• Ich habe eine Frage an Leute, die schon in Gebieten waren, wo es öfter Schlangen gibt:

    ich bin im April für knapp 4 Wochen in Namibia, wo ich schon oft war (als Kind auch mal 5 Jahre gewohnt habe), aber dieses Mal will ich nicht wie sonst im Zelt schlafen, sondern eine HM mitnehmen.

    Zum Abhängen hoffe ich die Dachreling des Autos und einen (hoffentlich) jeweils vorhandenen Baum zu nehmen. Aber eigentlich soll man nicht direkt unter Bäumen campen, da sich Schlangen von oben runterlassen könnten.

    Meine Frage ist nun, ob Schlangen an einem Baumgurt bzw. der Aufhängung entlang in die HM kriechen könnten. Hat da jemand Ahnung?

    (In Namibia bzw. in der Wüste allgemein kann es nachts ja recht kalt sein - ich hatte schon einige Male um 0 Grad - und Schlangen haben gern ein "warmes" Plätzchen)

  • Ich bin mal auf einer Safari in Namibia gewesen, und als wir eines Nachts am Feuer saßen, entdeckte unser Guide eine Spitting Cobra, die sich näherte. Die hat er dann in einer Pappkiste gefangen und als wir weiterfuhren wieder freigelassen. Schlangen auf Bäumen gibt es meines Wissens aber dort nicht.

  • Beim Frühstück habe ich das Thema noch mal mit meiner Frau besprochen, die sich daran ganz anders erinnert. Demnach hat unser Guide uns davor gewarnt, unter Bäumen mit Nestern von Webervögeln zu picknicken. In deren Nester versuchen nämlich Schlangen einzudringen, die also sehr wohl auf Bäumen zu finden sind. Die Webervögel reagieren darauf ihrerseits, indem sie die Zugänge zu den Nestern unten anbringen, damit die Schlangen nicht so einfach hineinfinden.

    Allerdings finden alle diese Vorgänge am Tag statt, Schlangen sind wechselwarm und brauchen für ihre Aktivitäten Wärme, d.h. Sonnenlicht.

  • Ich schlief mal auf einer schwedischen Insel wo es schwarze Schlangen gab.

    Irgend ne Natter Art.

    Ich war damals eigentlich froh NICHT im Zelt zu schlafen sondern weg vom Boden, in der HM.

    Das gab mir ein ganz sicheres Gefühl.

    Wenn ich jetzt aber die Videos von kletternden Schlangen sehe...


    Ich würde immer so schlafen, wie die Guides.

    Die kommen von dort und haben jahrhundertelange Erfahrungen ihn ihre Schlafgewohnheiten einfließen lassen.

    Sie schlafen dort alle so und haben überlebt. ;)


    Bei der Mäuseplage im Pfälzerwald haben welche gute Erfahrungen mit CD Rohlingen gemacht,

    welche sie über die Gurte geschoben haben.

    Bei Schlangen müsstest Du evtl. Schallplatten nehmen.

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  • Ja, es dürfte schon die eine oder andere Art geben, die auf Bäumen lebt oder auf diese klettert:


    «Die meisten Schlangen in Afrika sind ungiftig und harmlos. Bisse kommen nur selten vor und wenn, hat meist der Mensch das Tier provoziert. Zu den giftigen Schlangen in Südafrika und Namibia zählen die Kap Kobra, die Speikobra, die Ringhalskobra, die Schwarze Mamba, die Grüne Mamba, die Afrikanische Baumschlange, die Südafrikanische Baumnatter und die Puffotter.» Quelle


    Am gefährlichsten ist wohl die Puffotter, weil sie bei Erschütterungen nicht flieht, sondern auf ihre gute Tarnung hofft. Man kann also relativ leicht auf eine solche Schlange treten, wenn man nicht aufpasst. Allerdings kommt auch das nur ganz selten vor.


    Es stellt sich tatsächlich die Frage, ob Schlangen als wechselwarme Tiere nachts aufgrund der Kälte noch aktiv genug sind, um auf Bäume zu klettern oder sich auf diesen zu bewegen.

    Ich würde immer so schlafen, wie die Guides.

    Die kommen von dort und haben jahrhundertelange Erfahrungen in ihre Schlafgewohnheiten einfließen lassen.

    Sie schlafen dort alle so und haben überlebt.

    Das hat auf jeden Fall was.

  • Na klar, Schlangen meiden Menschen, gleich gar, wenn sie sie so passiv verhalten, wie Schläfer das üblicherweise tun.

