Selbstspannende Tarpleinen mit eingespleisstem Shockcord

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  • Dutch hat soeben eine Möglichkeit vorgestellt, wie man selbstspannende Tarpleinen herstellen kann, bei denen das Shockcord (Gummischnur) in ein Hohlgeflecht eingespleisst wird.

    Das System gefällt mir sehr gut! Ich persönlich würde allerdings mit grosser Sicherheit das etwas dickere dynaGlide und ein etwas dickeres Shockcord verwenden. Das dynaGlide hält in den Standard-LineLocks zuverlässig. Zudem finde ich, kann eine etwas höhere Spannung bei einer selbstspannenden Leine nie schaden.

    Hier Dutchs Video:

    https://www.youtube.com/watch?v=-p8mePgmAPg

    PS: Hier findet man eine Diskussion und weitere Ideen zu selbstspannenden Leinen.

    • Offizieller Beitrag

    Sehr geil! - und einfach. Hammock Fairy ich brauche Material für die Wintermonate zum Basteln. Kannst du schon sagen, wann dein Shop online gehen wird?

  • Ja, Sehr geil! - und einfach. Aber auch ein bisschen absurd. Ok wenn man die Leinen schon am Tarp hat und nicht austauschen möchte ist die Methode sinnvoll. Aber wenn man anstatt der unelastischen existierenden Leinen eine 1 bis 2mm dünne Nylon (Polyamid PA) Schnur nimmt dann hat man über die Länge eine ähnlich elastische Schnur ohne was basteln zu müssen.

    Denkst du, dass eine Reepschnur so elastisch ist? Müsste man dann nicht wenn schon ein dünnes Paracord verwenden? Reepschnur zeichnet sich ja gerade dadurch aus, dass sie möglichst wenig elastisch ist.

    • Offizieller Beitrag

    Re Nylonschnur: das Problem mit der Nylonschnur ist, dass sie sich zwar dehnt, aber nicht zusammenzieht wenn man es brauchen würde - im Gegensatz zum Shock Cord. Die Tarpspanner sollen ja bewirken, dass die Dehnung vom Tarp ausgeglichen wird. Die Abspannleinen werden so stark wie möglich gespannt, und wenn sich das Nylon-Tarp durch Nässe dehnt, zieht sich das Shock Cord zusammen und sorgt dafür, dass das Tarp nicht zu sehr durch hängt. Die Nylonschnur dehnt sich zusammen mit dem Tarp (= zweifache Dehnung) - das Tarp hängt also mehr durch als wenn du Polyesterschnur ohne Tarpspanner verwendest.

    • Offizieller Beitrag

    Die Idee mit dem internen Tarpspanner finde ich interessant, und werde sie auch ausprobieren. Allerdings habe ich bei meinen Tarps keinen großen Unterschied zwischen Abspannleinen mit und ohne Spanner bemerkt. Was mir wichtiger ist, ist ein Element in der Abspannung zu haben, das reisst bevor es der Tarpstoff tut. Ich bin viel zu oft über meine Leinen gestolpert und hatte Glück, dass nie etwas passiert ist. Aber auf Hammockforums habe ich einige Fotos mit hässlichen Tarprissen gesehen. Deshalb werde ich wohl bei den (Hook/Tarp) Worms bleiben.

    • Offizieller Beitrag
    Zitat von Biker61

    Das hört sich so ein bisschen nach alternativen Fakten die ich für nur begrenzt zutreffend halte.

    "Alternative Fakten" - für mich das Unwort des Jahres 2017 und gleichbedeutend mit "Lügen"...

    Wenn Nylon tatsächlich selbstspannend ist, warum brauchst du dann überhaupt selbstspannende Tarpleinen? Warum sollten sich die Nylonschnüre anders verhalten als das Nylon-Tarp? Wenn deine Theorie stimmt, dann müsste doch eigentlich das Tarp an sich selbstspannend sein. Oder die Nylonfasern in der Schnur müssten sich aus irgendeinem Grund anders verhalten als die Nylonfasern in einem Stoff. Ich habe dazu keine Daten und ein Test ist mir den Aufwand nicht Wert. Wenn du die Nylonschnüre stark vorspannst, fällt die Längung vermutlich nicht so stark auf. Und vielleicht dehnt sich dein Tarp auch nicht so stark - das ist von Stoff zu Stoff unterschiedlich. Am schlimmsten dehnen sich die dünnsten Tarpstoffe (unter 1.1oz) - je schwerer, desto weniger die Dehnung, genau wie bei Hängemattenstoffen. Wenn du damit gut zurecht kommst dann bleib dabei. Bernd verwendet auch Tree Hugger aus Nylon, und es gibt genug Leute, die auf Paracord als Hängemattenaufhängung schwören. Aber die Behauptung Nylonschnüre wären selbstspannend klingt für mich einfach total unlogisch.

