Fortschritt beim Zuschnitt: mein derzeitiger Workflow

  • Hallo zusammen,


    ich habe anlässlich einer 11-Hängematten-Massenproduktion meine Arbeitsweise beim Zuschnitt von Ripstop-Stoffen etwas optimiert und bin viel zufriedener als vorher. Das will ich Euch natürlich nicht vorenthalten.

    • An einer Stoffkannte die gewünschte Länge abmessen.
    • entlang des Ripstop-Musters mit einem dünnen UHMWPE-Faden (Angelschnur) heften (etwa alle 30 cm reicht)
    • das eine Ende der Schnur an einem Nagel in einem langen Brett befestigen, an's andere Ende ein Gewicht hängen und über einen zweiten Nagel am anderen Ende des Brettes führen. Dadurch wird die Schnur straff und richtet den Stoff fast von alleine sauber aus. Noch ein paar kleine Zupfer an den Webkanten und gut ist's.
    • Dann eine Aluschiene an den Nägeln anlegen und den Stoff mit dem Lötkolben abschneiden.


    Hat wunderbar funktioniert. Äußerst sauber und einfach. Pro Schnitt habe ich etwa 5 Minuten gebraucht.


    Hier noch ein paar Bilder:


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  • Beitrag von echinotrix ()

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  • Legst du da dann gleich mehrere Stoffe übereinander? Das wäre dann doch echte "Massenproduktion"! Nur müsste man da dann die Häuschen zählen, um immer genau die gleiche Stelle zu erwischen.


    Ich glaube, dass ich einen Schnitt dem Ripstop-Muster entlang auch mit der Schere hinbekomme. Die Idee liesse sich aber auch für meine Kurven nutzen:

    • Kurvenpunkte alle 10cm markieren.
    • Faden wie von dir beschrieben durchziehen.
    • Wie von dir beschrieben vorgehen und aus der Kurve eine Gerade machen.
    • Mit einem per Definition geraden Lineal die Kurve schneiden!

    Der letzte Schritt wäre definitiv der eleganteste. :)


    Bisher hatte ich immer die Kurve aufgezeichnet und dann mit der Schere der Markierung entlang abgeschnitten.


    Danke fürs Teilen der Idee!

  • Ich hab da auch was nicht verstanden.
    Warum so ein riesen Aufwand für 5 Minuten?


    Ich lege den Stoff auf eine Zuschnittmatte, zeichne mit einem Magicmarker an, lege eine Alu Richtlatte drauf und fahre mit dem Rollschneider entlang.
    Das geht auch mit 2 Lagen Stoff.
    Mit dem richtigen Vorsatzteil auch mit dem Heißschneider.


    Genauigkeit in allen Ehren. Bei Metallbearbeitung unerlässlich. Aber bei Hängematten?
    Wenn Du 11 Stück nähst, ob da eine 1-2 cm kürzer ist als die Andere,
    oder der Teil, der eh gerafft wird, gerade genäht ist oder nicht, sieht kein Mensch.
    Die lange Kante sollte dafür schon gerade sein. Aber bei Stoffbreiten von 150cm ist das eh so wie von der Rolle.
    Muss also selten geschnitten werden.


    Machs Dir net so schwer. ;)

  • Ich muss sagen, dass ich entweder die Technik nicht richtig verstanden habe, oder den besonderen Nutzen dieser Technik. Du schneidest nur die kurzen Kanten auf diese Weise, richtig? Die kriege ich auch mit Heissschneider und Lineal auf das Kästchen genau in 5 Minuten pro Kante geschnitten. Wesentlich aufwändiger sind die langen Kanten.


    Genauigkeit in allen Ehren. Bei Metallbearbeitung unerlässlich. Aber bei Hängematten?
    Wenn Du 11 Stück nähst, ob da eine 1-2 cm kürzer ist als die Andere,
    oder der Teil, der eh gerafft wird, gerade genäht ist oder nicht, sieht kein Mensch.
    Die lange Kante sollte dafür schon gerade sein. Aber bei Stoffbreiten von 150cm ist das eh so wie von der Rolle.


