RBTR Winter Tarp Pre Cut Ultralight Erfahrungen?

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  • Ich hab eins gemacht. Hat gut geklappt, Silpoly lässt sich schön nähen. Seidenpapier unterlegen macht's noch einfacher. Die Umschlagsäume an den Kettenlinien nerven natürlich trotzdem. Da hab ich bisher immer einfach ohne Stecken gearbeitet, das mach ich beim nächsten Mal aber nicht mehr. Der Aufwand lohnt sich definitiv, sonst kriegt man immer irgendwann starke Falten. Macht im Grunde nichts, sieht aber auch nicht gut aus.
    Die Ridgeline hab ich á la Warbonnet gemacht, die Tie Outs ebenfalls. Pull Outs hatte ich vor zu kleben, bin dann aber nicht mehr dazu gekmmen, weil ich das Tarp vorher verkauft hatte. Ich sehe für mich keinen Bedarf an Türen.

    Schau mal hier.

  • Ich finde den Einschlag-Umschlag unten unproblematisch, da er ungefähr parallel zu den Kettfäden des Stoffes verläuft. Schwieriger finde ich die auf der Seite oder allgemeiner ausgedrückt: die Säume, die diagonal zu Kett- oder Schussfäden verlaufen. Bei meinem Tarp sieht das Resultat dort zwar sehr schön aus. Sobald ich das Tarp aber abspanne, bilden sich an den diagonalen Kanten im ganzen Saum Falten. Ich habe mir schon überlegt, ob ich einfach nahe am Aussenrand eine zweite Naht anbringen soll. Dann sollte das nicht mehr passieren. Ist aber nur eine Vermutung.

    Stecken würde ich den schönen Stoff jetzt nicht unbedingt. Klar, am Rand macht es nichts, wenn es Löcher im Stoff hat. Aber ich finde das dennoch unschön. Ich würde aber empfehlen, den Stoff mit dem Bügeleisen sorgfältig zweimal umzubügeln. Das kann helfen. (Einfach mit Stoffresten die richtige Temperatur vorher ermitteln.) Das Umnähen geht dann ein ganzes Stück besser. Bei Extremtextil gibt es auch ein Klebeband, mit dem man rutschige Stoffe fixieren kann. Zumindest meine ich, das dort auf der Website kürzlich irgendwo gelesen zu haben. Nur wird dann das Tarp halt um dieses Klebeband schwerer.

    EDIT: Das Klebeband respektive den Hinweis darauf finde ich leider nirgends mehr... :(

    • Offizieller Beitrag

    Prittstift oder UHU-Klebestift wird auch oft empfohlen, um den rutschigen Stoff zu fixieren. Ich (als einer ohne Ahnung) sehe das aber kritisch und befürchte, daß die Nadel verkleben könnte. Vielleicht kann [USER="21"]Konradsky[/USER] etwas dazu beisteuern, seine Perle ist ausgebildeter Nähprofi.

  • Stecken würde ich den schönen Stoff jetzt nicht unbedingt. Klar, am Rand macht es nichts, wenn es Löcher im Stoff hat. Aber ich finde das dennoch unschön.

    Mit den dünnen Stecknadeln ist das kein Problem. Da muss man schon seeehr genau hinschauen, um da Löcher zu sehen. Aber da hat jeder andere Ansprüche.

  • Mit den dünnen Stecknadeln ist das kein Problem. Da muss man schon seeehr genau hinschauen, um da Löcher zu sehen. Aber da hat jeder andere Ansprüche.

    Es geht nicht nur um die Löcher. Ich habe das mal am First eines Tarps versucht mit dem Gedanken, dass dort die feinen Löcher schliesslich im Saum verschwinden würden. Es ist sehr schwierig, den dünnen Stoff so abzustecken, dass die beiden Stofflagen von A bis Z exakt aufeinander liegen. Es kann sein, dass das bei einem Saum einfacher ist, da dort ja nicht zwei separate Stoffschichten zusammengenäht werden.

    Mit dem Umbügeln ist das Resultat jedenfalls sehr schön geworden. Die Falten bilden sich nur unter Spannung. Ich bezweifle, dass das Abstecken ohne vorheriges Umbügeln einen grossen Vorteil bietet. Bei mir hat das Bügeln allein problemlos ausgereicht. Ich denke, das Abstecken kann man sich sparen.

    Hier die Fotos der vorgebügelten Säume (Einschlag-Umschlag) an meinem Hex-Tarp aus Silpoly (Xenon 1.1 von Dutch):

    Die Naht (Einschlag-Umschlag) unten am Tarp

    Die Naht (Einschlag-Umschlag) seitlich am Tarp

  • Prittstift oder UHU-Klebestift wird auch oft empfohlen, um den rutschigen Stoff zu fixieren. Ich (als einer ohne Ahnung) sehe das aber kritisch und befürchte, daß die Nadel verkleben könnte. Vielleicht kann [USER="21"]Konradsky[/USER] etwas dazu beisteuern, seine Perle ist ausgebildeter Nähprofi.

