Eine Einführung in das Hängemattencamping

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  • Ich denke einfach, dass hier jeder Vergleich irgendwo hinkt. Ich kann nur fragen: Wie viel wiegt mein jeweiliges Setup, wenn ich es mir so einrichte, dass ich damit in jeder Beziehung möglichst zufrieden bin. Da wird der Gewichtsvergleich für alle anders aussehen.

    Ich mag Deine Kommentare, weil sie nicht nur sachlich immer ein Leckerbissen sind, sondern immer auch diplomatisch. Dankeschön dafür mal an dieser Stelle!

    Die Zahlen kann man nur als Richtung verstehen, denn 100% gibt es ja eigentlich nicht. Ist mir nach dem Schreiben auch aufgefallen. Was denke ich also, wenn ich sowas schreibe:

    100% Regenschutz meint, es darf Regnen, auch stark, aber Monsun ist nicht mit drin. Währenddessen darf man nicht nass werden ins seiner Unterkunft. Auch nicht, wenn es Wind aus wechselnden Richtungen gibt, siehe nächster Punkt.

    100% Windschutz meint, es darf Wind sein, auch frischer, aber kein starker oder gar Sturm.

    100% Insektenschutz meint, ich bin komplett sicher vor ihnen und kann mich frei in meiner gesamten Unterkunft bewegen.

    Damit sind meiner Meinung nach die Kriterien einigermaßen gut abgesteckt. So sähe ein Setup aus, welches man im Normalfall gut in Europa nutzen kann - mindestens 3 Season. Die Größe des Tarps ist damit umrissen, ebenso, ob es Doors haben sollte oder ähnliches und die Art des Moskitonetzes. Wenn man jetzt noch ehrlich zu sich selbst sein würde, denn würde man sagen, dass der Durchschnitt aller Hänger sicher einen Stoff benutzt der größer 1.1 ounces wiegt - und damit wäre auch die Hängematte umschrieben, stimmt's?

    Wo liegen wir denn da? Bei 800gr? Vielleicht bei 700? Schaffen wir es darunter?

    • Offizieller Beitrag

    Wie wäre es, wenn man überhaupt nicht vergleicht, sondern einfach ein paar Beispiel-Set-Ups mit Gewichtsangaben zusammenstellt? Mit den jeweiligen Vor- und Nachteilen? Der Artikel ist ja an Einsteiger gerichtet (?), die eine Vorstellung davon gewinnen wollen worauf sie sich einlassen. Wenn ich zu diesem Zeitpunkt eine Hängematte anschaffen wollen würde, würde ich Gewicht und Preis mit meinem Zelt vergleichen. Mein derzeitiges Zelt ist das Tarptent Rainbow und wiegt komplett 1270g. Meine Isomatten-Kombo (eine 3mm Evazote 142g und eine Therm-a-Rest ProLite Plus Small 478g) wiegt 620g. Ich würde also gerne wissen wollen, ob es möglich ist sich ein gutes Hängematten-Set-Up zusammen zu stellen, dass nicht (viel) mehr als 1.890g wiegt.

  • Bei mir wären 700g bis 800g für Hängematte mit Moskitonetz und Tarp (mit Türen) und Aufhängung eher eng. Die Aufhängung darf ich nie ausklammern; sie entspricht beim Zelt / Bodentarp den Heringen, die bei der Hängematte beim Tarp dann noch zusätzlich dazukommen, allerdings meist in geringerer Zahl.

    Weiter fehlt mir da noch die Isolation. Und da wird ein grosser Unterschied zum Zelt deutlich:

    • Im Zelt benötige ich eine (Iso-)Matte, um bequem zu liegen. Dafür liefert mir diese bei sinnvoller Wahl derselben gleichzeitig auch die benötigte Isolation von unten.
    • In der Hängematte benötige ich die «Isomatte» (Isomatte oder Unterquilt) nur um der Isolation willen, da die Hängematte für die Unterstützung und damit den Komfort sorgt.

    Daraus ergibt sich, dass die Hängematte gewichtstechnisch in der warmen Jahreszeit einen gewissen Vorteil ausspielen kann, denn da brauche ich weniger Isolation (von unten), während ich auf dem Boden – unabhängig von der Isolation – eine bequeme Unterlage mit einer bestimmten Mindestdicke benötige, um bequem zu liegen.

    Im Winter hingegen habe ich auf dem Boden Unterlage und Isolation in einem, während bei der Hängematte die Isolation immer mehr ins Gewicht fällt, je kälter es wird. Klar, auch am Boden wird die Isolation im Winter schwerer, weil ich eben mehr Isolation von unten benötige. Aber im Winter nimmt das Gewicht bei einem Bodensetup eher weniger zu. Hier spielt aber die aktuelle Bodentemperatur eine sehr grosse Rolle. Ist diese sehr tief und ist es gleichzeitig eher windstill, so holt die Hängematte wieder deutlich auf, weil die Luft dann dem Körper deutlich weniger Wärme entzieht.

