Snakeskin-Konstruktionen

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  • Ich habe übrigens noch gesehen, dass auch einteilige Snakeskins, oft auch Tarp Sleeve genannt, ebenfalls oft konisch genäht sind:

    Konkret läuft die Hälfte (oder sogar etwas weniger) der Hülle zum einen Ende hin konisch zusammen, während die Hülle zum anderen Ende hin zylindrisch gestaltet ist, damit sie sich problemlos übers Tarp ziehen lässt.

    Wie weit so eine Hülle sein muss, lässt sich ja recht einfach herausfinden, indem man das am First aufgespannte Tarp einfach mal zusammenrollt und ein Messband lose drum rum legt. Natürlich sollte man dann noch an die Nahtzugabe denken. Will man ganz sicher gehen, kann man auch aus einem Stoffrest einen kurzen Zylinder nähen und schauen, ob sich dieser problemlos am aufgespannten Tarp von einer Seite zur anderen schieben lässt.

    PS: Am Ende des oben verlinkten Videos zieht er noch ein Fazit. Da spricht er sich aus seiner Sicht ganz klar für eine einteilige Snakeskin aus. Bei der zweiteiligen bilde sich in der Mitte diese nervige "Beule", während die einteilige sich viel leichter übers Tarp ziehn und danach wieder abstreifen lasse. Zudem sieht er Moskitonetz gegenüber Cuben Fiber als klaren Winner, da es - man höre und staune - leichter ist und das Tarp in der Hülle ein Stück weit trocknen könne, sobald es zwischen zwei Bäumen aufgespannt sei. Leuchtet mir alles ein.

    Ergänzung: Auf Hammockgear.com ist nur die Cuben-Hülle im Tarnmuster schwerer als die Mesh-Hülle. Ich denke, es kommt beim Gewicht sehr stark auf die Details an.

    • Offizieller Beitrag

    Den Vorteil, daß ein nasses Tarp in einer Moskitonetzhülle besser trocknen kann, sollte man nicht überbewerten. Der Umfang der Snakeskins dürfte im Bereich von etwa 20 cm liegen, die Breite von vielen Tarps beträgt 3 m. Damit hat ungefähr ein Fünfzehntel (7%) des Tarps die Möglichkeit, in der Hülle zu trocknen. Der Rest bleibt naß.

  • Den Vorteil, daß ein nasses Tarp in einer Moskitonetzhülle besser trocknen kann, sollte man nicht überbewerten. Der Umfang der Snakeskins dürfte im Bereich von etwa 20 cm liegen, die Breite von vielen Tarps beträgt 3 m. Damit hat ungefähr ein Fünfzehntel (7%) des Tarps die Möglichkeit, in der Hülle zu trocknen. Der Rest bleibt naß.

    Wenn das Tarp sich an der Sonne / Luft erwärmt (lose in der Hülle), können auch innen liegende Teile durch Verdunstung trocknen. Allerdings passiert das nur sehr langsam und es kann auch Bereiche geben, die so dicht abschliessen, dass der Wasserdampf nicht entweichen kann. Niemals ersetzt dieser langsame Prozess auf Tour regelmässiges Auslüften. Auch vor dem Einlagern zuhause sollte man ein Tarp möglichst immer gut auslüften, damit keine Restfeuchtigkeit weggepackt wird. Das Tarp beginnt sonst zu riechen und die Silikonbeschichtung leidet stark.

    Im Video ist er sogar noch strikter als ich: Zusammengerollt in der Aussenhülle des Rucksacks verpackt kann bei einer Mesh-Hülle kaum Wasser entweichen. Ist das Tarp aber aufgebaut, so sind Tarp und Hülle sehr schnell trocken, während es bei einer wasserdichten Hülle viel länger dauert, bis sie trocken ist. Das Trocknen bezieht er da nur auf die Hülle.

    • Offizieller Beitrag

    Eure Erläuterungen und das Video sind klasse, vielen Dank dafür! :good:
    Ich werde mal direkt eine einteilige, konische Snake nähen und ausprobieren.
    Vorher muss ich wohl erst mal mein Tarp rollen und den Umfang an verschiedenen Stellen messen...
    Will auch Material bestellen. Habt ihr Empfehlungen/Bezugsquellen?

