Asym DAUNEN-Underquilt vs. Daunen-Thermo-Hängematte selber nähen

  • Vierter Schritt: Stege anfertigen und anheften.


    Edit: Da der erste Steg (mit Schablone am Tisch vorgenäht) ungefähr die Biegung vorgibt, können Folgestege auch ohne umnähen am Stück angefaltet und mit dem Tape so angeheftet werden, geht sicher genausogut.

  • Sechster Schritt:

    Aufhängen, Sohnemann reinlegen, die Stege und sonstige Passform prüfen...


    ...und erst mal für gut befinden.


    Dies insofern eine interessante Phase, da man bei dieser Vorgehensweise mal in den UQ bei Fastrealbedingung "hinein" schauen kann. Falls ihr zu den Bildern Fragen oder Hinweise habt, bitte gern.


    Befor ich die äussersten Nähte des Unterteils festnähe (also die Größe der äussersten Kammern und damit den Querzug des Unterstoffes festlege), werde ich meinen Sohnemann noch mal ausborgen.


    Eine Abänderung im Projekt allerdings:

    Die ca. 3m Länge ist für meine Dutzendfuss dann doch ein wenig zu kurz, die gerafften Winkel gehen zu weit auseinander, das Fussteil könnte also nachts beim Umdrehen mal drunter weg rutschen und Nachjustieren erfordern. Die Stoffenden zur Aufhängung hin werde ich also entweder noch mit (weinroten) Stoffresten verlängern ODER vielleicht tatsächlich sogar mal probeweise mit der Hängematte auf ganzer Breite vernähen. Das wäre ja noch relativ leicht umkehrbar, also mal einen Versuch wert... :/)

    Dieser Tag ein Leben!

  • Siebter Schritt:


    Ankleben dreier widerspenstiger Materialien mit völlig "unterschiedlicher" Eigenwunschlänge aufeinander, haltbar!, entlang einer kaum erkennbaren Wachslinie mit zwei tattrigen Händen, zwei unzureichenden Armlängen bei schwacher Nahsicht und schweissbedampfter Brille, von der Mitte nach aussen, sonst wirds eh gar nüscht:


    Dann möglichst sofort durchnähen, solange das Klebeband hält und der Durchblick noch nicht getrübt ist.

    Nach 2 cm immer neu nachfassen, den roten, welligen Stoff (unter dem rutschigen Mückengitter) möglichst immer neu straffen, um Falten zu vermeiden:



    Am Ende das Ergebnis begutachten, um die Technik hoffentlich beim nächsten Steg zu verbessern. Rechts hats ne kleine Falte reingenäht aber sollte bei meinem doch recht reichlich gewählten Längen-Differenzial noch OK sein. Links wurde es dann schon besser:


    Und so dann morgen weiter, Steg um Steg, von innen nach außen, jeden Tag ein bis zwei Stege, bis er fertig ist (mehr knisternde Spannung hält meine Familie pro Tag sicher nicht aus)...


    Aber war doch eigentlich gar nicht soooo leicht...

    8o

    Dieser Tag ein Leben!

  • keep cool - so genau wie du jetzt hinschaust schaut später keiner mehr. Und wenn erst mal die Daunen drin sind, der Quilt schôn aufbauscht und unter der Matte hängt, dann passt das schon.

    Meiner hat auch so das ein oder andere Problemchen beim nähen mitbekommen, aber am Ende war das nicht mehr wichtig. Als er fertig war und hing war alles gut....

  • Neunter Schritt:


    Probehängen und nochmal prüfen:

    Alles paletti.


    Die Ränder anheften, immer schön prüfen und mit schottischen oder deutschen Präzisionsklebestreifen interpolieren, dabei immer den Aussenstoff etwas Hochzupfen, um die entspannte Mittenlage zu ertasten:

    Fertig zum Vernähen.

    Es werden dabei noch zahlreiche Verjüngungsfalten (!) live gelegt werden müssen, das vorher genau auszumessen und vorher einzufassen, scheint mir unmöglich. Daher ist viel Mittelung während des Heft- und Näh-Durchganges erforderlich, der Stoff verrutscht sicher auch dabei. Mal sehen...