  • Wie wäre es, wenn man überhaupt nicht vergleicht, sondern einfach ein paar Beispiel-Set-Ups mit Gewichtsangaben zusammenstellt? Mit den jeweiligen Vor- und Nachteilen? Der Artikel ist ja an Einsteiger gerichtet (?), die eine Vorstellung davon gewinnen wollen worauf sie sich einlassen. Wenn ich zu diesem Zeitpunkt eine Hängematte anschaffen wollen würde, würde ich Gewicht und Preis mit meinem Zelt vergleichen.

    Beispiel-Setups finde ich eine gute Idee. Danke für deine Angaben.

    Die Isomatte könnte man grob durch den Unterquilt ersetzen. Da spielt man gewichtsmässig grob in der gleichen Liga.

    Zu meinem Zelt-Setup kann ich sagen:

    • Zelt: Tarptent Contrail (heute: ungefähr das ProTrail): knapp 900g (mit Heringen) - Trekkingstöcke für den Aufbau habe ich ohnehin dabei
    • Bodenschutzfolie: knapp 150g (optional)
    • Isomatte: Exped Synmat 7 LW (615g + 60g für den Pumpbag, in dem ich unterwegs jeweils den Topquilt verstaue)
    • Topquilt: HammockGear Burrow 20°F (ca. 650g)
    • Total: 2'225g respektive 2'375g mit Bodenschutzfolie

    (Die Isomatte reicht bei mir nur etwa bis etwa 5°C, darunter wird mir schnell einmal zu kalt. Bei meinem Unterquilt sieht es ähnlich aus.)

    Das ist mit einer meiner Hängematten nur schwer zu unterbieten.

    • Die Isomatte kann ich durch den Incubator von HammockGear grob ersetzen (650g). Einen wasserdichten Beutel für die Quilts brauche ich in beiden Fällen. In der Summe bin ich da etwa gleichauf.
    • Der Topquilt bleibt derselbe.
    • Eine Bodenschutzfolie benötige ich für die Hängematte nicht.

    Ich muss also mit Hängematte, Insektenschutz und Tarp unter 900g, mindestens aber unter 1'050g kommen. Das wird schwierig. Auch habe ich dann mein Gepäck noch nicht versorgt. Ich kann den Rucksack einfach unter die Hängematte stellen oder legen oder am Kopf- oder Fussende aufhängen. Etwas mehr Komfort bietet mir eine Gepäckhängematte oder sonst eine integrierte Lösung (wie z.B. das Shelf bei der Blackbird von Warbonnet). Das wäre auch noch zusätzliches Gewicht.

    (Im Zelt nehme ich die Sachen einfach mit rein und breite sie neben mir aus. Sie bieten dann sogar noch einen zusätzlichen Windschutz von der Seite.)

  • Wie wäre es, wenn man überhaupt nicht vergleicht, sondern einfach ein paar Beispiel-Set-Ups mit Gewichtsangaben zusammenstellt? Mit den jeweiligen Vor- und Nachteilen? Der Artikel ist ja an Einsteiger gerichtet (?),

    Ich glaube, ein solches Setup (was meiner Meinung nach noch nicht mal ultraleicht sein muss) würde den Artikel ganz sicher bereichern - einfach, um mal einen Überblick zu bekommen. Gute Idee!

    Ich muss allerdings sagen, durch die Diskussion über den Artikel angeregt, lediglich darauf hin wollte, dass man nicht pauschal publiziert, dass Hängematten leichter sind. Und das wird ja schon nicht mehr in dem Artikel getan. Wenn man so will, wäre die Diskussion über "Was ist leichter?" eigentlich schon ein neuer Thread.

    Weiter fehlt mir da noch die Isolation. Und da wird ein grosser Unterschied zum Zelt deutlich:

    • Im Zelt benötige ich eine (Iso-)Matte, um bequem zu liegen. Dafür liefert mir diese bei sinnvoller Wahl derselben gleichzeitig auch die benötigte Isolation von unten.
    • In der Hängematte benötige ich die «Isomatte» (Isomatte oder Unterquilt) nur um der Isolation willen, da die Hängematte für die Unterstützung und damit den Komfort sorgt.

    Das stimmt zwar, aber Hand aufs Herz (wenn wir nicht gerade dieses Jahr (2018) zugrunde legen):

    Die Anzahl der Tage, wo wir ohne Underquilt in der Hängematte schlafen, ist doch eher gering oder? Weiter oben sagten wir ja schon: hiesige Breiten: also DACH und Umgebung.

