Eine Einführung in das Hängemattencamping

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    Diskussion zum Artikel Eine Einführung in das Hängemattencamping:

    Zitat
    Hängemattencamping bezeichnet eine Form des Camping oder Kampierens, das üblicherweise das Übernachten in der freien Natur in einer Hängematte beinhaltet. Es handelt sich damit um eine Alternative zum Kampieren in einem Zelt. Hierbei schläft der Übernachtende in einer Hängematte, die am Kopf- und Fußende jeweils an einem Baum befestigt ist, anstatt in einem konventionellen Zelt auf dem Boden.
  • Danke, Furbrain, dass du den «archivierten» Artikel von Wikipedia hierher transferiert hast. Wieweit du ihn dabei noch erweitert oder ergänzt hast, weiss ich nicht. Jedenfalls vielen Dank für die ganze Arbeit.

    Einen Punkt möchte ich infrage stellen, den ich schon damals auf Wikipedia nicht habe nachvollziehen können:

    «Da im Gegensatz zum Zelt keine Stangen zum Aufbau benötigt werden und Hängematten allgemein aus einer geringeren Menge an Material bestehen, sind sie oftmals deutlich leichter und kompakter als ein Zelt.»

    Ja, das mit den Stangen stimmt beim klassischen Zelt sicher. Aber gerade bei Zelten fürs Trekking, die hier der eigentliche Bezugspunkt darstellen, fehlen die Stangen oft und werden durch die Trekkingstöcke ersetzt. Zudem gibt es auch Hängematten-Typen, die nur mit Stangen funktionieren (Brücken-Hängematten).

    Vor allem aber, so finde ich, kann man nicht so in einem Satz wie im Artikel ein Zelt einer Hängematte gegenüber stellen: Ein Zelt beinhaltet einen Boden (analog zur Hängematte), ein Regendach (analog zum Tarp) und ein Innenzelt / Moskitonetz (analog zu einem Mückenschutz bei der Hängematte). In diesem Zusammenhang davon zu sprechen, dass die Hängematte (mit Tarp und Moskitonetz) aus weniger Material bestehe als ein Zelt für die vergleichbare Anzahl Personen, halte ich für irreführend und wenn nicht sogar falsch. Ich würde sogar behaupten, dass fast immer die Zeltlösung aus weniger Material besteht und auch leichter ist. Ein Zelt – zumindest wenn man für den Aufbau Trekkingstöcke verwendet – ist vom Packmass her auch eher kompakter als eine Hängematte, die ja aus Hängematte, Tarp und – allenfalls auch wieder separat – einem Moskitonetz besteht. Wenn man dann noch ein Zweier-, Dreier- oder ein noch grösseres Zelt der entsprechenden Anzahl Hängematten gegenüber stellt, wird die Aussage vollends absurd.

    Ich hätte jetzt auch nicht gerade auf die Schnelle einen Verbesserungsvorschlag, kann mir da aber mal Gedanken machen, falls mein Einwand grundsätzlich Zustimmung finden sollte.

    • Offizieller Beitrag

    Ich glaube, Du vergleichst hier Äpfel mit Birnen, wenn Du den recht seltenen Fall von Zelten ohne Gestänge (die ja nur in der sehr kleinen UL-Welt eine Rolle spielen) Hängematten mit Stange gegenüberstellt.

    Ich bin jedenfalls der festen Überzeugung, daß bei gleicher Ausstattung die Hängematte immer leichter und platzsparender als das Zelt ist. Daß ein Zelt manchmal komfortabler ist, steht auf einem anderen Blatt.

  • In meinem Hauptpunkt stelle ich die Frage, ob man eine Hängematte (ein Stück Stoff mit Aufhängung, evtl. mit integriertem Netz) einem Zelt (ein Boden, ein Dach und ein Moskitonetz) gegenüberstellen und dann vergleichen könne. Das Tarp wird im Artikel ja erst nach diesem Vergleich genannt. Dieser Vergleich ist aus meiner Sicht deshalb sachlich falsch.