    Ja und nein. Darauf achten tun wohl die wenigsten Menschen. Aber zum Teil merkt man es schon, wenn die Hängematte nicht gleich lang ist. Ein bis Zwei Zentimeter Gesamtabweichung fallen nicht stark auf, aber danach kann es spürbar werden. Bei meinen Versuchen mit geformten Hängemattenenden war ich jedenfalls zum Teil unangenehm überrascht, wie stark sich 3cm Abweichung bemerkbar machen. Aber vielleicht bin ich auch die Prinzessin auf der Erbse. Wäre vielleicht auch eine Versuchsanordnung beim nächsten Treffen wert.

  • Wenn Du 11 Stück nähst, ob da eine 1-2 cm kürzer ist als die Andere,
    oder der Teil, der eh gerafft wird, gerade genäht ist oder nicht, sieht kein Mensch.
    Die lange Kante sollte dafür schon gerade sein. Aber bei Stoffbreiten von 150cm ist das eh so wie von der Rolle.
    Muss also selten geschnitten werden.


    Ob der seitliche Rand total gerade ist, ist für den Komfort unerheblich. Bei der Länge kommt es allerdings schon ziemlich darauf an!


    Natürlich spielt es keine Rolle, wenn eine Hängematte 1cm bis allenfalls 2cm länger oder kürzer ist. Das ist aber auch gar nicht der Punkt hier. Hier geht es darum, dass die Schnittkante am Kopf- und am Fussende exakt ist.


    Ich experimentiere schon länger mit Kurven in dieser Schnittkante herum und glaub mir: Da merkst du jede Ungenauigkeit. Du darfst nicht vergessen, dass die Verkürzung der Hängematte um 1cm den tiefsten Punkt ebenfalls um etwa 1cm anhebt. Wenn du da bei der Länge zufällige Schwankungen um 1cm (oder gar 2cm) hast, dann spürst du das als Wellen auf der "Liegefläche". Das gilt sowohl bei geradem Zuschnitt als auch bei einer gezielten Kurve: Der Zuschnitt sollte möglichst genau sein!


    Insofern decken sich meine Erfahrungen exakt mit dem, was [USER="46"]TreeGirl[/USER] gleich über mir bereits festgestellt hat. Vielleicht merken das andere weniger und ich spüre auch jede Erbse. Aber vielleicht noch ein weiteres Beispiel:


    Meine gerade geschnittene Hängematte aus Hexon W 1.6 finden die wenigsten Leute bequem. Meine Hängematte mit einer Kurve drin aus dem exakt gleichen Stoff finden die meisten Leute super bequem. Mit anderen Worten: Eine gezielte Kurve kann die Hängematte bequemer machen, aber ungenaues Arbeiten brächte das höchstens zufällig mal hin.

  • Aber er schneidet doch gerade, und keine Kurve.


    Vielleicht ist da ein Video besser um zu zeigen, was er meint.


    Es spielt doch keine Rolle, ob man gerade oder in einer Kurve schneidet. Der Punkt ist: Es muss genau geschnitten werden, weil sich sonst der Komfort der Hängematte unberechenbar verhält. Bei meinem letzten Abschnitt ging es einzig darum, nochmals zu verdeutlichen, dass genaues Arbeiten wichtig ist, um das gewünschte Resultat zu erzielen, ungenaues Arbeiten hingegen schnell zu einem spürbar unbequemen Resultat führen kann.


    Aber ich denke auch, dass [USER="89"]echinotrix[/USER] sicher noch etwas genauer schreiben oder zeigen wird, wie er das meint.

  • Um es hoffentlich etwas zu verdeutlichen: die Hängematte kann leicht parallelogramförmig sein, d.h. schräge Kanten haben, solange die Stofflänge zwischen den kurzen Kanten gleich bleibt. Im Fall einer 11' Hängematte also 335cm. Wenn sie auf der einen Seite aber 335cm und auf der anderen Seite 339cm lang ist, kann man den Unterschied merken. Wenn man Glück hat, ist der Effekt positiv. Aber wahrscheinlicher ist es, dass sich die Hängematte "seltsam" anfühlt.


