Windsocke à la Fronkey

Für einige Updates muss der Server des Hängemattenforums neu gestartet werden. Dazu wird das Forum gegen 18:30 für wenige Minuten nicht zur Verfügung stehen.
  • [USER="46"]TreeGirl[/USER], du hast mal bei meinem Moskitonetz à la Fronkey deine Windsocke vorgestellt, die dir von DreamHammock gemacht worden ist:


    © TreeGirl: Windsocke von DreamHammocks


    Am vergangenen Wochenende habe ich mir - angesichts frischer und windiger Konditionen im Schweizer Jura - die Frage gestellt, ob so etwas nicht eine gute Lösung für den Winter respektive für windige Verhältnisse im Herbst und Frühjahr wäre, um ein paar Grad Celsius mehr aus meinem System herauszuholen und vor allem auch die Quilts vor Wind zu schützen. Damit auch der Unterquilt gut vor dem Wind geschützt wäre, könnte man die Socke vielleicht "breiter" gestalten, so dass sie sich unter dem Unterquilt (fast) ganz zuziehen liesse.


    Falls du/ihr der Meinung seid, dass das eine gute Idee ist, wären meine Fragen:

    • Welcher Stoff eignet sich dafür? (sehr winddicht, dafür mehr Kondensation? / etwas weniger winddicht, dafür weniger Kondensation?)
    • Braucht man ein Fenster aus Moskitonetz (wegen Kondensationsproblemen) oder ist das eher interessant wegen der Aussicht (die man nachts vielleicht gar nicht braucht)?
    • Falls sich ein Fenster zur Verhinderung der Kondensation aufdrängen sollte: Wo würde man dieses am besten anbringen? (am Kopf- und Fussende? oder doch besser seitlich?)
    • Wie viele Grad Celsius kann man mithilfe einer Windsocke wohl in etwa zusätzlich aus seinem Quilt (Ober- und Unterquilt) herauskitzeln (Windschutz plus wärmeres Mikroklima im Hängematten-Innenraum)?


    Wäre vielleicht das ein guter Stoff? Der wäre eher zu schmal, um die Socke unten ganz oder zumindest fast vollständig schliessen zu können, aber würde auf jeden Fall etwas atmen, da leicht und eher lose gewoben. Ist das eher ein Vor- oder Nachteil (siehe oben)? Oder doch besser ein hochwertigererer Innenzeltstoff, der einen besseren Windschutz bietet? Oder vielleicht der leichtere und luftigere im oberen Bereich, der etwas festere und winddichtere im unteren Bereich?


    Ich würde die Socke ziemlich sicher so lang machen wollen, dass sie auch für eine 360cm lange Hängematte reicht. Aktuell bin ich mit einem Burrow Oberquilt (20°F) und einem Incubator Unterquilt (20°F) von HammockGear ausgerüstet, die für mich so bei plus/minus 0°C an ihre Grenzen kommen (je nach Luftfeuchtigkeit und Windverhältnissen).


    Danke für eure Gedanken!


    PS: Ich habe absolut keine Vorstellung, mit wie viel Kondensation man in einer solchen Windsocke in etwa rechnen müsste. Ich kenne Kondensationsprobleme bisher nur aus dem Zelt und fand die - mit wenigen Ausnahmen - selten gravierend. Allerdings käme hier die Socke mit den Quilts in Berührung, was ein Problem darstellen könnte.

  • Ich habe neulich etwas zum Thema Moskitonetzbelüftungsfenster gelesen, kann mich aber nicht mehr an die Quelle erinnern. Die Meinungen, ob so ein Fenster wirklich gegen Kondensat hilft, gingen stark auseinander. Was mir logisch erschien: Das Fenster sollte nicht am Fußende, sondern in Gesichtshöhe sein, weil durch die feuchte Atemluft dort das meiste Kondensat entstünde. Am Fußende trägt es vielleicht nur zum Auskühlen der Füße bei.
    Es wurde auch diskutiert, ob man das Fenster nicht besser nur einseitig (auf der Leeseite) anbringt, um mehr Windschutz zu haben oder es über die ganze Breite gehen lässt. Vielleicht hilft aber auch schon ein aufknöpfbarer "Fensterladen" aus winddichtem Material um je nach Bedarf die linke oder rechte Seite zu schließen.