    Wenn ich also die Isolierung außen vor lasse, weil ich sie in beiden Setups eigentlich brauche (bis auf absolute Ausnahmen), bleiben meiner Meinung nach die Punkte Regen, Wind, Insekten übrig.

    Das Tarptent ist mit 900g schon leicht, aber unter den Zelten ja ein richtiges Gewichtsmonster (das müsste eigentlich noodles schreiben). ;)

    Aktuell kommt das leichteste Zelt, das ich kenne und welches all die obigen Kriterien erfüllt von ZPacks (Plexamid) und wiegt 450g inklusive allem, auch Abspannschnüre und Häringen. Dabei ist das kein Einwegzelt sondern findet vielfach und dauerhaft Verwendung auf CDT, PCT und Co.

    Für 450g kann ich, selbst wenn ich es DIY mache und alles weglasse, was man weglassen kann (was ZPAcks nicht macht), kein solides(!) Setup aus Hängematte, Tarp und Insektenschutz machen. Wer das kann: ich bin für Tipps dankbar. :)

    Deswegen denke ich:

    - sind wir leicht? Aber hallo.

    - sind wir flexibel, weil wir unser Setup den Temperaturen anpassen können? Jepp, perfekt sogar. Sogar noch auf der Tour selbst.

    - sind wir standortungebundener? Ich denke ja, zumindest derjenige, der Trekkingpoles auf seine Touren mit hat und sein Tarp damit zur Not auch mal auf der Wiese abspannen kann.

    Aber sind wir leichter als ein Zelt? Nein. Das sind wir nicht. Und ich denke, das müssen wir auch gar nicht. Unsere Art, die Natur zu genießen ist die intensivere. Denke ich. Was denkt ihr?

  • Ich habe ja nicht geschrieben, dass wir im Sommer in der Hängematte (fast) keine Isolation benötigen, sondern dass wir diese deutlich mehr abspecken können als am Boden, wo wir um des Komforts willen auch im Hochsommer eine relativ dicke / schwere Unterlage benötigen.

    Ja, wenn man «Dyneema Composite Fabric» (ehemals «Cuben Fiber») umsteigt, kann man extrem Gewicht sparen.

  • Mein UL-HM Setup...

    ...ruft definitiv Neid bei mir hervor! :)

    Soweit würde ich auch gerne runterkommen - aber meine Ansprüche an Haltbarkeit und mehr Schutz lassen das leider nicht zu.

    Ich habe ja nicht geschrieben, dass wir im Sommer in der Hängematte (fast) keine Isolation benötigen, sondern dass wir diese deutlich mehr abspecken können als am Boden, wo wir um des Komforts willen auch im Hochsommer eine relativ dicke / schwere Unterlage benötigen.

    Ja, wenn man «Dyneema Composite Fabric» (ehemals «Cuben Fiber») umsteigt, kann man extrem Gewicht sparen.

    Nein, das wollte ich auch nicht damit sagen, entschuldige. Ich wollte nur aufzeigen, dass Isolation (im Normalfall) von beiden Systemen benötigt wird und ein Vergleich daher auch ohne Berücksichtigung dessen statthaft ist.

    Stimmt: DCF bringt das Gewicht definitiv runter - wie man bei noodles s Setup ja super sehen kann.

  • ...ruft definitiv Neid bei mir hervor! :)

    Die Sache hat aber auch Nachteile, dieses Setup benutze ich nur im Sommer, wenn es sehr warm ist, mit 100g-Relag-Faltisomatte. Ein Hextarp hat bei Regen und starken Seitenwind so seine Grenzen. Wenn das Wetter nicht so optimal ist, bevorzuge ich ehrlich gesagt auch die WB BB, Die ist auch bequemer, weil weniger dehnbar.

    Das UL-Setup ist aber super als Backup oder wenn man mit dem Mountainbike unterwegs ist und wirklich nur das nötigste dabei haben will.

  • Aber sind wir leichter als ein Zelt? Nein. Das sind wir nicht. Und ich denke, das müssen wir auch gar nicht. Unsere Art, die Natur zu genießen ist die intensivere. Denke ich. Was denkt ihr?

    Das Gewicht ist sowieso nur für diejenigen so wichtig, die es selbst tragen müssen. Ich benütze meine Hängematten primär täglich zu Hause (in den Zimmern und auf dem Balkon), unterwegs entweder im Auto oder auf Campingplätzen: dort wahlweise zwischen Bäumen (wenn vorhanden) oder im tensa4 Gestell, so dass das Gewicht für mich gar nicht entscheidend ist.


    Das Allerwichtigste für mich ist: in der Hängematte finde ich es viel viel bequemer, kuscheliger und cooler <3

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