  • In den Videos sieht es wirklich so aus, als hätte so eine Haut einen Durchmesser von bis zu 10cm, was gut 30cm Stoff/Netz ausmacht. Ich würde einfach mal mit der Hand von einer Seite zur anderen dem Tarp entlangfahren. Das gibt schon mal einen ersten Eindruck fürs notwendige Minimalmass. Je enger, desto leichter, nur sollte es sich, wie von Konradsky bereits erwähnt, doch locker über alles drüberziehen lassen. Mittagsfrost hat ja weiter oben geschätzt, dass bereits 20cm Umfang reichen könnten. Auch ich ging oben erstmal davon aus. Es braucht wohl doch etwas mehr.

    Eine gute Bezugsquelle in Deutschland ist extremtextil.de. Da gibt es leichte wasserdichte Rip-Stop-Nylon-Stoffe, aber auch sehr leichtes Moskitonetz für sehr faire Preise. Das ist zumindest mein Eindruck.

    Hier eine Anleitung. Er geht von einem Durchmesser von 3' aus, was gut 7,5cm entspricht. Da gibt er dann noch 2,5cm (2 mal 1,25cm) als Nahtzugabe zu:

    https://www.youtube.com/watch?v=_sSGmrzcWO8

    Es gibt noch ganz viele weitere Videos mit Anleitungen, scheint ein beliebtes Projekt zu sein!

    • Offizieller Beitrag

    [USER="153"]Waldläufer70[/USER] Danke für die Infos und das Video!


    Wenn ich mir die Skizze von [USER="14"]Mittagsfrost[/USER] anschaue fällt auf das man bei einer einteiligen Snake aber links noch ca. 1.5m extra Platz zwischen den Bäumen braucht die man aber nicht in jedem Fall hat. Von daher ist zweiteilig wohl doch besser.

  • Wie weiter oben schon erwähnt braucht man den extra Platz bei Hex-Tarps nicht.

    Und selbst wenn man ein rechteckiges Tarp hat glaube ich, dass man das in einer Snakeskin, die so lang ist wie die Ridgeline, unterbekommt. Ich würde zuerst die eine Seite Richtung Mitte des Tarps aufrollen, die Snakeskin halb drüberziehen, dann die andere Seite ebenfalls zur Mitte hin aufrollen und die Snakeskin ganz drüberziehen. Das sollte funktionieren.

    Problematisch bei diesem Vorgehen könnte sein, dass man (i) die Luft nicht so gut rausbekommt, und (ii) dass sich die Wicklung des Stoffs beim Drübeziehen lockert und man dadurch einen großen Batzen bekommt. Ich glaube aber, dass man beide Probleme in den Griff kriegt, wenn man einigermaßen ordentlich wickelt.

  • Ich habe echt meine Zweifel, ob sich die Seitenwände eines rechteckigen Tarps (3m x 3m) vollständig um 90° nach oben falten, wenn man die Snakeskin drüber zieht, und dann 150cm über die Ridgeline des Tarps hinausragen. Ich vermute mal, dass die Kettfäden etwas dagegen haben, dass man die Schussfäden um 90° zur Seite schieben kann. Ich kann mich natürlich täuschen. Falls du das ausprobierst, [USER="4185"]Biker61[/USER], würde mich interessieren, wie viel Stoff da maximal übersteht.

    • Offizieller Beitrag

    Vielleicht kann man sich auch die beiden Cordlocks an der einteiligen Snakeskin sparen, indem man die Enden der "Ärmel" mit "Bündchen" aus Gummiband versieht. Wenn man die richtige Spannung wählt, läßt sich die Snakeskin noch bequem über das Tarp ziehen, hält losgelassen aber fest am Tarp.