  • Wenn Nylon tatsächlich selbstspannend ist, warum brauchst du dann überhaupt selbstspannende Tarpleinen? Warum sollten sich die Nylonschnüre anders verhalten als das Nylon-Tarp? Wenn deine Theorie stimmt, dann müsste doch eigentlich das Tarp an sich selbstspannend sein. Oder die Nylonfasern in der Schnur müssten sich aus irgendeinem Grund anders verhalten als die Nylonfasern in einem Stoff. Ich habe dazu keine Daten und ein Test ist mir den Aufwand nicht Wert. Wenn du die Nylonschnüre stark vorspannst, fällt die Längung vermutlich nicht so stark auf. Und vielleicht dehnt sich dein Tarp auch nicht so stark - das ist von Stoff zu Stoff unterschiedlich. Am schlimmsten dehnen sich die dünnsten Tarpstoffe (unter 1.1oz) - je schwerer, desto weniger die Dehnung, genau wie bei Hängemattenstoffen. Wenn du damit gut zurecht kommst dann bleib dabei. Bernd verwendet auch Tree Hugger aus Nylon, und es gibt genug Leute, die auf Paracord als Hängemattenaufhängung schwören. Aber die Behauptung Nylonschnüre wären selbstspannend klingt für mich einfach total unlogisch.

    Es gibt einen Aspekt, in dem die Belastungen von Tarpstoff und Tarpleinen sehr unterschiedlich sind:

    • Beim Stoff verteilt sich der Zug auf unzählige Fasern. Wenn du den Stoff des aufgespannten Tarps zwischen die Finger nimmst, dann fällt auf, dass die Spannung eher gering ist, auch wenn die Leinen sehr stark gespannt sind.
    • Bei den Leinen kommt der Zug, der sich beim Stoff auf eine grosse Fläche verteilt, auf wenige Fasern zusammen. Der Zug pro Faser ist bei der Leine also um ein Vielfaches höher. Du kannst sie fast wie eine Gitarrensaite zum Klingen bringen (solange keine Seilspanner integriert sind).

    So betrachtet kann man schon dafür argumentieren, dass die Dehnung durch Nässe bei einer stark gespannten Leine möglicherweise geringer ist als der elastische Anteil, der nicht mit der Dehnung durch Feuchtigkeit einhergeht. Beim Stoff hingegen, wo die Spannung pro Faser sehr gering ist, dürfte der Anteil der Dehnung durch Feuchtigkeit pro Faser wohl schon deutlich höher liegen als bei der Abspannleine. Insofern kann ich [USER="4185"]Biker61[/USER]s Argumentation durchaus folgen.

    Allerdings ist auch mir eine wissenschaftliche Testreihe zu aufwändig. Ich bleibe wohl einfach bei meinen Schlaufen aus starkem Shockcord.

  • Was mir wichtiger ist, ist ein Element in der Abspannung zu haben, das reisst bevor es der Tarpstoff tut. Ich bin viel zu oft über meine Leinen gestolpert und hatte Glück, dass nie etwas passiert ist. Aber auf Hammockforums habe ich einige Fotos mit hässlichen Tarprissen gesehen. Deshalb werde ich wohl bei den (Hook/Tarp) Worms bleiben.

    Inwiefern soll ein Hook oder Tarp Worm dazu beitragen, dass ein Element der Aufhängung reisst, bevor der Tarpstoff über seine Grenze belastet wird? Das leuchtet mir nicht ein.

    • Offizieller Beitrag
    Zitat von Waldläufer70

    Ich hatte mir mal vom Paracord Typ 1 bestellt. Die 45kg Bruchlast finde ich fürs Tarp etwas knapp, dürfte aber reichen, wenn man mehrere Abspannpunkte verwendet.

    Warum sollten die 45 kg zu wenig sein? Ich hatte mal die Zugkraft bei einem normal straff gespannten Tarp gemessen und kam, glaube ich, auf rund 5 kg. Selbst wenn man 10 kg ansetzt, hätte man immer noch einen Sicherheitsfaktor von fast 5. Außerdem ist es mir lieber, wenn die billige Abspannung reißt und damit mein teures Tarp vor Beschädigungen schützt. Oder übersehe ich etwas in meinen Überlegungen?

