder über gefrorenen Boden ist toll, Schnee mochte ich allerdings weniger (wobei es den sagenhaften "warmen" Schnee tatsächlich gibt).

    Leider musste ich durch das ISG/Rückentheater einige Jahre Schuhe tragen und so sind die Zeiten des unbeschwerten Barfußgehens wieder vorbei und ich habe wieder gelegentlich kalte Füße (ein Orthopäde hatte einen Beckenschiefstand festgestellt und meinte, das ISG-Theater käme daher, ich solle es mit ausgleichen versuchen - bis sich dann vor einem guten Jahr endlich gezeigt hat, dass der Beckenschiefstand vom Kieferpressen verursacht wird, mit entsprechender Behandlung isser weg und ich kann wieder barfuß laufen, Gott sei Dank!). Aber ob ich jemals wieder so radikal barfuß unterwegs sein kann wie in Norwegen, glaube ich nicht, da waren die Bedingungen einfach viel besser, viel mehr Naturboden, kaum Schotter, da war ich regelmäßig barfuß wandern. Barfuß durchs Moor ist ein Traum ...

    Anfangs habe ich mir viele Schuhe selbst genäht, weil es vor 9 Jahren in Norwegen noch nicht viel Auswahl gab, mittlerweile habe ich eine ziemlich große Auswahl, von funktional bis schick. Wandern gehe ich mit Zaqq expeq oder Merrell Vaporgloves, wobei ich mit letzteren mit dem 10kg-Rucksack auf viel Asphalt und Schotter Probleme mit dem linken Bein bekommen habe, völlig verspannt, hatte ich noch nie - für den Schwarzwald-Schotter brauche ich wohl etwas mehr Steifigkeit in der Sohle und werde bei der nächsten Tour die Altra Superior anziehen, die ich eigentlich fürs Radfahren gekauft habe. "Normale" Schuhe besitze ich gar nicht mehr, mit normalen Wanderschuhen käme ich vermutlich keinen Meter mehr, nur auf dem Gravel trage ich clickpedaltaugliche Mountainbikeschuhe, in denen ich aber nach Möglichkeit keine längeren Strecken gehe.

  • da haben wir ähnliche Erfahrungen:

    Wandern gehe ich mit Zaqq expeq oder Merrell Vaporgloves, wobei ich mit letzteren mit dem 10kg-Rucksack auf viel Asphalt und Schotter Probleme mit dem linken Bein bekommen habe

    die Merrell liebe ich, das waren meine ersten und sind seit September 2019 im Einsatz und immer noch nicht durch. Wahnsinn bei der dünnen Sohle. Nur auf Schotter ( da lande ich leider zu oft im Schwarzwald) ist mir das zu unangenehm.

    Die Zaqq nehme ich eher im Schnee. Sonst ist mir das zu viel Schuh.

    werde bei der nächsten Tour die Altra Superior anziehen

    Hesmon hat mich auf die Altra gebracht :thumbup: . Die hatte ich jetzt viel zum Wandern in den letzten Wochen an. Super!

    Allerdings musste ich mich jetzt wieder ein bisschen an die Merrell gewöhnen.

    il dolce far niente:sleeping:

  • Die Vapourgloves haben mir für wandertrrrain dann doch deutlich zu wenig Profil. Selbst die trailgloves haben im Vergleich ja eher wenig.

    Aber mir ist die toebox eh zu schmal geworden und das feine Mesh zu anfällig an den Knickstellen.

    Habe mir, trotz miserabler Haltbarkeit (was der Representative auf der diesjährigen Outdoor gerade mal mit einem wissenden Schulterzucken kommentierte)

    wieder ein paar altras gekauft, weil günstig gekommen, aber wenn die durch sind werden vermutlich mal ein paar Xero Mesa Trail getestet, oder ein paar Topo, die von der Haltbarkeit her toll sein sollen, aber wiederum eine relativ schmale toebox zu haben scheinen.

  • Spannend, wie unterschiedlich die Erfahrungen sein können, danke für eure Erfahrungen! Ich finde die Sohle der Vapor Gloves ebenfalls unschlagbar fühlig und griffig (Vibram halt), die Zehenbox im Vergleich zu anderen Herstellern super ... nur leider hat sich die Luftigkeit geändert. Die erste Generation war diesbezüglich unschlagbar, dieses Paar habe ich noch und schon mehrfach die Zehenbox wieder an den Stoff geklebt, aber lange halten sie nicht mehr durch, schade. Die Nachfolger fand ich schon nicht mehr so überzeugend.

    Ich bin gespannt, wie ich mit den festeren Sohlen der Altra klar komme auf der nächsten Tour.

  • Fest? Altras haben ja ein ordentlich Dämpfung und gehen davon langsam in Richtung Marshmallow shoes...

    ... aber die Sohle ist trotzdem gegenüber echten Minimalschuhen ziemlich fest im Sinne von unflexibel, Dämpfung hin oder her. Und damit bewege ich mich anders als in Schuhen mit flexibler Sohle. Und abgesehen von den paar Metern in den Radschuhen trage ich eben nur noch solche Schuhe.

  • Fest? Altras haben ja ein ordentlich Dämpfung und gehen davon langsam in Richtung Marshmallow shoes...

    "Marshmallow shoes" ist übrigens eine sehr gute Beschreibung für das Laufgefühl in den Altras ... hat mich etwas genervt. Aber bei der diesmaligen Tour mit den Altras anstatt der Merrells an den Füßen (allerdings auch ein etwas leichterer Rucksack, da ich weniger Wasser dabei hatte) hat die Beinmuskulatur auf den Schotterstrecken, die wieder reichlich dabei waren (da kommt man halt im Schwarzwald häufig nicht drum rum, wie Ted auch schon bemerkt hat) nicht gemotzt. Den rechten muss ich allerdings gut (=fest) schnüren, wenn es bergab geht, der ist etwas knapp, da der rechte Fuß ein paar Millimeter größer ist.

  • Kommt halt immer drauf an, wo und wie lange man unterwegs ist. Ich wollte bewusst mal wieder eetwas mehr Dämpfung testen.

    Bei gerölligen 40km+ Pyrenäen Etappen fühlten sich meine Füße am Abend einfach nicht so geprügelt an, wie das Jahr zuvor in trail gloves auf dem Kom Emine, obwohl das Gelände in den Pyrenäen eher noch fordernder war.

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