    Was die langen Kanten betrifft sind Abweichungen nicht so tragisch, aber gerade bei den üblichen 150cm schmalen Stoffen geht leider schnell merkbar Liegefläche verloren, wenn man nicht gut schneidet.

  • Dazu kommt noch, dass die Stoffe oft sehr schräg abgeschnitten werden. Manchmal entsteht da eine Art Kurve, manchmal ist die eine Seite rund 5cm länger als die andere. Bei mir ist das immer ein Stoffverlust, weil ich die Schnittkante immer zuerst auf die letzte Häuschenreihe begradige, die auf der ganzen Breite zur Verfügung steht, um nicht auf der gegenüberliegenden Seite gleich schief schneiden zu müssen, wie vom Verkäufer vorgegeben.


    Beim Beispiel von TreeGirl würde die eine Seite der Hängematte rund 4cm weiter unten hängen als die andere, wenn man eine Schnittkante gerade ausführt und die andere lässt, wie man sie erhalten hat.

  • Ich glaube wir reden gerade sehr hitzig aneinander vorbei.


    Ich sagte ja nicht, dass man bei Hängematten ungenau arbeiten kann.
    Sondern nur, dass man nicht so exakt wie in der Metallbranche, wo es auf 10tel Millimeter ankommt, arbeiten muss und kann.
    Beim Schneiden zieht sich der Stoff immer etwas. Der Stift, die Kreide etc ist relativ breit auch beim Nähen, wenn man die Stoffe per Hand führt, gibt es Schwankungen.
    Steinigt mich jetzt nicht als der, der ungenau arbeitet.


    Es geht doch um Echinotrix Konstruktion um seinen Workflow zu optimieren.
    Und da war meine Frage, ob der Aufwand für einen geraden Schnitt oder einen kurvigen Schnitt gemacht ist.


    Da gehts jetzt um 11 Hängematten. Vielleicht zu wenig sich andere Arbeitsmaterialien anzuschauen und man schaut, was man im Keller liegen hat.
    Es geht immer besser, professioneller. Muss sich halt auch lohnen.


    Für mich hat die Anschaffung einer großen Zuschnittmatte, Kreuzlinienlaser, Rollschneider gelohnt. Ich bin schneller fertig mit Zuschnitt.
    Ist aber auch der Unterschied, ich arbeite gewerblich und will das auch noch ein paar Jahre.
    Für ein paar Hängematten lohnt sich das, was ich verwendet natürlich nicht.

  • Ja, gewerblich lohnt sich so ein Aufwand nicht. Aber echinotrix näht ja nicht gewerblich, sondern für Freunde und Familie. Da sind die Ansprüche meist andere. Wenn ich Hängematten für mich nähe, möchte ich, dass sie meinen persönlichen Standards entsprechen. Natürlich versuche ich auch die Arbeitsabläufe zu optimieren, aber z.B. hätte ich weniger Freude an der fertigen Matte, wenn ich weiss, dass ich quer über sämtliche Ripstop-Karos geschnitten habe. Andere stört es nicht, aber das ist ja auch mit ein Grund warum ich selber nähe. Das Nähen selbst macht mir wenig Spaß. Es ist die Befriedigung eine möglichst perfekte Hängematte genäht zu haben die mich motiviert. In gewisser Weise ist das wohl auch ein "Lohn".

  • Na sowas, da ist man mal kurz weg und schon bricht eine rege Diskussion vom Zaun.


    Meine Intention war einfach nur, Anregungen zu geben. Ich wollte damit nicht sagen, dass meine Arbeitsweise die beste/effektivste/einfachste ist. Jeder hat andere Ansprüche und Vorlieben. CYOF - cut your own fabric.


    Wenn Du 11 Stück nähst, ob da eine 1-2 cm kürzer ist als die Andere, ...


    Das spielt in der Tat kaum eine Rolle.


    ... oder der Teil, der eh gerafft wird, gerade genäht ist oder nicht, sieht kein Mensch.