    Omnia vincit lectulus pensilis. :saint:

  • Ich habe den Dream Hammock Socken nur ein oder zwei mal kurz an der Hängematte gehabt, weil ich mit der Hängematte selbst nicht zurecht gekommen bin (der Stoff war zu dehnbar). Deshalb sind meine Erfahrungen nicht sehr aussagekräftig. Was mir gut gefallen hat:

    • die einfache Konstruktion ohne Reissverschluss.
    • es war möglich, die Öffnung nicht zusammen zu ziehen sondern lose hängen zu lassen - damit ist der Einstieg sehr einfach.
    • der Socke kommt mit vergleichsweise wenig Material aus und ist deshalb relativ leicht.

    Was mir nicht gut gefallen hat:

    • die Luftzufuhr lässt sich nicht so gut regulieren wie bei den Warbonnet Socken. Es wurde meist nach kurzer Zeit stickig.
    • bei Wind muss man die Öffnung zusammenziehen, sonst wird sie aufgeblasen.
    • der Underquilt ist ungeschützter als mit einem 360° Socken.

    Ich überlege immer noch, selbst einen Socken nach diesem Grundprinzip zu nähen. Was ich anders machen würde:

    • ich würde ein "Fenster" mit Reissverschluss in Kopfhöhe einbauen. Evtl. mit Moskitonetz, wobei das Netz außen wäre, damit man den Reissverschluss von innen bedienen kann.
    • evtl. würde ich auch senkrechte Tunnelzüge anbringen, mit denen man den Stoff hoch raffen kann (wie bei manchen Hosenbeinen).
    • ich würde die Öffnung an Kopf- und Fußende so groß machen, dass ich die Aufhängung mit der ganzen Hand durch reichen kann.
    • evtl. würde ich an den Enden "Ärmel" aus Moskitonetz anbringen, für bessere Belüftung.
    • ein Underquiltprotector würde standardmäßig zum Set-Up gehören, damit der Underquilt von unten ausreichend geschützt ist. So kann ich die Öffnung größer machen und den Socken knapper schneiden.
  • Am vergangenen Wochenende habe ich mir - angesichts frischer und windiger Konditionen im Schweizer Jura - die Frage gestellt, ob so etwas nicht eine gute Lösung für den Winter respektive für windige Verhältnisse im Herbst und Frühjahr wäre, um ein paar Grad Celsius mehr aus meinem System herauszuholen und vor allem auch die Quilts vor Wind zu schützen.


    Ich habe ja schon mehrfach geschrieben, dass ich Socken bei Wind und/oder kaltem Wetter für eine gute Lösung halte. Wenn es dir allerdings nur um den Quilt geht, reicht auch ein UQP.


    Damit auch der Unterquilt gut vor dem Wind geschützt wäre, könnte man die Socke vielleicht "breiter" gestalten, so dass sie sich unter dem Unterquilt (fast) ganz zuziehen liesse.


    Ich bin da skeptisch. Damit der Underquilt gut geschützt ist, müsstest du die Öffnung komplett schließen und sehr fest zuziehen. Das heisst, du brauchst deutlich mehr Stoff. Und Aus- und Einstieg dürften sich deutlich schwieriger gestalten. Dabei ist ja gerade das einer der größten Pluspunkte bei Bottom Entry Socken. Ich denke schon lange darüber nach, ob man den Ein-/Ausstieg evtl. um 1/3 nach oben drehen kann. Wenn man den Stoff überlappt, müsste das gehen. Die Frage ist nur, wie windstabil so ein Einstieg noch wäre.


    Welcher Stoff eignet sich dafür? (sehr winddicht, dafür mehr Kondensation? / etwas weniger winddicht, dafür weniger Kondensation?).


    Kondensation wirst du mit jedem Stoff bekommen, wenn die Bedingungen ungünstig sind. Das lässt sich nicht vermeiden. Wenn du einen sehr dicht gewebten aber nicht kalandrierten Stoff finden kannst, wäre der ideal. Die meisten Hersteller verwenden mittlerweile aber ganz normale (daunendichte) Quiltstoffe. Für Temperaturen unter 0°C soll "Canvas" (Segeltuch? Baumwolle?) am besten geeignet sein.


    Braucht man ein Fenster aus Moskitonetz (wegen Kondensationsproblemen) oder ist das eher interessant wegen der Aussicht (die man nachts vielleicht gar nicht braucht)?