    • Offizieller Beitrag

    Waldläufer70 Mein Intention war die Einführung in erster Linie für Hängematten-Newbies zu verfassen. Als Einstieg, um sich dann bei Interesse zu einzelnen Punkten in die entsprechenden Tiefen des Forums weiterzubewegen. Der Zeltvergleich soll hier eigentlich in erster Linie als Ansatzpunkt dienen, der sich auf die Erfahrungswelt eines Hängematten-unerfahrenen bezieht. Ich dachte bei "Zelt" hier eher an ein Standardzelt, wie viele es von Festival-Besuchen oder vom sommerlichen Wochenendcamping her kennen (also eher ein "Supermarkt- oder Decathlon-Zelt" und seine Verpackungsgröße).

    In nahezu allen deiner Argumentationspunkte stimme ich dir zu, Waldläufer70 – auch das Zeltuniversum ist mittlerweile viel differenzierter als es in dem Einleitungssatz durchkommt. Wenn man eine tiefergehende Diskussion darüber führt und dabei die Errungenschaften der UL-Welt, wie Mittagsfrost es auch erwähnt hat, berücksichtigt, wirkt der erwähnte Satz in der Einführung pauschalisierend. Einen detaillierter Positiv-Negativ-Vergleich, wie in Derek Hansen in seinem "The Ultimate Hang" z. B. aufstellt, geht da wesentlich tiefer, würde aber auch den Rahmen eines am Bildschirm zu lesenden Einführungsartikels sprengen. Das wäre etwas für einen eigenen Forumseintrag.

    Wie wäre es, wenn wir die Stelle entschärfen, indem wir eine kleine Ergänzung setzen: "Da im Gegensatz zum klassischen Zelt keine Stangen zum Aufbau benötigt werden und Hängematten allgemein aus einer geringeren Menge an Material bestehen, sind sie oftmals deutlich leichter und kompakter als ein Zelt."

    • Offizieller Beitrag

    Konnen wir gerne so halten. Da der Satz für das eigentliche Thema "Hängematte" nicht grundlegend ist, nehme ich ihn einfach mal raus.

  • Das klingt schon deutlich besser!

    Ich finde aber immer noch, dass hier zwei völlig verschiedene Welten verglichen werden. Hier im Forum die Topprodukte, dort das Billigzelt. Ein solcher Vergleich stimmt nicht und ist unfair. Stell dir mal die umgekehrte Situation in einem Zeltforum vor!

    Abgesehen von den Stangen besteht ein Zelt zudem aufgrund der Abmasse aus weniger Material. Ein Doppelwandzelt müsste man ja mit einer Hängematte mit Wintercover vergleichen. Bei einem Produkt für eine gleich grosse Person bei vergleichbaren Materialien würde ich deshalb ein Fragezeichen setzen.

    • Offizieller Beitrag

    Eine faire Vergleichstabelle "Hängematte vs. Zelt" wäre ein wunderbarer eigenständiger Artikel :) Dereks Vergleich ist tatsächlich "Hammock Biased", was aber für eine Nerd-Infotainment-Publikation nachvollziehbar ist.

    Hast du Lust so eine Tabelle mal zu entwickeln? Dann hätten wir schon drei statische "Alltime"-Artikel zum Nachlesen im Forum ...

  • Muss ich mir mal überlegen. Ich denke, es ist eher schwierig, hier wirklich alles auf eine Tabelle mit zwei Spalten zu reduzieren, wenn man wirklich bei den Fakten bleiben möchte. Es müsste vielleicht fast ein Artikel mit anschliessender Tabelle sein.

    Bei deiner Einführung finde ich zum Beispiel schön, dass du schreibst, dass das Hängematten-Camping den Pflanzenbewuchs weniger schädigt als beim Zelt-Camping. Das scheint mir objektiv. Derek Hansen schreibt in diesem Zusammenhang, dass beim Zelt-Camping der Boden stärker verdichtet werde. Das halte ich für falsch: Die grösste Verdichtung des Bodens verursachen wir beim Gehen (Gewicht auf kleiner Fläche), nicht beim Liegen. Da man auch bei der Hängematte nicht darum herumkommt, an den Ort zu gehen und das Camp aufzubauen, scheint mir die Bodenverdichtung in beiden Fällen vergleichbar.