    Die Nadel kann auch leicht "verkleben", wenn man ein doppelseitiges Klebeband für Näharbeiten nutzt. (Dieses klebt leider nicht auf Silikon, habe ich bereits probiert!) Die Nadel bleibt deshalb aber nicht stecken und nach der Näharbeit kann man sie mit einem Lappen relativ leicht wieder reinigen.

    PS: Insbesondere für sehr feine Stoffe wie (z.B. daunendichte Stoffe) ist das oben genannte doppelseitige Klebeband übrigens absolut der Hit: Klebeband aufkleben, Stoff in die richtige Position bringen und andrücken, bei Bedarf Kanten vorbügeln, festnähen. Siehe die Resultate mit diesem Klebeband hier (1/2"-Grosgrain-Ribbon gefaltet an Moskitonetz oder Argon .67 genäht!).

    • Offizieller Beitrag

    Ich wollte immer mal ausprobieren, ob Eiweiß auf Silnylon/Silpoly funktioniert :D Das wird in der Aquarellmalerei zum Fixieren vom Papier verwendet. Ist nur die Frage, ob es am Ende ungebetene Gäste anlockt.

    Ansonsten wäre es auch eine Option, Silikon stark zu verdünnen und in Tupfen aufzubringen. Wenn ich mich richtig erinnere, gab es sogar mal eine Diskussion auf Hammockforums darüber, ob man die Nähte nicht einfach mit Silikon kleben kann statt sie zu nähen. Wenn es mit den Pull-Outs funktioniert, sehe ich keinen Grund warum es bei den Säumen nicht funktionieren sollte. Man müsste ausprobieren, ob diese Methode einfacher ist als Nähen - und wie teuer es wird, und ob das Tarp dadurch unnötig schwer wird.

  • Ich teste gerade, wie man das Nähen der rutschigen, silikonisierten Stoffe vereinfachen kann (nicht vom Zeitaufwand her, sondern vom Schwierigkeitsgrad und vom Resultat her).

    Ich experimentiere gerade mit Silikon und zwar der gebrauchsfertigen Mischung von McNett (SilNET Silicone Seam Sealer). Ich möchte den Stoff damit nicht kleben, da ich nicht sicher bin, ob das den hohen Belastungen eines Tarps oder Zeltes standhalten würde. Ich möchte die Mischung nutzen, um die Naht zu fixieren, damit das anschliessende Nähen einfacher und mit weniger Schimpfen und Fluchen von der Hand geht.

    Ich verspreche mir davon, dass dann beide Stoffschichten gleich schnell transportiert werden, auch wenn ich nicht über einen Obertransport verfüge. Ohne Obertransport hat die obere Stoffschicht immer "Verspätung", d.h. je länger die Naht ist, desto weiter vorgerückt ist die untere Stoffschicht gegenüber der oberen. Nach einer Firstnaht (335cm bis 366cm) "fehlen" da beim unteren Stoff schnell mal 2cm bis 3cm, was nicht so toll ist. Der untere Stoff bildet dann dem First entlang gerne ganz feine "Blasen": Stoff, der gegenüber der gegenüber liegenden Seite nicht optimal gespannt ist.

    Nach einem ersten Versuch muss ich sagen: Der Zeitaufwand nimmt zwar zu, es dauert aber nicht länger, als wenn man die ganze Strecke mit Nadeln abstecken würde. Das Resultat macht einen guten Eindruck:

    Für die Stichlänge habe ich 2mm gewählt. Microtex-Nadel Schmetz Nr. 60/8, Gütermann Allesnäher (Farbnummer 701)
    Stoff für den Versuch: Sil Nylon 1.36 (46g/m²) von DutchWareGear, Dark Olive

    Allerdings waren meine beiden Teststreifen nur etwa 50cm lang und sehr handlich. Mit einem ganzen Tarp oder einer Zeltbahn sieht das dann sicher anders aus. Ich denke, ich werde das beim nächsten Tarp oder Zelt einfach ausprobieren. Schlimmer als bisher wird es nicht sein. Wenn es besser (und mit weniger Fluchen!) gelingt, umso besser!

    Vorgehen:

    • Naht in Einzelschritte einteilen.
    • Naht einseitig mit Silikon bepinseln.
    • Naht falten und sorgfältig festdrücken.
    • Naht allenfalls (mit Dampf) vorbügeln. (Einige Silikonlösungen binden bei hoher Luftfeuchtigkeit schneller ab.)
    • Wenn Silikon abgebunden hat (siehe unten*), Naht nähen.
    • Schritte 2. bis 5. für jeden Schritt wiederholen.
    • Allenfalls abschliessend nochmals bügeln.