    Das wiederum ist in meinen Augen sehr wohl wichtig. Wie [USER="153"]Waldläufer70[/USER] weiter unten auch sagt, habe ich den Eindruck, dass Ungenauigkeiten beim Zuschnit der kurzen Kante einen großen Einfluss auf das Liegegefühl haben können. Deshalb ist es mir wichtig, dass ich hier möglichst exakt am Ripstopmuster entlang arbeite.


    Ich lege den Stoff auf eine Zuschnittmatte, zeichne mit einem Magicmarker an, lege eine Alu Richtlatte drauf und fahre mit dem Rollschneider entlang.
    Das geht auch mit 2 Lagen Stoff.


    Vielleicht sollte ich meine vorherige Vorgehensweise kurz beschreiben, zum Vergleich. Ich habe keinen so großen Tisch, deshalb habe ich das bisher immer auf dem Boden gemacht. Das war ziemlich anstrengend. Insbesondere das Anzeichnen war sehr mühsam: Stoff möglichst ordentlich auslegen, Kreuzlinienlaser ausrichten und dann entlang der Laserlinie mit einem Marker anzeichnen, ohne dabei den Stoff zu verrutschen. Das ist regelmäßig schief gegangen, was ich mich da geärgert habe. Und beim Zuschnitt musste ich dann meine 50cm-Zuschnittmatte mehrmals unter der Alulatte weiterziehen, wodurch auch wieder der Stoff verrutschte. Also wieder hinzupfen, die nächsten 40 cm mit dem Rollschneider schneiden, usw. Was ich da geschwitzt hab! Und das Ergebnis war nie so genau, wie ich das gerne hätte (~ 1 Kästchen).


    Du schneidest nur die kurzen Kanten auf diese Weise, richtig? Die kriege ich auch mit Heissschneider und Lineal auf das Kästchen genau in 5 Minuten pro Kante geschnitten.


    Also mehr oder weniger frei Hand, oder? Kurzes Lineal, ohne Anzeichnen? Das habe ich auch schon mal überlegt, aber noch nicht ausprobiert. Sollte ich vielleicht mal machen.


    Wesentlich aufwändiger sind die langen Kanten.


    Auch wenn das für Dich wahrscheinlich keine Option ist: Ich lass die Webkante dran. Ich schlag 1 Kästchen innerhalb der letzten Lochreihe um und dann nochmal so, dass die Fransen komplett im Umschlagsaum verschwinden. Ich sehe hier keinen Nachteil, nur Vorteile: deutlich weniger aufwändig, genau so stabil, optisch genau so sauber.


    Es geht doch um Echinotrix Konstruktion um seinen Workflow zu optimieren.
    Und da war meine Frage, ob der Aufwand für einen geraden Schnitt oder einen kurvigen Schnitt gemacht ist.


    Meine Arbeitsweise geht für beides, auch für Kurven.


    Allgemein gilt wie immer, dass Kosten und Nutzen in einem jeweils vertrebaren Verhältnis stehen müssen, und dass das Bessere des Guten Feind ist. Für mich war das sosowhl zeitlich als auch was die Genauigkeit betrifft ein großer Fortschritt. Gekostet hat's mich nur ein paar Euro für einen Lötkolben (der Empfehlung unseres geschätzten Kollegen [USER="14"]Mittagsfrost[/USER] folgend, danke dafür).


    vorher: ~10 Minuten pro Schnitt bei einer Genauigkeit von ~4 Kästchen
    jetzt: ~5 Minuten pro Schnitt bei einer Genauigkeit von <1 Kästchen


    Und vor allem: ich muss nicht mehr auf dem Boden rumkriechen und schwitzen, und mich auch nicht mehr über verrutschten Stoff ärgern.


    Trotzdem: in einem Jahr mach ich's wahrscheinlich wieder anders, kann ich jetzt schon sagen.

  • Also mehr oder weniger frei Hand, oder? Kurzes Lineal, ohne Anzeichnen? Das habe ich auch schon mal überlegt, aber noch nicht ausprobiert. Sollte ich vielleicht mal machen.


