Vorgestern bin ich vom «East Highland Way» zurückgekommen. Dieser gehört nicht zu den vier offiziellen Fernwanderwegen Schottlands («West Highland Way», «Great Glen Way», «Speyside Way», «Southern Upland Way») und ist sehr einsam. Ich habe auf den gesamten rund 132km gerade mal acht andere Wanderer gesehen.
Der Weg verbindet Fort William (Start- / Endpunkt des «West Highland Way» und des «Great Glen Way») mit Aviemore (Start- / Endpunkt des «Speyside Way») und nutzt dabei Forstwege sowie ein paar regionale Wanderwege. Ein paarmal muss man ein Stück einer Strasse folgen, weil es (zurzeit) keine andere Möglichkeit gibt. Beim schottischen Verkehrsaufkommen ist das aber absolut zu überleben.
Im Gegensatz zu den genannten offiziellen Fernwanderwegen ist der «East Highland Way» nicht nur sehr einsam, auch fehlt eine durchgängige Signalisierung des Weges. Man braucht also unbedingt eine Karte (ich würde diese hier empfehlen; es gibt auch eine digitale Version davon) oder alternativ die GPX-Tracks, die ich hier zur Verfügung gestellt habe (entsprechen dem offiziellen Wegverlauf und nicht dem, den ich eingeschlagen hatte):
Etappe 1
Etappe 2
Etappe 3
Etappe 4
Etappe 5
Die hier gezeigten Etappen entsprechen zwar dem offiziellen Wegverlauf, nicht aber der offiziellen Etappeneinteilung. Diese geht davon aus, dass man in den diversen Unterkünften dem Weg entlang übernachtet. Meine Einteilung habe ich im Vorfeld gemacht, da ich hoffte, dort jeweils gute Plätze fürs wilde Zelten zu finden. Schliesslich war es mir dann zu ambitioniert, den ganzen Weg in fünf Tagen zu gehen, weshalb sich die Einteilung in der Praxis verändert hat (siehe Links beim jeweiligen Tag unten).
Leider folgt der «East Highland Way» in seinem zentralen Abschnitt sehr oft forstwirtschaftlichen Waldwegen und führt somit mitten durch zum Teil nicht so schöne Monokulturen (Fichte, Waldföhre, Lärche, etc.) und zum Teil auch Kahlschlägen entlang, die in Schottland in der Regel nicht gerade einladend wirken. Andererseits ist der Weg doch sehr abwechslungsreich und führt nahe an den höchsten Bergen Schottlands vorbei (Ben Nevis, Cairngorms). Ein paar kurze Abschnitte führen fast weglos durch die Weiten der Moorlandschaft und beinhalten auch das Überqueren kleiner Bäche, was allerdings nur nach ausgedehnten heftigen Regenfällen zum Problem werden dürfte.
Wenn ich nach dem «Great Glen Way» letztes Jahr meinte, dass jener sehr gut mit der Hängematte machbar sei, dann muss ich nun sagen: Der «East Highland Way» ist geradezu dazu prädestiniert, ihn mit der Hängematte zu gehen. Einige Male habe ich gedacht: Mit der Hängematte wäre das hier ein schöner Lagerplatz. Mit dem Zelt musste ich da oft etwas länger suchen, bis ich eine geeignete Stelle gefunden habe.