    Moskitonetz lässt mehr Luft durch als Stoff (logisch), aber weniger als gar kein Stoff (auch logisch). Kondensation kannst du auch mit Moskitonetz kriegen, aber da müssen die Konditionen sehr ungünstig sein. Ich brauche Netzfenster oder Öffnungen in erster Linie um atmen zu können - aber ich kann auch nicht mit dem Kopf unter der Bettdecke schlafen.


    Falls sich ein Fenster zur Verhinderung der Kondensation aufdrängen sollte: Wo würde man dieses am besten anbringen? (am Kopf- und Fussende? oder doch besser seitlich?)


    Wenn du nur ein Fenster anbringen willst und in erster Linie um die Kondensation zu verringern, dann wohl in Mundnähe.


    Wie viele Grad Celsius kann man mithilfe einer Windsocke wohl in etwa zusätzlich aus seinem Quilt (Ober- und Unterquilt) herauskitzeln (Windschutz plus wärmeres Mikroklima im Hängematten-Innenraum)?


    Ich meine, ich hätte meine Messungen mal irgendwo hier gepostet. Wenn ich mich richtig erinnere war der Temperaturunterschied zwischen innerhalb und außerhalb ca. 10°C - im Haus. Das kommt aber vermutlich stark auf den Nutzer (Größe, Gewicht, Metabolismus) und die Bedingungen (Wind bzw. windstill, trocken bzw. feucht) an.


    Wäre vielleicht das ein guter Stoff? Der wäre eher zu schmal, um die Socke unten ganz oder zumindest fast vollständig schliessen zu können, aber würde auf jeden Fall etwas atmen, da leicht und eher lose gewoben. Ist das eher ein Vor- oder Nachteil (siehe oben)?


    Das käme auf einen Versuch an. Von der Beschreibung her klingt er geeignet. Und da du ohnehin zwei Bahnen zusammen nähen musst, ist die Breite auch kein Problem.


    Oder doch besser ein hochwertigererer Innenzeltstoff, der einen besseren Windschutz bietet?


    Ich halte 40D für diesen Einsatzzweck für Overkill. Wie gut der Windschutz ist, hängt in erster Linie davon ab wie grob oder fein der Stoff ist. Deshalb würde ich einen Quiltstoff verwenden, oder einen ähnlich dicht gewebten Stoff.


    Oder vielleicht der leichtere und luftigere im oberen Bereich, der etwas festere und winddichtere im unteren Bereich?


    Ich würde darauf tippen, dass der schwerere Stoff der "luftigere" ist, und der Fallschirmstoff der winddichtere.


    PS: Ich habe absolut keine Vorstellung, mit wie viel Kondensation man in einer solchen Windsocke in etwa rechnen müsste. Ich kenne Kondensationsprobleme bisher nur aus dem Zelt und fand die - mit wenigen Ausnahmen - selten gravierend. Allerdings käme hier die Socke mit den Quilts in Berührung, was ein Problem darstellen könnte.


    Das Ausmaß der Kondensation hängt sowohl von den Wetterverhältnissen (trocken/feucht, große Temperaturunterschiede) ab, als auch vom Nutzer. Leute die mehr Wärme und Feuchtigkeit produzieren erzeugen bei Kälte und Windstille mehr Kondensation. Dementsprechend hatte ich bisher noch keine großen Probleme -- ich schlafe selten bei unter 0°C draussen, habe vergleichsweise wenig Körpervolumen, schlafe kalt und schwitze wenig. Your mileage will vary.

  • Vielen Dank für die super ausführlichen Rückmeldungen! :clapping:


    Als eher kalter Schläfer, der nachts nur wenig schwitzt, könnte so ein Windsocken doch eine gute Lösung sein, zumal ich ihn ja nur nutzen würde, um das Temperaturlimit etwas weiter nach unten auszudehnen respektive den Komfort bei eher kühlen Bedingungen zu erhöhen.