    Nein, nicht frei Hand. Ich habe mir ein 30cm Alu-Lineal besorgt, und ein 30cm x 40cm Blech. Das Blech ist mein Schneidebrett. Darauf kommt der Stoff. Darauf lege ich das Alu-Lineal an den Kästchen entlang. Den Heissschneider ziehe ich dann wie einen Rollschneider am Lineal entlang. Gibt absolut saubere Kanten. Frei Hand habe ich bei den ersten 5 Hängematten gemacht - aber da habe ich ziemliche Wellen geschnitten. Außerdem war die Gefahr sich zu verschneiden viel größer, und langsamer war es auch.


    Auch wenn das für Dich wahrscheinlich keine Option ist: Ich lass die Webkante dran. Ich schlag 1 Kästchen innerhalb der letzten Lochreihe um und dann nochmal so, dass die Fransen komplett im Umschlagsaum verschwinden. Ich sehe hier keinen Nachteil, nur Vorteile: deutlich weniger aufwändig, genau so stabil, optisch genau so sauber.


    Das habe ich auch erst so gemacht. Aber gerade bei schmalen Stoffen ist mir mit dieser Methode einfach zu viel Breite verloren gegangen. Ich finde Hängematten mit einer Breite von 150cm schon grenzwertig, und versuche deshalb wirklich das Maximum aus jedem Stoff heraus zu holen. Das heisst, ich mache die Säume schmal - meist um die 7mm breit. Das geht aber bei den meisten "Webkanten" nicht. Zumindest, wenn man die teilweise recht großen Löcher vom Webstuhl im Saum verstecken will.


    Bei einem 180cm breiten Stoff ist das natürlich kein Problem mehr. Aber ich mag es auch nicht, wenn die Fransen durch die Nahtlöcher gucken. Womit wir wieder beim Thema Pingeligkeit sind ;)

  • Ein Freund hat kürzlich eine Warbonnet Blackbird XLC und eine Traveler erstanden. Bei der Traveler war ich ganz erstaunt, dass der seitliche Saum (aus meiner Erinnerung, ich habe sie nur einmal ganz kurz gesehen), nur etwa 5mm breit ist.


    Die kurzen Seiten habe ich lange Zeit mit Schneidmatte und Rollschneider geschnitten. Da fand ich es aber sehr schwierig, immer die Kästchen schön auf das Lineal auszurichten (oder umgekehrt). Zudem musste ich auch die Schneidunterlage immer wieder um 60cm nachschieben. Aktuell bin ich dazu übergegangen, bei gutem Licht ohne Markierung von blossem Auge mit der Schere den Kästchen entlang zu schneiden. Da habe ich pro Seite keinesfalls länger als 5 Minuten. Schwierig ist das bloss beim HyperD Diamond Ripstop Nylon, weil mir dort die klare Linie fehlt. Man muss sich die Linie von Rautenspitze zu Rautenspitze vorstellen und dann dieser nachschneiden. Schwierig.


    Bei einer rechteckigen Hängematte ist dann ja auch viel wichtiger, dass man den Stoff vor dem Nähen exakt den Kästchen entlang umbügelt. Der Schnitt selbst darf da auch leicht unsauber sein. Anders sieht es bei Kurven aus. Da messe ich von der geraden Kante aus die einzelnen Punkte, die ich dann auch auf dem Stoff markiere. Hier muss ich noch genauer arbeiten. Auch das Umbügeln des Stoffes muss dann noch einmal sehr genau passieren. Da könnte die Methode mit der Angelschnur tatsächlich eine Vereinfachung darstellen. Danke fürs Teilen der Idee.

  • Ein Freund hat kürzlich eine Warbonnet Blackbird XLC und eine Traveler erstanden. Bei der Traveler war ich ganz erstaunt, dass der seitliche Saum (aus meiner Erinnerung, ich habe sie nur einmal ganz kurz gesehen), nur etwa 5mm breit ist.
    .


    Da gibts Säumer die man an der Maschine montiert, an der Kante des Stoffes kurz vor dem Nähfuß.
    Oder direkt als Nähfuß für die aktuellen modernen Maschinen.
    Darin wird der Stoff geführt und so gelegt, dass er passend an der Nadel ankommt.
    Geil bei Strecken.
    Fummelig an den Ecken. Ist aber alles Übungssache.


    https://www.youtube.com/watch?v=H-i-AUXmBDQ


    Damit bekommste dann 5mm Saum hin.

