Baumschädigung durch zu dünne Aufhängung?

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  • Wir hatten im Stadtpark mal ein nettes Gespräch mit dem örtlichen "Stadtparkgärtnerchef"? Allerdings hatten wir auch eine 6 Personen dreiecks Hängematte dabei die recht saftig angeknallt wird, im Grunde wie eine Slackline. Er hatte vor allem bedenken wenn der Baum "gewürgt" wird und wenn säge Bewegungen entstehen, bzw. horizontale Zugkräfte an der Rinde (ich hoffe ihr versteht was ich meine ;)). Jetzt benutzen wir dicke Matten aus Gummiresten vom Baumarkt, die sind aber sau schwer und üben nur einseitigen druck auf den Baum aus und ca 10cm breite Gurte. Hab auch von Slacklinern noch nicht gehört das ein Baum (wenn Baumschoner oä. verwendet wurden) dauerhaft geschädigt wurde. Und da herrschen vermutlich deutlich stärkere Druckkräfte auf den Baum als bei einer Hängematte? Aber natürlich wird der druck auch über breite Gurte Abgeleitet. Aber ich bin natürlich auch kein Fachmann und es ist natürlich auch keine dauerhafte Installation :)

  • Wie lange gibt es Slacklines? 10 Jahre? Pffft was ist das in einem Baumleben?

    Verdeckte Schädigungen kann man oft erst viele Jahre später sehen.

    Da meistens von der Rückseite der Zugrichtung die größte Schädigung kommt,

    vegetiert der Baum mit dem restlichen Kambium halt noch viele Jahre.

    Bis er eines Tages wegen schlechter Standsicherheit gefällt werden muss oder gnädigerweise

    selber umfallen darf.

    Gruss

    Konrad

  • Wie gesagt ich bin kein Fachmann und wollte nur mitteilen was sich aus dem Gespräch mit oben genanntem Baumpfleger ergeben hat ;) Hab auf die schnelle geschaut ob es berichte/Studien zu Hochseilgärten gibt, da sind die Installationen ja durchaus lange an den Bäumen (wegen des Szenarios mit ständigem Druck am Baum) aber nichts gefunden, außer das es wohl Studien gibt und nach Aussage der Betreiber natürlich unschädlich ist ;D

  • Bei den Waldklettergärten müsste man eigentlich was sehen.

    Oft werden die Platformen und Elemente ja nach einem Jahr verändert.

    Manchmal auch nicht. Sondern nur angepasst.

    Da hält die Platform nur durchs Klemmen der miteinander verschraubten Holzbalken.

    Nichts ist IN den Baum geschraubt.

    Seilrutschen mit Stahlseil werden da ebenfalls mit Schutzelementen an den Bäumen befestigt.

    Wenn so ein Kletterwald mal zurückgebaut wird, wegen Mietvertrag nicht verlängert oder wirtschaftlichen Gründen,

    müsste man ja Schäden sehen und dokumentieren.

    Vielleicht komme ich da an Bilder ran.

  • wo man das gut beobachten kann sind Baumdenkmäler mit Abspannung.

    Hier an der Annenkapelle zum Beispiel steht eine sehr alte Kastanie, deren weit ausladenden Äste mit Stahlseilen und Stahlschellen nach oben abgespannt wurden. Und da ist mächtig Zug drauf. Und Bewegung auch.

    Wie sich das über Jahrhunderte auswirkt kann ich natürlich nicht sagen, über Jahrzehnte scheint es dem Baum nichts auszumachen.

    Ich kenne persönlich diese Kastanie, eine sehr mächtig Plantane und einige Buchen und Linden hier in der Gegend die so abgespannt sind.

    Nichts desto trotz bin ich zu den Bäumen so vorsichtig wie es geht. Zum einen weiß man ja nie wie sich die Einflüsse aufsummieren. (die Trockenheit derzeit setzt denen sichtbar zu) zum Anderen.... Bauchgefühl, s.O.

    Gruß

    Thomas

    Einmal werden wir noch wach, heißa, dann ist Nachmittach.