    Ich hätte noch einen Namibia-Lesetipp für barfuß : Den Reisebericht von Carmen Rohrbach: Namibia. Dort ist allerdings auch zu lesen, dass sie einmal vor einer Schwarzen Mamba fliehen musste, die sich anscheinend (und recht untypisch) äußerst aggressiv verhielt.

    Und dann natürlich: Henno Martin: Wenn es Krieg gibt, gehen wir in die Wüste. Zwei junge Deutsche entziehen sich 1939 der drohenden Internierung und verstecken sich zwei Jahre in einem entlegenen Teil des Kuiseb Canyon. Von Schlangen ist da zwar soweit ich mich erinnere keine Rede, aber das Buch ist ein Namibia-Klassiker, auch wenn sich kein deutscher Verlag dafür gefunden hat.

  • Das Buch von Henno Martin habe ich vor vielen Jahren mal gelesen. Da müßte ich nochmal reinschauen, weil ich mich nicht mehr richtig daran erinnere.

    Ich habe in Namibia schon verschiedene Schlangen gesehen und bin einmal aus Versehen fast auf eine gut getarnte Hornviper getreten. Die sind auch nicht ohne. Auch am Stamm eines Baumes lag mal eine.

    Mein Vater hat mal, als er draussen ohne Zelt schlief, morgens die Decke zurückgeschlagen und darunter eine kleine, aber harmlose Schlange gefunden...


    Ich denke auch, dass die Webervogelnester am ehesten das Problem sind, weil ich eben auch schon gehört habe, dass Schlangen nach den Jungvögeln schauen. Ich weiss allerdings nicht, ob sich das nur auf tagsüber bezieht.


    Eigentlich wollte ich die Traveler mit Wooki mitnehmen, aber vielleicht ist dann die Arbora, die ein Moskitonetz hat, doch beruhigender..... ich weiss allerdings nicht, ob die Isolierung von unten reicht oder ich dann noch was Zusätzliches brauche. Ich müsste irgendwie testen, bis zu welcher Temperatur die Isolierung für mich noch okay ist.


    Vielen Dank für die vielen Beiträge von euch allen.

    Ich glaube, dass ich diesbezüglich mal unsere Familienfreundin frage, die dort eine Farm hat und Namibianerin ist.

  • Bei der Mäuseplage im Pfälzerwald haben welche gute Erfahrungen mit CD Rohlingen gemacht,

    welche sie über die Gurte geschoben haben.

    Gute Möglichkeit, Tonträger von Andrea Berg und Co. sinnvoll einzusetzen. :)

    Bei Booten und Schiffen sind "Rattenteller" bzw. "Rattenbleche" üblich. Inwieweit sie auch vor Schlangen schützen, ist nirgendwo erwähnt. Wenn eine CD im Verhältnis zur Schlange relativ groß ist, kann ich mir vorstellen, dass die Abwehr funktioniert.

    Aus geeignetem dünnen Kunsstoffmaterial oder auch aus Pappe könnte man große und trotzdem leichte "Teller" basteln. Die Form muss nicht rund sein, daher könnte mann auch rechteckige Teile basteln, die man im Rückenteil des Rucksacks verstaut. Wichtig ist nur, dass die Dinger sich drehen, wenn ein Tier versucht, es zu überwinden.


    Na klar, Schlangen meiden Menschen, gleich gar, wenn sie sie so passiv verhalten, wie Schläfer das üblicherweise tun.

    Ggf. müssen die Tierchen aber erst prüfen, um was für ein "Tier" es sich da handelt ... (Schlangen orientieren sich dabei gern am CO2 des Atems) Und dann stellen sie fest: kein Futter, kein Feind, aber es ist es so kuschelig warm:

    Mein Vater hat mal, als er draussen ohne Zelt schlief, morgens die Decke zurückgeschlagen und darunter eine kleine, aber harmlose Schlange gefunden...


    Kap Kobra, die Speikobra, die Ringhalskobra, die Schwarze Mamba, die Grüne Mamba, die Afrikanische Baumschlange, die Südafrikanische Baumnatter und die Puffotter