  • Ich muss hier nochmal nachhaken. Vielleicht vorab: mein Zuschnitt findet derzeit immer noch auf dem Boden statt - mit einer Schere und Kreuzlinienlaser. Und ja, bequem ist anders - weswegen ich es auch spannend fand, als [USER="89"]echinotrix[/USER] das Thema aufgemacht hat und alle mal aufgeschrieben haben, wie sie denn so vorgehen. Also habe ich mir gedacht: steig doch mal auf Level 1 ein und das wäre die Vorgehensweise von [USER="46"]TreeGirl[/USER]: Unterlage, Stoff drauf, Lineal drauf, irgendwas Heißes zum Schneiden, fertig. Das hab ich mal so nachgestellt und siehe da: klappt prima, wenn es denn die typischen Karos gibt, die bei unseren Stoffen so üblich sind. Ich würde denken, dass ich damit alle geraden Schnitte nach diesem Verfahren deutlich präziser machen könnte.


    Aber was macht ihr bei dem Diamond Muster vom HyperD? Es erscheint mir sehr anstrengend zu sein, der Struktur in bestimmten Konstellationen zu folgen. Ich könnte mir maximal vorstellen, mit einem langen Lineal unter Missachtung der "Diamanten" präzise zu schneiden. Ein Lineal wäre meinem Laserstrahl, der nach 2m sicher schon 5mm breit ist, deutlich überlegen.Aber lang wäre dann ja schon das nächste Stichwort, denn wenn ich die Diamanten missachte, muss es entweder sehr lang sein, oder aber ich muss mich anderweitig orientieren. Das lange Lineal könnte ich analog zum Laser ja am Stoffrand grob ausrichten - aber möchte ich heiß schneiden, müsste ich regelmäßig die Schneidunterlage nachführen, wobei das Lineal verrutschen würde, oder?
    Die Anfangs erwähnte Arbeitserleichterung (mit der Schnur) erscheint mir zu groß für meine paar Hängematten und Tarps.


    An die Lötkolbenfraktion hätte ich noch eine Frage: Wieviel Watt hat euer Gerät? Zuhause habe ich mal meinen 30W Kolben hergeholt und weil ich für Elektroarbeiten eine andere Spitze benötige, habe ich mir kurzerhand eine passende selbst "geschmiedet". Das ging - aber fluffig war anders. Wahrscheinlich ist 30 Watt unterdimensioniert, oder?


    [USER="57"]Bernd Odenwald[/USER], hast Du mal einen Link für mich, welchen Magicmarker Du benutzt? Derzeit nutze ich einen Standardmarker. Punkte verschwinden zwar meistens in der Rollnaht, die nicht Rollnaht heißt sondern irgendwie anders , aber eben auch nicht immer.


    Außer Fragen kann ich den Thread aber auch anreichern. Neben meinen vorerst gescheiterten Versuchen, meine Schnitte demnächst heiß durchzuführen, habe ich auch interessante "Niederlagen" erlebt. Ich werde sie nicht weiter verfolgen, aber neugierig war ich schon, die Antwort auf die Frage zu finden: Kann man den Stoff eigentlich auch mit einem Laser selbst schneiden?
    Ja, kann man! Das geht sogar recht gut (jedenfalls deutlich besser als meine selbstgemachte Lötkolbenspitze. Verwendet habe ich einen Laser, den man für Gravurarbeiten in der chinesischen Bucht oder bei Amazon bekommt: https://www.amazon.com/INFINIT…achine-NEJE/dp/B073RXPR3H
    Führt man den langsam über den Stoff, schneidet er sehr sauber und sehr gut. Sollte jemand die Idee aber weiterverfolgen wollen, würde ich mindestens 2500mW empfehlen um Schnittgeschwindigkeiten von 1cm pro Sekunde zu erreichen. Mein Plan war, eine Führungsschiene zu bauen, auf der der Laser dann sauber hin und hergleiten könnte, so dass man präzise Schnitte bekommt. Der Vorteil ist in meinen Augen, dass der Schnitt ohne Materialberührung vollzogen wird. Kein versehentliches Verziehen des Stoffes, nichts.
    Warum verfolge ich die Idee nicht weiter? Nun das hat zwei Gründe: ein 2500mW Laser kostet ungefähr 70€, was sich bei mir nicht amortisieren würde und die Schnittgeschwindigkeit ist von mir nur hochgerechnet - ob sie dem cm/s entspricht, weiß ich also nicht. Zweitens: es handelt sich um Class4 Laser. Das bedeutet: ein noch so kurzer Kontakt mit dem Auge reicht und das war es. Die Schädigung tritt bei dieser Klasse schneller ein, als der Lidschlussreflex das Auge schließen kann.