    Interessant, dass du ( TreeGirl ) davon ausgehst, dass der leichtere Stoff eventuell sogar der weniger luftige ist. Ich habe von beiden noch zuhause rumliegen und schaue mir die diesbezüglich mal an. Ich kann ja mal versuchen, durch den Stoff zu pusten. Erklingt dann ein «Elefant», so dürfte er ziemlich winddicht sein, bleibt er stumm und dringt etwas warme Luft durch, so ist er eher winddurchlässig. Eine Art «Leinwandstoff» / Segeltuch wäre mir vom Gewicht her wohl eher zu schwer für Wanderausflüge, ansonsten sicher eine sympathische Stoffwahl.


    Über den genauen Schnitt müsste ich mir noch Gedanken machen und mal ein paar Szenarien durchrechnen. Grosse Öffnungen am Kopf- und am Fussende, durch die ich mit den Händen durchgreifen kann, sind für mich auch unabdingbar; das war der Punkt, der mich beim Bottom-Entry-Netz von DD immer gestört hat - mal abgesehen davon, dass es nur über sehr kurze Hängematten passt und die Gummikordel viel zu dick und schwer ist für den Zweck.


    Wegen dem Fenster bin ich noch unsicher. Theoretisch könnte ich auch nachträglich noch eines einbauen, wenn es mir ohne zu stickig sein sollte. Akute Erstickungsgefahr besteht ja keine, sofern etwas Luft durch den Stoff durchgeht. Andererseits wäre ein Fenster vielleicht doch nicht schlecht.


    Ich lasse die Gedanken mal weiterlaufen...

  • Ich habe ja schon mehrfach geschrieben, dass ich Socken bei Wind und/oder kaltem Wetter für eine gute Lösung halte. Wenn es dir allerdings nur um den Quilt geht, reicht auch ein UQP.


    Wenn du nur ein Fenster anbringen willst und in erster Linie um die Kondensation zu verringern, dann wohl in Mundnähe.


    Nein, mir ginge es primär ums wärmere Mikroklima im Innern verbunden mit dem Windschutz des Quilts... und dort primär darum, dass es mir möglichst nicht zwischen Hängematte und Unterquilt reinpfeift.


    Wegen der Mundnähe: Das war auch einer meiner Gedanken. Allerdings hatte ich bei meinem Tarptent Contrail (Einwandzelt) immer den Eindruck, dass die Kondensation die gesamte Fläche des Zeltstoffes (ungefähr gleichmässig) betrifft. Ich hatte jedenfalls nie den Eindruck, dass die Kondensation in Fussnähe geringer ausgefallen wäre als in Kopfnähe; ich musste nach Nächten mit Kondensation immer die gesamte Innenfläche mit einem Lappen trocknen. Der Unterschied zum Windsocken wäre natürlich, dass man in der Hängematte zwangsläufig relativ nahe am Stoff atmet, je nach dem, in welche Richtung man allenfalls leicht seitlich liegt - nach innen oder nach aussen. - In diesem Zusammenhang habe ich mich auch gefragt, wie viel wohl so ein Breathalizer von Dutch bringt, um die Ausdehnung der feuchten Warmluft in Richtung Fussende einzuschränken. - Alles Fragen, die sich ohne ausgiebige Selbsttests wohl nur schlecht beantworten lassen.

  • Letztes Wochenende im sächsischen Bergland habe ich 2 Sturmnächte in der BB XLC verbracht. Ihr müsst Euch einen tollen Sternenhimmel vorstellen, die Temperaturen waren erträglich und die Sturmböen teilweise so stark, dass die Hängematte trotz Seiten-tieouts hin und her schwankte wie Sau.
    Hauptproblem bei Schlafen war nicht der Wind oder das Auskühlen, sondern ausschließlich der Lärm, den der Wind verursacht.


    Als Windschutz hatte ich den UQP von Warbonnet in der XL-Version mit eingenähten DIY-Gummischnüren an den Seiten. Dadurch ist die gesamte Matte einschließlich Wooki vom UQP umschlossen und absolut winddicht verpackt.


    Als Alternative habe ich noch eine DIY-Windsocke und die Wintersocke von Dutch, die im Bereich des Kopfes ein Meshfenster hat.


    Ich habe aber festgestellt, dass die Kombi: XL-UQP und geschlossenes Mückennetz an der BB optimal ist. Durch den UQP ist von unten auch bei starken Wind kein Luftzug und damit auch kein Auskühlen zu spüren, der Luftzug oben stört nicht. Durch das Mückennetz wird der Wind außerdem ziemlich gut abgehalten und Kondensprobleme können so nicht auftreten.


