Hallo,
wie angekündigt fanden [USER="67"]xuanxang[/USER] und ich uns am 28.10. in Rüdesheim ein, um gemeinsam zum Startpunkt in St.Goarshausen zu fahren. Aufgrund der Bauarbeiten gab es keine direkte Zugverbindung und wir entschieden uns, mein Auto in Rüdesheim stehen zu lassen und mit Rolfs Wagen nach St.Goarshausen zu fahren. Ok, also umgeladen und ab auf die B42, Baustellenmarathon. Nach 30 Minuten Fahrt kamen wir in St.Goarshausen an, luden unsere Wanderwagen aus und machten uns reisefertig. Wo sind die Schrauben meiner Deichsel??? Achja, noch in Rüdesheim in meinem Auto. Also wieder zurück nach Rüdesheim. Da sich sonst keiner mehr gemeldet hatte und um 9 Uhr auch niemand am Bahnhof St.Goarshausen zu sehen war, entschieden wir uns, von Rüdesheim aus zu starten und dann mit der Bahn zurück zu fahren. So machen wir das!
Von Rüdesheim aus ging es durch die Weinberge zum Niederwalddenkmal. Trotz der frühen Tageszeit waren viele Touries unterwegs, vor Allem große Gruppen fotografierender Japaner. Wir fühlten uns ziemlich beobachtet, anscheinend sieht man in den Heimatländern wenig Wanderwagen.
Weiter ging es bei relativ gutem Wetter durch den Niederwald richtung Assmanshausen, vorbei an Zauberhöhle, Aussichtspunkte und Ruinen zum Jagdschloss. Abstieg nach Assmanshausen, auf der anderen Seite wieder hoch, schnell mal von 100hm auf 248hm, schweisstreibend!
Es wurde immer windiger und wir kamen kurz vor Mittag am Teufelskadrich an, ein über 300 Meter abfallender Steilhang mit Stein- und Blockschutthalden. In der dort stehenden offenen Schutzhütte war es allerdings zu windig und wir gingen noch etwas weiter zu einer eingemauerten Kammer, welche den Arbeitern in den Weinbergen als Wetterschutz und Essensplatz dient. Wieder waren wir die Sehenswürdigkeit Nr.1, zwei Freaks mit Wanderwagen, und kochen tun die auch noch?!?
Als nächstes kamen wir ins Bodental, wieder ganz runter ans Wasser, und auch wieder ganz rauf. Es folgten noch einige solcher Ab- und Aufstiege, ein Vogelschutzgebiet und viele Aussichtspunkte.
Gegen 16 Uhr sahen wir uns nach einem Lagerplatz für die Nacht um, leider waren wir nun etwas weiter unten und es gab keine Bäume, nur Sträucher und vereinzelte Obstbäume. Bis Lorch war es etwa noch eine Stunde, aber dort gab es ja gar keine Möglichkeit zum lagern. Wir wollten unbedingt im hellen aufbauen, wir hatten beide neue bzw. andere Ausrüstung als gewohnt dabei und das Risiko dass etwas nicht klappt und auch noch im dunkeln war zu groß.
Einzige Chance: ganz hoch auf den Taunuskamm! Mittlerweile war aus der Brise ein kleiner Sturm geworden und wir quälten uns wiedermal mit den Wanderwägen die Hänge hoch, jetzt aber im 90 Grad Winkel zur Höhenlinie, Was machen wir hier eigentlich?!
Endlich oben angekommen, fanden wir dann ein schönes Plätzchen, welches durch einen großen Steinhaufen auch noch etwas windgeschützt war. Die Kiefern neigten sich schon heftig im Wind und das knarzen hörte sich nicht gut an. Uns war gar nicht wohl, aber für alles andere war es schon zu spät und so bauten wir unser Lager auf. Rolf hatte eine GE Matte von [USER="46"]TreeGirl[/USER] mit Warbonnet Underquilt und selbst genähten Tarp dabei. Sein Warbonnet Superfly hat er mir ausgeliehen, vielen Dank nochmal dafür. Ich hatte meine neue Warbonnet Ridgerunner und zugehörigen Lynx Underquilt dabei. Der Aufbau ging problemlos, ich bin begeistert von Warbonnet. Zum kochen und späteren sitzen spannten wir als Windschutz noch ein DD Tarp auf, schönes Lager!
Der Wind wurde immer stärker und auch unangenehm feucht und kalt. Wir sassen noch bis etwa 22 Uhr am Lagerfeuer, welches wir aufgrund des Windes in meinem Holzvergaser brennen ließen.
Die Nacht war sehr unruhig und laut, die Tarps standen wie Segel im Wind und es regnete Äste. Als es endlich dämmerte, standen wir auf, frühstückten schnell und bauten im jetzt sehr starken Wind ab. Unsere Finger waren so kalt, wir konnten kaum Knoten öffnen.
Der Aufenthalt im Wald war viel zu gefährlich und unverantwortlich, wir brachen daher die Tour ab und entschlossen uns, am Rhein entlang zurück zu gehen. Dieser Plan wurde dann sehr schnell durchkreuzt, an der ersten Baustelle war mit unseren Wagen kein durchkommen. Ok, wir müssen hoch auf den Kamm, es gibt hier unten keine Wege....
Schlussendlich sind wir über den Rheinsteig zurück zum Teufelskadrich, haben dort Rast unter dem Tarp gemacht. Um den erneuten Abstieg nach Assmanshausen zu umgehen, gingen wir über Aulhausen zurück nach Rüdesheim. Nach insgesamt 44 km und vielen, vielen Höhenmeter kamen wir ziemlich kaputt wieder an unseren Autos an.
Trotz aller Widrigkeiten wieder eine schöne Tour, wenn auch sehr anstrengend.
Grüße
Andreas
Fotos kommen gleich......