    • Kapkobras sind bodenlebend, halten sich seltener in Bäumen auf als andere Schlangen und verstecken sich gerne in Erdlöchern. Sie sind sowohl am Tag als auch in der Dämmerung aktiv und suchen dann ihre Beute. Die Beute wird wie bei fast allen Arten der Gattung Naja durch einen Biss getötet. In der kalten Jahreszeit, in der Regel zwischen Mai und August, hält sie Winterruhe.
    • Die Afrikanische Speikobra ist meistens nachtaktiv und geht entsprechend erst nachts auf Beutefang. Tagsüber versteckt sie sich in Termitenbauten, Nagetierhöhlen, hohlen Bäumen und Baumstümpfen sowie im Wurzelbereich von Bäumen. Die Jungtiere sind dagegen tagaktiv. Wie andere Kobras ist auch die Afrikanische Speikobra primär bodenlebend, sie kann jedoch auch gut klettern.
    • Ringhalskobras sind tag- und nachtaktiv. Sie halten sich bevorzugt unter Steinen oder in Nagetierbauten auf.
    • Die Schwarze Mamba ist eine tagaktive Einzelgängerin, die vor allem wenige Stunden nach Sonnenaufgang bis etwa eine Stunde vor dem Sonnenuntergang aktiv ist.
    • Die Grüne Mamba (Dendroaspis viridis) ist eine Art der Mambas, die in Benin, Gambia, Ghana, Guinea, Kamerun, Liberia, Senegal, Sierra Leone, Togo, Sansibar und der Zentralafrikanischen Republik beheimatet ist. [...] Die Grüne Mamba hält sich ausschließlich auf Bäumen und Sträuchern in Gebieten Afrikas auf und ernährt sich vorwiegend von Vögeln, Eiern, baumbewohnenden Eidechsen und Fröschen.
    • Die Boomslang ist überwiegend tagaktiv und hält sich meist auf Bäumen oder Sträuchern auf, wo sie durch ihre Färbung sehr gut getarnt ist. [...] Die Art ist sehr scheu und weicht Menschen aufgrund des sehr guten Gesichtssinnes frühzeitig aus. Die Tiere beißen nur, wenn sie angefasst werden. Bei direkter Bedrohung blähen die Tiere erst den Nacken auf und präsentieren so die bunte Haut in diesem Bereich. Bei anhaltender Bedrohung blähen sie schließlich den ganzen Körper auf und schnappen mit ruckartigen seitlichen oder vorwärtsgerichteten Bewegungen zu.Afrikanische Eierschlangen [Baumnatter] sind dämmerungs- und nachtaktiv. Tagsüber verstecken sie sich gern in Termitenbauten. Sie sind gute Kletterer und Schwimmer.
    • Puffottern sind überwiegend nachtaktiv, werden aber vor allem in der Regenzeit tagsüber beim Sonnenbaden angetroffen. Sie verlassen ihren Schlupfwinkel auch in kalten Nächten. [...] Die Puffotter ist für die meisten Giftschlangenbisse in Afrika verantwortlich.

    (Liste aus Wikipedia zusammengetragen)

    "Wechselwarm" hat also wenig mit "tagaktiv" oder "nachtaktiv" zu tun ...

  • Ich schlief mal auf einer schwedischen Insel wo es schwarze Schlangen gab.

    Irgend ne Natter Art.

    • Schwarz und gelber/weißer Halbmond an den nicht vorhandenen Ohren: harmlose Ringelnatter, auch in Schweden weit verbreitet.
    • Schwarz, keine gelben "Ohren", oft recht klein und Schwanz deutlich erkennbar dünner als der Körper: giftige Kreuzotter! In einigen Regionen und teilweise auf einigen Schären (auch im Inland, z.B. auf dem Vänern) komplett schwarz. Das Zickzackmuster ist dann nicht zu erkennen.

    Beide Schlangen sind auch bei uns heimisch. Die Kreuzotter ist für erwachsene Menschen nicht tödlich:

    Quote

    Obwohl das Gift der Kreuzotter etwa zwei- bis dreimal giftiger ist als das der Diamant-Klapperschlange [...], ist ein Biss auf Grund ihres geringen Giftvorrats [...] in der Regel nur für Kinder und ältere Menschen gefährlich. [...] Rund um die Bissstelle entsteht etwa eine Stunde später eine große Schwellung. Auf Grund von Nervengiften kann es zu Atemnot und Herzbeschwerden kommen. Der Biss einer Kreuzotter kann darüber hinaus auch zu Lähmungen führen. Wegen des blutzersetzenden Teils des Sekretes ist es möglich, dass die Zone nahe der Bissstelle bläulich aussieht.
    Oft treten diese Symptome jedoch gar nicht auf, und auch die Schmerzen des Bisses halten sich meist in Grenzen, so dass manche Menschen überhaupt nichts davon merken, wenn sie gebissen werden. Umgekehrt sind aber auch gravierendere Fälle dokumentiert: So mussten zwischen 2003 und 2009 allein auf der Insel Hiddensee 23 Personen nach einem Kreuzotterbiss jeweils mehrere Tage im Krankenhaus behandelt werden, in zwei Fällen sogar auf der Intensivstation. [...]
    Zwischen 1959 und 2003 sind in Deutschland keine Todesfälle nach einem Kreuzotterbiss bekannt geworden.

    (Wikipedia)