    • Offizieller Beitrag

    Ich würde das Thema "Gewicht" ganz weglassen. Zum einen ist der Vergleich im besten Fall schwierig und weckt im schlechtesten Fall Erwartungen, die dann nicht häufig nicht erfüllt werden. Und Zeltnutzer fühlen sich immer angegriffen. Das ist eine Lose Lose Situation.

    Wenn das Gewicht angesprochen werden soll, würde ich das neutral halten und darauf hinweisen, dass sich die unterschiedlichen Systeme nicht gut vergleichen lassen, dass es aber bei beiden möglich ist, sich ein UL Set-up zusammen zu stellen.

    • Offizieller Beitrag

    Der von dir angesprochene Komparativ, Hammock Fairy , ist vermutlich noch dem mittlerweile überarbeiten Einführungssatz geschuldet. Ich habe das jetzt spontan so angeglichen:

    "Campinghängematten werden von Campern verwendet, die neben leichtem Gewicht auch Schutz vor Bodeninsekten oder anderen Komplikationen ... suchen"

    Dass die meisten von uns Hängern mit leichtem Gepäck reisen wollen (und vermutlich daher unsere neuen Hängematten immer auf die Waage legen), ist - so vermute ich mal - unbestritten. Gleiches gilt natürlich auch für die Zeltnutzer ;) No beef!

  • Danke, Hammock Fairy. Du hast es gut auf den Punkt gebracht. Es ist schwierig, die beiden Kategorien pauschal (in einer Tabelle) zu vergleichen. Letztlich kann man nur ein konkretes Hängematten-Setup mit einem konkreten Zelt-Setup vergleichen.

    Schwierig wird ein Vergleich ganz besonders, wenn man die Top-Produkte (z.B. diverser Cottage Companys) mit den Produkten aus dem Massen-Markt vergleicht. Ein solcher Vergleich geht immer schief, egal aus welcher Warte man ihn anstellt.

    In einem Vergleichsartikel könnte man allenfalls sagen, in welcher Umgebung Hängematten und wo Zelte ihre Stärken optimal ausspielen können und wo die Schnittbereiche der Nutzung liegen. Der Schnittbereich ist sehr gross und hängt von individuellen Vorlieben und der zur Verfügung stehenden Ausrüstung ab.

    Weiter könnte man vergleichen, welche Bestandteile der beiden Welten einander entsprechen und welche Möglichkeiten es gibt, die gewünschten Funktionen umzusetzen.

  • Traut sich irgendwer einen solchen Gewichts-Thread aufzumachen? Ich glaube, wir beschummeln uns da extrem! Und ob das gut ist, glaube ich nicht - denn liest einer bei uns mit und geht mit der Behauptung "Hängematte ist leichter" raus, wird sie ganz schnell kassiert. Aber wo hat er's gelesen: bei uns. Ich finde, so ein Thread sollte geführt werden.

    Einmal editiert, zuletzt von NochSoEiner (19. Dezember 2018 um 10:15)

  • Ich würde den Satz mit dem leichten Gewicht weglassen. Der suggeriert schon wieder, dass man mit einem Hängematten-Setup besonders leicht fährt. Das stimmt so nicht. Man kann damit leichter fahren, muss aber nicht. Es kommt darauf an, welche Ausrüstung man konkret verwendet. Wer die Hängematte wählt, erlebt für sich damit mehr Komfort. Das Gewicht dürfte kaum den Ausschlag gegeben haben.

    Ich habe es mit meiner Ausrüstung noch nie geschafft, mit der Hängematte leichter unterwegs zu sein als mit dem Zelt. Klar, wenn es sicher trocken bleibt und ich das Tarp zuhause lassen kann, dann schon. Aber dann kann ich auch ein Netzzelt verwenden oder einfach unter freiem Himmel auf einer Matte schlafen.

