Mit der Hängematte auf Segeltörn (1)

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  • Schöne Grüße von der Ostseeküste! Ich bin momentan mit einer größeren Truppe auf 3 Katamaranen im Ostseeraum unterwegs. Begonnen hat die Tour im Strelasund auf Rügen. Mein erster Übernachtungsplatz war in dieser Weide.

    Meine Mitstreiter sind Bodenbrüter.

    Im Hintergrund sieht man Stralsund.

    Bilder vom Segeln gibts erst mal keine, denn es war bei 2-5 Windstärken zu nass zum Fotografieren.

    Die nächste Übernachtung war am Bodden bei Zingst in einem Angelverein.

    Danach ging es weiter nach Wieck.

    Der Streckenplan sah vor, dass wir anschließend den Prerowstrom hochsegeln und dann an der schmalsten Stelle zur offenen Ostsee umtragen.

    Das war ein Abenteuer für sich. Masthöhe 9 m, die Telefonleitung hing schlapp auf 6 m durch.


    Nach 3 Stunden lagen die Kats wo sie liegen sollten und unser Kapitän war zufrieden mit uns.

    Für mich gabs einen ziemlich spektakulären Hängplatz.

    5 m vom Meer habe ich super geschlafen.

    Gestern sind wir nach Hiddensee übergesetzt und ich fand einen Platz oben am Steilufer.

    Fortsetzung folgt.

  • Ja genau, wir haben in Altefähr angefangen. Bist du schon da gewesen?

    Wir sind noch einen Tag auf Hiddensee geblieben und die Besatzung hat teilweise gewechselt. Unser Platz südlich von Neuendorf war ein Traum.

    Einiges musste auch am Boot repariert werden, denn wir waren auf dem Bodden bei Windstärke 6 nicht sehr materialschonend unterwegs.

    Danach war unser Untersatz wieder top.

    Und die Crew relaxed. Heute sind wir um Rügen herum bis zum Kap Arkona gesegelt. Durch die offene See bei starkem Wellengang war das für mich ein großartiges Erlebnis.

    Wir liegen jetzt auf einem ganz schmalen Uferstreifen und die See tost uns entgegen. Ich hänge wieder zwischen den Kats. Da es regnen wird habe ich diesmal ein Tarp aufgespannt.

    Die Brandung nimmt immer mehr zu und die Wellen laufen inzwischen direkt unter mir aus.

    Jetzt ist es völlig dunkel. Gedanke: Im Ernstfall würde ich heute Nacht mit den Booten raustreiben. Ich hänge trotzdem völlig windgeschützt, allerdings bei geschätzt 50 Dezibel Wellenschlag. Mal sehen wie ich unter diesen Umständen schlafen werde...

  • Ja, ich habe ne zeitlang in Greifswald studiert und war sowohl in Altefähr wie auch auf Hiddensee mit einem Blockseminar. Bei beiden waren aber genug Zeit mit Jogging - Touren, die Umgebung zu erkunden. Gerade Hiddensee war super entspannt. Nur als Inselbewohner wird man spätestens nach dem 7. Winter zum Alkoholiker. Auf Dauer ist das also nichts :D.

  • Ich weiß nicht, auf dem Wasser zu übernachten dürfte etwas zu kompliziert sein. Aber da die Uferlinie nie mehr als 5 m entfernt ist dürfte das feeling vergleichbar sein.

    Heute war unsere Königsetappe um die Kreidefelsen herum.

    Bei schönstem Sonnenschein war das ein tolles Erlebnis. Aber leider herrschte gegen Abend wieder Flaute, sodass wir nur bis Lobbe gekommen sind. Das Hängen zwischen den Kats ist mir inzwischen zur Normalität geworden.

    Heute mussten schon in der Dämmerung die Zelter wieder abbauen und auf die Trampoline der Kats umziehen, weil jemand von der Strandwacht sie verscheucht hat. An meiner Hängematte hatte er nichts auszusetzen.

  • In zwischen bin ich wieder zu Hause gelandet und will noch einmal ein kurzes Fazit der Tour ziehen. Hängematte und Segeln - so kann man knapp zusammenfassen - sind ein Dream-Team, das perfekt harmoniert. Wer Schaukelbewegungen bei Tag und Nacht mag, kommt voll auf seine Kosten. Ich hatte in den 10 Tagen immer das Glück, eine Hängmöglichkeit zu finden. Das war auch dem Umstand zu verdanken, dass wir mit drei Booten unterwegs waren, zwischen deren Masten meine Cross Hammock hing und sogar noch eine weitere Matte hätte hängen können. Einzig die Aufhängung war etwas tricky, weil die Masten zu glatt sind, um den Baumgurten Halt zu bieten. Deshalb musste ich eine Querstrebe auf 4 m Höhe mit einbinden, und das ging nur mit den Spider Daisy Chains von Dutch, die man am herabhängenden Ende von unten wieder lösen kann.

    Am besten hängt es sich aber doch am Baum.

    Und dann war da natürlich das Segelerlebnis, das, wenn die Windverhältnisse stimmen, einfach großartig ist.

    10 Tage am Stück immer draußen zu sein, war zudem eine Erfahrung für sich, aber das kann man natürlich auch auf einer anderen Tour haben.

  • Das war ja ne echte Jungs-Tour, so mit Umtragen vom Prerowstrom übern Deich - da muss man erstmal drauf kommen 8o

    Beim Betrachten deiner Bilder wurde mir erst klar, wie oft ich schon in der Gegend war, mit dem eigenen (Kiel-)Boot, zu Fuß, zu verschiedenen Jahreszeiten. Schön, das alles wiederzuerkennen.


    Das Hängen zwischen Masten ist wahrscheinlich eine glückliche Besonderheit bei mehreren Kats oder Zweimastern. Jollen würden dafür wohl weder am Strand noch im Wasser stabil genug liegen. Und bei Jachten würde wohl nur die Befestigung am Vorstag in Frage kommen, für Tuchhängematten reicht da aber wegen ihrer Länge kein bescheidenes Boot.

    Das wäre schon echt cool - beim Ankern an Bord hängen, kurz über Deck!

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