  • Warum sollten die 45 kg zu wenig sein? Ich hatte mal die Zugkraft bei einem normal straff gespannten Tarp gemessen und kam, glaube ich, auf rund 5 kg. Selbst wenn man 10 kg ansetzt, hätte man immer noch einen Sicherheitsfaktor von fast 5. Außerdem ist es mir lieber, wenn die billige Abspannung reißt und damit mein teures Tarp vor Beschädigungen schützt. Oder übersehe ich etwas in meinen Überlegungen?

    Danke fürs Messen. Ich war mir nicht sicher, wie gross die Belastung auf einem einzelnen Seil sein würde. Das mit dem Schutz des Tarps leuchtet mir ein.

    Was ich mal getestet habe: Wenn ich das Tarp straff zwischen zwei Bäume spanne, kann ich den Finger immer noch locker hinter der Schnur durchführen, jedenfalls bei einem einigermassen dicken Baum. Erst nachdem ich das Tarp zum Boden hin abgespannt habe, ist mir das nicht mehr möglich. Ohne die Abspannung zum Boden hin würde ich deshalb behaupten, dass Massnahmen zum Baumschutz beim Tarp nicht unbedingt nötig sind. Aber das Abspannen zum Boden hin erhöht den Zug sehr deutlich. Baumschutz kann also nichts schaden, gerade bei eher dünnen Bäumen.

    • Offizieller Beitrag

    Zitat [USER="46"]TreeGirl[/USER] "Wenn du schon am testen bist, dann mach das Paracord doch gleich mal nass. Eigentlich müsste es sich dann noch mehr dehnen."

    Gute Idee, das habe ich vorhin gleich mal gemacht.

    Material: 550er Paracord-Mantel (ohne Kern) gelagert bei Raumtemperatur 14°C und Luftfeuchtigkeit ca. 40%
    Der Test wurde auch bei 14°C gemacht:

    Länge gemessen:
    Leine trocken, mehrfach leicht gesteckt um die Anfangslänge messen zu können
    Anfangslänge trocken bei 100 Gramm Last 150cm

    Leine 1 Stunde in Wasser eingelegt (14°C)
    Leine nass auch wieder mehrfach leicht gesteckt um die Anfangslänge messen zu können
    Anfangslänge trocken bei 100 Gramm Last 149cm

    Uups was ist denn da passiert? Die Leine ist um 1cm kürzer geworden! Normalerweise sollte Nylon sich doch ausdehnen wenn es Nass wird.
    Da es sich bei der Leine um ein Geflecht handelt und die einzelne Faser sich nicht nur in der Länge sondern auch im Durchmesser ausdehnt gehe ich davon aus das sich der geometrische Geflecht-Verbund wegen der dickeren Einzelfasern verkürzt. Bzw. im Umkehrschluss: würde die Einzelfaser unendlich dünn werden könnte man das Gefecht länger strecken.

    Also wenn das mal kein gute Nachricht ist: Der Paracord Mantel wir bei völliger Durchnässung sogar 0.67% kürzer.

    Kräfte gemessen für 10 cm Dehnung:
    (Anfangslast 100 Gramm)
    Leine trocken 8 Kg
    Leinen nass 4.9 Kg
    Fazit: Wird die Leine um konstant 10cm gedehnt und wird sie dann klatsch nass dann reduziert sich ihre Zugkraft von 100% auf 61%

    Dehnung gemessen bei konstanter Kraft: 8Kg
    Leine trocken: 10 cm Dehnung
    Leine nass: 14.2 cm Dehnung
    Fazit: Die nasse Leine ist wesentlich dehnbarer wenn sie nass ist.

    Und wie machen wir daraus nun eine selbst spannende Tarpleine?
    Na ja, man könnte so verrückt sein und seine Tarpleine mit einigen Tropfen Wasser in einem Plastik-Beutel aufbewahren.
    Wenn man dann das Tarp aufbaut und abspannt dann hat man eine nasse sehr elastische Leine zur Verfügung die sich bei trockenen Wetter zunehmend strafft.
    Wenn sich sonst nichts bewegt im System dann erhöht sich die Anfangsspannung um folgenden Faktor: 100 /61 = 1.64 bzw. +64% ( circa ! )

    Ist übrigens ein alter Indianer-Trick: Wenn die jemanden gefesselt haben dann haben die die Lederriemen vorher nass gemacht. Derjenige konnte sich auch bei Regen nicht mehr befreien. Und bei Sonnenschein hat er noch einiges mehr gelitten...