    Ich selber habe inzwischen etwa zehn Hängematten, nach wie vor aber nur ein Zelt (wenn ich mal über mein altes Baumwollzelt wegschaue, das ich nur mit dem Auto irgendwohin mitnehmen würde). Mein Rucksack ist immer schwerer, wenn ich mit der Hängematte unterwegs bin (und Tarp und Moskitionetz mit dabei habe). Aber das hängt auch damit zusammen, dass ich festere Hängemattenstoffe und relativ lange Hängematten bevorzuge und mir 2010 ein sehr leichtes Tarptent gekauft habe. Wenn ich mir mein erstes Zelt selber genäht habe, wird es für die Hängematte gewichtstechnisch ein bisschen besser aussehen, denn dieses wird bestimmt schwerer, bietet dann aber auch mehr Raum und mehr Wetterschutz als mein jetziges, was sich vor allem im Frühling und Herbst positiv auswirken dürfte.

    Wegen dem «Gewichts-Thread» habe ich etwas Bedenken, NochSoEiner. Es gibt dermassen viele Produkte auf dem Markt, dass ein Vergleich sehr schwierig ist. Ich weiss nur aus meiner Erfahrung, dass man in beiden Bereichen das Gewicht stark drücken kann, wenn man die leichtesten Materialien verwenden möchte oder kann. In meinem Fall kann ich bei der Hängematte das Gewicht aus Komfortgründen nicht gleich weit drücken wie bei einem Zelt. Ich bekomme sonst Rückenschmerzen, weil ich elastische Stoffe und (zu) kurze Hängematten nicht mag. Aber das ist individuell.

    Das mit den Wurzeln und Steinen ist auch wieder so eine Sache. Klar kann man darüber seine Hängematte aufspannen. Aber sollte man das auch tun? Mir wäre es zu riskant, denn man kann auch abstürzen. Da möchte ich nicht auf einem Stein oder einer Wurzel landen. Sicher richtig ist aber, dass man keinen ebenen Untergrund benötigt. Und das ist ein echter Vorteil. Da bin ich beim Zelt extrem heikel.

  • Um es auf den Punkt zu bringen: Ich glaube, wir sind cooler, aber nicht leichter! 8);)

    Ein Vergleich ist dann einfach, wenn man die Kriterien vorgibt. 100% Regenschutz, 100% Windschutz, 100% Insektenschutz könnten Kriterien sein, die ich für hiesige Breiten sehen würde.

  • Ich denke, das mit dem «leichten Gewicht», so wie es jetzt steht, geht schon. Man muss das ja nicht gegen Zelte lesen, sondern kann das auch als Gegenpol zu einer schweren «Expeditionsausrüstung» verstehen. Dann sind Hängematten eine leichte Alternative, genauso wie leichte Zelte, «Bodentarps», etc.

    Der Artikel gefällt mir jetzt richtig gut.

    PS: Danke, dass du meinen Einwand ernst genommen hast, Furbrain. :)

  • Ein Vergleich ist dann einfach, wenn man die Kriterien vorgibt. 100% Regenschutz, 100% Windschutz, 100% Insektenschutz könnten Kriterien sein, die ich für hiesige Breiten sehen würde.

    Selbst dann ist der Vergleich nicht einfach. Zu unterschiedlich sind die Anforderungen, die der einzelne an sein Hängematten-Setup oder sein Zelt stellt. Der eine mag sich in ein enges 1-Personen-Zelt zwängen mögen, der andere möchte darin aufrecht sitzen können. Der eine bevorzugt einen festeren Hängemattenstoff, der andere mag es lieber elastischer.

    Und dann noch die Frage: Was bedeutet 100% Regenschutz? Bei Wind wird es da schon schwierig, Hängematten-Tarp und Zelt exakt miteinander zu vergleichen. Und ist 100% Windschutz überhaupt möglich, wenn man Kondensation weitgehend ausschliessen möchte? Beim Insektenschutz ist eine Definition vielleicht am einfachsten. Ist der 100%-Schutz aber im Sommer bei einem anzipbaren Netz in einer einlagigen Hängematte bereits gegeben? (Manche Steckmücken können von unten durch den Stoff stechen.)

    Ich denke einfach, dass hier jeder Vergleich irgendwo hinkt. Ich kann nur fragen: Wie viel wiegt mein jeweiliges Setup, wenn ich es mir so einrichte, dass ich damit in jeder Beziehung möglichst zufrieden bin. Da wird der Gewichtsvergleich für alle anders aussehen.

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