  • Ich war gerade kurz im Wald ein wenig hängen und habe mal mein Tarp in die Hand genommen, aufgespannt und unten eine der Ecken gepackt. Da fiel es mir wie Schuppen von den Augen. Schon gestern Abend hatte ich bei [USER="14"]Mittagsfrost[/USER]s erster Skizze dieses Bauchgefühl: Da kann etwas nicht stimmen. Mein Verstand hat mir gleichzeitig eingeredet: Doch, das ist doch völlig logisch. Das Bauchgefühl ist geblieben und mein heutiger Versuch, mit dem Verstand eine Antwort zu finden (siehe oben), war genau so falsch wie [USER="21"]Konradsky[/USER]s Hinweis und [USER="14"]Mittagsfrost[/USER]s Skizze.

    Hier die Antwort:
    Bei der zweiteiligen Snakeskin verhält es sich wie in der Skizze gezeigt. Die oberen Ecken A und B bilden zwei Drehpunkte, die beiden Seiten werden durch die zwei Teile der Snakeskin um die Drehpunkte nach innen geklappt, wo sie - je nach Grösse des Tarps - aufeinandertreffen, sich ein wenig überlappen oder eine kleine Lücke lassen (wie in der Skizze gezeigt).

    Bei der einteiligen Snakeskin - und das ist der springende Punkt - gibt es nur einen Drehpunkt. Im skizzierten Fall nur den Drehpunkt B. Die rechte untere Ecke wird durch die rechte Seitenlinie begrenzt (gleich wie bei der zweiteiligen Snakeskin), die den Radius bildet. Bei der linken unteren Ecke ist die begrenzende Linie die Diagonale des Stoffes, die den Radius bildet. Wie man unschwer erkennen kann, gibt es da keine Verlängerung um 150cm, sondern nur um die Differenz zwischen Diagonale und Firstlinie des Tarps. Diese Differenz fällt nicht wesentlich ins Gewicht. Weiter nach links bringt man die linke untere Ecke nicht. Wer's nicht glaubt, soll's ausprobieren!

    • Offizieller Beitrag

    Ah gut [USER="153"]Waldläufer70[/USER] das du der Sache auf den Grund gegangen bist!

    Ok nach Pythagoras kann man die Diagonale ausrechen:
    Beispiel:

    • First von A nach B ist 4m
    • Höhe von unten zu First ist 1,5m
    • Diagonale ist dann Wurzel aus (4^2 + 1,5^2) = 4,27m
    • Differenz zwischen Diagonale und First (A-B) ist dann 27cm

    Also machen wie die Snake einen "Schnaps" länger und alles ist gut.

  • Wenn man die Firstleine nicht fix am Tarp befestigt, scheint es mir besser, die Snakeskin nicht länger als die Firstlänge des Tarps zu machen und notfalls halt jeweils noch das bisschen Stoff hineinzustopfen. So kann man die Befestigungspunkte am Tarp (Ringe, Dreiecke, etc.) auf beiden Seiten herausschauen lassen und das Tarp sehr leicht aufbauen.

  • Sehr gut mitgedacht! Echter Hirnverdreher, so ein Tarpabbau.

    Leider habe ich die starke Vermutung, dass da irgendwas noch nicht so ganz stimmt.

    Hier ein kleines Praisexperiment (entschuldigt das dreckige Küchentuch):
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    Wie man sieht verhält sich das System anders. Der Überstand ist weder so groß, wie von Konradsky angenommen, noch so klein wie es Waldläufer70 vermutet hat. Die praktische Wahrheit liegt irgendwo dazwischen, ich schätze bei etwa 50% der Seitenlänge des Quadrats.
    Ich habe nicht am Tuch gezogen, sondern es nur ganz sanft umgelegt. Ich habe noch keine befriedigende Erklärung, aber ich könnte mir vorstellen, dass die Läne der Diagonale sich selbst bei geringem Zug doch ziemlich stark verändert.

  • Das Tarp ist nur halb so breit, weil es in der Mitte gefaltet ist.