    Mit der geschlossenen Socke wird es außer bei sehr starkem Wind schnell stickig. Außerdem hat man keinen Blick nach draußen und oben, womit wir wieder beim freien Blick auf den Sternenhimmel sind.

  • Mein Hauptanliegen wäre ja, meinen Quilts in den kühleren / der kalten Jahreszeit noch ein paar Grad mehr entlocken zu können, gerade wenn womöglich noch etwas Wind ins Spiel kommt. Aber stimmt schon: Den freien Blick in den Nachthimmel habe ich in diesem trockenen Sommer auch schätzen gelernt.


    Die von euch ins Spiel gebrachten Produkte muss ich mir mal noch genauer anschauen. Mein Ziel wird aber sicher bleiben: einfach und MYOG, denn meine Hängematten sind aktuell alle länger als die Standardgrössen.


    Wenn ich mal grob beim oben dargestellten Windsocken bleiben sollte, gäbe es wohl grob die folgenden Möglichkeiten, die ich als Anregung mal kurz zeige:


    Mal das Standard-Bottom-Entry-Cover in einer gedeckten Farbe (auch Braun wäre denkbar):



    Das könnte - wenn ich versuche, oben einen groben Konsens zu entdecken - etwas stickig sein.


    Dann das Cover mit Fenster:



    Da ich mir gerne die Möglichkeit offen halten möchte, in beide Richtungen zu liegen, müsste ich so ein Fenster beidseitig anbringen, allenfalls verschliessbar.


    Dann wäre da die Möglichkeit, am Kopf- und am Fussende etwas Belüftung zu schaffen:



    Da das Fussende in der Regel etwas höher hängt, würde hier tendenziell am Fussende etwas Warmluft abziehen und vom Kopfende her frische Luft nachströmen.


    Nun wäre noch die Möglichkeit, einen grösseren Teil des Covers aus luftdurchlässigerem Stoff (z.B. Netz) zu gestalten:


    Einmal mit einem oberen Bereich aus leichterem Stoff auf der ganzen Länge:



    Ein gewisser Windschutz wäre hier noch immer gegeben, zudem auch der freie Blick in den Nachthimmel (im Falle der Verwendung eines Netzes).


    Oder dann zum Schluss noch ein oberer Bereich aus leichterem Stoff nur auf der Kopfseite:



    Hier wäre der Fussbereich etwas besser vor Zugluft geschützt und man hätte dennoch den (fast) freien Blick ins Sternenzelt (sofern man ein Netz verwendet).


    Rein optisch würde mir die Variante mit den Öffnungen am Kopf- und am Fussende gut gefallen, aber sicher auch die letzte Variante mit dem abgeschrägten Anteil aus Netz- oder sonst einem leichten winddurchlässigen Stoff. Aber selbst ein Fenster wäre denkbar.


    Von den oben verlinkten Stoffen ist keiner besonders winddicht, sprich: Ich kann durch alle relativ leicht warme Luft durchpusten. Da die Stoffe relativ günstig sind, könnte ich natürlich einfach mal einen Versuch wagen und schauen, was das bringt und wie es sich anfühlt.


  • Danke für deine Gedanken.


    Das mit dem Lärm habe ich kürzlich im September erlebt: Das Flattern des Tarps war so laut, dass ich lange nicht schlafen konnte. Zudem hatte ich etwas Sorge wegen allfälliger herabfallender Äste. Es ging dann zum Glück alles gut.


    Die Idee, einen Schutz für den Unterquilt zu nutzen, ist eine wichtige Ergänzung, die ja auch TreeGirl bereits eingebracht hat. Danke. Wenn ich es richtig verstanden habe, wäre das quasi eine sehr leichte Hängematte aus einem atmungsaktiven, aber wasserabstossenden und winddichten Stoff, die man relativ lose unter dem Unterquilt aufhängt. Ich habe noch daunendichten, kalandrierten und wasserabweisend behandelten Stoff (Argon von Dutch). Ob das allerdings eine gute Wahl wäre, weiss ich nicht. Welchen Stoff würdet ihr dafür empfehlen (allenfalls von Extremtextil)? Vollständig wasserdicht wäre ja vermutlich wegen allfälliger Kondensprobleme nicht zu empfehlen.