  • Interessant ist das Buch von Peter Wohlleben.

    Das geheime Leben der Bäume: Was sie fühlen, wie sie kommunizieren - die Entdeckung einer verborgenen Welt

    Das mit dem Fühlen geht mir persönlich zwar ein Tick zu weit,

    aber die Kommunikation der Bäume, die Reaktion auf Gefahren, ist super interessant.

    Grundsätzlich lesenswert, egal ob mit Hängematte unterwegs oder Zelt.

    Das lese ich gerade als Hörbuch.

    In der Hängematte.

    Ich komm nur nie weit...

    Denkbar wäre, Du bindest die Hängematte mit dünnem Paracord an den Baum.

    Der fühlt sich eingeengt, bekommt kaum noch Luft und wurzelt um Hilfe.

    Ein Anderer hört das, sagt "hold my beer..." und lässt ein Stück Totholz fallen.

    Alles schon passiert! No Fakenews. ;)

    Aber im Ernst. An Locations, wo ständig, fast jeden Tag Leute campen und Hängematten aufhängen,

    die Bäume mit dem idealen Abstand zueinander, zur Feuerstelle etc. immer die selben sind, da wird es zu Veränderungen der Borke kommen. Ist nur eine Frage der Zeit und wieviele Hänger Seile und wieviele Baumgurte nutzen.

    An Orten wo Du der Erste bist und nach Dir wahrscheinlich keiner genau da eine Hängematte hin hängt, Stealth Camping, da

    spielts mM kaum eine Rolle. Da gehts dann nur um den Grundsatz. Leave no Trace und mein Freund der Baum.

  • Na ja es macht schon einen Riesenunterscheid ob man

    irgendwlche Kabel und Drahtseile an Äste macht oder den

    Stamm selber schädigt.

    Klar, bevor alles umfällt würde ich auch mit Drahtseilen die letzten Jahre

    fixieren.

    Wenn die Leiterbahnen eingedrückt sind, reparieren sie sich nicht mehr selber

    und an dieser Stelle gibt es eben keinen Nährstofftransport mehr.

    Gruss

    Konrad

  • Du warst noch in keinen Waldklettergarten.

    Die Seile SIND natürlich umgeben von Schutzeinrichtungen unterschiedlichster Art.

    Zitat

    Seilrutschen mit Stahlseil werden da ebenfalls mit Schutzelementen an den Bäumen befestigt.

  • Was ich aber immer noch nicht weiß, ist das Szenario, bei dem ein Baumgurt ständig Druck ausüben könnte.

    Vielleicht wenn man ihn so lange am Baum lässt, dass er sich um den wachsenden Baumstamm immer mehr zuschnürt. Allerdings würde ich den Gurt eben in regelmässigen Abständen lockern, so dass das gar nicht passieren kann. Ich ziehe meinen Hosengurt heute ja auch nicht mehr ganz so fest wie früher. ;)

  • Ich wollte ja den Vergleich zu Schäden am Baum bei Waldklettergärten aufzeigen.

    Wie so die Langzeitwirkungen aussehen.

    Networking sei Dank, hier 3 Bilder:

    Das sind 5 Jahre. Die Seilstrecke wurde nicht gelockert über die Zeit. Man erkennt wie der Stamm schon gesprengt wurde durch den Druck.

    Dauerhafte Lasteinleitung weniger als 1kN pro Seil. Das ist nicht viel.

    Das ist seit 8 Jahren nicht gelockert worden. Der Baum "umwallt" die Holzelemente sowie das Seil.

    Auf Nachfrage, wie es den beiden Bäumen geht, sie stehen aktuell gut da.

    Langzeitschäden könne man erst nach Jahrzehnten erkenen.

    Aber genau der Schaden jetzt hat den Baum nicht veranlasst irgendwelche Äste abzuwerfen oder das Wachstum einzustellen.


    Mehr als 10 Jahre ist diese textile Schlinge schon am Baum.

    Oben hatten wir Buchen.