    Du hast natürlich vollkommen recht. Ich sollte nicht morgens um halb sechs direkt nach dem Aufstehen solche Überlegungen anstellen. Immer diese Leichtsinnsfehler, die verfolgen mich schon mein ganzes Leben. ;)

  • Waldläufer wenn ich mir deine Zeichnung anschaue hast du recht.
    Es sind nur 35cm Überhang. Sorry!

    Aber es sieht mehr als bescheiden aus.
    In der Mitte eine dicke Beule und am linken
    Ende noch einmal so eine Beule. Zwischendrin
    schlabbert alles.
    Das ist bei einer 2teiligen konischen Snakeskin nicht der Fall,
    Da die Beule von beiden Seiten sich in der Mitte trifft.

    Gruss
    Konrad

  • Hier die Masse für eine einteilige Snakeskin für ein rechtwinkliges Tarp:

    Oben die Firstlänge, links die Höhe (halbe Breite) des Tarps ablesen, dann die Zahl im Schnittpunkt anpeilen => die ist das gewünschte Mass.

    Je länger das Tarp im Verhältnis zu seiner Breite ist, desto geringer ist der Unterschied zwischen theoretischer Länge der Snakeskin und der Firstlänge des Tarps. In den meisten Fällen dürfte es kein Problem sein, die Snakeskin nur so lang zu machen, wie auch das Tarp lang ist. Das bisschen Stoff ist schnell hineingestopft. Aber jeder, wie er mag.

  • Eine zweiteilige hat ganz bestimmt Vorteile. Mir gefällt nur die Vorstellung nicht. Eine einteilige kann man in der Mitte falten und dann das ganze Wasser durch Aufrollen rausdrücken. Das ist wiederum bei der zweiteiligen schwierig. Am Schluss ist es eine Frage der persönlichen Vorliebe.

    Gruss, Michael

  • Ich bezweifle, dass es in der Mitte und am Ende eine Beule gibt. Ist es nicht eher so wie nachfolgend dargestellt (bei einem 3x3-Tarp)?
    1) Auf den ersten 150cm nimmt die Dicke kontinuierlich zu.
    2) Dann bleibt sie 150cm lang ungefähr gleich (nur minimale Unterschiede).
    3) Und auf den letzten 35cm nimmt sie dann sehr schnell ab.

    Ich habe da eine recht überzeugende Skizze vor meinem inneren Auge. Muss die heute Abend mal zu Papier bringen.

    PS: Die Skizze, die mir vorschwebt, geht bloss von einfachem Stoff aus. Wenn die Ecken ordentlich verstärkt sind und du dort vielleicht noch die Abspannleinen aufgewickelt hast, dann würden sich an den Übergängen von 1) zu 2) und von 2) zu 3) Beulen ergeben. Vielleicht meinst du diese?

  • Hier die versprochene Grafik zur Ermittlung der unterschiedlichen Dicke einer einfachen Snakeskin, wenn sie übers Tarp gezogen worden ist:

    Man kann alle paar Zentimeter die Radien um Drehpunkt A einzeichnen, die aufzeigen, wie viel Tarpstoff gegen rechts oben geklappt wird. Je länger der Kreisbogen, desto mehr Stoff kommt am jeweiligen Punkt oben an. Vom letzten roten Kreisbogen bis zur rechten unteren Ecke geht die Länge der Kreisbogen ganz schnell gegen Null.

    Wenn man die Länge der Kreisbogen berechnet und auf der Firstlinie stapelt, erkennt man die Form der gefüllten Snakeskin (in der Darstellung stark überhöht):



    Die von [USER="21"]Konradsky[/USER] erwähnten "Beulen" liegen bei 150cm beim Wert 236 und bei 300cm beim Wert 157. Allerdings kann man die zweite Beule nur dann feststellen, wenn an den genannten Orten (dort liegen die unteren Ecken des Tarps) der Stoff deutlich verstärkt ist und allenfalls noch die aufgewickelten Abspannleinen zu liegen kommen. Auch ein allfälliger Kurvenschnitt pointiert die Beulen etwas. Die Werte, die die Dicke der Snakeskin zeigen, entsprechen der Länge der nach oben gefalteten Kreisbögen.

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