    Dieser Tag ein Leben!

  • Eben. 8o


    Habe mir überlegt, das fertige Produkt auch dementsprechend zu benennen.

    Wie wärs mit Fruchtquilt? Oder Waldflufft? Bee(ä)renschmaus? Vita-Burrito?


    Zehnter Schritt:

    Aussen angenäht (Doppelnaht) und zum Abtropfen und Ausstopfen aufgehängt:


    Die Hülle wiegt jetzt ohne Aufhängung 223g, aber wie gesagt, vielleicht verlängere ich das noch etwas.

  • Elfter Schritt:

    Befüllen.


    Dank Corona gibts zum Hobby jetzt immer ausreichend Papier-Daunen-Wiegebeutel, elektrostatisch neutral, leicht zu tarieren, aufzuhängen wie hinzustellen, und passt ungefähr ein Kammervolumen hinein. Und zwei Hände zum Schneeballformen der Daune für leichtes Einfüllen. Empfehlung!


    Die umherfliegenden Daunen natürlich immer gleich mit dem Banküberfallstrump aufgesaugt und der jeweiligen Kammer zugegeben, sodass die Wägemengen auf weniger als 0.5g genau sein sollten.


    Vorher wollte ich noch den Boden saugen, hat aber auch dieses Jahr wieder nicht geklappt. Naja, bin ja tierlieb, auch zu ganz kleinen (ausser Mücken), sollen die es auch schön warm haben.


    Da sind jetzt ungefähr 202g (Daune) drin, den Rest will ich erstmal für Wärmekragen aufsparen, dann evtl. noch nachfüllen.


    Ist noch nicht aufgeschüttelt, sind also sicher noch einzelne "Schneebälle" darunter - mit meiner Erfahrung vom DIY-Topquilt gehe ich aber von gutem Overfill aus...

    Dieser Tag ein Leben!

  • Aller guten Dinge sind Zwölf:

    (bei Hängematten sowieso!)


    Zunähen, Wärmekragen ran, aufschütteln und testen:


    Diese infernale Wärme kann man schon von weitem sehen, oder?


    Der Wärmekragen ist (etwas unbeabsichtigt) auf der Seite gelandet, da in Normalrichtung zur Diagonalen und zu den Kanälen. Also erst mal mit einem ausprobieren, den zweiten nähe ich später noch an. Dann mach ich auch nicht den Fehler, den Kragen-Schlauch zu HINTERfüllen (und wieder leersaugen zu müssen).


    Ich bin SEHR zufrieden, wie alles geworden ist. Der Loft bei 230g Füllung übertrifft meine Erwartungen. Der Differenzialschnitt (auch in Längsrichtung) hat sich auf jeden Fall gelohnt, der Loft am Hintern ist vermutlich genau so gut wie der meines viel teureren und schwereren Selva600 (da dort der Bausch am H. etwas zusammengedrückt wird).


    Fertiggewicht 475g zzgl. Aufhängungsgummis.


    Apropos Aufhängung:

    Hab noch etwas experiment,

    mir gefällt bei dieser Stoffaufhängung noch nicht ganz, dass die Spannung und Passform von der nichtlinearen Federkraft der recht kurzen Gummis und noch weiteren Faktoren abhängig sind. Ist also doch immer etwas Fummelei, wenn sich mal was am System verändert.

    Also hab ich mal das hier getestet, eine 2l- Flasche passt von der Gewichtskraft her perfekt:


    Jetzt kann ich mich drehen und wenden wie ich will, die Spannkraft bleibt (auf der Erde) gleich.


    Sicher werde ich mir dafür noch ein kleines Säckchen nähen, da kann man unterwegs alternativ auch einen 2kg-Stein rein tun. Oder den leeren Rucksack ran geht sicher auch.


    So, der nächste Pflichttermin im Wald ist auf dem Plan. (Alex?)

  • Danke euch!


    Hab dann doch erst mal noch Verlängerungen angenäht. Natürlich im Fruchtdesign!


    Und der zweite Wärmekragen ist jetzt auch dran (dass ich den schon zu 30% auf der Aussenseite angenäht hatte, verrate ich aber nicht!)

    Dieser Tag ein Leben!

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