    Ein Bottom-Entry-Bugnet hätte ich bereits, das ich für Hängematten bis gut 340cm Länge nutzen könnte. Für besonders garstige Bedingungen könnte ich dann die entsprechende Socke (Thema des Fadens) nutzen. Vielleicht wäre aber tatsächlich ein Underquilt-Protector eine Lösung, die für mich bereits reichen könnte. Allerdings weiss ich nicht, wie gut ein solcher einen klassischen Unterquilt (wie meinen Incubator) vor seitlich eindringender Zugluft schützen würde, da er ja zum Teil nach oben über die Ränder der Hängematte hinausreicht.

  • Also meine Favoriten waeren Variante 2 mit einem zusaetzlichen vent am Fussende oder Variante 5. Ich wuerde die vents aber nur so gross machen, wie Du sie wirklich brauchst und die schliessbare Option finde ich ein sehr gute Idee, besonders wenn Du darueber nachdenkst, am Kopfende an beiden Seiten vents anzubringen. Bei Wind koennte das vielleicht etwas zuviel werden und da waere es bestimmt gut, wenn man eine Seite schliessen kann. Zusaetzlich solltest Du Dir vielleicht ueber tieouts Gedanken machen. Das hat WB sehr gut geloest wie ich finde (siehe Fotos unten). Zu Stoffen kann ich nicht viel sagen, aber was auch immer WB fuer die topcover verwendet ist gefuehlt nicht stickig. Man benutzt es ja auch wenn es frisch draussen ist. Nylon wird halt nur problematisch, wenn sich zuviel Kondens bildet, denn dann wird es echt nass und wandelt sich dann natuerlich bei entsprechenden Temperaturen in Frost um, was auch sehr unangenehm werden kann. Besonders das Oeffnen der Socke mit einem Reissverschluss und die damit zusammenhaengenden Bewegungen lassen es schneien. Kann man dann natuerlich aus der Matte schuetteln, aber ein Konzept ohne Reissverschluss ist hier evtl. besser.


    [ATTACH=JSON]{"data-align":"none","data-size":"full","data-attachmentid":51215}[/ATTACH]
    Hier meine Sparrow. Vent am Fussende und zusaetzlicher, langer, schraeger vent im Kopfbereich. Hier kannst Du zur Seite wie nach oben rausschauen. Allerdings nur einseitig.


    [ATTACH=JSON]{"data-align":"none","data-size":"full","data-attachmentid":51216}[/ATTACH]


    Hier die BB XLC in der Socke (UQP + Topcover zusammengezippt). Vents sind der Schlitz am Fussende und am Kopfende zwischen den tieouts.


    [ATTACH=JSON]{"data-align":"none","data-size":"full","data-attachmentid":51217}[/ATTACH]


    Hier nochmal nach etwas Schneefall. Den vent am Fussende habe ich mit einem Rucksack abgedeckt und der vent am Kopfende ist durch seine Lage und die Abspannung durch die tieouts am Kopfende geschuetzt. Das Prinzip gefaellt mir wie gesagt sehr gut. Deshalb finde ich auch Deine Idee mit den schliessbaren vents eine super Idee.

  • Danke für deine weiteren Gedanken, [USER="4249"]BoundryWaters[/USER].


    Die Belüftungsöffnungen nur so gross, wie ich sie brauche, wäre auch mein Ziel. Oder anders gesagt: So klein wie möglich und so gross wie nötig. Nur weiss ich leider eben genau nicht, wo hier mein persönliches Wohlfühlmass liegt, welches zudem ja auch von den herrschenden Bedingungen abhängt. Ich denke, da bleibt mir nur, es einfach auszuprobieren.


    Tie-outs sind sicher eine gute Idee. Da mir aber seit längerer Zeit eine integrierte Hängematte samt Mückennetz mit Tie-outs vorschwebt, würde ich mir ein Cover mit Tie-outs vielleicht eher als Winteraufbau für dieses Projekt aufsparen, falls jenes mal Wirklichkeit wird und sich im Sommer bewähren sollte. Allfällige kleine Tie-outs könnte ich bei Bedarf bei meiner Socke immer noch nachträglich anbringen, um die Distanz zwischen Cover und Hängematte etwas zu vergrössern. Mein gleich gebautes Mückennetz berühre ich aber eigentlich nicht; ich denke deshalb, dass das auch mit der ähnlich gebauten Socke kein Problem sein sollte.