    Na wer erkennt diese Baumart?

    Aber erst in Jahren wird man, anhand benachbarten gleichaltrigen Bäumen, sehen können ob er Schaden genommen hat.

    Daher würde ich die möglichen Schäden durch zu dünne Aufhängungen bei Hängematten als durchaus möglich und real ansehen.

    ABER es bedarf schon viel Zeit und viel Druck, um solche Schäden hervor zu rufen.

    Selbst dann ist es von der Gesundheit des Baumes abhängig, ob er das krum nimmt oder net.

    Wie bei uns Menschen.

    Biste gsund und im Saft, kann Dir so a Kratzer im Wald nix.

    Aber ist das Immunsystem geschwächt, entzündet sich der Kratzer bis zur Sepsis.

    Beim Baum nix anderes.

    Bekommt er kaum Licht, ist Schadstoffen oder Schädlingen ausgesetzt, kann so ein dauerhaft würgender Einbau schonmal schlecht sein.

    Da wir aber Bäume lieben und brauchen, für unsere Hängematten sowie für unsere Atemluft, sollten wir sie auch schützen.

    Egal ob der Baum schaden nimmt oder net.

    Nimm einfach Baumgurte >25mm, bau sie nicht würgend ein sondern so wie auf der Anleitung von Waldläufer70 und Du brauchst Dir keine Sorgen machen.

    Quelle: Baumbilder von Walter Siebert mit freundlicher Genehmigung

  • Meine Anleitung findet wieder mal Verwendung... :) Dieses Vorgehen schont übrigens nicht nur den Baum, sondern auch die eigene Ausrüstung, insbesondere die Schlaufe am Baumgurt.

    Die oben von Bernd geposteten Bilder finde ich erschreckend:

    • Rein optisch sind die Schäden katastrophal.
    • Auf der anderen Seite: Die BIlder zeigen, wie stark das Leben ist. Der Baum «will» leben und nicht sterben. D.h. aber nicht, dass ihm das nichts ausmacht.

    Wie Bernd schon schrieb: Bäume – wenn man sie nicht gerade umsägt oder die Wasserzufuhr komplett stoppt – reagieren sehr langsam auf Einflüsse von aussen. Was einen Menschen in ein paar Tagen umlegt, kann bei einem Baum ein paar Jahrzehnte dauern.

    PS: Eiche vielleicht? – Ich bin leider ganz schlecht darin, Bäume an ihrer Borke zu erkennen. :(

  • Mehr als 10 Jahre ist diese textile Schlinge schon am Baum.

    Aua....

    Die Ablegereife von Schlingen ist nach spätestens 5 Jahren erreicht (im Bereich der BG und Unfallkassen). Da möchte ich mein Leben dann auch nicht dran hängen... und das bei täglicher UV-Einwirkung... <X

    Die Bilder sind nicht schön. Und beim zweiten Bild bezweifel ich die 1 kN. Das sind lediglich 100 kg pro Stahlseil. Dafür brauche ich keine Stahlseile. Nur... vielleicht habe ich auch keine Ahnung davon? =O

    Meditiere.... oder hänge in einer Hängematte ab...

  • Vielleicht sollte man sich eine Änderung des Titels dieses Fadens überlegen. Wir sind schon länger bei der allgemeinen Frage nach der Schädigung von Bäumen / Schäden an Bäumen angelangt: was ein Baum aushält und wo eine Schädigung beginnt oder beginnen könnte.

    Schlag was vor. Ich kann das ändern.

  • Die Bilder sind wirklich erschreckend. Die ersten beiden sind Buchen, der dritte könnte eine Eiche sein. Da bin ich aber nicht sicher, von dem was zu sehen ist.

    Was allerdings gut zu sehen ist, ist dass die Bäume reagieren und durch Wachstum den Druck auf eine größere Fläche zu verteilen versuchen. Irgendwann werden die Fremdkörper ganz im Stamm verschwunden sein, wenn der Baum vital genug bleibt. Trotzdem schmerzt es das zu sehen.

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