  • Ja, HyperD :) Ein Albtraum wenn man unter der Zwangsstörung leidet, alles ganz genau machen zu wollen... Sobald ein Stoff Linien irgendwelcher Art hat, kann ich nicht anders: ich muss mich an den Linien orientieren. Beim HyperD heisst das, dass ich mir die Schneidelinie anzeichne, von Rautenspitze zu Rautenspitze. Würde ich den Stoff nicht so mögen, würde ich einfach auf einen mit Karos oder ganz ohne Ripstopmuster (so befreiend!) ausweichen. Und jetzt rate mal, warum ich Hängematten nicht kommerziell nähe :)


    Wenn ich weniger gestört wäre, würde ich es Folgendermaßen machen: Den Stoff so gerade und glatt wie möglich auf dem Boden auslegen, mir auf beiden Seiten markieren von wo bis wo ich schneiden will, und dann eine 2m Trapez-Kartätsche anlegen. Dann mit Kreide die Schnittlinie anzeichnen. Ich komme gut mit der Koh-I-Noor Schneiderkreide oder mit den Stabilo All Stiften (Graphit wenn es nicht ganz raus gehen muss, oder eine auf dem Stoff gut sichtbare Farbe von den Buntstiften wenn man es halbwegs raus waschen können will) zurecht. Wenn man den Strich hat, kann man wie gewohnt weiter machen. Hängemattenstoffe schneide ich eigentlich immer mit meinem Heissschneider (eine meiner besten Investitionen) damit sie nicht ausfransen; Tarpstoffe habe ich auch ganz gut mit einer guten Schneiderschere geschnitten. Mit dem Rollschneider stehe ich leider auf Kriegsfuß.


    Zur Lasertechnik kann [USER="173"]erik[/USER] glaube ich mehr erzählen. Wenn ich mich richtig erinnere, hat er damit erfolgreich experimentiert.


    ... Oder man bestellt sich bei Ripstopbytheroll ein Muster nach Maß :tongue: Die haben einen professionellen Laserschneider:


    https://youtu.be/y4haQ0phdpY

  • Ja, die Frage, welches die korrekte Bezeichnung für unseren Standard-Saum ist, habe ich mir auch schon öfters gestellt. Viele nennen ihn Rollsaum. Nur ist das eigentlich ein Abschluss für sehr leichte Stoffe in der Kleidungsbranche. Von einer gelernten Schneiderin, mit der ich mal mit 16 Jugendlichen Hängematten (diverse Modelle) genäht habe, habe ich den Begriff "Einschlag-Umschlag" gelernt. Nur stellt sich da wieder die Frage, ob der Einschlag da immer gleich breit sein muss wie der Umschlag.


    Kurz, ich weiss es nicht. Vermutlich sind schlicht und einfach verschiedene Begriffe in Umlauf und deren Verwendung ist nicht immer einheitlich. Solange wir wissen, was gemeint ist, ist das ja nicht weiter schlimm. Ich persönlich werde bei "Einschlag-Umschlag" bleiben, aus dem einfachen Grund, weil ich das von besagter Schneiderin so gelernt habe und ein Rollsaum tendeziell etwas anderes ist.


    PS: Das HyperD mit dem Diamant-Muster schneide ich - wie oben bereits erwähnt - freihändig mit der Schere von Spitze zu Spitze der "Diamanten". Erfordert bei mir aber extreme Konzentration und macht definitiv keinen Spass.