    Ich hatte da heute noch eine Idee für eine Variante 6, die Variante 5 ähnelt, bei der aber die Belüftungsöffnung verschliessbar wäre, ohne dass man dazu Reissverschluss oder Klettband benötigen würde. Falls ich die Idee für praktikabel halte, kann ich sie mal noch anfügen.

  • Hallo zusammen,


    das ist ja verrückt! Genau darüber mache ich mir seit ein paar Tagen Gedanken. Allerdings ist mein Ansatz bisher, ein Tarp mit einem UQP zu kreuzen und noch zusätzlich das Mückennetz zu verwursten. Bisher habe ich es nicht gezeichnet, kann es also nur beschreiben:
    Ein UQP in voller Länge der HM, der aus mehreren Bahnen zusammensetzt ist, wie bei einer Landkarte vom Globus „abgeschält“. Entlang beider Kanten RVs zu einem Mückennetz, das über die RL (oder bis zum First des Tarps?) geht. Zusätzlich auf jeder Seite noch einen RV, mit dem der UQP quasi als schwebender Zeltboden in das Tarp eingezippt werden kann.
    Das Tarp wie auch das Moskitonetz können so an oder über der RL aufgerollt verstaut bleiben, bis ich sie brauche. Über die RVs können beliebig große Lüftungsmöglichkeiten geöffnet werden.
    Für das Tarp will ich Silnylon verwenden und die Nähte des RV mit Silnet oder dem Wacker Zeugs (P40?) abdichten. Der UQP soll aus atmungsaktivem Stoff sein.
    Bisher nur Gedankenspiele... Es sind noch viele Fragen offen: Wie groß soll das Tarp sein? Wie kommt die Aufhängung der HM durch das Tarp? Ist ein „Ärmel“ mit Tunnelzug dicht genug gegen Wasser, das an den Gurten herunter läuft? Könnten eingenähte/eingeklebte Dogbones in den „Ärmeln“ als Zwischenglied der Aufhängung funktionieren? Kann der UQP gleichzeitig als Ablage/Gearhammock verwendet werden?
    Ich sehe schon, das will gut geplant werden!


    Soweit...


    Dem Jim sein Mentor

  • Ich bin ja leider im HM Bereich (noch) kein DIYselfer, stelle mir die Herstellung dieser Variante aber ziemlich simpel vor. Mesh kann man hier ja an den gewuenschten Stellen einbauen und Reissverschluss gibt es auch keinen. Einfach Klappe hoch und runter. Damit die Klappe bei Wind unten bleibt, ist auf der Innenseite eine Tasche eingenaeht, in die man zum Beschweren etwas hineinlegen kann. Das ist in diesem Fall eine "Molly Mac" Canvas Socke fuer den verschaerften Wintereinsatz, aber diese sollte sich ja auch relativ easy mit Nylon herstellen lassen. Ohne jemals an einer Naehmaschine gesessen zu haben, glaube ich, dass es im Bereich Socken viel einfacher wohl nicht mehr geht. Zero Schnickschnack...


    [ATTACH=JSON]{"data-align":"none","data-size":"full","data-attachmentid":51223}[/ATTACH]


    [ATTACH=JSON]{"data-align":"none","data-size":"full","data-attachmentid":51224}[/ATTACH]

  • Ich bin ja leider im HM Bereich (noch) kein DIYselfer, stelle mir die Herstellung dieser Variante aber ziemlich simpel vor. Mesh kann man hier ja an den gewuenschten Stellen einbauen und Reissverschluss gibt es auch keinen. Einfach Klappe hoch und runter. Damit die Klappe bei Wind unten bleibt, ist auf der Innenseite eine Tasche eingenaeht, in die man zum Beschweren etwas hineinlegen kann. Das ist in diesem Fall eine "Molly Mac" Canvas Socke fuer den verschaerften Wintereinsatz, aber diese sollte sich ja auch relativ easy mit Nylon herstellen lassen. Ohne jemals an einer Naehmaschine gesessen zu haben, glaube ich, dass es im Bereich Socken viel einfacher wohl nicht mehr geht. Zero Schnickschnack...


    Danke für den Hinweis. Ich verstehe nicht so recht, wie diese Socke genau aufgebaut und geschnitten ist.