    • Offizieller Beitrag

    Danke für den Test.

    Klar kann man die Leinen vorher nass machen - aber die Frage ist, was gewinnt man dadurch? Das Problem das mit selbstspannenden Abspannleinen bekämpft werden soll ist doch dieses: man spannt Abends das trockene Nylon-Tarp straff ab, aber wenn das Tarp durch Regen oder Tau nass wird, dehnt es sich und hängt Morgens durch. Baut man ein Element wie Shock Cord ein, fängt das die Dehnung des Tarps bis zu einem gewissen Grad auf, weil es sich zusammenzieht, sofern es ausreichend gestreckt wurde.

    Nylon-Leinen dehnen sich zwar auch, ziehen sich aber nur zusammen wenn sie trocknen. Wenn du die Nylon-Leinen nass machst, bevor du das Tarp abspannst, gibt es zwei Möglichkeiten:
    1. Das Tarp bleibt trocken. Dann trocknen die Nylon-Leinen vermutlich auch und ziehen sich zusammen. Das Tarp ist Morgens straffer gespannt als Abends.
    2. Das Tarp wird nass. Dann bleiben die Nylon-Leinen nass und genauso lang wie sie zum Zeitpunkt des Abspannens waren. Leider dehnt sich das Tarp aber durch die Nässe. Evtl. ziehen sich die Leinen einen Tick zusammen, weil sie nicht mehr so stark gespannt werden - aber der Effekt dürfte minimal und nicht vergleichbar mit einem Shock Cord vergleichbar sein.
    Das Problem bleibt also bestehen.

    Aus meiner Sicht bieten die Nylon-Leinen deshalb keinen Vorteil. Leinen aus Polyester oder Dyneema müssen nicht nass gemacht werden um großer Dehnung durch Nässe entgegen zu wirken. Wenn sie sich dehnen ist es mir jedenfalls nicht aufgefallen. Evtl. nehmen sie auch weniger Wasser auf (was ja bei Silpoly immer als einer der großen Vorteile genannt wird) und bleiben damit etwas leichter.

    Wie gesagt: wenn du mit Nylonschnüren gut zurecht kommst dann bleib dabei. Und wenn man Nylonschnur herum liegen hat und Geld sparen will, dann ist es einen Versuch Wert. Aber wenn man sich Tarpleinen kaufen muss, würde ich gleich welche aus wenig dehnbarem Material nehmen.

    • Offizieller Beitrag

    Zitat: "Evtl. ziehen sich die Leinen einen Tick zusammen, weil sie nicht mehr so stark gespannt werden - aber der Effekt dürfte minimal ... sein."

    Na das ist ja schon ziemlich herbeigebogen und nicht ganz zutreffend. Tatsächlich wird ein ganz erheblicher Anteil der Zugkraft anstehen bleiben, von daher durchaus ein Vorteil und eine mögliche Lösung und zwar ohne Einsatz eines ggf. eher unterdimensionierten Gummiseils. Aber das hatten wir ja schon mal behandelt.

  • Der entscheidende Punkt ist doch: Egal, ob die Leine trocken oder nass ist, und auch egal, ob sie dabei im kaum belasteten Zustand 149cm oder 150cm lang ist, sie wird durch den Zug (z.B. 8kg) auf 10cm bis 14,2cm gedehnt. So stark dehnt sich das Tarp durch Nässe nicht. Es bleibt also immer Zug übrig. Der Zug ist einfach etwas geringer, wenn die ganze Sache feucht oder gar nass wird.

    Die Nylon-Leine erfüllt als Tarpspanner also durchaus ihre Aufgabe, wie ich das ja weiter oben auch schon darzustellen versucht habe. Ich vermute aber auch, dass ein Shockcord / eine Gummischnur die Aufgabe besser löst, da sie sich im Verhältnis zu ihrer Länge deutlich stärker dehnen lässt und deshalb im notwendigen Dehnungsbereich eine höhere Spannung behält (und vermutlich ihre Eigenschaften durch Feuchtigkeit auch weniger ändert?).