    *Man kann das Silikon auch etwas verdünnen (um Kosten zu sparen und das Verteilen angenehmer zu gestalten). Ich denke allerdings, dass das Silikon dann länger braucht, bis es abbindet. Ich möchte mir ja auch nicht unbedingt die Nähmaschine mit Silikon verkleben.

    Ich kann mir gut vorstellen, dass man diese Technik auch für den Einschlag-Umschlag an den unteren und seitlichen Rändern des Tarps nutzen könnte.

    PS: Übrigens habe ich hier zum ersten Mal mit einer Microtex-Nadel gearbeitet. Das Resultat: Der Stoff ist bei den Löchern der Nadel viel stabiler, weil das Gewebe nicht verletzt wird. Toll! Der Klang beim Nähen ist auch etwas anders: Man hört bei jedem Stich ein leises "Blupp", wenn die Nadel sich den Weg durch den Stoff sucht. :)

  • Ich glaube Silikon härtet mit Wasserdampf aus. Du solltest dann also auch den Dampf einschalten :good::D

    Auch habe ich jetzt besagtes Tape zum Silnylon nähen und CubenFiber Tape ausprobiert. Heben beide nicht. Den Saum umbüglen gelingt nur mit Mühe und unter Todesangst, da ich das neue Bügleisen meiner Lebengefährtin eigentlich nicht vergewaltigen darf. Abstecken ist auch sehr mühsam, daher wollte ich auch wie du Silikon verdünnen und leicht aufpinseln, damit der Stoff nicht mehr so rutscht und dann von Hand umschlagen zum säumen. Das würde deutlich besser funktioneiren. Ein Rollsaum geht warscheinlich am einfachsten.

    Ich habe die Tage auch die Firstnaht (und alle Tieouts/downs) geklebt... Geht ganz gut. Habe ca. 45 min gebtraucht (5cm breite und 5mm Unterschied in der Länge). Bericht folgt wenn das Tarp fertig ist (und ich für die erste Tour Zeit hatte)
    Zum Fixieren des Stoffes eignet sich doppelseitiges Klebeband von Tesa sehr gut. Klebt nicht wirklich aber der Stoff haftet gut darauf. Mit einer 2,5m langen Wasserwaage und dem doppelseitigen Klebeband habe ich so eine Stoffschicht fixiert, entfettet, Elastosil aufgetragen, andere Seite aufgelegt, bläschen ausgedrückt, glatgewalzt.
    Das Verfahren ist super, das Problem: der Silikonkleber dehnt den Stoff und beim der Aushärtung entstehen Falten. Warscheinlich zieht sich der Stoff wieder zusammen. Alles nicht so tragisch aber eben nicht 100%. Auch bekomme ich einfach nicht alle Bläschen ausgedrückt, auch nicht wenn ich den Stoff mit einer Stecknadel perforiere.

    Belastungstest Elastosil

  • Ein Rollsaum geht warscheinlich am einfachsten.

    Wir verwechseln hier im Forum oft den Einschlag-Umschlag mit dem Rollsaum. Beim Rollsaum wird der Stoff tatsächlich eingerollt und dann - oft mit Zickzack - festgenäht. Man verwendet ihn als Abschluss bei sehr leichten Stoffen, v.a. bei Bekleidung (z.B. Abschluss von leichten Röcken oder Jupes).

    Rollsaum (Quelle: Tutorial - Rollsaum und Kräuseln)

  • Das mit dem Elastosil muss ich mir mal näher anschauen. Andererseits: Ich nähe so gern und habe Freude an meiner Maschine. Zudem bin ich mit dem Testresultat (siehe oben) sehr zufrieden. Mmmh... Mal schauen.

    Ich habe deinen Bericht nochmals gelesen. Meinst du eventuell tatsächlich einen Rollsaum statt des Einschlag-Umschlag?

    Beim Umbügeln von Silnylon oder Silpoly kann dem Bügeleisen eigentlich nichts passieren. Es darf einfach nicht zu heiss eingestellt sein. Es gelingt mir übrigens nicht, den Stoff so umzubügeln, dass er in Position bleibt. Er behält aber die Falten und die kann man beim Nähen als optische (und tatsächliche) Führungshilfe verwenden. Ein Stück den Falten entlang flachdrücken und dann festnähen, usw.

    Ich habe mir übrigens überlegt, die Verstärkungen für die Tie-outs mit SilNET aufzukleben, dann dem Rand entlang festzunähen und schliesslich den ungesäumten Aussenrand erneut mit Silikon zu versiegeln. Das müsste eigentlich ein sauberes und haltbares Resultat geben.
    Mein Bügeleisen ist ein einfaches Modell. Da gibt es keinen Dampf. :(

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