  • Wenn ich mich nicht täusche, könnte man die Windsocke aus dem ersten Post relativ einfach so abändern, dass man - ohne Reissverschlüsse oder Klettverschlüsse verwenden zu müssen - verschliessbare Fenster hätte:


    Socke mit geöffnetem Fenster


    Socke mit geschlossenem Fenster


    Man gestaltet das Fussende aus Moskitonetz oder schafft dort eine Öffnung, die man mit Moskitonetz verschliesst. Diese eher kleine Öffnung sorgt permanent für eine Grundbelüftung.


    Im Kopfbereich näht man Moskitonetz auf die Socke auf und schafft unter dem Moskitonetz aus dem vorhandenen Stoff einen grossen Flügel: Der feste Stoff kann dann wahlweise am Kopfende (Fenster geschlossen) oder oben in der Mitte der Hängematte (Fenster offen) eingehängt werden:


    Socke mit Markierungen zur Verdeutlichung


    Der grünen Linie entlang sind Moskitonetz und der Stoff des Flügels miteinander vernäht. Der blauen Linie entlang ist der Flügel nicht festgenäht. Bei den roten Kreisen kann der Flügel mit einer Gummikordel eingehängt werden, um das Fenster zu öffnen oder zu verschliessen.


    Socke mit Markierungen für zwei separate Flügel


    Wenn man den einen grossen Flügel an der oberen blauen Linie in zwei separate Flügel aufteilt, können diese auch separat geöffnet und geschlossen werden. Ist wenigstens ein Flügel geöffnet, so kann dieser als «Breathalizer» fungieren.


    Ob man die Flügel (grüne Linie) besser etwas schräg anbringt (wie im Bild) oder eher durch eine mehr senkrechte Linie, müsste ich mir nochmals in Ruhe überlegen. Wenn man keinen «Breathalizer» wünscht, könnte man auch eine oder zwei Kordeln und Schlaufen anbringen, mit denen man die zusammengerollten Flügel hochbinden könnte.


    Damit allfälliger heftiger Wind die geschlossenen Türen nicht zu sehr eindrückt, könnte man beim orangen Kreis noch einen kleinen Haken (z.B. Mitten Hook) anbringen, mit dem man den Flügel zusätzlich fixieren könnte.


    Die Flügel könnte man selbstverständlich auch kleiner gestalten (z.B. nicht bis zur Spitze der Hängematte). Es geht mir hier bloss mal um die Grundidee...


    Eigentlich ein recht einfaches Konzept, wie ich finde. Mir würde letztlich aber dennoch die simple Socke aus dem ersten Post am besten gefallen. Keep it simple. Nur befürchte ich aufgrund eurer Rückmeldungen, dass die Socke dann zu stickig sein könnte.

  • Mein Wind- und Kältebackup ist ein winddichtes Bivi, dass man über den Topquilt ziehen kann. DerUQ bleibt aber ungeschützt. Ein UQP ist also immer sinnvoll.
    Bringt so um die 5°+ und schützt vor Wind, zB. von Cumulus (142 g ) oder Katabatic-Gear (196 g). Letzeres eignet sich auch bestens für den Bodenbrüter.

  • Die Möglichkeit mit dem Biwacksack hat mir nicht so gefallen. Bringt tatsächlich recht viel zusätzliche Wärme, mir wurde es aber im Sack bis zum Morgen zu feucht. Ich könnte das aber mit meinem Ajungilak-Biwacksack nochmals ausprobieren; der atmet besser als der, den ich bei meinen Versuchen genutzt hatte.


    Der Nachtteil eines 360°-Sockens ist aus meiner Sicht, dass man dafür deutlich mehr Stoff braucht. Wenn er drehbar sein soll wie der von Dutch mit dem Fenster, dann brauche ich dafür eine "Stoffwurst", die etwas länger ist als die verwendete Hängematte (in meinem Fall also gegen 370cm Stoff und davon dann zwei Bahnen). Wenn ich ihn oben nur ridgeline-lang gestalte, wird er zwar leichter, ist dafür aber nicht mehr drehbar. Mehr Stoff als für einen Bottom-Entry-Socken braucht man aber immer noch: Man benötigt deutlich breitere Stoffbahnen, denn diese müssen die Hängematte ja komplett umschliessen.