    • Offizieller Beitrag

    Habe mir zum testen Paracord Typ1 bestellt. In den technischen Daten steht das es um 5% bis 10% schrumpfen kann wenn es mit Wasser in Kontakt kommt. Nach Rückfrage hat mir der Kundenservice bestätigt das dieser Schrumpfung-Effekt reversibel ist. d.h. wenn die Leine trocknet wird sie wieder länger. Das hört sich fast zu gut an um Wahr zu sein. Theoretisch würde solch eine Leine also bei Nässe schrumpfen und das Nylon Tarp dadurch nach-spannen und dessen Nässe-Dehnung kompensieren.
    Bei einer 150cm Langen Leine und angenommenen 7% Schrumpfung wären das 10,5cm. Der Effekt wäre so stark das er sogar den Verlust an Zugfähigkeit durch Nässe mehr als kompensiert.
    Ich traue der Sache noch nicht und werde das erst mal testen sobald das Paracord Typ1 eingetroffen ist.

  • Das klingt ja echt interessant! Dann wird mein Paracord Typ 1 ja vielleicht doch noch seinem ursprünglichen Verwendungszweck zugeführt und nicht nur für Packsäcke verwendet.

    Es würde mich freuen, wenn du deine Erfahrungen bei den Tests auch wieder hier teilst. Ich bleibe vorerst sicher mal bei meinem hochwertigen dynaGlide mit den relativ festen Shockcord-Schlaufen, da dieses System - wie oben ausgeführt - recht flexibel ist.

    • Offizieller Beitrag

    Heute ist das Paracord Typ1 gekommen. Nach erstem Eindruck war mir die Schnur noch etwas zu fest deshalb habe ich den inneren Kernfaden entfernt und nur mit dem Mantel weitere Tests gemacht.
    Die Original Schnur wiegt 1.42 Gramm pro Meter und hat eine zertifizierte Mindestreißfähigkeit von 45 kg
    Der Kernfaden wiegt 0.30 Gramm pro Meter
    Nur der Mantel wiegt folglich 1.12 Gramm Pro meter
    Setzt man die Gewichte mit und ohne Kernfaden in relation zueinander dann errechnet sich in erster Näherung für den Mantel eine Mindestreißfähigkeit von 1.12/1.42*45 = 35.5kg
    Das ist jetzt nicht sooo viel, aber man muss sich schon entscheiden was man haben will: Hohe Festigkeit oder hohe Dehnbarkeit.
    Und in dieser Diskussion (Faden) wollen wir ja Dehnbarkeit haben. Also habe ich mal einige Tests gemacht um besser einzuschätzen zu können was die Schnur bietet.

    Test1:
    150cm Schnur (Mantel) rappel trocken (heißluft getrocknet und wieder abgekühlt.)
    Dehnung bei 5Kg Zugkraft: ca. 6cm

    Test2:
    150cm Schnur (Mantel) ein Stunde in Wasser eingelegt
    Beobachtung: Schnur ist ca 5 cm kürzer geworden (das entspricht einer Schrumpfung von ca. 3,3%)
    Zugkraft bei 11cm Dehnung (also auf die selbe End-Position wie in Test1): ca. 4,3Kg (das sind ca. 86% vom Zug im trockenen Zustand)
    Dehnung bei 5Kg Zugkraft: ca. 12,8cm

    Zsammenfassung:
    Der Nylon Mantel vom Paracord Typ1, 150cm lang, lässt mit 5Kg Zugkraft zwischen 6cm und 12,8cm dehnen. (je nach dem wie feucht oder trocken die Schnur ist)
    Die Schrumpfung in nassen Zustand kompensiert teilweise den Verlust an Zugfestigkeit bei Nässe

    Weiters:
    Nylon hat eine Bruchdehnung von ca. 30%; das sind bei 150cm Schnurlänge ca. 45cm d.h. man kann auch schon mal unabsichtlich in die Abspannung rein laufen. Diese Schnur wird sich sehr großzügig dehnen bevor sie bei nicht allzu immenser Zugkraft abreißt ohne das Tarp zu beschädigen.
    Wer jetzt doch noch eine Option auf mehr Festigkeit haben will kann ja doppelt so lange Schnüre mitnehmen wie normalerweise und dann bei Bedarf die Schnur doppelt oder dreifach nehmen um eine dementsprechend festere Abspannung zu realisieren. Eine z.B. 3 Meter lange elastische Abspann-Schnur mit einem Gewicht von 3.36 Gramm finde ich schon sehr cool.

    Es gibt viele Möglichkeiten, und jede hat Ihre ganz spezifischen Vor- und Nachteile. Die oben genannte ist nur eine von vielen. Es kommt halt drauf an was man haben will und was nicht.

    ... keep on fiddeling ...

    Viele Grüße,
    Biker61

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